Akzeptanz

 

akzeptanzZu wenige Menschen kennen die erleichternde Wirkung von Akzeptanz. Von unserem Wesen her drängen wir stets auf Veränderung einer unangenehmen Situation, Verbesserung der Umstände oder Erlangung eines Wunsches. Dagegen spricht im Wesentlichen nichts, wenn wir dieses Bestreben nicht auch in solchen Lebensumständen beibehalten würden, wenn wir nichts ändern können. Oder eine Änderung zu "teuer" kommt. Dann ist das meist unbewusste Hadern mit der gegebenen Situation einfach nur schädlich. Sowohl die persönliche Gemütslage als auch das eigene Energieniveau leiden darunter, was bis zum Burn-out führen kann.

Man könnte hier noch einen Schritt weitergehen. Selbst bei Umständen, die vermutlich änderbar sind, ist Akzeptanz des momentanen Zustandes eine erste sinnvolle Maßnahme. Das entspannt nämlich ungemein. So nehmen Sie das Problem umfassender wahr und gewinnen Kraft für Veränderungen.

Oder: Sie möchten auf einmal die Gegebenheit überhaupt nicht mehr verändern. Schon wird Ihr Leben wiederum ein Stück einfacher (Sie brauchen keine Arbeit reinstecken) und besser (Sie hadern nicht mehr mit der Situation) sein.

Lesen Sie in den folgenden Beiträgen, wie Sie das Prinzip der Akzeptanz auf die unterschiedlichen Lebensbereiche anwenden können.

- Anregung für die kommende Woche -

blatt gras

Gibt es Klänge in dieser Welt, die Sie momentan stören, die aber eventuell bei anderer Herangehensweise ihren Schrecken verlieren könnten? Dabei kann es sich auch um Menschen, Stimmungen oder eigene Tätigkeiten (wie das oft unbeliebte Bügeln) handeln. Picken Sie sich eine Sache heraus und versuchen Sie, diese in der kommenden Woche mit einer offenen, freien Geisteshaltung wahrzunehmen bzw. anders (langsamer, bewusster, ...) anzugehen.


teichEines Abends zog sich Mönch Martin zum Nachtgebet zurück. Nach kurzer Zeit schwebte sein Geist in freudiger Verzückung. Da setzte draußen ein unüberhörbares Froschkonzert ein. Mönch Martin versuchte zunächst tapfer, das Lärmen nicht in seinen Geist dringen zu lassen. Irgendwann sprang er verärgert auf und schrie aus dem Fenster: "Ruhe, lärmendes Froschvolk. Ich bete!"

Und siehe da, die Worte des heiligen Mönches bewirkten sofortige Stille am Teich.


geborgenheitVon klein auf bis ins Greisenalter sehnt sich ein Mensch nach Sicherheit und Geborgenheit. Wir möchten erfolgreiche Entscheidungen treffen, den richtigen Menschen vertrauen und hätten gerne Eltern/Mentoren/Gott, die uns zeigen, welchen Weg wir gehen sollen. Schon allein, um wieder das Gefühl der Verlässlichkeit und Behütetheit zu verspüren, wie es viele von uns bei Mama und Papa erleben durften. Um keine Fehler zu begehen.

Vom Philosophen Ludwig Wittgenstein erzählt man sich eine interessante Geschichte. In einem seiner Werke erklärt er, das Gefühl "absolut geborgen zu sein" sei ihm wohl vertraut. Er führt aus:

"Ich meine damit den Seelenzustand,
in dem man sagen möchte:
"Ich bin in Sicherheit, und was auch immer geschehen mag,

kann mir nichts anhaben."

Er habe jenes mystische Erlebnis während des Stückes "Die Kreuzelschreiber" gehabt. Daraus folgt hier ein sprachlich angepasster Monolog des Steinklopferhanns, der sein Erlebnis geheimnisvoller Geborgenheitserfahrung in einem engagierten Monolog schildert.


sich selbst moegen apix

Zu dick, zu unattraktiv, zu ungebildet, zu faul, zu unsportlich, zu ... Wir Zivilisationsmenschen sind auf verschiedenen Ebenen unzufrieden.

Als Gründe werden genannt: die ständige Präsenz von scheinbar makellosen Menschen aus der Werbung oder das Anschauen der Heldentaten, der grandiosen Liebhaber, der perfekten Leben in zumeist amerikanischen Spielfilmen.

Mit hinein spielt manchmal auch die missbrauchte Macht der Eltern: "Sei anders und ich hab dich wieder lieb."

Wie können wir trotz all dieser Prägungen lernen, uns wieder selbst zu mögen?


einstellung-mitmenschenWer sich weiter entwickeln will, der sollte seine Einstellung zu sich und zu seinen Mitmenschen immer von neuem auf den Prüfstand stellen, um hilfreiche Anpassungen vorzunehmen.

Tanjas Nackenhaare stellten sich aufrecht, als sie Simone auf der anderen Straßenseite erblickte und sie musste einen leichten Würgreiz unterdrücken. Diese ewig laute, angeberische Zicke, die immer im Mittelpunkt stehen muss. Tanja drehte sich zum Schaufenster und beobachtete Simone, die längst auf dem Weg zu ihr war …

Einstellung auf den Prüfstand

Es gibt Menschen, mit denen wir nicht klarkommen. Erdenbürger, die wir nicht mögen und schon der bloße Gedanke an sie, lässt negative Gefühle aufsteigen. Da wir häufig diese Personen nicht meiden können, weil sie ein Teil unseres sozialen Umfeldes sind, kann es wertvoll sein, seine Einstellung auf den "Prüfstand" zu stellen, um die kraftraubenden Gedanken zu verringern oder abzuwandeln.


Akzeptanz in der NaturDieses Kapitel ergänzt den Beitrag "Sich selbst mögen" dadurch, dass wir die Akzeptanz auf die persönlichen Rahmenbedingungen ausdehnen.

In den westlichen Gesellschaften herrscht eitel Sonnenschein, was die Erfüllung der Grundbedürfnisse angeht. Circa 99,9 % von uns müssen sich nicht um ihre Ernährung sorgen, haben ein wohliges Zuhause und brauchen nicht zu befürchten, willkürlich verhaftet zu werden. All das nehmen wir als selbstverständlich, hadern aber täglich mit dem, was nicht so optimal läuft oder uns noch zum Glück zu fehlen scheint. Daran erkennen wir bereits: Wünsche besitzen die Eigenschaft, keine Grenzen zu kennen.


frau bei sich anfangen 564

Wenn wir mit etwas nicht zufrieden sind, sucht unser Geist gerne jemanden, der dafür verantwortlich ist. Zumeist ist jemand anders schuld und der nächste Gedanke liegt auf der Hand: Wenn diese Person sich ändert oder anders handelt, wäre alles besser. Wir wären zufriedener.

Dieses Gedankenspiel führt in eine Sackgasse. Es ist ratsam, an einer anderen Stelle anzusetzen. Was hilft nun wirklich, wenn wir zufriedener sein wollen? Hier eine Übung, die ich nutze


Verzeihen kann Ihr Leben erleichternNahezu jedem von uns wurde schon einmal Unrecht angetan oder man wurde verletzt. Vermeintliches Unrecht zumindest. Das reicht vom vergessenen Geburtstag bis zum Betrug um das Erbe. Wir wurden beleidigt, verletzt, betrogen, nicht beachtet. Es ist okay, sich darüber aufzuregen, wütend zu sein. Durchleben Sie diese Gefühle bewusst. Aber beenden Sie diese Tiefphase auch aktiv. Wie das möglich ist, zeigt Ihnen dieser Artikel.

Persönliche Verletzungen bedeuten für uns kein größeres Problem, wenn die Angelegenheit rasch aus unserem Kopf verschwindet. Doch oft erleben wir es anders. Wir tendieren dazu, die eigenen Listen an Kränkungen immer nochmal in Gedanken durchzugehen, ärgern uns darüber, fühlen Beleidigung bis hin zur Verfluchung unserer Existenz in dieser schlechten Welt.


GefuehleViele unserer Tätigkeiten des Tages dienen bewusst oder unbewusst dazu, angenehme Gefühle in uns entstehen zu lassen: Daniel Goleman (in Emotionale Intelligenz, dt. 1996): "Alles, vom Lesen eines Romans oder vom Fernsehen bis zu den Aktivitäten und Freuden, für die wir uns entscheiden, kann als ein Bemühen aufgefasst werden, zu erreichen, dass wir uns besser fühlen." Wir wollen mehr von dem, was uns gefällt und weniger, was Schmerz oder Unwohlsein auslöst. Doch die schlechten Gefühle kommen nicht nur, wenn wir sie rufen.

Welche Möglichkeiten haben wir im Umang mit unseren Gefühlen?


pferd auge weiss 564

Einst lebte in einem Dorf ein alter Mann, der eigentlich sehr arm war. Er widmete sein Leben der Weisheit und hielt sich aus den rührigen Geschäften seiner Mitmenschen heraus. Doch einen Schatz besaß der Mann: Einen schneeweißen Hengst von solch schöner Gestalt, dass selbst der König ihm schon eine hohe Summe für das Tier geboten hatte. Der alte Mann hat jedoch nie verkauft. Dies sollte sein Schicksal und das seines Sohnes tiefgreifend verändern.


 
 

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