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Tanjas Nackenhaare stellten sich aufrecht, als sie Simone auf der anderen Straßenseite erblickte und sie musste einen leichten Würgereiz unterdrücken. Diese ewig laute, angeberische Zicke, die immer im Mittelpunkt stehen muss. Tanja drehte sich weg, aber Simone war längst auf dem Weg zu ihr.

Einstellung auf den Prüfstand

Wer sich weiter entwickeln möchte, für den empfiehlt es sich, die Einstellung zu sich und zu seinen Mitmenschen immer von neuem auf den Prüfstand zu stellen, um hilfreiche Anpassungen vorzunehmen. Doch so mancher macht es uns nicht gerade leicht.

Es gibt Menschen, mit denen wir nicht klar kommen. Personen, die wir nicht mögen, und schon der bloße Gedanke an sie lässt negative Emotionen aufsteigen. Da wir aber häufig diese Personen nicht meiden können, weil sie ein Teil unseres sozialen Umfeldes sind, kann es wertvoll sein, seine Einstellung auf den "Prüfstand" zu stellen, um die kraftraubenden Gedanken zu verringern.

Es geht nicht darum, jeden zu mögen. Es geht darum, die eigene Einstellung zu überprüfen, sie gegebenenfalls zu verändern und eventuell etwas über sich zu lernen. So eine Gelegenheit sollten wir beim Schopfe packen, um reifer zu werden.

 

6 Tipps für schwierige Beziehungen 

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Recht auf Andersartigkeit

Es empfiehlt sich zu vergegenwärtigen, dass nicht nur wir das Recht auf Andersartigkeit haben. Jeder hält sich für besonders, für einzigartig, für ein wenig anders. Und das stimmt ja auch. Gestehen wir es unseren Mitmenschen zu und sehen wir es als eine Zutat für die Buntheit der Welt.

"Ich bin anders. Hm!? Simone scheinbar auch."

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Suchen nach weiteren Eigenschaften

Es ist hilfreich, nicht nur die störenden Eigenschaften des anderen zu betrachten, sondern auch seine guten Seiten. Meist haben wir diese bis dato nur ausgeblendet oder sie wurden von negativen Eigenschaften überstrahlt. Suchen wir gezielt nach positiven Charakterzügen.

"O. K., ein wenig laut und aufdringlich ist sie schon, aber sie ist auch selbstbewusst und sagt ihre Meinung. Manchmal wünschte ich, dass ich das auch täte."

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Unser Maßstab

Machen wir uns bewusst, dass wir genauso hart beurteilt werden könnten, wie wir andere beurteilen. 

"O. K., ihre Kleidung ist nicht mein Geschmack, aber wer bin ich? Coco Chanel, Miuccia Prada ...? Kann ich mir so ein Urteil erlauben?"

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Lernen wir unseren Schatten kennen

Häufig bemerken wir an Menschen nur unangenehme Eigenschaften, bei denen wir uns noch nicht erlauben, diese Eigenschaften an uns selbst wahrzunehmen. Denn dies wäre für uns zu schmerzhaft. Der schweizer Psychoanalytiker Carl Gustav Jung nennt dies unseren Schatten.

Er ist der "dunkle Bruder", der mit dem Menschen eine Ganzheit bildet. Im Bereich des Schattens liegen Tendenzen unserer Persönlichkeit, die zwar vorhanden sind, aber noch keinen Ausdruck gefunden haben, oder solche, die als unvorteilhaft oder als "sündhaft" gelten, weswegen sie unterdrückt oder nicht wahrgenommen werden.

Wenn ich irgendjemanden als egoistisch einschätze und ablehne, könnte das zum Beispiel darauf hinweisen, dass ich jemanden, der zuerst an sich denkt, als kaltherzig oder verdorben beurteile. Vielleicht haben meine Eltern oder meine Großeltern mir immer eingeimpft: "Sei hilfreich und gut" oder "Geben ist seliger denn Nehmen". Das kann aber in manchen Rollen zu Problemen führen. Denken wir an einen Selbstständigen, der Probleme damit hat, Geld für seine Leistungen zu nehmen (siehe auch Glaubenssätze).

"Ich wünschte, ich könnte das manchmal auch. Aber so etwas gehört sich doch nicht! Oder?" 

Reinigen Sie den Filter

Wenn wir Informationen aus der Umwelt aufnehmen, geschieht dies normalerweise durch "Filter". Je älter wir sind, umso mehr meint mancher zu wissen, wie die Welt funktioniert und die Menschen in unserem Umfeld de facto sind - Filter sind entstanden. Doch leider werden eben diese Filter für uns zur "Wahrnehmungsfalle". Wir nehmen nämlich nur noch bewusst wahr, was unsere Meinung bestätigt.

"Die Simone habe ich bereits zum wiederholten Mal am Kaffeeautomaten gesehen. Der ist eine ganz Faule. Das habe ich schon immer gewusst."

 

So verfestigt sich unsere Meinung und das scheinbare Wissen über unsere Umwelt. Aus diesem Grund ist es wertvoll, die eigene Meinung immer von neuem auf den Prüfstand zu stellen. Zugegeben - Meinungen oder Vorurteile zu verändern ist schwer, aber es ist schaffbar und lohnt sich. Einstein schrieb einst: "Es ist einfacher ein Atom zu spalten als ein Vorurteil."

 

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Die Hand reichen

Wir lernen Menschen immer nur in Ausschnitten, also in bestimmten Rollen (Teilaspekte der Persönlichkeit) kennen. Es sind Bruchteile der Wahrheit und Teile des Ganzen. Vielleicht versteckt sich in der "ungeliebten Person" ein wertvoller, hilfsbereiter Mensch. Er hatte nur noch keine Chance es zu zeigen - geben Sie ihm diese Möglichkeit.

"Letztes Wochenende traf ich Simone bei einer Kunstausstellung. Die ist gar nicht so, wie ich dachte. Wir haben uns eine ganze Weile klasse unterhalten. Eigentlich ist die Simone sogar ganz nett. Hätte ich nicht gedacht."

Versuchen Sie zu erkennen, warum Sie jemanden nicht mögen, und machen Sie sich Ihr Leben leichter, indem Sie sich mit anderen und ihren Besonderheiten, Macken und Extravaganzen aussöhnen. Oder durch bewusstes Erweitern Ihrer Verhaltensweisen, um jene, die Sie angeblich an anderen nicht gernhaben (zum Beispiel mal etwas lauter und aufdringlicher sein).

Probieren Sie es 

Probieren Sie einen oder mehrere der Tipps bei der nächsten Person aus, die Sie noch nie so richtig mochten. Lassen Sie sich überraschen.

Wie schrieb der irische Dichter George Bernard Shaw einst so treffend:

Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedes Mal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch.

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