Akzeptanz in der NaturDieses Kapitel ergänzt den Beitrag "Sich selbst mögen" dadurch, dass wir die Akzeptanz auf die persönlichen Rahmenbedingungen ausdehnen.

In den westlichen Gesellschaften herrscht eitel Sonnenschein, was die Erfüllung der Grundbedürfnisse angeht. Circa 99,9 % von uns müssen sich nicht um ihre Ernährung sorgen, haben ein wohliges Zuhause und brauchen nicht zu befürchten, willkürlich verhaftet zu werden. All das nehmen wir als selbstverständlich, hadern aber täglich mit dem, was nicht so optimal läuft oder uns noch zum Glück zu fehlen scheint. Daran erkennen wir bereits: Wünsche besitzen die Eigenschaft, keine Grenzen zu kennen.

In dem Sprichwort "Love it, leave it or change it" (Liebe es, trenne dich davon oder ändere es) steckt eine tiefe Wahrheit. Die Möglichkeiten "Ärgere dich über unpassende Lebensumstände" bzw. "Hadere mit diesen Umständen" finden wir nicht. Auf Dauer stellt sich das nämlich als schädlich für das eigene Wohlbefinden heraus. Doch Sie brauchen unbefriedigende Gegebenheiten Ihres Lebens nicht gleich zu lieben. Akzeptanz dieser Elemente verhindert schon, dass Sie sich noch weiter darüber ärgern, und setzt somit positive Energie frei.

Doch wie kommen wir dahin, auch suboptimale Zustände unseres Daseins zu akzeptieren? Erst einmal müssen wir diese Punkte identifizieren und einordnen. Widrige Umstände sind eine individuelle Sache. Sie können die eigene Arbeitssituation, den Chef, die Wohnung, das Auto, die finanzielle Situation oder die Lage der Welt an sich betreffen.

Übung

  1. Bitte notieren Sie, mit welchen Dingen in Ihrem Leben Sie nicht zufrieden sind.
  2. Teilen Sie diese Umstände ein in:
    - Kann oder möchte ich momentan nicht verändern und
    - kann und will ich verändern.

Akzeptanz von Lebenselementen, gegen die ich derzeitig nichts tun kann oder die eine kraftraubende Veränderung nicht wert erscheinen, fördert meine Lebenszufriedenheit. Daneben gibt es aber Umstände, dir wir nicht akzeptieren sollten. Hier stellt sich dann das aktive Herangehen als die bessere Entscheidung dar. (Erfolgversprechende Werkzeuge zur Erreichung von Zielen finden Sie in unserer Kategorie "Erfolge erreichen".)

Machen wir nun mit den ungünstigen Rahmenbedingungen unseres Daseins weiter, die wir zurzeit nicht verändern möchten oder wir uns dazu nicht in der Lage sehen.

Beantworten Sie bitte die folgende Frage:

  • Was bringt es mir, mit diesen Umständen zu hadern? Könnte ich etwas Positives darin finden, mental unter diesen Lebensbedingungen zu leiden, sie nochmal und nochmal im Kopf hin und her zu wälzen?

Wir gehen davon aus, bei diesem Punkt bleibt der Zettel leer. Falls Ihnen doch Gründe einfallen sollten, sind wir gespannt, was Sie uns mitteilen. Unten finden Sie einen Link zum entsprechenden Forumsbeitrag.

Schreiten wir weiter:

  • Spüren Sie nach: Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie ab sofort diese Umstände vollständig akzeptieren? Wenn Sie sich in Gedanken nicht mehr damit beschäftigen? Falls die innere Abwehr hierbei nicht vorhanden wäre? Schreiben Sie auf, welche Folgen das auf Ihre Stimmung hätte.

Fühlen Sie hier eine Erleichterung? Als ob Ihnen eine Last von den Schultern genommen wird?

Wenn Sie etwas tiefer bohren, verstärken Sie die Akzeptanz:

  • Haben die widrigen Umstände auch Vorteile? Bitte schriftlich festhalten.

Wenn Sie sich zu jedem Punkt Ihrer Liste der ungewollten Lebensumstände das Gegenteil vorstellen:

  • Hätten diese Alternativen ebenfalls Nachteile?

Diese Übung können Sie bei allen belastenden Umständen durchführen. Akzeptanz kann Ihr Königsweg zur Erleichterung sein. Häufig tritt sogar das Phänomen ein, dass auch der Wunsch nach Veränderung verschwindet.

Friedrich Oetinger drückt es folgendermaßen aus:
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Hiebei wird auch klar, dass Akzeptanz kein Aufgeben darstellt. Im Gegenteil, Sie handeln aktiv aus ureigenem Interesse. Deutlich wird es besonders am Hadern mit dem eigenen Tod. Sehen Sie dafür einen positiven Grund? Es kostet nur Kraft und verhagelt Ihnen die Stimmung. Es wirkt befreiend, den Tod zu akzeptieren und sich auf die Zeit seines Lebens zu konzentrieren.

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Akzeptanz-_und_Commitmenttherapie
Wie erleben Sie Akzeptanz in Ihrem Leben? Sehen Sie Stolpersteine bei den vorgeschlagenen Übungen? Beteiligen Sie uns an Ihren Erfahrungen.

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Kommentare  

Ulrike Ferrante
#1 Ulrike Ferrante 2013-12-08 04:24
Danke, danke, danke!
Es sind Dinge, die ich schon kenne, aber Schritt für Schritt wächst die offenheit sie in die Tat umzusetzen. Alles braucht tatsächlich seine, in diesem Fall meine Zeit.
Ich liebe es, wenn wir Menschen uns gegenseitig helfen und unterstützen und nicht an Geldverdienen alleine denken.
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