Gründen mit KreativitätSorgfältige Analysen von Märkten, Kunden, Produkten und Kommunikationsstrategien sind mittlerweile obligatorischer Bestandteile jedes Geschäftsplans. Ziel ist dabei, Risiken und Unsicherheiten der Gründung soweit wie möglich zu reduzieren. Leider scheint die Quote scheiternder Gründungen sich von dieser gestiegenen Professionalität kaum beeindrucken zu lassen. Woran mag das liegen?

Betrachten wir den Prozess der Gründung und der Entwicklung des Geschäftsplans, finden wir oft dieses Muster vor: Startpunkt der Unternehmung ist eine Geschäftsidee, meist vorhergegangen von der Absicht ein Unternehmen zu gründen. Manchmal wird die Gründungsabsicht auch „getriggert“ durch eine Gründungsidee.

Im nächsten Schritt wird der Geschäftsplan entwickelt. Dieser soll die visionäre Idee mit Daten und Fakten unterstützen.  Da die künftigen Gründer ihrer Gründungsidee oft emotional sehr verbunden sind („Mein/Unser Baby!“) werden Daten und Fakten gesucht und erarbeitet, welche die getroffenen Annahmen idealerweise bestätigen. Gelingt das nicht, sind die Gründer enttäuscht und gehen – im schlimmsten Fall – auf die Suche nach „besser passenden“ Daten und Fakten.

Das erinnert an einen Unternehmer, der analytische Geräte zur Beobachtung und Aufzeichnung der Luftqualität herstellt. Er wurde von einer Umweltbehörde (nicht in Europa) aufgefordert, die dort eben installierten Geräte nachzubessern. Reklamationsgrund: die durch die Geräte gemessenen Luftverschmutzungswerte lagen ständig über den dort zulässigen Höchstwerten.  

Eine bessere Herangehensweise ist zu versuchen, die wichtigsten Annahmen der Geschäftsidee systematisch zu widerlegen. Zum Beispiel würde man versuchen, die Geschäftsplan-Annahme zu widerlegen, dass weniger als 20% der Abonnenten nach der ersten Abo-Laufzeit das Abonnement kündigen werden. Es werden also Gründe gesucht, die für eine höhere Kündigungsquote sprechen. (z. B.: viele Kunden sind kostenbewusst, gut organisiert, wechseln zu alternativem Anbieter ...), statt nur Gründe, die für eine geringe Kündigungsquote sprechen (Kunden mögen das Angebot, vergessen zu kündigen ...). Erfolg ist, wenn es gelingt, die Idee „abzuschießen“.

Kann ein Gründer, der von seiner Idee fasziniert ist, sich diese Einstellung zu eigen machen? Denkt er oder sie in Ruhe darüber nach, ist diese Position (Ankläger statt Verteidiger!) durchaus attraktiv. Gelingt die Widerlegung, rechtfertigt das sogar eine Feier. Schließlich hat man eben vermieden, einen eventuell folgenschweren Fehler zu begehen.

Wie können wir nun aber dafür sorgen, dass das Ziel der Unternehmensgründung durch den kritischen Ansatz nicht in weitere Ferne rückt? Die Antwort ist: Durch den Einsatz von Kreativität, beziehungsweise Kreativitätstechniken. Dabei nutzt Gründer oder Gründerin die ursprüngliche Gründungsidee, um auf deren Grundlage ein Sortiment von attraktiven Varianten derselben zu entwickeln. Das hat so zwei wesentliche Vorteile.

Erstens werden wir sehr wahrscheinlich eine Variante finden, die bereits robuster, logischer und attraktiver ist, als das Ausgangskonzept. Zweitens geben uns die Varianten eine Menge Material, mit der die im Prozess gefundenen Schwachpunkte der Gründungsidee repariert werden können.

Welche Kreativitätstechniken eignen sich am besten dafür? Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze. Der erste besteht in den sogenannten „schwachen“ Methoden, wie Brainstorming, Brainwriting, 6-3-5 etc.. Bei diesen Methoden geht man vom Ursprungskonzept aus und fragt einige „Experten“, wie man dieses sinnvoll variieren kann.

Der andere Weg sind methodisch „starke“ Kreativitätstechniken, wie die ASIT®-Methode oder TRIZ. Hier gibt die Methode durch ihr, quasi eingebautes, Expertenwissen bestimmte Grobmodifikationen vor, die anschließend überprüft und eventuell verfeinert und ausgearbeitet werden. Besonders die ASIT-Methode ist – im Vergleich zu TRIZ – relativ einfach zu erlernen und anzuwenden. Sie hat auch den Vorteil, dass sie systematisch zu Varianten hinsteuert, die hohen Nutzwert der erzeugten Konzepte mit größtmöglicher Einfachheit (Simplizität) verbinden.

Bei den schwachen Methoden genügt es, sich eine kurze Anleitung durchzulesen, um sie nutzen zu können. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass ihre Anwendung in aller Regel nicht zu wirklich neuen, originellen und originalen Konzeptideen führt. Vielmehr werden im Ergebnis bekannte und offensichtliche Konzepte abgerufen.Die wesentlich besseren Ergebnisse sind bei Anwendung methodisch starker Kreativitätstechniken zu erwarten. Dafür wird mindestens ein in der anzuwendenden Methode geschulter und routinierter Teilnehmer benötigt. Die ASIT-Methode lässt sich gut in zweitägigen Training-Workshops erlernen und ist für Gründung und Geschäftsentwicklung ein wertvolles Handwerkszeug. In allen Phasen der Geschäftsentwicklung lassen sich damit innovative Produkt-, Preis- oder Prozesskonzepte systematisch entwickeln. Mehr Informationen zu diesen Methoden finden sich auf www.solidcreativity.de.

* ASIT ist eine registrierte Marke von SolidCreativity EURL

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