Wer ein Unternehmen gründet, sollte gut rechnenEines haben die meisten Startups gemeinsam: Grandiose Ideen stehen geringen finanziellen Möglichkeiten gegenüber. So wird ein Startup (per Definition ein kürzlich gegründetes Unternehmen) für die Gründer oft zum Abenteuer.

Startups sind Neugründungen mit Innovationsgeist und Kreativität. Und genau diese Tatsache gibt ihnen so viel Potential – denn ebenso innovativ wie sie sind, können sie auch überdurchschnittlich schnell wachsen. So wird Innovationsgeist und Engagement zu den Grundzutaten eines erfolgreichen Startup-Unternehmens. Neben dem nötigen Startkapitel können die folgenden fünf Aspekte helfen, um erfolgreich durchzustarten.

1.) Aus der Idee wird ein Produkt

Eine Idee reicht nicht aus, ist aber ein sehr guter Einstieg, um ein Startup zu gründen. Mit diesem ersten Kick off muss nun gearbeitet werden. Zunächst muss das Produkt, die Dienstleistung oder schlicht die Idee konkretisiert werden. Dabei ist Abschauen ausnahmsweise erlaubt, denn nun gilt es, Wettbewerbs- und Marktanalysen, Vermarktungsstrategien und Kalkulationen zu sammeln. Daraus formt sich nach eingehender Abwägung ein Konstrukt um das Produkt, das folgende Kernfragen beantworten kann:

  1. Wie groß ist der Wettbewerb?
  2. Wie kann sich das eigene Produkt / die eigene Dienstleistung vom Markt abheben?
  3. Was ist der sogenannte USP, der Unique Selling Point, der das Produkt erfolgreich werden lässt?
  4. Welche Produktionskosten sind einzukalkulieren?
  5. Welcher Verkaufspreis ist marktüblich?
  6. Welche Gewinnspanne kann erreicht werden?

Praxisbeispiel: Wer sich im Gastronomie-Bereich selbstständig machen möchte, braucht eine zündende Idee, denn die Branche ist hart umkämpft. Ziel ist es, eine Nische zu finden. Ein Beispiel könnte sein, nicht ein x-beliebiges Catering-Unternehmen zu eröffnen, sondern eines, welches sich auf die Ausrichtung von Kinderpartys spezialisiert hat.

2.) Mit Businessplan auf Kapitalsuche

Dass das Kapital von innovativen Gründern oft marginal ist, wurde bereits eingangs erwähnt, umso wichtiger ist es, die unter Punkt 1.) gelisteten Fragen zu beantworten und zu einem Businessplan reifen zu lassen, welche mit Hilfe einer Checkliste vereinfacht wird (siehe hier). Neben diesen sechs Fragen, sind im Businessplan die folgenden Informationen gefragt:

  1. Wer ist die Zielgruppe?
  2. Wie groß ist das Potential der Zielgruppe?
  3. Welche Marketingstrategie passt zum Produkt, zur Zielgruppe und zum Startup?
  4. Welchen Geschäfts-Standort und welchen Geschäftsradius wählt der Gründer?
  5. Welche Fähigkeiten bringt der Gründer selbst mit?
  6. Welche Kenntnisse muss er gegebenenfalls „einkaufen“?
  7. Welche Chancen und Risiken ergeben sich?
  8. Welcher Zeitplan liegt dem Startup zugrunde?

Neben dem Kapital, was seitens Investoren eingebracht werden kann, gibt es auch die Möglichkeit, Förderungen zu beantragen.

Praxisbeispiel: Zurück zum eingangs gewählten Gastronomie-Beispiel. Ein Catering-Service speziell für Kindergeburtstage soll es also sein. Sinnvoll ist sicherlich, wenn der Gründer selbst eine Aus- und vielleicht sogar Weiterbildung im Gastronomiebereich hat. Spannend wird die Suche nach geeigneten Kanälen sein, um die kulinarischen Kinderevents zu bewerben. Tipp: Es gibt Informationsbroschüren, die speziell in Kindergärten und an Grundschulen verteilt werden. An dieser Stelle sind die Streuverluste vergleichsweise gering.

3.) Das Startup bekommt ein Gesicht

Der Name der Firma muss bereits vor der Gründung feststehen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Name nicht bereits existiert oder von einem anderen Betrieb geführt wird. Auch bei der Erstellung etwaiger Logos sind Markenschutzrechte zu beachten. Idealerweise sichern sich Gründer bereits mit Festlegung des Firmennamens die entsprechende Internetdomain und die Namen in allen relevanten Social-Media-Kanälen. Geschäftsdrucksachen werden erstellt und das Starter-Paket an Werbematerialien wird angeschafft.

Praxisbeispiel: Das Logo des Kinderevent-Caterings muss ganz klar bunt sein und die Themen Kinderevent und kindgerechtes Catering vereinen. Auch bei der Festlegung des Firmennamens sollte die Nische klar betitelt werden, allerdings darf er nicht einengen, sonst verwehrt sich das Startup-Unternehmen die Chance, später andere Kinderthemen mit ins Portfolio aufzunehmen.

4.) Unternehmensform, Verträge, Genehmigungen

Nun wird es bürokratisch, denn es steht die Wahl der Gesellschaftsform an, die auf folgender Seite nachgelesen werden können. Dabei gilt: Für jede Gesellschaftsform muss eine bestimmte Formularmappe beigebracht werden, um die Rechtsform des Startups beantragen zu können und den neuen Betrieb so auf rechtlich einwandfreie Beine zu stellen. Eine Faustregel sagt: GbR und Personengesellschaften sind vergleichsweise einfach zu gründen – KGs, UGs oder GmbHs brauchen in der Gründungsphase etwas länger. Je nach Produkt oder Dienstleistung sind nun verschiedene Verträge zu schließen – mit Lieferanten, Partnern, Mitarbeitern. Darüber hinaus sind Genehmigungen zu beantragen, die in der Regel branchenspezifisch sind und demnach beim jeweiligen Amt (Gewerbeaufsicht, Baumt, Gesundheitsamt) zu erhalten sind.

Praxisbeispiel: Der Vertrieb von Speisen und Getränken ist bundesweit nicht einheitlich geregelt, deswegen müssen Genehmigungen und Lizenzen auf Bundesland-Ebene eingeholt werden. Wenn kein Gastbetrieb angeboten wird, ist zunächst keine Erlaubnis zum Führen einer Gaststätte nötig.

5.) Investitionen vorab einkalkulieren

Nur die wenigsten Startups können allein mit ihrer guten Idee schon ein Geschäft stemmen, denn in der Regel braucht es dazu auch Geschäftsräume und die passende Einrichtung. Tipp: Um die finanziellen Belastungen im Rahmen zu halten, können Leasinggeräte eine mögliche Alternative sein. Besonders Kopiergeräte eignen sich dafür, denn besonders große, leistungsfähige Geräte sind in der Anschaffung vergleichsweise teuer. Um das Geschäft einzurichten, lassen sich die Wartezeiten auf Genehmigungen und Bescheide wie unter Punkt 4.) beschrieben gut nutzen.

Praxisbeispiel: Eine fertig eingerichtete Küche anzumieten, ist die eine Variante. Mehr Gestaltungsfreiheiten hat, wer sich seine künftige Catering-Stube selbst einrichten kann. Auch wenn ein Cateringunternehmen keine Gaststätte ist, wird das Startup-Unternehmen im Gastronomiebedarf fündig. Unter allpax.de lässt sich ein umfassendes Bild darüber feststellen, welche Gerätschaften und Einrichtungsmobiliar vonnöten und bereits zu Beginn sinnvoll sind. Die Anbieterwebseite gibt zudem darüber Aufschluss, welche Werkstoffe für welchen Bedarf geeignet wären. Aber auch weitere Anschaffungen sind zu tätigen, wie beispielsweise ein Fahrzeug für den Transport und natürlich auch etwaiger Bürobedarf.

Video-Ratgeber

Die beiden folgenden Videos ergänzen unsere obige Auflistung um weitere Aspekte. Wir wünschen dabei hilfreiche Aha-Effekte und für die eigene Gründung viel Erfolg!

 

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