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Kommunikation
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In der Weltgeschichte der Wörter war es eine Sensation, dass ein politisches Modewort öffentlich hingerichtet wurde: "Ich wende das Wort >Entspannung< nicht mehr an", sagte der amerikanische Präsident Ford am 2. März 1976. "Es ist nur ein Wort, das einmal geprägt wurde. Ich glaube nicht, dass es noch anwenbar ist."
Wie immer man Fords Motive werten mochte - einem Wort zu mißtrauen, war eine vorbildliche Tat, und seine Abschaffung als eine Äußerlichkeit abtun, die nichts verändere, hieße das Wesen der Sprache vollständig verkennen.
Denn Wörter verführen und attackieren uns: laut und erkennbar durch Befehl, Drohung, Hohn und Fluch, heimlich durch Sprachlenkung und Manipulation. So viele Wörter, so viele Vorurteile: ob der Finanzminister bei einer Inflationsrate von sechs Prozent die "Wahrung" der Stabilität verspricht oder wir ein Kind, das sich am Löwenzahn freut, mit der Wortkeule "Unkraut" auf Vertilgung programmieren.
"Ungeziefer"? Die Natur kennt nichts dergleichen; eine willkürlich umgrenzte Gruppe von Tieren benennen wir so, damit es uns leichter fällt, sie zu zertreten.
Wörter können Vorboten der Hinrichtung sei: Menschen sagten zu anderen Menschen "Barbaren", "Heiden", "Nigger", "Juden", "Kulaken" - und schlugen sie tot.
(Auszug aus dem Buch "Wörter machen Leute von Wolf Schneider) (NL 08.10.2007)
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