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Morgens würden Sie am liebsten eine halbe Stunde länger im Bett liegen bleiben, am Abend aber kommen Sie vor lauter Gedanken nicht in den Schlaf. Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie stehen damit nicht alleine da.

Dr. Andrew Weil, Mediziner aus Harvard, hat eine Atemübung entwickelt, die innerhalb von 60 Sekunden ins Reich der Träume führen soll. Wir haben die Technik für Sie getestet.

Die Atemtechnik

Die konkreten Anweisungen für das schnelle Einschlafen sind ganz einfach:

  • Nehmen Sie eine bequeme Schlafposition ein.
  • Die Zungenspitze berührt den Gaumen kurz vor den Schneidezähnen (und bleibt in dieser Position während der Übung).
  • Das Einatmen erfolgt durch die Nase, das Ausatmen durch den Mund. Letzteres durchaus mit einem sanften Geräusch, die Luft gleitet an der zum Gaumen gebogenen Zunge vorbei und die Backen dürfen aufgeblasen sein.
  • Atmen Sie zu Beginn vollständig aus.
  • Atmen Sie vier Sekunden ein.
  • Halten Sie die Luft sieben Sekunden an.
  • Atmen Sie für acht Sekunden aus.

Dieses Vorgehen wiederhole man 4 Mal, im ersten Monat des Übens nicht öfter. Dr. Weil betont, dass man die Technik täglich trainieren müsse, damit sie mit der Zeit ihre volle Wirkung entfalten kann. Es komme nicht auf die Intensität, sondern auf die Regelmäßigkeit an.

 

 

Nach acht Wochen sollte die Atemtechnik bei den meisten Menschen ein rasches Einschlafen ermöglichen. Dr. Weil beteuert:

"Ich verspreche Ihnen, die Resultate werden wundervoll sein."

Dr. Weil erläutert seine Technik im Video (auf Englisch):

 
 

 

Wie messe ich die Zeit?

Sie können einfach innerlich ruhig hochzählen. Es kommt nicht auf die konkrete Zeitdauer der Atemvorgänge an, sondern auf deren Verhältnis zueinander.

Nächtliche Ruhestörung

Die Übung soll auch ein Segen sein, wenn Sie nachts aufwachen und nicht wieder einschlafen können.

 

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Späterer Ausbau

Nach einem Monat könne man 8 Wiederholungen der 4-7-8 Technik durchführen, dies sei das Maximum.


Und – hat es geklappt?

Bei uns hat die Atemtechnik erstaunlich gut funktioniert. Was auch immer bei diesem Vorgehen die Ursache des schnellen Einschlafens ist – die Atemfrequenz, das Zählen oder die Konzentration auf den Atemvorgang – es hilft wirklich beim Einschlafen. Nicht immer, aber das wäre ja auch ein Wunder.

 

Ursachen meiner Einschlafschwierigkeiten

Einschlafprobleme können eine Vielzahl von Ursachen haben: Vom harmlosen "Zu-viel-Essen-vor-dem-Schlafen" bis zu belastenden persönlichen Problemen. Eine Einschlaftechnik kann diese Ursachen selten beheben. Eventuell sollten Sie diese gleich parallel angehen. Sie verfügen nun ja über mehr Energie, denn: Ausgeschlafen fällt uns alles leichter :-)

 

Weitere Einsatzmöglichkeiten der Technik

Dr. Weil sieht eine positive Wirkung der Technik auch in anderen Bereichen des Lebens:

  • Zorn: Etwas erzürnt Sie. Machen Sie zunächst diese Atemtechnik und reagieren Sie dann.
  • Sucht: Sie möchten sich etwas abgewöhnen (Schokolade, Zigaretten ...)? Wenn Sie ein verstärktes Drängen nach dem Suchtstoff spüren, machen Sie ebenfalls erst einmal die Atemtechnik.
  • Panik: Dr. Weil hat die Technik sogar erfolgreich bei Menschen mit Panikattacken eingesetzt (siehe dazu ein ausführlicheres Video).

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