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Vom Volltischler zum Leertischler Drucken E-Mail
Artikel - Selbstmanagement
ImageWer einen Schreibtisch täglich nutzt, dem möchte ich einige Hinweise geben wie man stressfreier und kreativer an ihm arbeiten kann.

Ich befürchte, dass einigen Lesern nun der Spruch vom Genie einfällt, der das Chaos überblickt und mich insgeheim in die "Schublade der Kleingeister steckt". Aber damit kann ich gut leben.

Am eigenen Tun und bei meinen Coachees und Kunden konnte ich immer wieder erfahren, dass der geordnete Schreibtisch zu mehr Übersicht, Ruhe und Kreativität führt. Natürlich gibt es auch Phasen, wo ein Schreibtisch etwas voller aussieht, aber das sollte eine Ausnahme sein.

Die folgenden Punkte möchte ich Ihnen empfehlen, wobei nur die konsequente und nachhaltige Umsetzung Früchte tragen wird.

1.) Erarbeiten Sie ein wirksames Ablagesystem

Wie legen Sie Ihre Korrespondenz, kopierte Artikel aus Zeitschriften und andere Unterlagen ab. Es gibt heute viele hervorragende und kostengünstige Ordner- und Ablagesysteme, die hier eine wertvoller Hilfe sind.

2.) Nutzen Sie Ablagemöglichkeiten konsequent

Das beste Ablagesystem nutzt wenig, wenn man es nur sporadisch einsetzt. Zwingen Sie sich am Anfang immer gleich abzulegen. Versuchen Sie wenigstens jeden Abend Ihre Unterlagen aufräumen bzw. Ihre Ablage zu beenden.

3.) EDV anstatt Papier

Häufig ist es sinnvoll zu überlegen, wie ich die EDV nutzen kann, um die Papierflut auf dem Schreibtisch und um ihn herum einzudämmen. Auf jeden Fall sollten Sie nicht mehr notwendige Ausdrucke entsorgen, wenn Sie diese auch in Ihrem Rechner gespeichert haben.

Aber seien Sie bitte auch hier ein Leertischler, denn ein schlecht organisierter Rechner wirkt sich auch nicht positiv auf Ihre Arbeit aus. Dies wäre ein eigener Artikel, deswegen nur die folgenden Merksätze:

- Klare Ordnerstruktur (z.B. im Explorer, Outlook, Notes)
- Nicht mehr als sieben Ordner auf einer Ebene
- Klare und durchgängige Bezeichnung der Dokumente
- Regelmäßig aufräumen und löschen
- Regelmäßiges sichern Ihrer Daten
 
4.) Unterteilen Sie Ihren Schreibtisch in Bereiche

Griffbereich: Alles, was Sie mehrmals täglich benötigen, sollte sich hier befinden. Ihr Locher, Stifte, Blöcke, Produktbroschüre, etc.

Sichtbereich: Alles, was Sie nur einmal täglich benötigen hat hier seinen Platz. Zum Beispiel Ihr Ordner für Kundenanfragen, Ihr Papier für den Drucker, Ihr Duden zum nachschlagen etc.

Aufstehbereich: Hier findet alles andere seinen Platz.

Papierkorb: Alle unwichtigen, doppelten, veralteten und nicht mehr benötigten Unterlagen, Papiere und Kopien finden hier ein gutes Zuhause.

5.) Kleinvieh macht Mist

Normalerweise braucht man nur einen Schreiber, einen Block oder einen Kalender zurzeit. Trotzdem finden sich häufig Gegenstände doppelt und dreifach auf dem Schreibtisch. Auch viele Kleinigkeiten schaffen es Ihren Schreibtisch zu füllen. Schaffen Sie Platz für Ihre kreative, konzentrierte und übersichtliche Arbeit.

6.) Der Schreibtisch für Täter

Machen Sie aus Ihrem Schreibtisch einen Ort, an dem Sie sich gut zurechtfinden und gerne sitzen. Kreativität lässt sich besser durch Anregung und klare Gedanken fördern als durch Unordnung. Nutzen Sie anregende Bilder oder Kunstgegenstände, Zeitschriften, Bücher etc.

7.) Fangen Sie heute an und halten Sie 14 Tage durch

Sie werden die Auswirkungen Ihres leeren Schreibtisches vielleicht nicht sofort spüren. Geben Sie sich etwas Zeit, aber bleiben Sie "am Ball". Was in Monaten und Jahren an Gewohnheiten entstanden sind, lässt sich selten "per Knopfdruck" ändern. Es gehört Disziplin und Ausdauer dazu, das eigene Selbstmanagement zu verbessern.

Ich wünsche Ihnen viel Energie, gute Ideen und große Schritte auf dem Weg zu Ihren persönlichen Zielen an Ihrem "neuen" aufgeräumten Schreibtisch.

Ordnung, Präzision, Geschwindigkeit sind Eigenschaften, von denen ich täglich etwas zu erwerben suche.

(Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 - 1832)

Auf Ihre Fragen oder über ein Feedback freue ich.
Autor: Michael Behn
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» 4 Kommentare
1Kommentar
am Montag, 09 Juli 2007 15:18von Dawid Kulesz
Zu Punkt 3: "Nicht mehr als sieben Ordner auf einer Ebene" - das habe ich schonmal wo anders gehört, halte ich aber für ziemlichen Nonsense. Je weniger ordner auf einer ebene, desto mehr ebenen - und einen überblick über die verschiedenen ebenen einzuhalten ist deutlich schwieriger als den über die ordner selbst. Ich halte teilweise 50 ordner für völlig unproblematisch, wobei das auch vom inhalt abhängt.
2Kommentar
am Dienstag, 10 Juli 2007 18:57von martina milicic
Toll, mal sehen, ob ich das durchhalte und ob es ein zeitgewinn bringt.111
3"Ordnung im Rechner"
am Mittwoch, 11 Juli 2007 10:43von Ernst
Im Rechner ist durchaus auch einen "chaotische Ablage" in wenigen Ordnern sinnvoll, sofern man über entsprechende Suchsoftware - beispielsweise Google Desktop - verfügt. Im Internet ist schließlich auch alles "auf einer Ebene" und man findet sehr rasch. Bei hirarschischer Ablage muß oft an verschiedenen Stellen gesucht werden, weil die Zuordnung nicht immer eindeutig ist.
4"Ausprobieren"
am Samstag, 29 August 2009 14:42von Tobias
Mein Schreibtisch sah immer aus als hätte eine Bombe eingeschlagen und ich dachte wohl auch es würde nach Arbeit aussehen und es brauchen. 
 
Probiert das mit dem Leertischler mal aus. 
 
Mir hat es jedenfalls geholfen. 
 
gruß 
 
Tobi
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