Wer eine persönliche Vision hat, den kann kaum etwas aufhalten. Ein Bild in der Zukunft, das uns bewegt und fast magisch anzieht. Ein Zustand, der einen Sog auf uns auslöst, aber auch auf andere. 

Wer sie kennt, kann leichter entscheiden und wird mehr agieren als ständig nur zu reagieren.

 
 

Beispiele für Visionen finden Sie in den Beiträgen: Vision und Eine Vision? Du Tagträumer!

Wie schreibt der Kirchenlehrer Augustinus so treffend: "In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst." Somit ist die Vision auch etwas, mit dem wir andere in eine Richtung bewegen. Die Geschichte und Gegenwart zeigt aber auch, dass Visionen missbraucht wurden und werden, um Verbrechen gegen die Menschheit zu begehen.

Definition: Das deutsche Wort "Vision" kommt vom Lateinischen "videre = sehen" bzw. "visio = Schau". Die Vision ist eine wirklichkeitsnahe Vorstellung der gewünschten Zukunft.

 

Wie entwickle ich eine Vision?

Aber wieder zurück zur positiven Vision - zur persönlichen Vision. Wie können wir so eine Vision finden bzw. sie entwickeln? Ideen lassen sich nicht erzwingen, aber wer sich für sie wach und bereit hält, dem kann die Idee für eine Vision natürlich an jedem Ort begegnen.

Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen.

Erich Fromm

 

Wer es einmal systematisch probieren möchte, dem möchte ich folgende Vorgehensweise ans Herz legen:


Die Visionsübung

Kraftort aufsuchen

Suchen Sie einen Ort in der Natur auf, der Ihnen viel Kraft gibt. Ein Steg am See, eine Bank im Wald mit Blick ins Tal, ein Findling … Diesen Ort suchen Sie nun regelmäßig auf und nehmen Sie bitte etwas zum Schreiben mit.

Beispiel: Mein Kraftort ist eine uralte Eiche. Sie bietet verschiedene Sitzmöglichkeiten, sogar Schutz vor Regen und verschiedene Aussichten.

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Zeitreisen unternehmen

An Ihrem Kraftort reisen Sie nun in die Zukunft. Da grade am Anfang immer wieder andere Gedanken diese Reise stören, empfehle ich folgende Vorgehensweise:

Sie sitzen an ihrem Kraftort und schließen die Augen. Nun atmen Sie tief in den Bauch hinein, dass der Bauch nach außen geht, wenn Sie einatmen und der Bauch geht wieder nach innen zurück, wenn Sie ausatmen. Diese Form des Atmens wird Zwerchfellatmung genannt und versorgt den Körper mit viel Energie.

Nun zählen Sie Ihre Atemzüge von 10 bis 0 herunter. Erster Atemzug 10, zweiter 9, dann 8 …

Konzentrieren Sie sich auf die Atmung und auf das Zählen. Sobald ein anderer Gedanke kommt, außer an Ihre Reise in die Zukunft, fangen Sie bitte wieder bei 10 an.

Mit etwas Übung wird es Ihnen gelingen, Sie werden ruhiger und später erkennen, wie erholsam diese Übung ist.

Wenn Sie bei 0 angelangt sind, reisen Sie in die Zukunft. Starten Sie mit Fragen wie:

  • Was würde ich gerne sehen?
  • Was würde ich gerne tun?
  • Wie soll es sich anfühlen?

Versuchen Sie hierzu Bilder entstehen zu lassen. Es kann sein, dass es nicht gleich funktioniert. Das ist aber nicht entscheidend. Wichtig ist, dass Sie es mehrere Male probieren.

Synonme zum Wort Vision: Halluzination, Offenbarung, Geisterbild, Butterland, Erscheinung, Vorstellung, Vorbild, Ideal, Utopie, Zukunftsbild, Imagination

 

 

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Notizen machen

Sobald Sie Ihre Reise beenden, notieren Sie bitte alles, was Ihnen bei Ihrer Reise begegnet ist. Schreiben Sie auf, was Sie gesehen haben, was Sie gefühlt, gerochen oder gehört haben.

Lassen Sie den Stift tanzen bis Ihnen nichts mehr einfällt. 

Herr, gib mir eine Vision: Hilf mir erkennen, was heute meine Aufgabe ist. Welche Grenze soll ich dazu überschreiten?

Henry David Thoreau

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Mehrmals reisen

Diese Reisen sollten Sie mindesten 5- bis 6-mal machen, um Ihren Weg der Reise zu entwickeln und für sich die besten Fragen zu entwickeln.

Alternative Fragen könnten sein:

  • Was begeistert mich?
  • Was würde mich glücklich machen?
  • Wie will ich arbeiten?
  • Wie entwickle ich mein Produkt weiter?
  • Welche Dienstleistung möchte ich anbieten?

Der Sioux John "Fire" Lame Deer über: "Sich für Visionen öffnen".

 

 

 

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Vision formulieren

Nach der fünften Reise haben Sie bereits einiges notiert. Bitte prüfen Sie, ob Sie daraus bereits eine Vision formulieren können. Schreiben Sie keinen Aufsatz. Ihre Vision sollte kurz und knapp beschreiben, was Sie in der Zukunft sehen möchten. 3 bis 5 Sätze sollten dazu völlig ausreichen.

Wenn es noch nicht möglich ist, dann starten Sie einfach mit der Formulierung und versuchen auf der nächsten Reise in die Zukunft das Bild zu komplettieren. Eine entsprechende Frage für die Reise wird Ihnen einfallen.

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.

Antoine de Saint-Exupery

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Vision prüfen

Sollte es Ihnen möglich sein, eine persönliche Vision zu formulieren, dann lesen Sie die Vision laut vor. Es sollte ein Bild beim Lesen entstehen, das Sie bewegt. Löst bereits das Lesen der Vision Motivation aus und lässt Ihr Herz ein wenig höher schlagen, dann haben Sie eine persönliche Vision gefunden.

Probieren Sie diese Visionsübung unbedingt einmal aus. Es ist eine spannende Reise, für die niemand Urlaub nehmen muss. Eine Reise, die erholsam ist und Sie eventuell mit einer starken persönlichen Vision zurückkommen lässt.

 

Weiteres zum Thema Visionen, Ziele und Motivation finden Sie in den blueprints-Kursen und Büchern.

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