andere nicht ändern wollen

Jack reibt seine müden Augen und greift zur Flasche.

"Sie will nicht kapieren, dass sie endlich lernen muss, an sich zu arbeiten. Sie versteht nicht, dass sie das endlich ändern muss. Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen", frotzelt Jack und schenkt seinem Kumpel das Glas voll.

"Ja, aber ohne Frauen wäre das Leben recht trist ..."

Ausschnitt einer Dialogsequenz, die so oder ähnlich täglich abläuft.

Ob Frau und Frau, Mann und Frau, Mann und Mann - Konflikte sind eine natürliche Beigabe zu Partnerschaften. Wie wir sie lösen und ob wir versuchen den Partner zu verändern, zu erziehen oder nach unseren Wünschen zu formen, macht den Unterschied.

 
 

Anstatt bei uns anzufangen, den eigenen Anteil zu erkennen oder als Beispiel voranzuschreiten und an uns zu arbeiten, kritteln wir an unserem Partner herum. Das ist ja auch einfacher (meinen wir), notwendiger (wissen wir) und nur gut gemeint (glauben wir).

Häufig ist jedoch der Lohn nur Undank. Unser Partner wird sauer, er hält uns unseren Eigenanteil vor, er bittet das eine oder andere erst einmal an uns selbst zu verändern.

Wird dieser Kreislauf nicht durchbrochen, wachsen die grauen Haare schneller, und wenn wir nicht aufpassen, ist eines Tages die Wohnung leer.

In einer Studie der Universität Auckland in Neuseeland konfrontierte man 160 Erwachsene aus langfristigen Paarbeziehungen mit einer Liste von Fragen. Ein Ergebnis war, dass das Schlimmste für die Beziehung der Versuch ist, den Partner zu verändern. Besonders förderlich für die Beziehung sind Bemühungen, an sich selbst zu arbeiten.

Deswegen ist unser Rat auch eben dieser: Arbeiten Sie an sich selber. So reifen wir nicht nur immer mehr zu einer starken, unabhängigen, ausgeglichenen Persönlichkeit, sondern nehmen den anderen wahrscheinlich auf diesem Weg mit. Sollte das nicht funktionieren, stellt sich irgendwann die Frage, ob es der richtige Partner ist. Aber bis dahin haben wir noch ein wenig Arbeit und Erkenntnisse vor uns.
Wie schön wäre die Welt, wenn jeder die Hälfte von dem täte, was er von anderen verlangt. (Curt Götz, deutscher Schriftsteller und Schauspieler, 1888 - 1960)

Sie sind auf dem besten Weg, denn Sie lesen diesen Beitrag. Sie haben also den Wunsch etwas zu ändern, den Wunsch an sich zu arbeiten - ein Weg, auf dem wir Sie gerne begleiten.

Kleiner Workshop

Was würden Sie an sich selber ändern, wenn Sie Ihr Partner wären?

Fangen Sie mit der Beantwortung dieser Frage an und starten Sie bei sich. Sie werden bemerken, dass das der konfiktfreiere und auf Dauer erfolgreichere Weg ist - wenn auch manchmal mühsam und ein bisschen schmerzvoll.

Welche Erfahrungen machten Sie mit diesem Dauerbrenner in Beziehungen? Was sind Ihre Ideen, Anekdoten und Anregungen? Wir freuen uns über Ihren Beitrag in der Diskussion.

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Kommentare  

Shaly
#1 Shaly 2013-08-16 10:28
Oh - das oben geschilderte Problem kenne ich gut. Es ist gar nicht so einfach, den anderen nicht ändern zu wollen. Auch die Grenze zwischen berechtigter Rücksichtnahme und zu weit gehenden Forderungen ist nicht immer leicht zu erkennen!
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webok
#2 webok 2013-08-16 10:28
Ich habe mal einen schönen Spruch gelesen:
"Liebe ist die Freude an der gegenseitigen Unvollkommenheit."

Das beinhaltet ja, dass man den anderen nicht ändern will.
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