Sie kommen dem Ziel, bessere Beziehungen zu leben, einen großen Schritt näher, wenn Sie die Beweggründe Ihrer Mitmenschen, Freunde und Arbeitskollegen verstehen.

Das Problem: Allzu oft meinen wir zu wissen, warum eine Person sich so und so verhält. Und irren uns.

Die neue Kollegin betritt zusammen mit dem Chef Ihr Büro. "Guten Morgen, ich möchte Ihnen die Kollegin Frau Eingemach vorstellen. Sie wird sich ab jetzt um den Einkauf im Bereich IT kümmern."

 
 

Erwartungsvoll stehen Sie auf und lächeln Frau Eingemach zu. Doch Frau Eingemach zeigt sich reserviert, ihre Lippen scheinen zusammengefroren, der Händedruck ist schwach.

Allzu leicht kommen dann Gedanken in uns hoch wie: "Die hält sich wohl für etwas Besseres" oder "ich scheine ihr nicht sonderlich sympathisch zu sein".

Jedoch in Wahrheit ist Frau Eingemach hypernervös oder ihr Mann hat gestern Abend mit ihr gestritten oder sie konnte die ganze Nacht nicht schlafen oder ...

Unser Gehirn neigt dazu, Erklärungen für Verhalten zu suchen. Und wählt dabei den kürzesten Weg. Dieser liegt meist darin, das Verhalten des anderen in der eigenen Person zu begründen. Dabei übersehen wir, dass Menschen nicht in einem sozialen Vakuum leben, ihr Verhalten von einer Vielzahl von Umständen beeinflusst wird.

Ein besseres Verstehen der Beweggründe des anderen erreichen wir zum Beispiel durch Achtsamkeit. Schaut Frau Eingemach eventuell schon die ganze Zeit angespannt zu Boden? Wir erkennen frühzeitig: Die Dame ist heute scheinbar nicht so gut drauf.

Oder wir fragen nach. Auf diese Weise klären sich die meisten Missverständnisse. Doch manchmal wissen Menschen nicht, warum sie so wirken wie sie wirken oder wollen die Gründe nicht preisgeben.

Es lohnt der Weg, sich um die Aufdeckung der wahren Beweggründe des anderen zu bemühen. Meist stellen Menschen sich dann als harmloser, liebevoller oder interessanter dar, als es unserer ersten Interpretation entsprach.

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Kommentare  

wietel
#1 wietel 2013-08-16 10:27
Die deutsche Sprache ist erstaunlich genau. Schnelle Vor-Urteile (kürzester Weg)helfen nicht. Besser dabei schon die Achtsamkeit, die den Gegenüber ganzheitlich wahrnimmt. Und treten dennoch Mißverständniss e auf, hilft eine warmherzige Offenheit mit der Nachfrage zur eigenen Wahrnehmung. Das beseitigt nicht nur das Mißverständnis oder bestätigt den ersten Eindruck. Im positiven Fall erzeugt es auch noch Dankbarkeit und Vertrauen beim Gegenüber.
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Thorsten Abramowicz
#2 Thorsten Abramowicz 2014-09-12 06:16
Hallo Herr Behn, da stimme ich Ihnen zu. Ich verstehe darunter immer die Annahme über einer Sache die man nicht genau weiß oder wissen kann.
Ich persönliche Vergleiche das immer mit einem Schiff auf Wasser. Wir sehen eigentlich immer nur das was auf dem Wasser schwimmt, dass Schiff oberhalb der Wasseroberfläch e. Der wirkliche wahre Grund ( hier im Beispiel die neue Kollegin) liegt doch unter der Wasseroberfläch e, und genau in diesen Moment "tauche " ich ab und schaue tiefer. Denn dort liegt der wirkliche Grund.
Beste Grüße
Thorsten Abramowicz
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Michael Behn
#3 Michael Behn 2014-09-13 08:44
Danke für Ihr Feedback. Der Vergleich gefällt mir sehr gut, Herr Abramowicz. Es ist immer wieder spannend, was wir erfahren, wenn wir "abtauchen".
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