mach es nicht allen recht

Versuchen Sie bitte nicht, es allen recht zu machen. Sie werden scheitern. Franz-Josef Strauß formulierte einst so treffend: "Everybody's Darling is Everybody's Depp". 

Menschen, die es allen recht machen möchten, haben einen schweren Stand, denn das ist nicht möglich und raubt viel Energie. Außerdem führt dieses Verhalten häufig zu dem, was der Handelnde gerade nicht will. Lesen Sie hier, warum es quasi eine Falle ist. 

Ein Beispiel aus dem Privaten

Es gibt zum Mittag Kartoffelbrei. Nur für Hannes gibt es die Extraportion Kroketten, weil er Kartoffelbrei nicht ganz so gerne mag. (Er ist nicht allergisch oder ihm wird schlecht, wenn er ihn isst ...). Die Köchin (mit ihm verwandt) möchte es allen recht machen. Sie kann nicht Nein sagen.

Nun wird die Köchin noch länger in der Küche stehen als üblich. Andere hätten auch mit Vergnügen Kroketten gegessen, sagen aber nichts. (Sie hat doch schon genug zu tun!)

Der Krokettenesser ist glücklich - der Rest der Gruppe ist verärgert. Häufig sind die mit den Extrawünschen auch noch diejenigen, die vergessen "Danke" zu sagen. 

Ein Beispiel aus meinem Leben

Als ich meine Trainerlaufbahn begann, wurde mir genau dieser Glaubenssatz immer wieder zum Verhängnis und raubte extrem viel Energie. Ich versuchte, es allen recht zu machen und litt darunter, wenn mir Teilnehmer zeigten, dass ihnen Sequenzen im Seminar oder Inhalte nicht gefielen. Dies zeigten sie zumeist körpersprachlich oder durch Nebengespräche. Wenn ich es bemerkte, versuchte ich sie wieder zu integrieren, es ihnen recht zu machen. Das gelang manchmal. Was aber häufiger passierte war, dass der Rest der Teilnehmer unzufriedener wurde, weil ich es einzelnen recht machte. Ein energieraubender Teufelskreislauf entstand. Ich musste mir etwas überlegen.

Der alternative Glaubenssatz 

Mein Glaubenssatz "Mach es allen recht" änderte ich in, "Es ist kaum möglich, es allen recht zu machen. Tue alles für die, die sich entwickeln wollen. Den anderen lässt du ihr Problem, achtest aber darauf, dass sie die Gruppe nicht stören". Klingt etwas sperrig, aber die Einstellung habe ich verinnerlicht und dies war für mich extrem hilfreich.

Machen Sie es auch sich recht

Wer allen gefallen möchte, wird zum Spielball derer, die so etwas ausnutzen. Es ist nicht sinnvoll, es allen recht machen zu wollen, denn häufig machen wir es dadurch den meisten eben nicht recht. Außerdem bleiben meist die dahinterliegenden Wünsche nach Harmonie und Anerkennung unerfüllt.

Akzeptieren Sie bitte, dass nicht allen alles gefallen kann, was Sie tun.

 

  • Nicht jedem gefällt das Essen auf Ihrer Party - na und?
  • Nicht alle finden Ihren Vortrag spitze - na und?
  • Nicht alle beurteilen Ihre Ziele und Ihr Verhalten als richtig - na und?
  • Nicht alle sind mit Ihrer Form der Kindeserziehung einverstanden - na und?

Machen Sie es so, wie es Ihren Zielen, Werten und Vorstellungen entspricht (siehe auch Werte) und berücksichtigen Sie die Menschen, die Ihnen wertvoll sind. Betrachten Sie Ihren Umgang mit der Ablehnung oder Kritik einzelner als persönliches Training zu mehr Selbstbewusstsein. Oder entwickeln Sie einen für Sie passenderen Glaubenssatz.

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