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Was sind meine Glaubenssätze? Erkennen und verändern in 3 Schritten

Glaubenssätze – was ist das eigentlich? Glaubenssätze sind Annahmen über uns und darüber, wie die Welt um uns herum abläuft. Sie leiten uns an wie wir uns am besten in der Welt "bewegen".

Glaubenssätze entwickeln sich durch Erziehung, Übernahme von anderen, durch Vorbilder und sonstigen Einflüssen des persönlichen Umfeldes

Damit ein Glaubenssatz nicht zur Erfolgshandbremse wird sollten wir sie immer wieder prüfen. Positive und wertvolle Glaubenssätze hingegen motivieren, bereichern unser Leben und das unserer Mitmenschen. Bessere Laune machen sie ohnehin.

Wer sein Leben selbstbestimmter und vielleicht auch etwas erfolgreicher und glücklicher führen möchte, sollte sich seiner Glaubenssätze bewusst sein. Alternativ sind wir Marionetten unserer Erziehung, der aktuellen Kultur und nicht zuletzt blinde Schafe, die den Einflüsterungen der Werbung folgen.

So erkennen und verändern Sie Ihre Glaubenssätze 3 Schritten:

 
 

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Wie Glaubenssätze entstehen

Oft ist uns ihre Herkunft nicht mehr bewusst. Wir wissen nicht, aus welchem Grund sie einst für uns dienlich waren.

Das Gute ist: Wir sind in der Lage, über sie in (einem gewissen Rahmen) eigenständig zu bestimmen und zu verändern.

 

Beispiele für Glaubenssätze: der Hubert

Hubert tat immer etwas. Er war ständig in Bewegung. Der Schreibtisch quoll stets über, er schien fortwährend auf der Flucht.

Eines Tages forderte das Tempo seinen Tribut. Mit Anfang 30 erwischte ihn der Burn-out. Was würden die anderen sagen? Er hatte versagt. Und zwar auf ganzer Linie. Das waren jedenfalls seine Gedanken, die zeigen, wohin die Spirale zu vieler Aufgaben, Projekte und Ziele führen kann. "Ich muss hart, lange und viel arbeiten, damit ich es im Leben zu etwas bringe ..."

 

Diese Art von Glaubenssatz ist weit verbreitet. Das Problem daran ist, dass "hart, lange und viel arbeiten" zeitweise sicher machbar ist, aber auf Dauer zu schwerwiegenden Problemen führt. Der Bewegung muss die Ruhe folgen, denn wer keine Pause macht "brennt aus".

Außerdem ist "hart arbeiten" zuweilen ein Zeichen dafür, dass nicht intelligent gearbeitet wird. Vielleicht fehlen die richtigen Werkzeuge in der Arbeit (wir versuchen mit einem Schraubenzieher Nägel in die Wand zu hauen) oder die Aufgaben entsprechen nicht unseren wahren Stärken.

 

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Beispiel: Frauen-Rollen

Viele moderne Frauen fühlen sich bei der Erfüllung ihrer Rollen überfordert. Frauen "sollen" heutzutage finanziell auf eigenen Beinen stehen, topfit und schlank sein, die Kinder auf allen Ebenen fördern und behüten, eine liebevolle Partnerin sein und gleichzeitig den Haushalt tipptop in Schuss halten. Hinter all diesen Rollen steckt eine ganze Liste der Glaubenssätze:

  • Du musst schön sein, damit du geliebt wirst.
  • Eine gute Mutter sorgt dafür, dass ihr Kind Sport treibt, gesund isst, ein Instrument lernt ...
  • Die Tätigkeit als Hausfrau ist kaum der Anerkennung wert.
  • ...

 

Änderung der Glaubenssätze

Nach einer Phase des Umdenkens veränderte Hubert bewusst seinen Glaubenssatz. Er lautet: "Arbeite so, dass du auch Freude hast, deine Stärken einsetzt und Pausen machst, um deine Erfolge zu genießen ..."

 

Was sind ungesunde Glaubenssätze?

Grundlage

Manche Glaubenssätze entbehren inzwischen eventuell jeder Grundlage, weil sich unser Leben ändert. Sie sind sinnlos geworden, andere wiederum sind nicht mehr nützlich oder sogar hinderlich.

Sie entscheiden – in gewissem Rahmen – selber, welche Glaubenssätze für Sie zweckmäßig erscheinen. Die Grundvoraussetzung hierfür lautet: 

Wir sind uns unserer inneren Überzeugungen bewusst.

Synonyme

Eigene Dogmen, verinnerlichte Doktrinen und Lehren, Meinungen, innere Überzeugungen: alles können Glaubenssätze sein. Im NLP sind sie ein Ausdruck innerer Modelle, die jeder Mensch fortlaufend entwirft, um sich in der Welt zu orientieren. Sie werden dort als Belief bezeichnet.

 

Was sind meine Glaubenssätze?

Wenn es Ihnen schwerfällt, Ihre Glaubenssätze zu erkennen bzw. zu formulieren, erinnern Sie sich an markante Sprichwörter, die Ihnen besonders gegenwärtig sind oder die eine herausragende Bedeutung für Sie haben.

Welche Glaubenssätze gibt es – z.B. Sprichwörter

  • Geld verdirbt den Charakter
  • Schuster, bleib bei deinen Leisten
  • Wer hoch hinaus will, kann tief fallen
  • Bleib so, wie du bist
  • Man muss nur wollen, dann schafft man es auch
  • Ohne Fleiß kein Preis
  • Indianer kennen keinen Schmerz
  • Willst du erfolgreich sein, musst du positiv Denken
  • Wer wagt, gewinnt
  • Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach
  • Man kann nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen

Und auch:

  • Wenn ich es nicht selber mache, passiert nichts
  • In unserer Familie macht man so etwas nicht
  • Sei charakterfest und bleibe, wie du bist
  • Frauen gehören hinter den Herd
  • Stress hält jung
  • Wenn er/sie mich wirklich liebt, würde er/sie sich so und so verhalten
  • Ich muss etwas leisten, um ein wertvoller Mensch zu sein, der geliebt wird

 
 

Was sind ungesunde, falsche oder negative Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind weder "gut" noch "schlecht". Sie können und sollten aber immer von neuem auf ihre Nützlichkeit für die momentane Lebensphase, die Aufgabe, das Umfeld, die Moral geprüft werden.

Das Sprichwort "Schuster, bleib bei deinen Leisten" kennzeichnet eine komplett andere Weltsicht als der Satz: "Wer wagt, gewinnt".

Glaubenssätze und NLP

Im NLP werden Glaubenssätze zur Veränderungsarbeit genutzt.

Glaubenssätze werden dort gerne in drei Gruppen unterteilt:

1. Ursachen-Überzeugungen

  • Ich habe mich erkältet, weil ich mit nassen Haaren rausgegangen bin.

2. Bedeutungs-Glaube

Einem Ereignis wird eine Bedeutung zugeschrieben, die es gar nicht hat. Beispiel:

  • Wenn mich jemand nicht mag, muss das an mir liegen.

3. So-ist-die-Welt-Glaubenssätze

  • "Ich bin unattraktiv."
  • "Der Terrorismus wird immer schlimmer."
  • "Mit der Jugend geht es bergab."
  • "Wahre Freundschaft gibt es nur unter Männern."

 

Glaubenssätze erkennen und verändern in 3 Schritten

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Schritt 1: Glaubenssätze finden und erkennen

  • Schreiben Sie jetzt Ihre Glaubenssätze zu den Themen Arbeit, Gesundheit, Erfolg, PartnerschaftFinanzen, Freunde, Mitmenschen, meinen Zielen auf.
  • Denken Sie an die Sprichworte, die Ihnen in den Sinn kommen.

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Wenn wir unsere Glaubenssätze aufschreiben, erkennen wir eher – ansonsten flüchtige – Verhaltensmuster an uns.

  • Fragen Sie sich: Welche innere Überzeugung könnte hinter diesem Verhalten von mir stecken?
  • Achten Sie bei allen Ihren Überzeugungen auf Verallgemeinerungen. Meist gelten diese nämlich nur innerhalb eines gewissen Rahmens, unter anderen Bedingen wiederum kann das Gegenteil richtig sein.

 

Beispiel: "Stress hält jung" mag für eine Couchpotato ein "wahrer" Anstoß sein, für eine Mutter von 3 Kindern mit Teilzeitjob wäre der Glaubenssatz "Pausen halten jung" eher ein Jungbrunnen.

 

Wie finde ich weitere Glaubenssätze? Wenn Sie eine gute Freundin / einen guten Freund haben, der Ihnen gegenüber ehrlich sein darf, fragen Sie: Was meinst du, welche Glaubenssätze in mir liegen?

 

Beispiel: "Man muss nur wollen …" hat viele dazu gebracht, die eigenen Möglichkeiten zu überschätzen. Zahlreiche "Wollende" mussten das mit erheblichen gesundheitlichen Schäden wie Unfällen, psychosomatischen Symptomen, Burn-out-Syndrom bezahlen. Andere leiden unter dem Glaubenssatz "Ich muss es allen recht machen". Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

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Schritt 2: Glaubenssätze behalten, ändern oder auflösen

Nun hinterfragen Sie, ob der jeweilige Glaubenssatz zu jeder Zeit stimmt - fallen Ihnen eventuell Gegenbeispiele ein? Prüfen Sie auch, ob der Glaubenssatz Sie auf dem Weg zu Ihren Wünschen/Zielen behindert. Wann soll ich Glaubenssätze auflösen oder ändern?

Versuchen Sie, diese bewusst zu verändern, sofern Sie es als notwendig erachten. Nutzen Sie zur Prüfung die folgenden Fragen:

  • Woher weiß ich das oder von wem "habe" ich das?
  • Sind mir Situationen bekannt, in der das genaue Gegenteil zutrifft?
  • Ist das heute noch nützlich und förderlich?
  • Was bedeutet der Glaubenssatz für mich?
  • Welcher Glaubenssatz ist eine sinnvolle Alternative?
  • Oder reicht es, den Glaubenssatz dosiert anzuwenden?
  • Wie kann ich den neuen Glaubenssatz verankern?
  • Fühlen Sie sich wohl, wenn Sie sich diesen Glaubenssatz laut vorlesen?
  • Oder spüren Sie einen inneren Widerstand?
  • Wie fühlt sich das genaue Gegenteil von dem jeweiligen Satz an?
  • Gibt es Beispiele/Situationen, bei denen genau das Gegenteil dieses Glaubenssatzes wahr ist?

Bitte lassen Sie sich Zeit und notieren Sie Ihre Antworten. Glaubenssätze sind nicht immer gleich erkennbar, deswegen werden wir auf dieses Thema zurückkommen.

Hier einige Beispiele bekannter Glaubenssätze und möglicher Alternativen im Hinblick auf die Erfüllung Ihrer Wünsche. Sind Ihre eigenen Sätze auch dabei?


Glaubenssatz: Schuster, bleib bei deinen Leisten, damit du nicht Schiffbruch erleidest.
Alternative: Entwickle deine Talente.

Glaubenssatz: Bleib so, wie du bist, sonst mag man dich nicht mehr.
Alternative:Nutze die besten Möglichkeiten.

Glaubenssatz: Sei treu, dann bist du gut.
Alternative:Beende Beziehungen, die dir schaden.

Glaubenssatz: Ohne Fleiß kein Preis.
Alternative:Arbeite lieber intelligent.

Glaubenssatz: Du musst nur wollen, um Erfolg zu haben.
Alternative:Du musst auch können.

Glaubenssatz: Du solltest positiv Denken, um glücklich zu sein.
Alternative:Realistisches Denken bringt wirklichen Erfolg.

 

Innere Überzeugung gewinnen

Wenn Sie einen Glaubenssatz verändern wollen, suchen Sie nach Beispielen und anderen Belegen für die "Richtigkeit" des veränderten Glaubenssatz. Nutzen Sie Google, lesen Sie Biographien, bleiben Sie im Alltag achtsam. Richten Sie Ihren Fokus auf Belege für die "bessere" Überzeugung.

Beispiel: Ich möchte den Glaubenssatz von "Im Leben bekommst du nichts geschenkt" in "Mein Leben ist voller Geschenke" wandeln. Wer noch nicht völlig im Pessimismus versunken ist, wird problemlos Tag für Tag unzählige Beispiele für solche Geschenke finden. Von dem Lächeln der Kollegin am Morgen bis zur kostenlosen Leihe von Büchern in der Bibliothek. Von der Gratis-Nutzung des Stadtparks bis zur freien Wifi-Zone um die Ecke.

Je intensiver und achtsamer Sie derart Belege für den veränderten Glaubenssatz suchen, umso schneller und stärker verankert sich die neue Überzeugung in Ihnen.

Idee

Wenn Sie am Glaubenssatz "Ich bin eine Versagerin" leiden, probieren Sie den Wechsel auf "Mir gelingt Vieles".

 

Die Alternative: dosiert anwenden

"Schuster, bleib bei deinen Leisten" ist einerseits hilfreich, da er uns darauf hinweist, dass wir unseren Stärken folgen. Auf der anderen Seite: Probiere ich mich nicht aus, kann ich keine neuen Bereiche erobern. Wir bei blueprints wären nie Buch-Autoren geworden, wenn wir bei unseren Leisten verharrt hätten. Aber nicht jeder sollte Buch-Autor werden – Sie haben die Wahl :-)

Nicht immer ist es vernünftig, den alten Glaubenssatz ersatzlos zu streichen. Aus unserer Erfahrung ist es oft zielführender, ihn selbstkritischer, gezielter oder dosierter anzuwenden. Anders formuliert:

Eine radikale Umkehr von Glaubenssätzen kann zu unschönen Brüchen im Leben führen. Ändern Sie mit Augenmaß und wohl bedacht.

Wenn Sie beispielsweise von "Du musst es allen recht machen, um gemocht zu werden" zu "Handle nur nach eigenen Interessen" umschwenken, stoßen Sie viele Menschen vor den Kopf. Der zweite Glaubenssatz, konsequent durchgeführt, endet im Egoismus. Denken Sie an das Thema persönliche Werte - WIE wollen Sie Ihre Ziele erreichen?

Sofern Sie aber akzeptieren, dass Sie nicht sämtlichen Ansprüchen genügen können und lernen, dass Ihr Wunsch, von allen gemocht zu werden, unrealistisch ist und zu Problemen führt, sind Sie auf dem Weg zu einem erfolgversprechenderen Glaubenssatz. Die Alternative könnte lauten:

"Lerne dich selbst zu mögen, um gemocht zu werden."

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Glaubenssätze für Erfolg

Wenn Sie gerade ein bestimmtes Ziel verfolgen, suchen Sie verstärkt nach Glaubensmustern rund um dieses Ziel. Erkennen und verändern Sie bei Bedarf entsprechende Überzeugungen. Förderlicher Nebeneffekt: Sie beschäftigen sich intensiv mit Ihrem Ziel und kommen eventuell auf neue Ideen.

Ermitteln Sie darüber hinaus Glaubenssätze, die Sie allgemein bei der Erreichung Ihrer Ziele unterstützen. Wenn Sie selbst nicht darauf kommen, könnten Sie andere Menschen fragen. Personen, die dieselben oder ähnliche Ziele wie Sie bereits erreicht haben.

Beispiele:

  • Das Leben bietet viele Chancen
  • Sei gut zu dir, dann erreichst du am meisten
  • Bewegung macht glücklich
  • Hinter jeder Handlung steht ein Bedürfnis
  • Wer etwas unternimmt, darf auch Fehler machen

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Schritt 3: Regelmäßig wiederholen

Hinterfragen Sie im Abstand von einigen Monaten erneut Ihre Glaubenssätze, relativieren Sie die Sätze und/oder finden Sie neue. Bleiben Sie achtsam.

 

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  • Wenn Sie Ziele erreichen wollen, aber Glaubenssätze haben, die diesen im Wege stehen, erkennen und verändern Sie die Glaubenssätze so wie hier im Artikel beschrieben.
  • Das gleiche gilt, wenn Sie unter einem Glaubenssatz in irgendeiner Form leiden oder ohne diese Überzeugung glücklicher wären.
  • Glaubenssätze kommen nicht aus dem Nichts. Wir Menschen brauchen Orientierung im täglichen Dasein. Diese ist zwangsläufig "unscharf", da die Welt nun einmal komplex ist. Somit gilt: Wenn Ihnen ein Glaubenssatz nicht schadet, müssen Sie diesen auch nicht unbedingt ändern. Im Gegenteil: Es gibt auch offenkundig (oder vermutlich) falsche Glaubenssätze, die uns aber im Leben stärken.
  • Übertreiben Sie es nicht mit der Veränderung Ihrer Glaubenssätze. Sie können die Glaubenssatz-Optimierung auch für gesundheitsschädlichen Perfektionismus missbrauchen. Lassen Sie es gut sein, wenn es gut ist. Es muss nicht perfekt sein.

 

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  • Zitat der Woche
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  • Das Ideal von Kurt Tucholsky
  • Anregung für die kommende Woche
  • Rätsel
  • Zahlenrätsel
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  • Humorige Anekdote
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