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Canossa-Gang Drucken E-Mail

ImageDer "Canossa-Gang" oder "Gang nach Canossa" geht zurück auf Kaiser Heinrich den IV. Auf der Felsenburg Canossa in der italienischen Provinz Reggio (Emilia) ließ er sich 1077 vor Papst Gregor VII. drei Tage demütigen, um von einem Bann losgesprochen zu werden.

Auch wenn man heute von einem Sieg Heinrich des IV. redet, so bewirkte der "Gang nach Canossa" in der damaligen Zeit einen großen Ansehensverlust für das Kaisertum. Heute bezeichnen wir so auch ein erniedrigendes und entwürdigendes Nachgeben bzw. eine Unterwerfung.


 
carpe diem Drucken E-Mail
(lat. pflücke den Tag) "carpe diem" bedeutet so viel wie "genieße den Tag" oder "nutze den Tag".
Zitat aus Horaz, Oden I. 11, 8

 
Catonische Strenge Drucken E-Mail
Diese Bezeichnung geht auf den römischen Staatsmann Marcus Porcius Cato der Ältere (234 - 149 v. Chr.) zurück. Er war ein großer, wortgewaltiger Verteidiger der altrömische Sittenstrenge. In Wort, Schrift und Amtshandlungen verteidigte er sie unermüdlich.

 
Charisma Drucken E-Mail

Als das "Charisma" (grch. Gnadengabe) bezeichnet man die als übernatürlich oder außeralltäglich empfundene Qualität eines Menschen, die ihn in seiner Gruppe als gottgesandt oder von einer höheren Macht begnadet erscheinen lässt.

Wir verwenden den Begriff "Charisma" heute meist in Bezug auf Menschen, die eine große Ausstrahlung haben. Sie "stechen" positiv aus der Menge hervor und wir bezeichnen sie dann als "charismatisch".

(NL 25.06.2008)


 
Chauvinist Drucken E-Mail
Der Rekrut Nicolas Chauvin ist eine extrem patriotische Figur aus dem französischen Lustspiel -La cocarde tricolore- von den Brüdern Cogniard. Heute verwenden wir die Bezeichnung >Chauvinist<, wenn jemand einen übersteigerten und blinden Patriotismus zeigt, der den Nationalismus bis zur Missachtung fremder Rechte steigert. Als >Chauvi< bezeichnen wir heute aber auch ein Mann, der Frauen bewusst unterdrückt.

 
Cherchez la femme Drucken E-Mail
Das Sprichwort >Cherchez la femme< bzw. -Macht die Frau ausfindig- bedeutet so viel wie: -gewiss steckt eine Frau dahinter!- Er kommt in dieser Form zuerst in dem Drama 'Les Mohicains de Paris' (1864) des älteren A. Dumas vor, und zwar als Schlagwort eines Pariser Polizeibeamten. Meist wird dieser international verbreitete Ausspruch >Cherchez la femme< von einem vielsagenden Augenzwinkern begleitet.

 
Chimäre Drucken E-Mail
Eine "Chimäre" (grch. Ziege) ist laut einem griechischen Mythos ein feuerschnaubendes Ungeheuer, das den Kopf eines Löwen, den Mittelteil einer Ziege und das Hinterteil einer Schlange hat.

Heute findet man diese Bezeichnung in der Biologie, wo der Ausdruck "Chimäre" ein Individuum bezeichnet, das aus genetisch unterschiedlichen Teilen besteht (z.B. durch Transplantation).

Als "Chimäre" (auch Schimäre) bezeichnet man auch in übertragenem Sinn ein Hirngespinst bzw. ein Trugbild.

 
Circe Drucken E-Mail

"Kirke" bzw. "Circe" war die Tochter vom Sonnengott Helios. In Homers 'Odyssee' verwandelte sie die Begleiter von Odysseus durch ihren Gesang in Schweine.

Daher der Begriff "bezirzen" für "jemanden verzaubern bzw. verführen".

(NL 17.05.2009)


 
circulus vitiosus Drucken E-Mail
(lat., >fehlerhafter, falscher Kreis<) 1. Teufelskreis 2. logischer Fehlschluss (Zirkelschluss) oder fehlerhafte Definition (Zirkeldefinition), 3. Medizin: das Vorhandensein von mehreren Störungen, die einander verstärken, z.B. Bluthochdruck und Nierenschädigung

 
cogito, ergo sum Drucken E-Mail
(lat., >ich denke, also bin ich<), Dieser erkenntnistheoretischer Satz vom französischen Philosophen Rene Descartes, war seine unbezweifelbare Erkenntnis, auf der er seine Philosophie aufbaute.

 
conditio sine qua non Drucken E-Mail
(lat., >Bedingung, ohne die ich nicht<), Mit 'conditio sine qua non' bezeichnet man eine Bedingung, von der nicht abgesehen werden kann bzw. von der man nicht abgehen will.

 
cui bono Drucken E-Mail
(lat.) "cui bono" bedeutet "Wem zum Nutzen?" und ist ein Zitat aus Ciceros Reden für Milo (12, 32).

 
Daimonion Drucken E-Mail
(grch.), Nach Platon die >innere Stimme< des Sokrates, die ihn warnte etwas Unrechtes zu tun. Ihn jedoch nie positiv zu bestimmten Handlungen aufrief. Das Hören auf dieses 'Daimonion' (statt auf die Götter) führte u.a. zu seiner Verurteilung.

 
Damokles Drucken E-Mail
'Damokles' war ein Höfling des jüngeren, wohl auch schon des älteren Dionysos von Syrakus (4 J. v. Chr.). Dionysos ließ ihn unter einem Schwert, das an einem Pferdehaar hing, alle Genüsse einer fürstlichen Tafel kosten. Daher wurde das Damoklesschwert sprichwörtlich für die im Glück stets drohende Gefahr!

 
Damoklesschwert Drucken E-Mail

Die Redensart geht auf eine Erzählung Ciceros zurück: Einst rühmte Damokles, ein Höfling des Tyrannen von Syrakus (Dionys der Ältere 405-367), seinen König als den glücklichsten aller Sterblichen. Dieser wollte ihm eine Lehre über das wirklich gefahrvolle Leben eines Mächtigen erteilen und bot ihm das vermeintliche Glück an. Er wies ihm einen Platz an der königlichen Tafel zu und stellte ihm alle Herrlichkeiten und Genüsse zur Verfügung.

Heimlich ließ er jedoch über dem Haupte des Damokles ein Schwert aufhängen. Als dieser sich entzückt umschaute, erblickte er das Schwert, das nur an einem Pferdehaar über ihm hing, und verlor vor Furcht die Freude an den Genüssen der Tafel. Deshalb beschwor er den Tyrannen, ihn zu entlassen, da er seinen Glückes satt sei.

Daher wurde das "Damoklesschwert" sprichwörtlich für die im Glück stets drohende Gefahr!


 
Danaergeschenk Drucken E-Mail
Als Danaer bezeichnete man im Altertum einen griechischen Stamm der Peloponnes. Bei Homer waren sie ein Teil des Heeres der Achaier. Sprichwörtlich geworden sind die Danaer durch den römischen Dichter Vergil in Anspielung auf die berühmte List der Achaier mit dem Trojanischen Pferd: -Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen.- Heute bezeichnet man mit >Danaergeschenk< ein Geschenk, das Unglück mit sich bringt.

 
Dasselbe in Grün Drucken E-Mail
Der Ausdruck "dasselbe in Grün" für etwas, das wenig Neues darstellt, geht zurück auf ein Fahrzeug der Firma Opel. Der Wagen mit dem schönen Namen 'Laubfrosch', der 1924 erstmals verkauft wurde, war eine Kopie des französischen Citroen 5CV bzw. 5HP (1921). Die einzige Änderung war die grüne Lackierung. Man konnte also mit Recht behaupten: Der Wagen war "dasselbe in Grün!"

 
Daumenschrauben Drucken E-Mail
'Jemandem Daumenschrauben anlegen' als Redensart für >Jemanden unter Druck setzen<, geht auf eine Form der Folter zurück. Eisernes Schraubzeug wurde dabei um die Daumen einer Person gelegt und es wurde so lange geschraubt, bis der Folterknecht die gewünschte Information erhielt.

 
Dazu hat Buchholtz kein Geld Drucken E-Mail
Die Redensart bezieht sich auf den preußischen Hofstaatsrentmeister und späteren Schatzmeister Friedrichs des Großen August Buchholtz (1706-98). Es wird vom Alten Fritz erzählt, dass er mit dem Ausspruch >Dazu hat Buchholtz kein Geld < Forderungen und Wünsche abzulehnen pflegte, die an ihn herangetragen wurden, besonders nach dem Siebenjährigen Krieg, als die Staatskassen erschöpft waren.

 
Defätismus Drucken E-Mail
(frz., >Mut- und Hoffnungslosigkeit<), Jemand, der >mut- und hoffnungslos< ist und die eigene Sache für aussichtslos hält, bezeichnet man als 'Defätist'., (Adjektiv = 'defätistisch')

 
Delphi Drucken E-Mail
Kultort des Apoll. Im Tempel verkündete die Phytia, von Erddämpfen oder dem Trunk aus der kastalanischen Quelle inspiriert, auf einem Dreifuß die von kundigen Priestern gedeutete Antwort des Gottes. In seiner kunstvollen Sprachform war das Orakel oft nicht eindeutig und daher in seiner rechten Form zu verstehen.

 
Den Augiasstall reinigen Drucken E-Mail

(grch. Sagen) König Augias hatte einen ungeheuren Rinderstall mit 3.000 Rindern, deren Mist seit 30 Jahren nicht ausgeräumt worden war. Der griechische Held Herkules (Sohn des Gottes Zeus) vollbrachte die Riesenreinigung an einem Tag, indem er zwei Öffnungen in die Stallmauern riss und die Flüsse Alpheus und Peneus vereinigte und hindurchleitete. Diese spülten den Unrat gründlich fort.

Wenn wir eine unangenehme Aufgabe erledigen bzw. eine durch lange Vernachlässigung entstandene sehr große Unordnung aufräumen müssen, dann sagt man auch "den Augiasstall ausmisten" (reinigen).

(NL 28.01.2009)


 
Den gordischen Knoten lösen Drucken E-Mail


Diese Redensart geht zurück auf einen Bericht von den Taten Alexanders des Großen.

Ein besonders kunstvoll verschlungener und für unentwirrbar gehaltener Knoten lag im Jupitertempel der Stadt Gordium in Phrygien. Wer diesen Knoten löste, sollte nach dem Orakel Beherrscher Asiens werden. Alexander der Große durchschlug ihn 333 v. Chr. kurzerhand mit seinem Schwert und "löste so den gordischen Knoten".

Wenn wir heute sagen: "Den (gordischen) Knoten durchhauen bzw. lösen", dann beseitigen wir eine Schwierigkeit bzw. ein Hindernis durch eine energische Handlung oder lösen ein Problem -mit einem Schlag- auf gewaltsame Weise.


 
Den Pelion auf den Ossa türmen Drucken E-Mail
In der Odysse von Homer (11, 315) türmen zwei Riesen den Berg Ossa auf den Olymp und dann den Berg Pelion auf den Ossa, um den Himmel zu erstürmen. Das wurde zwar vereitelt, aber noch heute (wenn auch selten) sagt man "Den Pelion auf den Ossa türmen", wenn man etwas Großes noch überbieten will.

 
Den Rubikon überschreiten Drucken E-Mail

49 v. Chr. überschritt Caesar das Flüsschen Rubikon (Italien), der damals die natürliche Grenze zwischen Italien und der Provinz Gallia Cisalpina bildete. Diese Überquerung bedeutete einen schrecklichen Bürgerkrieg.

"Den Rubikon überschreiten" ist somit ein Sprichwort für eine folgenschwere Entscheidung. Sie machen einen Schritt, den Sie nicht mehr zurücknehmen können und der Folgen hat, dann haben Sie "den Rubikon überschritten".

(NL 12.11.2008)


 
Den Wind aus den Segeln nehmen Drucken E-Mail
Wenn Sie jemanden hemmen oder lahmlegen, dann nehmen Sie ihm >den Wind aus den Segeln<. Das geschieht beim Segeln, wenn man das eigene Boot zwischen Wind und Segel eines anderen Bootes schiebt, ihm also tatsächlich >den Wind aus den Segeln nimmt<.

 
Der letzte Mohikaner Drucken E-Mail

Die Redensart "Der letzte (der) Mohikaner" ging hervor aus dem 2. Band der Lederstrumpf-Romane des amerikanischen Schriftstellers J.F. Cooper (1789 - 1851), "The Last of the Mohicans". Der historische Stoff des Romans sind die Kämpfe zwischen Engländern und Franzosen zur Zeit des 7-jährigen Krieges (1756 - 63). Der Freund des Helden, Lederstrumpf (Natty Bumppo), ist nach dem Tod seines einzigen Sohnes Uncas der Letzte des Delawarenstammes der Mohikaner - sein Name ist Chingachgook.

Wenn wir heute sagen, jemand sei "der letzte Mohikaner", dann meinen wir jemanden, der von vielen als einziger übrig geblieben ist.


 
Der Osterhase hat gelegt Drucken E-Mail
>Der Osterhase hat gelegt< sagt man zu Kindern am Ostersonntag, wenn man (Schokoladen-)Eier für sie im Freien versteckt hat, die die Kinder nun suchen sollen. Im Schwabenland sagt man z.B.: -Gag gag, gag gag, der Has' hat glegt-. Dass der Osterhase die Eier legt, ist erstmals im Saarland und im Neckargebiet im 17. Jahrhundert bezeugt. Da der Genuss von Eiern in der Fastenzeit verboten war, hat die Kirche im 12. Jahrhundert die -geweihten Eier- eingeführt und ihren Verzehr auf den Tag der Auferstehung Jesu festgelegt. Das Ei gilt seither als Symbol der Auferstehung.

 
Der Rest ist Schweigen Drucken E-Mail
Die letzten Worte des sterbenden Titelhelden in Shakespeares -Hamlet- sind: >The rest is silence<. Wenn wir heute sagen >Der Rest ist Schweigen< bzw. >The rest is silence<, dann drücken wir so auch unsere Ratlosigkeit aus bzw. unser Unvermögen zu einer schwierigen Sache etwas zu sagen oder zu tun. Beispiel: Auf die Frage -Wie soll es weitergehen?- sah man nur in ratlose Gesichter. Der Rest ist Schweigen.

 
Deus ex Machina Drucken E-Mail
(lat., >der Gott aus der Maschine<), In der griechischen Tragödie wurde häufig eine Katastrophe in letzter Minute abgewendet, indem mittels einer mechanischen Vorrichtung ein -Gott- auf die Bühne herabgelassen wurde. So wurde >Deus ex Machina< zu einer Bezeichnung für die Lösung eines Konflikts oder Problems, die plötzlich und unerwartet eintritt.

 
Deutscher Michel Drucken E-Mail
Der 'Deutsche Michel' ist die >Darstellung des Deutschen< vor allem als Karrikatur. 'Michel' ist die Kurzform von Michael (Erzengel und Schutzpatron der Deutschen). Der 'Deutsche Michel' ist das Gegenteil des strahlenden Gotteskämpfers. Er ist ein Bauernbursche in Zipfelmütze und Kniehosen, der Innbegriff der Einfalt und der gutmütigen Schwerfälligkeit.

 
Die blaue Blume Drucken E-Mail

Die "blaue Blume" ist das Symbol der romantischen Poesie und ihre nach dem Unendlichen gerichteten Sehnsucht. Der Begriff stammt aus dem Roman "Heinrich von Ofterdingen" von Novalis (Friedrich von Hardenberg, 1772 - 1801).

(NL 11.02.2009)


 
Die Gelegenheit beim Schopf packen Drucken E-Mail
Der Gott des günstigen Augenblicks, Kairos, gilt als jüngster Sohn des Zeus und wurde in Olympia kultisch verehrt. Er wird in der griechischen Kunst mit einem kahlen Hinterkopf und einem längeren Haarschopf vorn an der Stirn dargestellt.

An jenem Haarschopf konnte man also den Gott Kairos bzw. "den günstigen Augenblick" gut fassen, worauf unsere Redewendung "Die Gelegenheit beim Schopf packen" zurückgeht.

Mit der Redewendung "Die Gelegenheit beim Schopf packen" drücken wir heute aus: Einen einmaligen, günstigen Augenblick schnell und entschlossen nutzen. (siehe auch "Kairos")

(NL 10.08.2005)

 
Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter Drucken E-Mail

Wenn Sie sich nicht um das "Gekläff" von Kritikern kümmern und unbeirrt Ihre Ziele weiterverfolgen, dann sagt man auch "Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter".

Es handelt sich um ein international verbreitetes Sprichwort (spanisch, indisch, kurdisch) und wird meist englisch zitiert als: "The dogs bark, but the caravan passes".

(NL 13.08.2008)


 
Die oberen Zehntausend Drucken E-Mail

Die Redensart "die oberen Zehntausend" geht zurück auf einen Leitartikel des Journalisten Nathaniel Parker Willis (1807 - 1867) im "Evening Mirror", New York, vom 11.11.1844. Da heißt es: "At present there is no distinction among the upper tenthousand of the city".

Während man in Amerika heute die Reichsten der Reichen zu den "Four hundred" rechnet, sagt man in Großbritannien "The upper Ten".

Wenn wir heute von "den oberen Zehntausend" sprechen, dann meinen wir Personen der begütertsten Gesellschaft, sehr prominente Personen oder Menschen, die sich dafür halten.

(NL 05.03.2008) 


 
Die Plebejer proben den Aufstand Drucken E-Mail
1966 erschien das gleichnamige Theaterstück von Günter Grass, das sich mit der Haltung Bertholt Brechts zu den Geschehnissen am 17. Juni 1953 auseinandersetzt. Heute sagen wir etwas scherzhaft -Die Plebejer proben den Aufstand-, wenn eine Gruppe bzw. ein Einzelner sich mit scharfer Kritik oder einer dringlichen Forderung zu Wort meldet.

 
Die Segel streichen Drucken E-Mail
Das Einholen der Segel war ein altes Zeichen für die Aufgabe in einer Schlacht. Bereits im 16. Jahrhundert heißt es in der Hildesheimer Chronik von Oldecop (S. 159): "De Engelschen streken ere segeln". Wenn wir "die Segel streichen", dann geben wir nach bzw. erklären wir uns für überwunden, wie ein Schiff bzw. die Besatzung, das sich dem Feinde ergibt. (NL 11.03.2009)

 
Die Würfel sind gefallen Drucken E-Mail

(lat., alea iacta est, "Der Würfel ist geworfen worden"), Der Satz geht auf den griechischen Dichter Menander zurück. Angeblich sagte es auch Julius Caesar, als er im Januar 49 v. Chr. mit seinen Truppen den Rubikon überschritt. Caesar war bewusst, dass diese Überquerung einen schrecklichen Bürgerkrieg heraufbeschwor.

Die abgewandelte Formulierung "der Würfel ist gefallen" wird heute gebraucht, um auszudrücken, dass eine Entscheidung gefallen ist und es kein zurück mehr gibt.


 
diem perdidi Drucken E-Mail

(lat.) "diem perdidi" war der Ausruf des römischen Kaisers Titus, als er eines Abends daran dachte, dass er diesem Tag noch niemandem etwas Gutes erwiesen hatte. Er bedeutet soviel wie: "Ich habe einen Tag verloren".

(NL 26.10.2009)


 
divide et impera Drucken E-Mail
(lat., >teile und herrsche<), Diese zynische Formulierung für schlaue Machtpolitik geht zurück auf die damalige Politik der Römer. Die Idee ist durch Spaltung der Gegner die eigene Machtstellung zu verbessern.

 
Dolce Vita Drucken E-Mail

"Dolce Vita" bezeichnete ursprünglich das ungezügelte Leben wohlhabender Müßiggänger, die sich das Leben mit schönen Frauen "versüßten".

Allgemein bekannt wurde der Slogan erst durch den Film "La dolce vita" von Federico Fellini, der 1960 erstmals ausgestrahlt wurde. Im Laufe der Zeit hat die Wendung einen Wandel dahingehend erfahren, dass sie auch allgemein verwendet wurde für das "süße Nichtstun" oder "Faulenzen".

Wenn Sie sich dem "Dolce Vita" hingeben, dann huldigen Sie dem "süßen Leben".


 
Donnerstag Drucken E-Mail
'Donnerstag' ist der vierte Tag der Woche. In der Antike war er Zeus und Jupiter geweiht - bei den germanischen Völkern dem Gott Donar.

 
Drachensaat Drucken E-Mail

Dieses geflügelte Wort hat ihren Ursprung in der Argonautensage.
Dort wird berichtet, wie Kadmus die Zähne eines von ihm erlegten Drachens aussät und unterpflügt. Aus dieser Saat wachsen Krieger hervor, die sich dann gegenseitig erschlagen. Mit fünf Übrigbleibenden gründet Kadmus dann die Stadt Theben.

Wenn jemand heute "Drachenzähne sät", dann meinen wir ein Tun, das Zank und Zwietracht bzw. etwas Böses hervorbringt. Hingegen "geht die Drachensaat auf", wenn die schlimmen Folgen sichtbar werden.

(NL 28.11.2007) 


 
drakonisch Drucken E-Mail

Dracon war Gesetzgeber in Athen um 620 v. Chr. und bekannt durch seine Strenge und Härte. Der griechische Schriftsteller, Philosoph und Historiker Plutarch (um 45 - 125 n. Chr.) schrieb, dass er Gesetze mit Blut und nicht mit Tinte schrieb.

Heute verwenden wir das Wort "drakonisch" im Sinne von sehr streng, hart bzw. grausam.


 
Du sprichst ein großes Wort gelassen aus. Drucken E-Mail

Dieses geflügelte Wort hat seinen Ursprung in Goethes Drama -Iphigenie auf Tauris-.

Hier antwortet König Thoas auf die Enthüllung der Iphigenie, sie sei aus dem Geschlecht der Tantalus (ein mordlüsternes Geschlecht), mit den Worten "Du sprichst ein großes Wort gelassen aus".

Heute bemerken wir scherzhaft "Du sprichst ein großes Wort gelassen aus", wenn jemand eine überraschende und gewichtige Äußerung macht bzw. "Du sprichst ein wahres Wort gelassen aus", wenn wir eine zutreffende Feststellung kommentieren.

(NL 19.11.2007) 


 
Du sprichst ein wahres Wort gelassen aus. Drucken E-Mail
Dieses geflügelte Wort hat seinen Ursprung in Goethes Drama -Iphigenie auf Tauris-. Hier antwortet König Thoas auf die Enthüllung der Iphigenie, sie sei aus dem Geschlecht der Tantalus (ein mordlüsternes Geschlecht), mit den Worten >Du sprichst ein großes Wort gelassen aus<. Heute bemerken wir scherzhaft >Du sprichst ein großes Wort gelassen aus<, wenn jemand eine überraschende und gewichtige Äußerung macht bzw. >Du sprichst ein wahres Wort gelassen aus<, wenn wir eine zutreffende Feststellung kommentieren.

 
Dulzinea Drucken E-Mail
Die Bezeichnung geht zurück auf Dulzinea von Toboso, die nur in der Einbildung vorhandene Geliebte von Don Quichote. Das weltberühmte Werk -Don Quixote de la Mancha- des spanischen Schriftsteller Miguel de Cervantes (1547 - 1616) ist eine lesenswerte und nachdenkenswerte Satire auf Ritterromane bzw. auf das Menschsein an sich. >Dulzinea< verwenden wir heute auch als eine scherzhafte Bezeichnung für eine Geliebte bzw. Angebetete.

 
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