Wortschatz von Canossa-Gang bis Dulzinea

 

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ImageDer "Canossa-Gang" oder "Gang nach Canossa" geht zurück auf Kaiser Heinrich den IV. Auf der Felsenburg Canossa in der italienischen Provinz Reggio (Emilia) ließ er sich 1077 vor Papst Gregor VII. drei Tage demütigen, um von einem Bann losgesprochen zu werden.

Auch wenn man heute von einem Sieg Heinrich des IV. redet, so bewirkte der "Gang nach Canossa" in der damaligen Zeit einen großen Ansehensverlust für das Kaisertum. Heute bezeichnen wir so auch ein erniedrigendes und entwürdigendes Nachgeben bzw. eine Unterwerfung.


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(lat. pflücke den Tag) "carpe diem" bedeutet so viel wie "genieße den Tag" oder "nutze den Tag".
Zitat aus Horaz, Oden I. 11, 8


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Diese Bezeichnung geht auf den römischen Staatsmann Marcus Porcius Cato der Ältere (234 - 149 v. Chr.) zurück. Er war ein großer, wortgewaltiger Verteidiger der altrömische Sittenstrenge. In Wort, Schrift und Amtshandlungen verteidigte er sie unermüdlich.

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Als das "Charisma" (grch. Gnadengabe) bezeichnet man die als übernatürlich oder außeralltäglich empfundene Qualität eines Menschen, die ihn in seiner Gruppe als gottgesandt oder von einer höheren Macht begnadet erscheinen lässt.

Wir verwenden den Begriff "Charisma" heute meist in Bezug auf Menschen, die eine große Ausstrahlung haben. Sie "stechen" positiv aus der Menge hervor und wir bezeichnen sie dann als "charismatisch".

(NL 25.06.2008)


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Der Rekrut Nicolas Chauvin ist eine extrem patriotische Figur aus dem französischen Lustspiel -La cocarde tricolore- von den Brüdern Cogniard. Heute verwenden wir die Bezeichnung >Chauvinist<, wenn jemand einen übersteigerten und blinden Patriotismus zeigt, der den Nationalismus bis zur Missachtung fremder Rechte steigert. Als >Chauvi< bezeichnen wir heute aber auch ein Mann, der Frauen bewusst unterdrückt.

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Das Sprichwort >Cherchez la femme< bzw. -Macht die Frau ausfindig- bedeutet so viel wie: -gewiss steckt eine Frau dahinter!- Er kommt in dieser Form zuerst in dem Drama 'Les Mohicains de Paris' (1864) des älteren A. Dumas vor, und zwar als Schlagwort eines Pariser Polizeibeamten. Meist wird dieser international verbreitete Ausspruch >Cherchez la femme< von einem vielsagenden Augenzwinkern begleitet.

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Eine "Chimäre" (grch. Ziege) ist laut einem griechischen Mythos ein feuerschnaubendes Ungeheuer, das den Kopf eines Löwen, den Mittelteil einer Ziege und das Hinterteil einer Schlange hat.

Heute findet man diese Bezeichnung in der Biologie, wo der Ausdruck "Chimäre" ein Individuum bezeichnet, das aus genetisch unterschiedlichen Teilen besteht (z.B. durch Transplantation).

Als "Chimäre" (auch Schimäre) bezeichnet man auch in übertragenem Sinn ein Hirngespinst bzw. ein Trugbild.

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"Kirke" bzw. "Circe" war die Tochter vom Sonnengott Helios. In Homers 'Odyssee' verwandelte sie die Begleiter von Odysseus durch ihren Gesang in Schweine.

Daher der Begriff "bezirzen" für "jemanden verzaubern bzw. verführen".

(NL 17.05.2009)


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(lat., >fehlerhafter, falscher Kreis<) 1. Teufelskreis 2. logischer Fehlschluss (Zirkelschluss) oder fehlerhafte Definition (Zirkeldefinition), 3. Medizin: das Vorhandensein von mehreren Störungen, die einander verstärken, z.B. Bluthochdruck und Nierenschädigung

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(lat., >ich denke, also bin ich<), Dieser erkenntnistheoretischer Satz vom französischen Philosophen Rene Descartes, war seine unbezweifelbare Erkenntnis, auf der er seine Philosophie aufbaute.

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(lat. "Bedingung, ohne die nicht") Mit "conditio sine qua non" bezeichnet man eine Bedingung, von der nicht abgesehen werden kann bzw. von der man nicht abgehen will.

In der Rechtswissenschaft und Rechtspraxis sowie der Philosophie ist die Condicio-sine-qua-non-Formel eine Methode, mit der festgestellt wird, ob ein Vorgang oder eine Handlung ursächlich für eine bestimmte Tatsache ist.


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(franz., dem Glück nachhelfen <durch Betrug>) ist eine französische euphemistische Umschreibung für "Falschspielen" und bedeutet wörtlich "das Glück korrigieren".

Die Wendung findet sich erstmals beim französischer Autor Nicolas Boileau aus dem Jahr 1665. Er schreibt über einen heruntergekommenen Adligen, der seine Verhältnisse durch den Verkauf seiner Ahnenbilder aufbessern will.

"Corriger la fortune" ist das sicher bekannteste Zitat aus Minna von Barnhelm von Gotthold E. Lessing. Hier versucht ein abgebrannter Spieler und entlassener Soldat sich bei Minna von Barnhelm frisches Geld für neue Spieleinsätze zu verschaffen.

Petra: Wie konnte er zum dritten Mal die Wahl gewinnen.
Gerd: Ich sag nur "corriger la fortune". Er hat etwas nachgeholfen und die Wahlen manipuliert.


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"Crème de la Crème" ist ein häufig ironisch verwendeter Ausdruck. Er wird heute im Sinne von "höchste Vertreter(innen) der gesellschaftlichen Oberschicht" gebraucht.

Das Wort Creme bzw. Kreme leitet sich vom französischen Wort "crème" (= Sahne, Rahm), aus dem Lateinischen "chrisma" und dem Griechischen "chriein" her, welches salben bedeutet.

Bernd zu Jo: "Da war mal wieder die Crème de la Crème in der Boxengasse. Wo die überall kostenlos reinkommen."


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(lat.) "cui bono" bedeutet "Wem zum Nutzen?" und ist ein Zitat aus Ciceros Reden für Milo (12, 32).

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Hühner gelten als einfältig und nicht besonders intelligent. Aus diesem Grunde muss es eine besonders dumme Sache oder Angelegenheit sein, dass es ein Huhn bemerkt und darüber lacht. Auch das Sprichwort "ein blindes Huhn findet auch einmal ein Korn", lässt Hühner in keinem guten Licht dastehen, da wir damit ausdrücken, dass auch einem Dummkopf etwas gelingt.

Gerd: "Sie wollen 50 Euro für das alte Match-Box-Auto. Da lachen ja die Hühner."


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(grch.), Nach Platon die >innere Stimme< des Sokrates, die ihn warnte etwas Unrechtes zu tun. Ihn jedoch nie positiv zu bestimmten Handlungen aufrief. Das Hören auf dieses 'Daimonion' (statt auf die Götter) führte u.a. zu seiner Verurteilung.

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Damokles, ein Höfling des Tyrannen von Syrakus (Dionysios der Ältere 405 - 367 v. Chr.), rühmte seinen König als den glücklichsten aller Sterblichen. Dieser wollte ihm eine Lehre über das wirklich gefahrvolle Leben eines Mächtigen erteilen und bot ihm das vermeintliche Glück an. Er wies ihm einen Platz an der königlichen Tafel zu und stellte ihm alle Herrlichkeiten und Genüsse zur Verfügung.

Heimlich ließ er jedoch über dem Haupte des Damokles ein Schwert aufhängen. Als dieser sich entzückt umschaute, erblickte er das Schwert, das nur an einem Pferdehaar über ihm hing, und verlor vor Furcht die Freude an den Genüssen der Tafel. Deshalb beschwor er den Tyrannen, ihn zu entlassen, da er seinen Glückes satt sei.

Daher wurde das "Damoklesschwert" sprichwörtlich für die im Glück stets drohende Gefahr!

Die Redensart geht auf eine Erzählung Ciceros zurück.


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Die Redensart geht auf eine Erzählung Ciceros zurück: Einst rühmte Damokles, ein Höfling des Tyrannen von Syrakus (Dionysios der Ältere 405 - 367 v. Chr.), seinen König als den glücklichsten aller Sterblichen. Dieser wollte ihm eine Lehre über das wirklich gefahrvolle Leben eines Mächtigen erteilen und bot ihm das vermeintliche Glück an. Er wies ihm einen Platz an der königlichen Tafel zu und stellte ihm alle Herrlichkeiten und Genüsse zur Verfügung.

Heimlich ließ er jedoch über dem Haupte des Damokles ein Schwert aufhängen. Als dieser sich entzückt umschaute, erblickte er das Schwert, das nur an einem Pferdehaar über ihm hing, und verlor vor Furcht die Freude an den Genüssen der Tafel. Deshalb beschwor er den Tyrannen, ihn zu entlassen, da er seinen Glückes satt sei.

Daher wurde das "Damoklesschwert" sprichwörtlich für die im Glück stets drohende Gefahr!


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Als Danaer bezeichnete man im Altertum einen griechischen Stamm der Peloponnes. Bei Homer waren sie ein Teil des Heeres der Achaier. Sprichwörtlich geworden sind die Danaer durch den römischen Dichter Vergil in Anspielung auf die berühmte List der Achaier mit dem Trojanischen Pferd: -Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen.- Heute bezeichnet man mit >Danaergeschenk< ein Geschenk, das Unglück mit sich bringt.

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Bei dem Wort "Kokolores" geht man davon aus, dass es sich um ein volkstümliches Synonym für "unsinniges Getue" oder "Prahlerei" handelt. Zurück geht die deutsche Redewendung auf den Hahn, der eitel auf dem Hof herumstolziert. Zum heute gebräuchlichen "Kikeriki" des Hahnes ist "Kuckelöres" eine alte Variante, wovon wiederum "Kokolores" abgeleitet wurde.

Wenn wir heute sagen "das ist doch Kokolores", dann meinen wir, dass sich jemand gewaltig aufplustert und prahlerisch herum krakeelt.

Tim zu John: "Das ist doch Kokolores, was so manche dort auf dem roten Teppich abzieht."

(NL 27.02.2011)


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Der Ausdruck "dasselbe in Grün" für etwas, das wenig Neues darstellt, geht zurück auf ein Fahrzeug der Firma Opel. Der Wagen mit dem schönen Namen 'Laubfrosch', der 1924 erstmals verkauft wurde, war eine Kopie des französischen Citroen 5CV bzw. 5HP (1921). Die einzige Änderung war die grüne Lackierung. Man konnte also mit Recht behaupten: Der Wagen war "dasselbe in Grün!"

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'Jemandem Daumenschrauben anlegen' als Redensart für >Jemanden unter Druck setzen<, geht auf eine Form der Folter zurück. Eisernes Schraubzeug wurde dabei um die Daumen einer Person gelegt und es wurde so lange geschraubt, bis der Folterknecht die gewünschte Information erhielt.

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Die Redensart bezieht sich auf den preußischen Hofstaatsrentmeister und späteren Schatzmeister Friedrichs des Großen August Buchholtz (1706-98). Es wird vom Alten Fritz erzählt, dass er mit dem Ausspruch >Dazu hat Buchholtz kein Geld < Forderungen und Wünsche abzulehnen pflegte, die an ihn herangetragen wurden, besonders nach dem Siebenjährigen Krieg, als die Staatskassen erschöpft waren.

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(frz., >Mut- und Hoffnungslosigkeit<), Jemand, der >mut- und hoffnungslos< ist und die eigene Sache für aussichtslos hält, bezeichnet man als 'Defätist'., (Adjektiv = 'defätistisch')

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Kultort des Apoll. Im Tempel verkündete die Phytia, von Erddämpfen oder dem Trunk aus der kastalanischen Quelle inspiriert, auf einem Dreifuß die von kundigen Priestern gedeutete Antwort des Gottes. In seiner kunstvollen Sprachform war das Orakel oft nicht eindeutig und daher in seiner rechten Form zu verstehen.

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(grch. Sagen) König Augias hatte einen ungeheuren Rinderstall mit 3.000 Rindern, deren Mist seit 30 Jahren nicht ausgeräumt worden war. Der griechische Held Herkules (Sohn des Gottes Zeus) vollbrachte die Riesenreinigung an einem Tag, indem er zwei Öffnungen in die Stallmauern riss und die Flüsse Alpheus und Peneus vereinigte und hindurchleitete. Diese spülten den Unrat gründlich fort.

Wenn wir eine unangenehme Aufgabe erledigen bzw. eine durch lange Vernachlässigung entstandene sehr große Unordnung aufräumen müssen, dann sagt man auch "den Augiasstall ausmisten" (reinigen).

(NL 28.01.2009)


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Diese Redensart geht zurück auf einen Bericht von den Taten Alexanders des Großen.

Ein besonders kunstvoll verschlungener und für unentwirrbar gehaltener Knoten lag im Jupitertempel der Stadt Gordium in Phrygien. Wer diesen Knoten löste, sollte nach dem Orakel Beherrscher Asiens werden. Alexander der Große durchschlug ihn 333 v. Chr. kurzerhand mit seinem Schwert und "löste so den gordischen Knoten".

Wenn wir heute sagen: "Den (gordischen) Knoten durchhauen bzw. lösen", dann beseitigen wir eine Schwierigkeit bzw. ein Hindernis durch eine energische Handlung oder lösen ein Problem -mit einem Schlag- auf gewaltsame Weise.


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In der Odysse von Homer (11, 315) türmen zwei Riesen den Berg Ossa auf den Olymp und dann den Berg Pelion auf den Ossa, um den Himmel zu erstürmen. Das wurde zwar vereitelt, aber noch heute (wenn auch selten) sagt man "Den Pelion auf den Ossa türmen", wenn man etwas Großes noch überbieten will.


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49 v. Chr. überschritt Caesar das Flüsschen Rubikon (Italien), der damals die natürliche Grenze zwischen Italien und der Provinz Gallia Cisalpina bildete. Diese Überquerung bedeutete einen schrecklichen Bürgerkrieg.

"Den Rubikon überschreiten" ist somit ein Sprichwort für eine folgenschwere Entscheidung. Sie machen einen Schritt, den Sie nicht mehr zurücknehmen können und der Folgen hat, dann haben Sie "den Rubikon überschritten".


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Die Redensart "den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen" wurde in der deutschen Sprache wohl vom Dichter und Übersetzer Christoph Martin Wieland (* 1733, † 1813) eingeführt. In seinem Werk "Musarion" schreibt er zum Beispiel: "Die Herren dieser Art blendt oft zu vieles Licht, Sie sehn den Wald vor lauter Bäumen nicht."

Wir verwenden den Ausdruck, wenn das Offensichtliche nicht gesehen wird, jemand keinen Durchblick hat oder wir etwas nicht finden, was sich direkt vor uns befindet.

Jim: "Wieder neue Berater im Haus, die nach Lösungen suchen. Warum nur?"
John: "Tja, wenn wir den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen."


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Wenn Sie jemanden hemmen oder lahmlegen, dann nehmen Sie ihm >den Wind aus den Segeln<. Das geschieht beim Segeln, wenn man das eigene Boot zwischen Wind und Segel eines anderen Bootes schiebt, ihm also tatsächlich >den Wind aus den Segeln nimmt<.

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Das Sprichwort "der Berg kreißte und gebar eine Maus" stammt aus dem Werk "Ars poetica" des römischen Dichters Horaz (65 - 8 vor Christus).

In ihm ist zu lesen "Es kreißen die Berge, zur Welt kommt nur ein lächerliches Mäuschen." So wurde mit einem Schmunzeln darauf hingewiesen, dass es Menschen gibt, die Großes ankündigen, Großes versprechen und vorbereiten, aber kaum etwas Sichtbares dabei herauskommt.

Jim: "Was die Politiker mal wieder alles ändern wollten. Und nun müssen doch wieder andere die Zeche zahlen."
John: "Ja, ja - der Berg kreißte und gebar eine Maus."


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Die Redensart "Der letzte (der) Mohikaner" ging hervor aus dem 2. Band der Lederstrumpf-Romane des amerikanischen Schriftstellers J.F. Cooper (1789 - 1851), "The Last of the Mohicans". Der historische Stoff des Romans sind die Kämpfe zwischen Engländern und Franzosen zur Zeit des 7-jährigen Krieges (1756 - 63). Der Freund des Helden, Lederstrumpf (Natty Bumppo), ist nach dem Tod seines einzigen Sohnes Uncas der Letzte des Delawarenstammes der Mohikaner - sein Name ist Chingachgook.

Wenn wir heute sagen, jemand sei "der letzte Mohikaner", dann meinen wir jemanden, der von vielen als einziger übrig geblieben ist.


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>Der Osterhase hat gelegt< sagt man zu Kindern am Ostersonntag, wenn man (Schokoladen-)Eier für sie im Freien versteckt hat, die die Kinder nun suchen sollen. Im Schwabenland sagt man z.B.: -Gag gag, gag gag, der Has' hat glegt-. Dass der Osterhase die Eier legt, ist erstmals im Saarland und im Neckargebiet im 17. Jahrhundert bezeugt. Da der Genuss von Eiern in der Fastenzeit verboten war, hat die Kirche im 12. Jahrhundert die -geweihten Eier- eingeführt und ihren Verzehr auf den Tag der Auferstehung Jesu festgelegt. Das Ei gilt seither als Symbol der Auferstehung.

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Die letzten Worte des sterbenden Titelhelden in Shakespeares Hamlet sind: "Der Rest ist Schweigen" bzw. "The rest is silence", wir drücken so auch unsere Ratlosigkeit aus bzw. unser Unvermögen zu einer schwierigen Sache etwas zu sagen oder zu tun.

Beispiel: Auf die Frage "Wie soll es weitergehen?" sah man nur in ratlose Gesichter. Der Rest ist Schweigen.


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Wenn wir sagen "der Teufel ist ein Eichhörnchen", dann meinen wir, dass das Übel, die Gefahren oder Probleme mitunter in unscheinbarer oder harmloser Form auftauchen. Es ist ein Hinweis für sich selbst oder andere, vorsichtig zu sein.

Das Eichhörnchen galt in früheren Zeiten, wo der Aberglauben noch vorherrschte, wegen seines roten Fells und seiner Gewandtheit als eine sichtbare Gestalt des Teufels.

Jim: "Das sind alles ganz einfache Aufgaben, John. Schön, dass Du sie während meines Urlaubs übernimmst."

John: "Ok, das tue ich gerne. Aber gib mir bitte die Adresse, wo ich Dich im Notfall erreichen kann. Du weißt ja, der Teufel ist manchmal ein Eichhörnchen."


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(lat., >der Gott aus der Maschine<), In der griechischen Tragödie wurde häufig eine Katastrophe in letzter Minute abgewendet, indem mittels einer mechanischen Vorrichtung ein -Gott- auf die Bühne herabgelassen wurde. So wurde >Deus ex Machina< zu einer Bezeichnung für die Lösung eines Konflikts oder Problems, die plötzlich und unerwartet eintritt.

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Der deutsche Michel ist die Darstellung des Deutschen vor allem als Karikatur vom dumpfen Kleinbürger im Schlafrock und mit Zipfelmütze, der seine Ruhe haben will.

Michel ist die Kurzform von Michael (Erzengel und Schutzpatron der Deutschen). So trat neben dem dumpfen deutschen Grobian als Bedeutung auch der schlaue, tapfere und fleißige Bauernbursche hervor. Im 18. Jahrhundert siegte schließlich die negative Charakteristik, der deutsche Michel wurde der gutmütige, aber etwas einfältige und geistig unbewegliche deutsche Spießbürger, dem es an jeder Weltläufigkeit mangelt und der nur sein eigenes Deutsch spricht und versteht.


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Die "blaue Blume" ist das Symbol der romantischen Poesie und ihre nach dem Unendlichen gerichteten Sehnsucht. Der Begriff stammt aus dem Roman "Heinrich von Ofterdingen" von Novalis (Friedrich von Hardenberg, 1772 - 1801).


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Der Gott des günstigen Augenblicks, Kairos, gilt als jüngster Sohn des Zeus und wurde in Olympia kultisch verehrt. Er wird in der griechischen Kunst mit einem kahlen Hinterkopf und einem längeren Haarschopf vorn an der Stirn dargestellt.

An jenem Haarschopf konnte man also den Gott Kairos bzw. "den günstigen Augenblick" gut fassen, worauf unsere Redewendung "Die Gelegenheit beim Schopf packen" zurückgeht.

Mit der Redewendung "Die Gelegenheit beim Schopf packen" drücken wir heute aus: Einen einmaligen, günstigen Augenblick schnell und entschlossen nutzen. (siehe auch "Kairos")

(NL 10.08.2005)

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Wenn wir uns nicht um das "Gekläff" von Kritikern kümmern und unbeirrt unsere Ziele anstreben, sagen wir auch "Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter".

Es handelt sich um ein international verbreitetes Sprichwort (spanisch, indisch, kurdisch) und wird meist englisch zitiert als: "The dogs bark, but the caravan passes".

Jim: "Du hast Dich bei Deinem Vortrag durch die unberechtigte Kritik überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das fand ich beeindruckend.
John: "Ich dachte so bei mir: Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter."


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Die Redensart "die oberen Zehntausend" geht zurück auf einen Leitartikel des Journalisten Nathaniel Parker Willis (1807 - 1867) im "Evening Mirror", New York, vom 11.11.1844. Da heißt es: "At present there is no distinction among the upper tenthousand of the city".

Während man in Amerika heute die Reichsten der Reichen zu den "Four hundred" rechnet, sagt man in Großbritannien "The upper Ten".

Wenn wir heute von "den oberen Zehntausend" sprechen, dann meinen wir Personen der begütertsten Gesellschaft, sehr prominente Personen oder Menschen, die sich dafür halten.

(NL 05.03.2008) 


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1966 erschien das gleichnamige Theaterstück von Günter Grass, das sich mit der Haltung Bertolt Brechts zu den Geschehnissen am 17. Juni 1953 auseinandersetzt.

Heute sagen wir etwas scherzhaft "Die Plebejer proben den Aufstand", wenn eine Gruppe bzw. ein Einzelner sich mit scharfer Kritik oder einer dringlichen Forderung zu Wort meldet.

(NL 03.04.2011)


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Das Einholen der Segel war ein altes Zeichen für die Aufgabe in einer Schlacht. Bereits im 16. Jahrhundert heißt es in der Hildesheimer Chronik von Oldecop (S. 159): "De Engelschen streken ere segeln".

Wenn wir "die Segel streichen", dann geben wir nach bzw. erklären wir uns für überwunden, wie ein Schiff bzw. die Besatzung, das sich dem Feinde ergibt.

(NL 11.03.2009)


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(lat., alea iacta est, "Der Würfel ist geworfen worden"), Der Satz geht auf den griechischen Dichter Menander zurück. Angeblich sagte es auch Julius Caesar, als er im Januar 49 v. Chr. mit seinen Truppen den Rubikon überschritt. Caesar war bewusst, dass diese Überquerung einen schrecklichen Bürgerkrieg heraufbeschwor.

Die abgewandelte Formulierung "der Würfel ist gefallen" wird heute gebraucht, um auszudrücken, dass eine Entscheidung gefallen ist und es kein zurück mehr gibt.


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(lat.) "diem perdidi" war der Ausruf des römischen Kaisers Titus, als er eines Abends daran dachte, dass er diesem Tag noch niemandem etwas Gutes erwiesen hatte. Er bedeutet soviel wie: "Ich habe einen Tag verloren".

(NL 26.10.2009)


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(lat., >teile und herrsche<), Diese zynische Formulierung für schlaue Machtpolitik geht zurück auf die damalige Politik der Römer. Die Idee ist durch Spaltung der Gegner die eigene Machtstellung zu verbessern.

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"Dolce Vita" bezeichnete ursprünglich das ungezügelte Leben wohlhabender Müßiggänger, die sich das Leben mit schönen Frauen "versüßten".

Allgemein bekannt wurde der Slogan erst durch den Film "La dolce vita" von Federico Fellini, der 1960 erstmals ausgestrahlt wurde. Im Laufe der Zeit hat die Wendung einen Wandel dahingehend erfahren, dass sie auch allgemein verwendet wurde für das "süße Nichtstun" oder "Faulenzen".

Wenn Sie sich dem "Dolce Vita" hingeben, dann huldigen Sie dem "süßen Leben".


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'Donnerstag' ist der vierte Tag der Woche. In der Antike war er Zeus und Jupiter geweiht - bei den germanischen Völkern dem Gott Donar.

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Dieses geflügelte Wort hat seinen Ursprung in der Argonautensage. Dort wird berichtet, wie Kadmus die Zähne eines von ihm erlegten Drachens aussät und unterpflügt. Aus dieser Saat wachsen Krieger hervor, die sich dann gegenseitig erschlagen. Mit fünf Übrigbleibenden gründet Kadmus dann die Stadt Theben.

Wenn jemand heute "Drachenzähne sät", dann meinen wir ein Tun, das Zank und Zwietracht bzw. etwas Böses hervorbringt. Hingegen "geht die Drachensaat auf", wenn die schlimmen Folgen sichtbar werden.


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Dracon war Gesetzgeber in Athen um 620 v. Chr. und bekannt durch seine Strenge und Härte. Der griechische Schriftsteller, Philosoph und Historiker Plutarch (um 45 - 125 n. Chr.) schrieb, dass er Gesetze mit Blut und nicht mit Tinte schrieb.

Heute verwenden wir das Wort "drakonisch" im Sinne von sehr streng, hart bzw. grausam.


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Dieses geflügelte Wort hat seinen Ursprung in Goethes Drama "Iphigenie auf Tauris".

Hier antwortet König Thoas auf die Enthüllung der Iphigenie, sie sei aus dem Geschlecht der Tantalus (ein mordlüsternes Geschlecht), mit den Worten "Du sprichst ein großes Wort gelassen aus".

Heute bemerken wir scherzhaft "Du sprichst ein großes Wort gelassen aus", wenn jemand eine überraschende und gewichtige Äußerung macht bzw. "Du sprichst ein wahres Wort gelassen aus", wenn wir eine zutreffende Feststellung kommentieren.


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Die Bezeichnung geht zurück auf Dulzinea von Toboso, die nur in der Einbildung vorhandene Geliebte von Don Quichote. Das weltberühmte Werk -Don Quixote de la Mancha- des spanischen Schriftsteller Miguel de Cervantes (1547 - 1616) ist eine lesenswerte und nachdenkenswerte Satire auf Ritterromane bzw. auf das Menschsein an sich. >Dulzinea< verwenden wir heute auch als eine scherzhafte Bezeichnung für eine Geliebte bzw. Angebetete.
 
 

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