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Der Gott des günstigen Augenblicks, >Kairos<, gilt als jüngster Sohn des Zeus und wurde in Olympia kultisch verehrt. Er wird in der griechischen Kunst mit einen kahlen Hinterkopf und einem längeren Haarschopf vorn an der Stirn dargestellt. An jenem Haarschopf konnte man also >Kairos< bzw. -den günstigen Augenblick- gut fassen, worauf auch unsere Redewendung -Die Gelegenheit beim Schopf packen- zurückgeht.
Mit dem geflügelten Wort >Kairos< drücken wir heute aus: -Einen einmaligen, günstigen Augenblick schnell und entschossen nutzen-.
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Dieses Sprichwort geht zurück auf den deutschen Kaiser und preußischen König Kaiser Wilhelm II (1859 - 1941).
Zu jener Zeit benötigte man film- und mediengerechtes Wetter, um in den Massenmedien zu "glänzen". Selbst kurzfristig wurden Termine abgesagt, wenn das "Kaiserwetter" ausblieb.
"Kaiserwetter" ist somit sprichwörtlich für strahlenden Sonnenschein und blauen Himmel geworden.
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(altind., >Tat<), Das 'Karma' ist ein entscheidender Begriff des hinduistischen, buddistischen und jainistischen Weltverständnisses. Nach dieser Lehre setzt jede gute oder schlechte Tat einen Vergeltungsprozess frei, der unbeeinflussbar eine Vergeltung in einem weiteren Leben bedingt (Seelenwanderung).
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(grch. Mythologie), -Kassandra-, Tochter des Priamos von Troja, erhielt von Apollo die Gabe des Blicks in die Zukunft. Da sie aber seine Liebe nicht erwiderte, bewirkte der Gott, dass niemand ihren Weissagungen Glauben schenkte.
Sie warnte übrigends auch vor dem Trojanischen Pferd - leider vergeblich! Deswegen bezeichnet man heute Warnungen, die nicht beachtet werden als >Kassandrarufe<.
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"Kastor (lat. Castor) und Polydeikes (lat. Pollux)" waren in der griechischen Sage unzertrennliche Zwillinge.
Eines Tages stirbt Kastor im Kampf und sein unsterblicher Bruder Pollux trauerte fortan um ihn. Er bittet seinen Vater, er möge ihm die Unsterblichkeit nehmen.
Gerührt von so viel Liebe ließ Zeus seinen Sohn wählen, entweder ewig jung zu bleiben und unter den Göttern zu wohnen oder mit Kastor jeweils einen Tag im unterirdischen Reich des Hades (Reich der Toten) und einen Tag im Olymp bei den Göttern zu weilen. Ohne zu überlegen wählt Pollux die zweite Variante und wanderte von da an mit seinem Bruder zwischen den Reichen des Zeus und des Hades.
Noch heute zeugt das Sternbild Zwillinge mit seinen Hauptsternen Kastor und Pollux von der großen Bruderliebe. Das Sprichwort "wie Kastor und Pollux" wird für eine enge (meist Männer-) Freundschaft verwendet. "Sie waren unzertrennlich wie Kastor und Pollux."
(NL 13.10.2006)
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Den Ausdruck >kategorischer Imperativ< prägte der deutsche Philosoph Immanuel Kant (1724 - 1804).
Er stellt für Kant den obersten Grundsatz dar, nach dem ein Mensch so handeln sollte, wie er möchte, dass alle handeln sollten. Kants Formulierung lautet: "Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne."
Im englischen Sprachraum wird dieses ethische Gesetz als "Golden Rule" bezeichnet. Wir verwenden im Deutschen auch die Bezeichnung "Goldene Regel" oder "Kantscher Imperativ".
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(grch. Reinigung) Im Allgemeinen bedeutet "Katharsis" die Läuterung bzw. das Abreagieren seelischer Konflikte. In der Psychotherapie ist es der angestrebte Effekt, seelische Konflikte durch Abreagieren (z.B. durch Weinen, Worte oder symbolische Mittel) aufzulösen.
(NL 12.01.2009)
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"Zerberus" (Kerberos) ist der Name des schrecklichen Höllenhundes, der den Eingang zur Unterwelt bzw. zum Hades bewacht. Der Sage nach handelt es sich um ein gewaltiges hundeähnliches Geschöpf, das drei Köpfe besitzt.
"Zerberus" verwehrt jedem den Zutritt in die Unterwelt, der dort nicht hingehört und diejenigen, die an diesem Ort verbleiben müssen, lässt er nicht hinaus. Nur wenigen Helden ist es bisher gelungen, "Zerberus" zu besänftigen oder zu überlisten.
Dieser schreckliche Wächter vor dem Reich bzw. Haus der Toten ist zum Synonym für einen grimmigen Türhüter geworden (... und zum Schrecken aller Postboten!).
(NL 29.03.2009)
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Wenn wir heute von >Kind und Kegel< sprechen, sollten wir vorsichtig sein.
Das Wort >Kege< ist nämlich abgeleitet vom mittelhochdeutschen Wort "Kekel" und bedeutet "uneheliches Kind".
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Die Redensart >Dich hat man wohl mit dem Klammerbeutel gepudert< ist erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgekommen. Ihr liegt die Vorstellung zugrunde, dass jemand, der statt mit der Puderquaste mit einem Beutel für Wäscheklammern gepudert ist, durch die Schläge auf den Kopf einen geistigen Defekt davongetragen haben muss.
>Dich hat man wohl mit dem Klammerbeutel gepudert< bedeutet heute somit "du bist wohl nicht ganz bei Verstand"!
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Von Kohärenz spricht man im Zusammenhang mit Wellen, vor allem Lichtwellen endlicher Länge (Wellenzüge). Zwei Wellen sind kohärent, wenn sie die Fähigkeit besitzen, miteinander zu interferieren, d.h., sich gegenseitig zu verstärken (konstruktive Interferenz) oder zu vernichten (destruktive Interferenz). 'Kohärenz' kann eine Analogie für die Beziehung zwischen Menschen sein.
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(jiddisch, >rein<), Mit dem Wort 'koscher' bezeichnen die Juden alle Speisen, die nach den Vorschriften der Thora (die zentrale Glaubensurkunde der jüdischen Religion) erlaubt sind. Mit 'koscher' bezeichnen wir heute die Dinge, die >einwandfrei< sind.
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(hebr.), Der Ausdruck "Krethi und Plethi" geht zurück auf das Alte Testament. Die Leibwache des Königs David bestand aus Kretern (aus Kreta) und aus Plethern (d.h. Philister).
Heute bezeichnen wir eine zusammengewürfelte Gesellschaft auch als "Krethi und Plethi".
(NL 28.08.2007)
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Diese Redensart geht auf eine weitverbreitete Sage aus dem Mittelalter zurück. Man glaubte, dass Krokodile wie Kinder weinen und damit Menschen anlockt, um sie dann zu verschlingen.
Heute verwenden wir den Ausspruch "jemand weint Krokodilstränen", wenn jemand Rührung bzw. Mitgefühl vortäuscht oder erheuchelte Tränen vergießt. (NL 08.01.2008)
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Erstmals belegt ist der Begriff "Krähwinkel" in der Satire "Das heimliche Klagelied der jetzigen Männer" des deutschen Dichters und Publizisten Jean Paul (1763 - 1825). Das Wort ist vom Althochdeutschen "chrawinchl" abgeleitet und bezeichnet die abgelegenen Einzelsiedlungen der nistenden Krähen.
Als "Krähwinkeleien" umschreibt man heute engstirnige Ansichten und kleinliches Verhalten der Bewohner eines Ortes.
(NL 02.11.2009)
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Krösus war der letzte König von Lydien (um 550 v. Chr.). Sein Reichtum wurde sprichwörtlich für einen Menschen, der mit Gütern reich gesegnet ist.
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Am 16. Oktober 1906 marschiert der Schuster Wilhelm Voigt verkleidet als Garde-Offizier mit einer Abteilung Soldaten in das Rathaus von Köpenick. Mit Hilfe einer gefälschten Kabinettsorder lässt er den Bürgermeister und den Stadt-Rendanten verhaften. Er beschlagnahmt die Stadtkasse und kann fliehen. Er kommt jedoch nicht weit, wird verhaftet und zu vier Jahren verurteilt.
Diese "Köpenickiade" wurde zu einem geflügelten Wort für einen amüsanten Gaunerstreich. Ganz Deutschland lachte über diesen Vorfall, der mit einem verwegenen Gaunerstückchen die Uniform-Gläubigkeit der Zeit ausnutzte und den Untertanengeist in Amtsstuben entlarvte.
(NL 03.02.2010)
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(grch., >wortkarg<, >einsilbig< oder >kurz und treffend im Ausdruck<), Wenn sich jemand kurz und präzise ausdrückt bezeichnet man das als 'Lakonismus'. In einer Situation, in der jemand sehr sparsam mit Worten ist, könnte man die Art der Rede als 'lakonisch' bezeichnen.
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Dieses Sprichwort geht zurück auf eine Sage von Johannes Rothe.
Er berichtet vom Landgraf Ludwig von Thüringen (1140 - 72), der anfänglich so milde geherrscht haben soll, dass die Mächtigen im Lande übermütig wurden und das Volk ausbeuteten und quälten. Während eines Jagdausfluges verirrte sich der Landgraf und findet bei einem Schmied im Thüringer Wald Unterkunft. Der Schmied, der ihn nicht erkannte, habe, während er nachts auf seinen Amboss schlug, auf die Lässigkeit des Grafen geflucht: "Nun werde hart".
Aufgrund dieses Erlebnisses soll der Landgraf alsbald für Zucht und Ordnung im Lande gesorgt haben.
Die heutige Form des Sprichwortes "Landgraf, werde hart!" stammt aus Wilhelm Gerhards (1780 - 1858) Gedicht "Der Edelacker".
Die Aufforderung "Landgraf, werde hart!" gilt als Ermahnung an einen allzu milden Vorgesetzten oder an eine Regierung, strenger gegen Unrecht und Missstände vorzugehen.
(NL 11/2005)
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(ital., 'la, re, fa, re.'), "Larifari" bezeichnet einen >harmlosen Unsinn<.
Es entstand aus der italienischen Tonbezeichnung la, re, fa, re. Der Wiener Abraham a Sancta Clara (1644 - 1709) nahm es in einen Reim auf: "Ein Wax ist die Welt, man truck hinein, was man will, so ists doch nichts als Lari fari und Kinderspiel".
Als "Larifari" bezeichnet man in Wien auch einen >Hanswurst<.
(NL Juni 2007)
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Mit dem Ausruf "Le roi est mort, vive le roi!" (Der König ist tot, es lebe der König!) wurde in Frankreich durch einen Herold der Tod des Königs verkündet. Es wurde so zum Ausdruck gebracht, dass in einer Erbmonarchie ohne besondere Ernennung der Thronfolger der neue König ist.
Heute sagen wir "Le roi est mort, vive le roi!", um etwas spöttisch zum Ausdruck zu bringen, wenn nach einem Ereignis alles beim Alten bleibt.
(NL 02. Juli 2007)
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"Vivre comme Dieu en France" ist zwischen 1792-1794 in Europa zu einem geflügelten Wort geworden. Nach der französischen Revolution wurde nämlich nicht nur die katholische Kirche in Frankreich entmachtet, sondern auch Gott wurde "abgesetzt". Gott hatte also in Frankreich nichts mehr zu tun bzw. mit den Franzosen keine Arbeit mehr.
Wenn es sich heute z.B. jemand bequem macht oder sich dem Müßiggang hingibt, dann sagen wir auch er würde "leben wie Gott in Frankreich".
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Die Redensart > Lehrgeld zahlen< (auch geben) geht kulturgeschichtlich auf das Lehrgeld zurück, das früher im Handwerk für die Ausbildung des Lehrlings von dessen Eltern an den Meister bezahlt werden musste.
Wenn wir heute >Lehrgeld zahlen<, dann meine wir, dass wir eine Erfahrung teuer erkaufen bzw. durch Schaden klug werden.
Wenn jemand sich sehr ungeschickt anstellt oder wir zum Ausdruck bringen möchten, dass jemand etwas wohl nie lernen wird, dann sagen wir auch >Lass dir dein Lehrgeld zurückgeben< (auch Schulgeld).
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(grch. Sage, Ovid), Der athenische Held Theseus erschlug den Minotaurus, ein Ungeheuer mit menschlichem Körper und Stierkopf, im Labyrinth zu Knossos. Mit Hilfe eines Fadens, den er von einem Knäul abgewickelt hatte, fand er anschließend wieder in die Freiheit.
Das Knäul hatte Theseus von der schönen Ariadne bekommen. Auf diesen >Ariadnefaden< geht übrigens unser Wort "Leitfaden" zurück.
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"Leviathan" ist der Name des Chaos-Drachen in Schlangengestalt im Alten Testament. Im Buch Hiob führt Gott dem leidenden Hiob seine Allmacht vor. Zum Beweis zeigt er ihm die beiden Ungeheuer Leviathan und Behemot (die vermutlich auf Krokodile und Nilpferde verweisen), die trotz ihres gefährlichen Wesens auch von Gott abhängig sind.
Der englische Philosoph Thomas Hobbes (1588 - 1679) benutzte den Begriff auch literarisch als ein Symbol für den allmächtigen, allgewaltigen Staat.
Der Begriff "Leviathan" wird heute, wenn auch selten, als Symbol für ein bedrohliches Chaos gebraucht.
(NL 03.12.2008)
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(lat.), Die 'Libido' bezeichnet in der Psychoanalyse die sexuelle Energie, die den Menschen zu allen Formen angenehmer sinnlicher Erfahrung treibt. Entwicklungsstufen der 'Libido' sind die orale, anale, phallische und genitale Phase.
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Der römische Feldherr und Konsul Lucius Licinius Lucullus (ca. 117 - 56 v. Chr.) führte nicht nur um 79 v.Chr. den Kirschbaum aus Kleinasien nach Europa ein, sondern selber auch ein sehr luxuriöses Leben. 'Lukullisch' bedeutet soviel wie >üppig und genußreich< und wird meist im Zusammenhang mit Essen und Trinken benutzt.
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Der römische Feldherr und Konsul Lucius Licinius Lucullus (ca. 117 - 56 v. Chr.) führte nicht nur um 79 v.Chr. den Kirschbaum aus Kleinasien nach Europa ein, sondern selber auch ein sehr luxuriöses Leben.
Daher spricht man auch von einem 'lukullischen Mahl', wenn man ein >üppiges und genussreiches Essen< beschreibt.
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(lat.), 'luzid' bedeutet soviel wie 'klar' bzw. 'einleuchtend'.Das Nomen 'Luzidität' benennt somit Dinge oder Sachverhalte, die von klarer und einleuchtender Beschaffenheit sind., (z.B.: luzide Träume, luzide Aussage)
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Zurückzuführen ist dieser Ausdruck auf die Fabel "Der Löwe, der Esel und der Fuchs" des griechischen Dichters Aesop.
Als "Löwenanteil" bezeichnen wir den weitaus größeren Anteil, den jemand erhält.
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Die Redewendung geht zurück auf die Vorstellungen des italienischen Staatsmannes und Schriftstellers Niccolò Machiavelli (1469 - 1527). In seiner politischen Lehre gibt er der Machtpolitik Vorrang vor der Moral.
Als er die äußere Schwäche und den inneren Zerfall der italienischen Staatenwelt erlebte, suchte er nach Wegen einer Erneuerung. Der Glaube an den Kreislauf der Geschichte und ein pessimistisches Menschenbild beherrschten dabei sein Denken. In seinem 1513 entstandenen Werk 'Il Principe' ('Der Fürst') stellt er bis heute umstrittene Verhaltensregeln auf. Danach kann das Handeln des zur Staatsgründung und -erhaltung begabten neuen Fürsten dann im Widerspruch zur überlieferten Ethik stehen, wenn es die politischen Verhältnisse einer feindlich gesonnenen Umwelt erfordern.
Wenn jemand "machiavellistisch handelt", dann meinen wir, dass er skrupellos seine Ziele verfolgt.
(NL 14.01.2008)
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Das erst in der Gegenwartssprache geläufig gewordene spanische Wort "Macho" (= männliches Tier, Männchen) geht als substantiviertes Adjektiv auf lateinisch "masculus" (männlich) zurück.
Der "Macho" besitzt ein übersteigertes Männlichkeitsgefühl. Er betont seine angebliche Überlegenheit und Vitalität und lebt sie brutal aus.
Sprichwörtlich sind z.B.: "Ein Macho sein", "Sich wie ein Macho verhalten" oder "Machogehabe". (NL 01.10.2007)
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ist ein abgewandeltes Zitat aus dem Schauspiel "Torquato Tasso" von Johann Wolfgang von Goethe (II,1). Hier bemerkt der Titelheld: "... und wenn sie auch die Absicht hat, den Freunden wohlzutun, so fühlt man Absicht, und man ist verstimmt."
Heute verwenden wir das Zitat "Man merkt die Absicht, und man ist verstimmt", wenn wir ein allzu durchsichtiges Tun kommentieren, in dem man sehr deutlich persönliche Interessen erkennt.
(NL 24.10.2008)
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Das italienische Wort "manco" bedeutet ursprünglich "verstümmelt, unvollständig, mit einem großen Fehler oder Schaden behaftet".
Wenn wir heute sagen "das ist ein schweres Manko", dann fehlt Beträchtliches bzw. ist etwas von Nachteil. Sollte jemand "ein Manko haben" an etwas, dann hat er einen Bedarf bzw. fehlt ihm etwas.
Das Italienische "a manco" gehört der Kaufmannssprache an und bedeutet Fehlbetrag.
(NL 10.05.2009)
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Die Redensart >Manschetten haben< ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in studentischen Kreisen entstanden. In dieser Zeit hinderte die Mode der überfallenden Manschetten den Gebrauch des Degens im Kampf. Wer also Manschetten trug, der konnte sich nicht schlagen, sondern war ein "modischer Zärtling" bzw. würde man heute sagen "ein Weichei".
Wenn jemand Angst, Furcht oder Respekt hat, sagen wir heute auch >er hat Manschetten<.
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Dieser Ausspruch ist Teil des katholischen Schuldbekenntnisses (Confiteor).
Hier heißt es: >mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa<. Aus dem Lateinischen übersetzt heißt es "meine Schuld, meine Schuld, meine überaus große Schuld".
Heute benutzt man den Ausspruch >mea culpa<, um sich für etwas zu entschuldigen. Beispiel: "Ihnen gefällt das Wort des Tages nicht! Mea culpa!"
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(lat., >sinnende Betrachtung<), 'Meditation' bezeichnet verschiedene Arten der Bewusstseinserweiterung, der Innenschau und der Ausübung der Mystik. Voraussetzung ist, dass der Verstand, das Gefühl und der Körper völlig zur Ruhe kommen. Durch Messung der Gehirnwellen ließ sich die positive Wirkung der Meditation eindeutig nachweisen.
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(grch., die Neidische, "die eifersüchtige Rache"), Die >Megäre< ist eine der drei Erinnyen in der griechischen Unterwelt Hades. Erinnyen sind grässliche Gestalten des Hades, die die Seelen der Verstorbenen quälen bzw. unterirdische Rachegöttinnen mit schlangenbedeckten Köpfen.
Eine wütende und böse Frau bezeichnet man auch als >Megäre<.
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"Mein lieber Scholi!" oder auch "Ja mein Scholi!" sagt man zu einem, den man leiden mag, der aber doch eher ein Träumer, vielleicht auch ein Narr ist.
Diesen "Scholi" hat es wirklich gegeben. Es handelt sich um Ferdinand Joly (1765 -1823), den man zu seinen Zeiten den "ausgejagten Studenten von Salzburg" nannte, da er infolge seiner Verwicklung in ein mysteriöses Vorkommnis 1783 von der Salzburger Universität verwiesen wurde. Durch Jahrzehnte führte er ein unstetes Vagantenleben. Singend, dichtend und schauspielend hinterlässt er kaum sichtbare Spuren in Gehöften, Dörfern, selten nur in größeren Orten. Die wenigen erhaltenen Spiele, verfasst in bildhafter Volkssprache, dazu etliche Lieder, einige saftige "Predigten" und kuriose Gedankensplitter zeugen von einer höchst eigenwüchsigen Begabung.
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In dem Buch "Unsere Hauschronik" erzählt Karl Manfred von Hase von einem Studenten, der im Duell einen Kommilitonen erschossen hat und für seine Flucht sich die Legitimationskarte von seinem Bruder Victor von Hase lieh. Die nach geglückter Flucht weggeworfene Karte wurde gefunden und gab der Justiz Anlass zur Untersuchung. In dieser stellte der junge Jurist Victor von Hase klar: "Mein Name ist Hase, ich verneine alle Generalfragen, ich weiß von nichts."
Noch heute sagen wir etwas kürzer und scherzhaft "Meine Name ist Hase, ich weiß von nichts", wenn wir beteuern nichts zu wissen.
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(aramäisch, >meneh tekel u pharsin<), >Menetekel< ist die Bezeichnung eines Warnungsrufes bzw. -zeichens.
Zurück geht diese Bezeichnung auf eine geisterhafte Schrift, die dem babylonischen König Belsazar bei einem Gastmahl an der Wand erschien. Als einziger Prophet konnte Daniel die Zeichen deuten. "Gott hat dein Königreich gezählt und vollendet... und man hat dich (Belsazar) in einer Waage gewogen und für zu leicht befunden".
Daniel sagte somit den Untergang des babylonischen Reiches voraus und er sollte Recht behalten, denn König Belsazar wird in derselben Nacht umgebracht und sein Reich den Medern und Persern gegeben.
Wenn jemand >ein Menetekel aufrichtet<, dann gibt er ein Warnzeichen bzw. zeigt er drohendes Unheil an.
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(grch. Mythologie), >Mentor< war in der griechischen Sage der väterliche Berater des Telemach - dem Sohn des Odysseus und der Penelope.
Heute verwenden wir die Bezeichnung >Mentor< für einen weisen Erzieher und/oder Ratgeber.
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(grch, 'metaphora', >die Übertragung<), Die 'Metapher' ist eine rhetorische Figur bildhaften, uneigentlichen Sprechens, bei der die Wörter nicht in der eigentlichen, sondern in übertragener Bedeutung verwendet werden.
Zur Benennung neuer Dinge und Phänomene werden stets neue notwendige Metaphern geprägt (z.B. die Glühbirne, die Motorhaube, der Atomkern). Besonders großen Erfindungsreichtum an neuen Metaphern entwickeln immer wieder die Werbefachleute ('Königin der Biere').
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(grch., 'meta ta physika' = >hinter dem Physischen<), Die 'Metaphysik' wird seit dem Mittelalter als zentrale Disziplin der Philosophie angesehen. Sie ist der Teil der Philosophie, die sich mit dem Sein beschäftigt, das als jenseits der sinnlichen Erfahrung liegend angenommen wird. Die Metaphysik wird unterteilt in die Lehre vom Seienden (Ontologie), vom Wesen und der Ordnung der Welt (Kosmologie) sowie in die Lehre von der Existenz und dem Wesen Gottes (Theologie).
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"Methusalem" bezeichnet im Alten Testament den "Urvater". Er soll laut dem Buch Moses 969 Jahre (eigentlich ca. 78 Jahre) alt geworden sein. Der Begriff wurde durch George Bernard Shaws Werk "Back to Methusalah" im internationalen Sprachgebrauch wieder geläufiger.
Heute bezeichnet man auch scherzhaft Personen als "Methusalem", die ein hohes Alter erreichen. Man sagt auch: "Er ist alt wie Methusalem!"
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In dieser Fabel erträumt das Milchmädchen, was sie mit dem Geld aus dem Verkauf der Milch machen wird. Vor Freude hüpft sie und verschüttet dabei die ganze Milch.
So ist die "Milchmädchenrechnung" zu einem Sprichwort für Erwartungen geworden, die auf Illusionen, unlogischen Berechnungen oder Trugschlüssen beruhen.
(NL 29.01.2007)
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Die Redensart >Dich hat man wohl mit dem Klammerbeutel gepudert< ist erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgekommen. Ihr liegt die Vorstellung zugrunde, dass jemand, der statt mit der Puderquaste mit einem Beutel für Wäscheklammern gepudert ist, durch die Schläge auf den Kopf einen geistigen Defekt davongetragen haben muss.
>Dich hat man wohl mit dem Klammerbeutel gepudert< bedeutet heute somit "du bist wohl nicht ganz bei Verstand"!
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Mnemosyne ist die griechische Göttin des Gedächtnisses, Tochter des Zeus und Mutter der Musen. Ihr verdanken wir das interessante Wort "Mnemonik", womit Gedächtniskunst gemeint ist.
Mnemotechniken sind Merk- und Lernhilfen, die die Einprägung von Lernstoff fördern. Zum Beispiel: Assoziative Stützen in Form von Merksprüchen, Reimen, Rhythmen, Versen sowie graphischen Darstellungen und Systematisierung des Erlernens und Wiederholens.
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Griechischer Mythos, die Göttin des Gedächtnisses, Tochter des Zeus und Mutter der Musen.
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(lat., >Art zu leben<), Als 'Modus vivendi' bezeichnen wir die Verständigung darüber, wie man trotz unvereinbarer Gegensätze nebeneinander bestehen und miteinander auskommen kann.
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Der 'Moloch' ist eine orientalische Gottheit, dem Menschen- bzw. Kinderopfer gebracht werden müssen. Heute bezeichnen wir als 'Moloch' alles, was den Menschen wie ein riesiges Ungeheuer verschlingt.
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(frz., mondain, >weltlich<), Als 'mondän' bezeichnet man jemanden, der sehr elegant, sowie sehr gewandt ist und dabei trotzdem lässig und überlegen agiert. Man könnte auch sagen im Stil der großen Welt.
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Die oft schlechte handwerkliche Arbeit an Montagen prägte das Sprichwort "Montag(sarbeit) wird nicht wochenalt". Besitzt ein neues Auto erhebliche Mängel, die nach und nach in Erscheinung treten, so sagt man: Ich habe mir einen >Montagswagen< gekauft.
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Der Gott des Schlafes ist eigentlich Hypnos, der Sohn der Nacht. Die Redewendung "Morheus' Arme" geht aber auf seinen Sohn "Morpheus" zurück, den griechischen Traumgott.
Wenn Sie heute Morgen aus "Morpheus' Arme" gerissen wurden, dann riss man Sie aus einem ruhigen Schlaf. Der Ausdruck ist in verschiedenen Verbindungen zu hören: Sie können "in Morpheus' Armen liegen", "in Morpheus' Arme sinken" oder sich "nach Morpheus' Armen sehnen".
(NL 25. Juli 2007)
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(arab.), Ein 'Mufti' ist ein islamischer Rechtsgelehrter, der in Fragen des religiösen Rechts (Scheria) berät.
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Wenn Sie das >mulus mulum< spielen, dann loben Sie, um wieder gelobt zu werden. Dies ist eine veraltete, besonders zu Gotthold Ephraim Lessings Zeiten verbreitete Redensart. Heute bezeichnet man diese Haltung als "fishing for compliments".
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>Mummenschanz< steht für vermummt tanzende Gestalten. Mumman war vom 14. bis zum 16. Jahrhundert ein beliebtes Glücksspiel mit Würfeln - einen Glückswurf nannte man Schanz.
Zur Fastnachtszeit gingen herumziehende maskierte Gruppen in die einzelnen Häuser, forderten die Anwesenden stumm zu einem Mummenschanzspiel auf und zogen weiter.
Wenn wir >Mummenschanz treiben<, dann steht das auch für "sich amüsieren" bzw. "Unsinn treiben".
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Im Matthäusevangelium 23, 24 wirft Jesu den Schriftgelehrten und Pharisäern vor: "Ihr verblendeten Leiter, die ihr Mücken seihet und Kamele verschluckt!"
Noch heute benutzen wir diese Redewendung, wenn es jemand mit den Kleinigkeiten sehr genau nimmt und sich herzlich wenig um die wirklich wichtigen Dinge kümmert.
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