am Mittwoch, 03 Januar 2007 10:06von Helmut Hüsken
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Wortschatz
Q - T
toi-toi-toi |
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| toi-toi-toi |
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| Wortschatz - Von Quintessenz bis Tusculum | |
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Der Ausruf "toi-toi-toi" ist um 1930 durch einen Schlager verbreitet worden und steht mit einem alten Volksglauben in Zusammenhang. Lobende Äußerungen wurden allgemein gefürchtet, weil diese die bösen Geister aufmerksam und neidisch machen konnten. Um kommendes Unheil abzuwehren, musste man deshalb dem Lob sofort eine Schutzhandlung hinzufügen. Das wurde z.B. durch dreimaliges Klopfen auf Holz und den Ausruf "toi-toi-toi" vollzogen, der lautmalerisch für dreimaliges Ausspucken steht. Der Speichel galt als unheilbannend. Das Ausspucken vor einem Menschen war also ursprünglich ein Abwehrzauber, kein Zeichen der Verachtung wie heute. Auch das zuerst eingenommene Geldstück, das noch mehr Reichtum bringen sollte, der Spielwürfel, der Gewinn garantieren sollte, wurden bespuckt. Zum Anhören: Kurzer Beitrag von blueprints.de auf Radio BB Potsdam zum Thema toi, toi, toi (NL 26. März 2007)
» 2 Kommentare
1"toitoitoi"
am Mittwoch, 03 Januar 2007 10:06von Helmut Hüsken 'Toi, toi, toi' (d.h. Teufel, Teufel, Teufel!!)
2Kommentar
am Dienstag, 30 Januar 2007 07:44von Dr. h. c. Klaus Schuricht „Warum ‚Toi, toi, toi’? Zu einer Anfrage des Bayr. Rundfunks, 6.11.2000 • Dreimal auf Holz klopfen: Verbindet die magische Zahl ‚Drei’, der großer Zauber zugeschrieben wird (Dreieinigkeit Gottes bei den Christen) mit dem Vertreiben der bösen Geister durch Lärm. Besonders in der dunklen Jahreszeit haben die bösen Geister große Macht und so versuchte man, sie mit Lärm (Feuerwerk an Silvester, Perchtengänger, etc.) zu verscheuchen. Wer also laut über sein Glück oder seine Zufriedenheit spricht, zieht nach einem alten Glauben die bösen Dämonen auf sich, die so einen positiven Zustand nicht gutheißen können. Lärm verscheucht die Geister wieder (Grinsebacke.de, die glücklichen Seiten, Aberglaube)
• 'Toi, toi, toi' (d.h. Teufel, Teufel, Teufel!) sagen und auf Holz klopfen (engl. knock on wood ist auch der Titel eines von 'Sam' am Klavier begleiteten Songs im Film ‚Casablanca’!), um Unfall, Unglück oder Krankheit zu verhüten, von denen gerade gesprochen wird. ?=> Okkulte Worte, Verse, Sprüche, Schriftzeichen; Ziele und Praktiken in Aberglauben und Magie; aus G. Gutemann: 'Fremdeinflüsse erkennen und überwinden' & Disk-plus-Buch-Verlag und Buchvertrieb G. Gutemann); ?=> auch: Helmut Abler: Jogging durch die Religionen; Infos zu Esoterik, Aberglaube und Religion?Wird ‚Toi, toi, toi’ ‚feucht’ artikuliert und spuckt man der betr. Person dabei über die Schulter, so bringt - nach einem angebl. seit 1900 gepflegten Aberglauben - dies einem Künstler (oder jemandem, der sich dafür hält) Glück. • 2. Internationales Kurzfilmfestival "Wie wir leben" 19. - 22. November 1997: TOUCH WOOD - Auf Holz klopfen. Animationsfilm von Vivienne Jones, GROSSBRITANNIEN 1996, 35 mm, Farbe, 6 min“ QUELLE: http://www.staff.uni-marburg.de/~naeser/toitoi.htm „toi, toi, toi!: Die Interjektion, mit der man jemandem Glück und Erfolg besonders für einen künstlerischen Auftritt wünscht oder mit der man ausdrückt, dass man etwas nicht berufen will, gibt lautmalend ein dreimaliges Ausspucken wieder, das nach altem Volksglauben dämonenbannend wirkt.“ GÜNTHER DROSDOWSKI [HRSG.], DUDEN „ETYMOLOGIE“: HERKUNFTSWÖRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE, MANNHEIM (DUDEN) 21989 „toi, toi, toi (19. Jh.). Zunächst norddeutsch, jetzt weiter verbreitet. Lautliche Begleitung oder lautlicher Ersatz für eine dreifache abergläubische Handlung (Ausspucken, auf Holz Klopfen o.ä.) Der Sinn ist, bei Erzählen eines Erfolgs oder beim Glückwünschen den Neid böser Geister (die dann den Erfolg zunichte machen könnten) zu verhindern. RÖHRICH 3 (1992), 1629 f.“ FRIEDRICH KLUGE, ETYMOLOGISCHES WÖRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE, BERLIN (DE GRUYTER) 242002 „toi, toi, toi. Die Wendung Unberufen, toi, toi, toi! ist um 1930 durch einen Schlager verbreitet worden; sie steht jedoch mit einem alten Volksglauben in Zusammenhang. Lobende Äußerungen wurden allgemein gefürchtet, weil diese die bösen Geister aufmerksam und neidisch machen konnten. Um kommendes Unheil abzuwehren, musste man deshalb dem Lob sofort ein ‚unberufen’ hinzufügen. Diese Schutzhandlung wurde noch durch dreimaliges Klopfen auf Holz und den Ausruf ‚toi, toi, toi!’ verstärkt, der lautmalerisch für dreimaliges Ausspucken steht. Der Speichel galt als unheilbannend. Das Ausspucken vor einem Menschen war also ursprünglich ein Abwehrzauber, kein Zeichen der Verachtung wie heute. Auch das zuerst eingenommene Geldstück, das noch mehr Reichtum bringen, der Spielwürfel, der Gewinn garantieren sollte, wurden bespuckt. Auch in Frankreich, wo die Wendung unbekannt ist, wird dreimal auf Holz geklopft, um kommendes Unheil abzuwehren- Es kommt als ursprünglicher Ursprung des Ausrufs auch eine dreimalige, verkürzte Nennung des Teufels in Betracht. Das Schwäbische Wörterbuch II, S. 170 führt eine Redensart auf: ‚No kommt mer in ’s Teu-, Teu-, Teufelskuchen bey ihm.’ Die Formel toi-toi-toi wird heute unabhängig von ‚unberufen’ gebraucht, wenn man jemandem zu einer schwierigen Aufgabe, z.B. zu einer Prüfung, gutes Gelingen wünschen möchte.“ LUTZ RÖHRICH, LEXIKON DER SPRICHWÖRTLICHEN REDENSARTEN, FREIBURG (HERDER) 51991 „unberufen. ‚Unberufen’, ‚unberedet’‚ unbeschrien’, ‚unbeschladdert’ und ähnliche Wendungen haben sich als ursprünglich magische Abwehrformeln des Volksglaubens auch heute noch im gesamten deutschen Sprachgebiet erhalten. Sie werden der Erwähnung glückhafter Umstände hintangestellt, um das Gegenteil nicht heraufzubeschwören. Mit ‚beschreien’, ‚berufen’, ‚bereden’ u.a. bezeichnet der Volksglaube die Be- oder Verzauberung von Personen und Sachen durch den magischen Bann des Wortes. Damit hängt zusammen, dass durch unvorsichtige Bewunderung und unzeitiges Lob das gegenteilige Schlechte gleichsam herbeigezogen wird. Das Alter dieser Vorstellung wird kaum zu ermessen sein. Um Unheil zu vermeiden, fügt man deshalb die Abwehrformeln hinzu und übt damit einen apotropäischen Zauber aus. So führt 1715 Johann Christian Ettner in ‚Des Getreuen Eckharths unvorsichtige Hebamme’ (937) an, dass man die Kinder nie ohne zugesetzten Gedeyungs-Wunsch loben solle. Theodor Fontane (1, 113) schreibt: > Übrigens ist sie, unberufen und unbeschrien, recht gut dat sey eyn Kint tosamen hebben gehat, dat ... de wende beschregen hedde Zuerst also ist mir mein Zuhausebleiben für diesmal ganz wohl geraten, wir wollen es aber nicht beschreien, sondern in stiller Bescheidenheit thätig hinleben dien (Neugeborene, Kinder, Wöchnerinnen, Brautleute).“ LUTZ RÖHRICH, LEXIKON DER SPRICHWÖRTLICHEN REDENSARTEN, FREIBURG (HERDER) 51991 » Kommentar schreiben
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