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ImageWenn es darum geht, Ziele zu suchen und zu finden, kann es sehr ratsam sein, beide Hirnhälften „mit ins Boot zu holen“. Während die hierbei meist genutzte linke Hirnhälfte eher analytisch das Thema zu bearbeiten sucht, würde die rechte Hirnhälfte das Thema ganzheitlich und in Bildern lösen wollen.

In dieser Übung werden Sie beide Hirnhälften aktivieren, um mögliche Ziele zu finden. Dieses Vorgehen wird Ihnen helfen, in einem weiteren Schritt Informationen zu den Zielen zu sammeln, auf deren Grundlage Sie Ihre Ziele formulieren können.

Vorgehensweise:

Schritt 1: Malen Sie ein Zielbild (Schwerpunkt: rechte Hirnhälfte)

Malen Sie ein Bild Ihrer kurz- und mittelfristigen Vorstellungen. Lassen Sie in diesem Bild die verschiedenen wichtigen Bereiche Ihres Lebens (z.B. Beruf, Karriere, Gesundheit, Partnerschaft, Finanzen etc.) auftauchen.

Lassen Sie Ihren Blick in die Zukunft schweifen und malen Sie, was Sie hier gerne sehen möchten. Nutzen Sie Farben, Formen, Metaphern, Analogien, Überschriften, Abkürzungen, Symbole, Verbindungen, um Ihren Zielen ein Bild zu geben. Es geht hier nicht um Raumtiefe und die Malkünste von Leonardo da Vinci, sondern um Ihr Zielbild.

ImageSuchen Sie sich einen anderen Platz, der Sie inspiriert und wo Sie sich wohl fühlen. Es gibt Orte und Räume, die unsere Kreativität einschränken. Versuchen Sie ein Gefühl für den richtigen Ort zu entwickeln.

Lassen Sie sich Zeit. Es geht um einen sehr wichtigen Aspekt Ihres Lebens und der sollte Ihnen Zeit Wert sein.

Sind Sie mit Ihrem Zielbild zufrieden? Gut! Dann starten Sie nun mit Schritt 2 - oder holen Sie sich erst einmal einen frischen Kaffee oder eine Tasse Tee.

Schritt 2: Fragen zum Zielbild (rechte und linke Hirnhälfte)

Nun beantworten Sie bitte die folgenden Fragen zu Ihrem Zielbild und notieren Sie stichwortartig Ihre Antworten bzw. führen Sie Ergänzungen und Änderungen in Ihrem Zielbild durch. Nutzen Sie Konfliktpfeile, Symbole, Verbindungen, Zahlen, Pfeile etc., um Ihr Bild zu ergänzen.

Fragen zu Ihrem Zielbild:

o Haben Sie etwas vergessen? (Beruf, Gesundheit, Partnerschaft, Finanzen etc.)
o Sind es Ihre Ziele oder die Ziele anderer? (Partner, Eltern, Vorgesetzter etc.)
o Wo gibt es mögliche Zielkonflikte? (Bitte markieren!)
o Wenn Sie ein Ziel auf dem Bild anstreben, welchem anderen Ziel auf dem Bild kommen Sie dann gleichzeitig näher?
o Stellen Sie sich vor, Sie hätten alle Ziele erreicht. Wie fühlt es sich an?
o Nummerieren Sie bitte die voneinander abgrenzbaren Ziele.
o Wie fühlt es sich an, wenn Sie einzelne Ziele erreicht haben?
- Was wäre dann anders?
- Auf was müssen Sie dem Fall verzichten?
- Wo müssen Sie sich dann einschränken?

o Was ist gut daran, wenn Sie einzelne Ziele nicht erreichen?
o Wer würde sich über die Ideen/Ziele auf diesem Bild noch freuen?
o Wen würden einzelne Aspekte stören?
o Wer wird Ihnen auf dem Weg zu einzelnen Zielen helfen?
o Welches Ziel zieht Ihren Blick immer wieder auf sich? Weshalb?
o Welches Ziel (Nummer) streichen Sie zuerst, wenn Ihnen die Ressourcen fehlen?
o Welches Ziel (Nummer) würden Sie auf gar keinen Fall streichen?
o Bitte priorisieren Sie Ihre Ziele auf dem Bild.

Streichen Sie auch ein Ziel oder Teile davon durch, wenn Sie nach dieser Analyse das Gefühl haben bzw. der Meinung sind, dass es nicht mehr „passt“. Sollten es zu viele Änderungen oder Streichungen sein, dann empfiehlt es sich ein neues Bild zu malen.
 
Schritt 3: Formulieren Sie nun Ihre Ziele (Schwerpunkt: linke Hirnhälfte)

Sie haben nun ein gutes Fundament an Informationen und Ideen geschaffen, um Ihre Ziele zu formulieren.

Um nun Ziele so zu formulieren, dass aus den formalen Kriterien keine Störung entsteht, sind einige Erkenntnisse der Kommunikations- und Sprachwissenschaft, der Psychologie, der Zielformulierungstheorie sowie der Unternehmenspraxis wichtig.

Sowohl die Form, die Wortwahl und der Inhalt von Zielen beinhalten wichtige Aspekte, die unbedingt zu beachten sind.

Form Ihrer Zielformulierungen

Das Aufschreiben der Ziele führt zu mehr Klarheit über das angestrebte Ergebnis. So wird die spätere Kontrolle des jeweiligen Zielerreichungsgrades möglich und Sie erhalten „Motivationsschübe“, wenn Sie bemerken, dass Sie Ihrem Ziel näher gekommen sind.

Außerdem dürfen Ziele nicht verstreut aufgeschrieben werden. Nutzen Sie ein für Sie wertiges Medium (z.B. ein Zielbuch), um Ihre Ziele und später Ihre Maßnahmen, Ideen usw. festzuhalten. So geben Sie diesem Thema auch die notwendige Wichtigkeit, die Ihre Ziele für Sie haben sollten.

Wortwahl der Zielformulierung

Terminieren Sie Ihr Ziele: Nur so können Sie einschätzen, ob Ihre Ziele realistisch sind, wann Maßnahmen zur Zielerreichung einzuleiten sind, welche Prioritäten zu setzen sind und wann Sie die Erreichung feiern können.

Formulieren Sie aktiv: „Ich lerne etwas zum Thema Selbstmanagement ...“ ist eine Formulierung für eine Maßnahmen bzw. eine Aktivität und kein Ziel. Ein Ziel könnte hier sein: „Ich habe bis zum … meine Aufgaben im Privaten und im Beruf besser organisiert. Ich habe Übersicht über meine Aufgaben, setze klare Prioritäten und fühle mich gut, wenn ich an meine Aufgaben denke …“. Hier entsteht ein Bild vom erreichten Zustand. Die Formulierung: „Ich lerne etwas zum Thema „Selbstmanagement “ erzeugt dagegen das Bild von der Aktivität von der Arbeit, die zu leisten ist. Ihr Ziel könnte sein: „in Hamburg zu sein“, nicht aber „nach Hamburg zu fahren“.

Vermeiden Sie Negationen und Reizworte, da das „Bild“ von der nicht gewünschten Situation trotzdem entsteht und zu Irritationen führt. Ein Ziel muss beschreiben, was erreicht werden soll und nicht was man verhindern will. Eine Passage in Ihren Zielen wie „kein Stress mehr“ lässt trotz der Negation das Bild entstehen und führt zu wenig hilfreichen und ungewollten Gefühlen oder Emotionen.

Eine Bitte: Denken Sie jetzt nicht an weiße Elefanten!

Hat Ihr Unterbewusstsein jetzt das „Nicht“ getilgt? Hoffentlich verschwindet die Elefantenherde bald wieder aus Ihrer Wahrnehmung.

Inhalt der Zielformulierung
Beschreiben Sie bei quantitativen Zielen genau, was Sie erreichen wollen. Nutzen Sie genaue (aber realistische) Angaben. (Beispiele: 75 kg, € 50.000, vier Aufträge, drei neue Kunden)

Machen Sie bei qualitativen Zielen die gewollten Ergebnisse beobachtbar. Was heißt es genau, wenn Sie ausgeglichener bzw. selbstbewusster sind? Woran kann man das beobachten? Woran könnten das andere beobachten? Wie fühlt es sich an?

Beispiel: „… selbstbewusster… “

o Ich vertrete meine eigene Meinung in der Firma.
o Ich fühle mich sicherer, wenn ich Kunden anrufe.
o Ich kenne meine Stärken und meine Schwächen.
o Ich akzeptiere Fehler und lerne daraus.
o Ich treffe schneller Entscheidungen.
o Im Gespräch mit meinem Chef habe ich trockene Hände.
o etc.

Denken Sie bitte daran: Es geht darum, wie Sie den Zustand definieren und nicht darum, wie „man“ den Zustand definiert. Was Erfolg ist, bestimmen Sie und nicht eine imaginäre oder reale Person bzw. ein Personenkreis.

Ihre Ziele sollen herausfordern, aber realistisch sein. Hängen Sie Ihre Ziele ruhig etwas höher, aber der Blick für das Machbare darf nicht verloren gehen. Ansonsten führen Ziele auch zu Demotivation und können frustrieren.

Schritt 4: Ziele aufschreiben, kontrollieren und anpassen

Schreiben Sie Ihre Ziele nicht nur auf, sondern beschäftigen Sie sich immer wieder mit ihnen. Führen Sie sich Ihre Ziele vor Augen, leiten Sie entsprechende Maßnahmen ab und stellen Sie Ihre Ziele immer wieder auf den Prüfstand. „Alles fließt“, alles ist in steter Umwandlung. So können sich auch Ziele ändern, wenn die Umstände, unsere Wünsche und unsere Ressourcen sich verändern.

Viel Erfolg beim Suchen, Finden und Erreichen Ihrer persönlichen Ziele wünscht Ihnen

Michael Behn
blueprints Team

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