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John Locke begann mit diesem persönlichen Erlebnis gerne seine Ausführungen zum Thema Freiheit. Ihm ging es darum aufzuzeigen, wie komplex die Frage, ob es einen freien Willen gibt, sein kann.

Es gibt für dieses Rätsel keine kurze oder eindeutige Antwort.

Vielmehr sollte man sich verdeutlichen, wie stark unsere persönlichen Entscheidungsmöglichkeiten und sogar unser vermeintlich eigener Wille von gesellschaftlichen Regeln, eingeimpften Glaubenssätzen, genetischen Prädispositionen, den Gesetzen und so etwas wie einer verschlossenen Tür determiniert werden. Hinzu kommt die komplexe Welt der Neigungen und Triebe.

Zumeist können wir nicht so genau sagen, was alles bei einer Entscheidung eine Rolle spielt.

Einige Philosophen schlugen in diesem Zusammenhang eine Differenzierung in "Negative Freiheit" und "Positive Freiheit" vor. Nach Isaiah Berlin ist negative Freiheit ein Zustand der Freiheit, in dem keine von anderen Menschen ausgehenden Zwänge ein Verhalten erschweren oder verhindern.

Beispiele:

  • Die Tür ist unverschlossen, Herr Locke könnte diese (theoretisch) öffnen und seinen nächtlichen Aktivitäten nachgehen.
  • Anderes Beispiel: Ich kann meine Meinung äußern, ohne hierdurch negative Konsequenzen zu fürchten.

Die positive Freiheit wird hingegen als „Freiheit zu [etwas]“ aufgefasst.

Beispiele:
Herr Locke ist gesundheitlich in der Lage, das Bett zu verlassen und besitzt die Kraft, dies auch zu tun.

Ich habe zusätzlich zur Meinungsfreiheit auch Zugang zu öffentlichen Kommunikationsmitteln.

Viele gehen so weit, Positive Freiheit erst dann anzuerkennen, wenn die Freiheit auch wirklich ausgenutzt wird. Herr Locke also aufsteht, die Meinungsfreiheit im zweiten Beispiel auch in reale Äußerung mündet.

Die Begriffe Negative und Positive Freiheit werden sowohl auf Willens- als auch auf Handlungsfreiheit angewendet.

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