Einen guten Freund zu haben ist von allen Gottesgaben die reinste,
denn diese Art Liebe kennt keine wechselseitige Belohnung.
Sie ist nicht ererbt wie bei der Familie. Sie ist nicht zwingend
wie die zu einem Kind. Und sie verfügt nicht über das Mittel
körperlicher Freuden wie in der Ehe. Deshalb ist sie eine
unbeschreibliche Bindung, die eine weit tiefere Hingabe
mit sich bringt als alle anderen.

Jean Paul, deutscher Schriftsteller, * 1763, 1825

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