Wortschatz von Narziss bis Pyrrussieg

 

ImageDer Olymp (griechisch "Olympos" = Berg) ist der Name für die Wohnung der Götter in der griechischen Mythologie. Man ernannte den höchsten Berg Griechenlands, der durch seine überragende Höhe von 2900 Metern einen gewaltigen Eindruck macht, schon früh zum Göttersitz.

Wer "auf dem (hohen) Olymp sitzt", der hat eine zu hohe Meinung von sich selber. Durch die eigene Überschätzung wirkt eine solche Person sehr arrogant und herablassend anderen gegenüber.

(NL 25.02.2009)


Diese Redensart ist belegt seit 1704. Auf den ersten Blick scheint die Redensart Unsinn zu sein, denn Pontius und Pilatus bezeichnen denselben Mann. (Pontius Pilatus war von 26 bis 36 n. Chr. Präfekt/Statthalter des römischen Kaisers Tiberius). Die Wendung bezieht sich auf das Neue Testament (Lukas 23, 6-11) wo berichtet wird, dass Christus von Pontius Pilatus zu Herodes und von dem wieder zu Pontius Pilatus geschickt wird.

Wenn wir heute sagen "jemanden von Pontius zu Pilatus schicken", dann meinen wir jemanden von einem zum andern schicken oder ihn zwecklos hin- und herschicken. Zum Beispiel das nutzlose Hin- und Herlaufen zwischen mehreren Stellen auf Ämtern, Behörden etc. wird häufig so bezeichnet.


Adam Ries bzw. Riese (* 1492, † 1559) war Verfasser mehrerer populärer Rechenbücher. Durch die Verbreitung seiner Bücher bürgerte sich die Redewendung "Nach Adam Riese" ein.

Noch heute sagen wir, "das macht nach Adam Riese ...", um auszudrücken, dass wir richtig gerechnet haben.


Zurück geht die Bezeichnung "Narzissmus" auf die griechische Mythologie. Der schöne Jüngling Narziss verschmäht die Liebe der Nymphe Echo. Dafür wird er von der Göttin Aphrodite dadurch bestraft, dass er sich in Liebe nach seinem eigenen Spiegelbild verzehrt und schließlich in eine Blume (die Narzisse) verwandelt. "Narzissmus" bezeichnet auf den eigenen Körper gerichtete erotische Regungen bzw. im weiteren Sinne "die Selbstliebe".

Wenn wir jemanden als narzisstische Person bezeichnen, dann sind wir der Meinung, dass er eigensüchtig bzw. voller übertriebener Eigenliebe ist. "Sie ist ein narzisstischer Mensch. Unsere Meinung interessiert sie nicht. Nur sie zählt …"

(NL Juni 2006)


Zurück geht die Bezeichnung "Narzissmus" auf die griechische Mythologie. Der schöne Jüngling Narziss verschmäht die Liebe der Nymphe Echo. Dafür wird er von der Göttin Aphrodite dadurch bestraft, dass er sich in Liebe nach seinem eigenen Spiegelbild verzehrt und schließlich in eine Blume (die Narzisse) verwandelt. "Narzissmus" bezeichnet auf den eigenen Körper gerichtete erotische Regungen bzw. im weiteren Sinne "die Selbstliebe".

Wenn wir jemanden als narzisstische Person bezeichnen, dann sind wir der Meinung, dass er eigensüchtig bzw. voller übertriebener Eigenliebe ist. "Sie ist ein narzisstischer Mensch. Unsere Meinung interessiert sie nicht. Nur sie zählt …"

(NL Juni 2006) 

 


(grch., "Nektar", Sieg über den Tod und "Ambrosia", Unsterblichkeit) Nektar und Ambrosia wurden als Nahrung der Götter anfänglich nicht voneinander unterschieden. Später (in der Ilias und Odyssee von Homer) bezeichnete "Nektar" die Götterspeise und "Ambrosia" den Göttertrank.


(grch., nemein, "das Gebührende zuteilen") Nemesis ist die griechische Göttin, die zuständig war für die Verteilung von Glück und Recht. Für Frevel und Übermut (z.B. zu hohe Selbsteinschätzung) teilte sie die gerechte Strafe zu.


"Nestor" war in der griechischen Mythologie der König von Pylos, der in sehr hohem Alter am Trojanischen Krieg teilnahm. Er zeichnete sich als ein wertvoller und weiser Ratgeber aus.

Heute bezeichnet man als "Nestor" den herausragenden und ältesten Vertreter eines Wissenschaftszweiges bzw. einen sehr klugen Ratgeber.

(NL 21.04.2010)


Diese Redewendung hat seinen Ursprung im alten Testament.

Der Prediger Salomo weist auf die Eitelkeit und Nichtigkeit des Irdischen mit folgendem Ausspruch hin: "... und geschiehet nichts Neues unter der Sonne. Geschiehet auch etwas, davon man sagen möchte: Siehe, das ist neu? Denn es ist zuvor auch geschehen in vorigen Zeiten, die vor uns gewesen sind."

Wenn wir heute diesen Ausspruch nutzen, dann geben wir etwas resigniert der Erkenntnis Ausdruck, dass bestimmte Geschehnisse und Verhaltensmuster immer wiederkehren und uns nicht überraschen bzw. enttäuschen sollten.

(NL 12.09.2005)

(lat., 'nihil', >nichts<), Der 'Nihilismus' ist jedes Denken und Handeln, das nicht von einer Erkenntnis-, Seins-, Wert- oder Gesellschaftsordung ausgeht. Ursprünglich waren 'Nihilisten' Leugner Gottes und seiner Offenbarung.
'Nike' ist die griechische Göttin des Sieges, der die römische Göttin Victoria entspricht.

Nimbus (vom lat. nimbus = Wolke) ist ein Begriff aus der Kunstgeschichte und bezeichnet einen Strahlenkranz bzw. Heiligenschein um den Kopf einer Person.

Heute verwenden wir den Begriff im Sinne von besonderes Ansehen bzw. Ruf einer Person.

Beispiel: "In der deutschen Politik war er derjenige, den der Nimbus eines Sozial-Gurus umgab."


(hebr.), Als 'Nimrod' bezeichnet man einen leidenschaftlichen Jäger. Schon im alten Testament bezeichnete man so einen Städtebauer und >großen Jäger vor dem Herren< (1. Moses 10, 8).

(Sanskrit, das Verlöschen) Das "Nirwana" ist der Zustand der Erlösung, der im Buddhismus angestrebt wird. Es bedeutet das Aufhören des Verlangens nach Dasein und das Eingehen in das ewige Nichts, was als Vollendung des Lebens angesehen wird. Dieser Zustand kann schon auf Erden durch Meditation erreicht werden und ist das Ende der Wiedergeburten nach dem Tode bzw. das erstrebte, völlige Vergehen im Absoluten.


Diese Redensart entstand bei den kriegsmüden Soldaten am Ende des 1. Weltkrieges. Der Bahnhof wurde zum Symbol des Heimaturlaubs. Jedes Gespräch, das sich nicht auf die Heimkehr bezog, wurde mit dieser Redensart abgebrochen.

Wenn wir heute "nur Bahnhof verstehen", dann verstehen wir etwas nicht bzw. wollen etwas nicht hören.

(NL 05.02.2008) 


In der Stadtbibliothek Nürnberg befindet sich die wohl älteste Darstellung eines Nürnberger Trichters. Auf einem Kupferstich aus dem 17. Jahrhundert sind Männer abgebildet, die einem auf dem Boden Liegenden Weisheit mit einem großen Trichter eingießen. Auf dem Werk sind alle möglichen Gegenstände zu erkennen, die in diesen Trichter hineingeschüttet werden sollen.

1648 erschien Georg Philipp Harsdörffers interessant betiteltes Buch "Poetischer Trichter, die Teutsche Dicht- und Reimkunst, ohne Behuf der lateinischen Sprache, in VI Stunden einzugießen".

Durch dieses Werk wurde der "Nürnberger Trichter" schnell zu einer scherzhafte Bezeichnung für ein (mechanisches) Lehrverfahren, nach dem angeblich auch dem Dümmsten Wissen "eingetrichtert" werden kann.


(NL 19.06.2007)


Als Oberlehrer bezeichnen wir heute im abwertenden Sinne einen "Besserwisser". Also jemanden, der andere stets belehrt und sich mit seinem Wissen vor anderen profiliert.

Die Bezeichnung "Oberlehrer" war eine Amtsbezeichnung im deutschen Sprachraum an Volksschulen und weiterführenden Schulen. In der ehemaligen DDR war es auch ein Ehrentitel für einen Lehrer. Heute ist diese Amtsbezeichnung eher selten.

Jim: "Du musst das auch aus deren Sicht sehen, John".
John: "Bitte heute keine Oberlehrer Hinweise. Ich bin genervt genug!"


Ödipus ist eine Gestalt der griechischen Mythologie. Er wird mit durchbohrten Knöcheln (Ödipus = Schwellfuß) ausgesetzt, da er nach einem Orakelspruch seinen Vater töten und seine Mutter heiraten soll. Er wird aber gerettet vom König von Korinth und aufgezogen. Später erschlägt er unwissentlich seinen Vater und heiratet seine Mutter, mit der er vier Kinder bekommt. Als sie die Wahrheit erfahren, erhängt sich die Mutter und Ödipus blendet sich selbst.

Sigmund Freud (Vater der Psychoanalyse) führte den Begriff des "Ödipus-Komplex" ein, für Kinder, die eine libidinöse Beziehung zu einem Elternteil haben. Dabei soll es sich um eine unbewusste geschlechtliche Zuneigung eines Kindes zum andersgeschlechtlichen Elternteil und die hassvolle Eifersucht zum gleichgeschlechtlichen Elternteil handeln.


Der griechische Dichter Homer gilt als der Autor der "Odyssee", auch wenn in jüngerer Zeit Zweifel an der Autorenschaft für die Odyssee aufgekommen sind. Der Epos schildert die zehn Jahre dauernden Irrfahrten des Odysseus auf seiner Heimreise vom trojanischen Krieg nach Ithaka. Heute bezeichnen wir eine lange Irrfahrt oder eine abenteuerliche Reise als eine "Odyssee".

Der Ausruf "Ojemine" bzw. "O Jemine" als Bekundung des Mitleids, des Entsetzens oder der Überraschung hat seinen Ursprung in der lateinischen Anrede für "Herr Jesus". Aus "O Jesu Domine" wurde somit der Stoßseufzer "O Jemine!" oder in der Ausbaustufe "Oje!". "O herrje(h)" entstand entsprechend aus "Herr Jesus".


(lat., 'occultus', >geheim<), 'Okkultismus' ist eine Sammelbezeichnung für eine Reihe von Phänomenen, Praktiken und weltanschaulichen Systemen, die von der Wissenschaft noch nicht anerkannt werden. Die Grenzen dieses Begriffs sind unscharf, weil die Wissenschaften ständig neue Erkenntnisse vermitteln und weil das Okkulte von heute das Bekannte von morgen sein kann. (z.B.: Einfluss von Wasseradern, Handlinienlesen, Kartenlegen, Astrologie)

Olympischer Eid

Der Olympischer Eid wird von einem Sportler und einem Kampfrichter des jeweiligen Gastgeberlandes gesprochen.

Die aktuelle Version lautet: "Im Namen aller Athleten verspreche ich, dass wir an den Olympischen Spielen teilnehmen und dabei die gültigen Regeln respektieren und befolgen und uns dabei einem Sport ohne Doping und ohne Drogen verpflichten, im wahren Geist der Sportlichkeit, für den Ruhm des Sports und die Ehre unserer Mannschaft."


Der (Oster-)Has(e) hat g(e)legt!

Mit diesen Worten wird am Ostermorgen den Kindern die Suche nach den versteckten Ostergeschenken und insbesondere nach den bunt bemalten Ostereiern freigegeben.

Die Kinderfabel von dem Eier legenden Osterhasen schaltet - ähnlich wie bei anderen Brauchfiguren (Nikolaus, Christkind, Julklapp, Knecht Ruprecht) - zwischen dem Beschenkten und dem Geber noch eine Mittelsperson ein, die unerkannt bleibt.

Es handelt sich um eine Scherzfiktion, um einen "Brauch ohne Glaube", denn natürlich glaubt kein Kind im Ernst, dass ein Hase Eier legen könne. Oder?


(griech. oxys, scharfsinnige Dummheit) Das "Oxymoron" ist eine rhetorische Figur, bei der zwei sich dem Sinn nach eigentlich ausschließende Begriffe zu einem Ausdruck zusammengefügt werden.

Das Oxymoron wird eingesetzt, um besonders komplexe Dinge in einem Begriff zu fassen oder um starke Emotionen auszudrücken.

Beispiele für ein "Oxymoron" sind: Himmel auf Erden, traurigfroh, bittere Süße, scharfsinnige Dummheit, offenes Geheimnis


(grch. zurücklaufend) Ein "Palindrom" ist eine Lautreihe, die vorwärts und rückwärts gelesen denselben oder einen anderen Sinn ergibt (Otto, Gras).

Auch ein Wortspiel, das vorwärts und rückwärts gelesen denselben Inhalt hat, wird so bezeichnet.
"Ein Neger mit Gazelle zagt im Regen nie!"


(grch./lat.) Als "Palladium" bezeichnen wir ein hochgeschätztes Amulett oder Schutzmittel bzw. -bild. Zurück geht diese Bezeichnung auf die Pallasstatue, die in Troja als vom Himmel gefallen verehrt und sorgsam gehütet wurde, da der Besitz dieser Statue die Stadt angeblich unüberwindlich machte.


Das "Pamphlet" geht auf Pamphelius de amore zurück und bezeichnet in der deutschen Sprache eine "Schmäh- bzw. Kampfschrift".


(lat., 'panem et circenses'), Der Begriff "Brot und Spiele" entstand nach einem Zitat des römischen Satirikers Iuvenal (67 - 127). 

Im kaiserlichen Rom gab es viele Festtage, Gelegenheitsfeste und nicht zuletzt die Geburtstage der Kaiser, an denen Spiele veranstaltet wurden. Wagenrennen, Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen wurden zur Begeisterung, aber sicherlich auch zur Disziplinierung der Massen inszeniert. Durch diese Spiele sowie durch Geld- bzw. Getreidespenden versuchten die Kaiser die Gunst der Bevölkerung zu erhalten und gleichzeitig, durch die Repräsentation von Reichtum, ihre Macht zu festigen.

"panem et circenses" bzw. "Brot und Spiele" ist so ein Sprichwort für politisches Desinteresse geworden.

(NL 04 2006) 


Die Aussage "panta rhei" (gierch. "alles fließt") wird dem griechischen Philosophen Heraklit (550 - 480 v. Chr.) zugeschrieben. Heraklit negiert die Existenz eines bleibenden Seins und betont mit seiner Aussage, dass alles einem beständigen Wandel unterzogen ist.

Wenn wir heute die Wendung "panta rhei" verwenden, dann weisen wir auf den ewigen Wechsel bzw. den ewigen Wandel hin.


Die Redewendung "Daran erkenne ich meine Pappenheimer" ging hervor aus der Wallenstein-Triologie von Friedrich Schiller. Hier äußert Wallenstein sich anerkennend gegenüber seinen Pappenheimern (Regiment von Gottfried H. Pappenheim) mit dem Auspruch: "Ich kenne meine Pappenheimer". Er lobt mit diesem Ausspruch ihre Treue und ihren Mut.

Heute meinen wir eher das Gegenteil bei der Bezeichnung "Pappenheimer". Wir titulieren so einen Menschen, dessen Schwächen wir meinen genau zu kennen und wissen was wir von ihm erwarten können.

(NL 02.06.2007)


(französisch, "auf Befehl des Mufti"), Ein Mufti (arabisch) ist ein Rechtsprecher und Gesetzesausleger, gegen dessen Urteile keine Berufung eingelegt werden kann. >Par ordre de Mufti< brauchen wir heute noch, wenn eine erlassene Anordnung strengstens befolgt werden soll bzw. im ironischen Sinne, um achselzuckend und bedauernd anzudeuten, dass man gegen höheren Befehl nichts ausrichten könne.

Das Wort "Paradoxon" kommt aus dem Griechischen (paradoxos) und bedeutet "unerwartet". Das "Paradoxon" ist eine Vereinigung von sich scheinbar Widersprechendem in einer Aussage, in dem sich meist eine tiefere Wahrheit versteckt.

"Paradoxa" sind wahr und falsch zugleich. Sie erscheinen falsch, wenn man sie wörtlich verstehen will und zugleich wahr, wenn man ihre übertragene Bedeutung erkennt. In der Philosophie wurden paradoxe Aussagen häufig verwendet, um eine höhere Wahrheit zu entdecken oder anzuzweifeln.

Beispiele:
- "Was ist der Ton des Klatschens einer Hand?" (Hakuin, 1685 - 1768, Japan)
- "Sich freier fühlt in so geliebten Schranken ..." (Goethe, aus Marienbader Elegie)

(NL 01.10.2008)


(grch., >pathetikos<), Das Adjektiv 'pathetisch' ist ein Synonym für >erhaben<, >feierlich< bzw. >übertrieben feierlich<. Man sagt auch: 'voller Pathos'.

In Homers Epos "Odysseus" ist Penelope die Frau des Helden Odysseus.

Diese wartet über 20 Jahre mit unerschütterlicher Treue auf die Heimkehr ihres Mannes, obwohl sie stark von diversen Freiern bedrängt wird.

Eine sehr treue Frau wird auch heute noch scherzhaft als "Penelope" bezeichnet.

(NL 26. Juni 2007)


(grch. aus Homers Odyssee) Penelope war die Frau des tapferen, klugen und verschlagenen Odysseus.

Während seinen Irrfahrten hielt sie die Bewerber um ihre Hand hin. Sie versprach ihnen Gehör, sobald sie für ihren Schwiegervater Laertes ein Totengewand fertiggewebt hätte. Nachts löste sie aber wieder auf, was sie tagsüber geschaffen hatte.

Penelopearbeit ist zu einem anderen Ausdruck für "Arbeit ohne Ende" geworden.


(grch. Umschreibung) Die "Periphrase" ist eine rhetorische Figur, bei der ein Begriff oder eine Information umschrieben wird. So wird entweder ein Ausdruck durch einen bildhaften (Feuerwasser für Schnaps) oder durch mehrere Worte ersetzt, die den Begriff gleichzeitig näher beschreiben (der Vater der Psychoanalyse für Sigmund Freud).

Die "Periphrase" dient der sprachlichen Variation, der Informationsergänzung oder der Vermeidung anstößiger Ausdrücke (das älteste Gewerbe). 

(NL 29.08.2010)


Das Sprichwort "Perlen vor die Säue werfen" verwenden wir heute, wenn wir wertvolle Dinge an jemanden verschwenden, der diese nicht zu schätzen weiß. Diese Redewendung ist biblischen Ursprungs und geht auf Matthäus 7,6 zurück. Dort heißt es: "Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen nicht vor die Säue werfen..."

Das Peterprinzip ist der Versuch des kanadischen Bildungsforschers Prof. Dr. Laurence J. Peter, das Auftreten von Unfähigkeit in der Berufswelt zu erklären. Sinngemäß lautet das Peterprinzip: "In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zur Stufe seiner Unfähigkeit aufzusteigen."

Jim: "Der neue Marketingchef scheint seiner Sache nicht ganz gewachsen zu sein."
John: "Da hast Du Recht. Wieder ein Beispiel für das Peterprinzip."


Die Bezeichnung "Pfingstochse" hängt mit einem Brauch der Vieh- und Weidewirtschaft zusammen. Zu Pfingsten wird in vielen Landschaften das Vieh zum ersten Mal auf die Weide getrieben, oder der erste Austrieb wird mit festlichem Brauch wiederholt. Unter lautem Jubel, mit Grün bekränzt und geschmückt zieht das Vieh auf die Weide.

Jemand, der übertrieben und zugleich geschmacklos gekleidet ist, bezeichnet man heute auch als "Pfingstochse"!


Die Bezeichnung stammt aus Lukas 18, 10 - 11, in der ein Pharisäer betet: "Ich danke dir Gott, dass ich nicht bin wie die anderen Leute." Ob die historischen Pharisäer dieser Beschreibung tatsächlich entsprachen, wird heute stark bezweifelt.

"Pharisäer" ist die Bezeichnung für einen hochmütigen, selbstgerechten, heuchlerischen Menschen.


(hebr., 'Pelischtim'), Im Altertum war das Volk der >Philister< der ärgste Feind des auserwählten Volkes. Zum gängigen Ausdruck wurde es dann im 17. Jahrhundert durch die Studenten, die sich (im Konflikt mit den Bürgern) als auserwähltes Volk verstanden und ihre Gegner als >Philister< ansahen und ansprachen. Heute nutzen wir die Bezeichnung >Philister< noch, um einen engherzigen Menschen bzw. Spießbürger zu bezeichnen.

(griech., Liebe zur Weisheit, Streben nach Kenntnissen) Philosophie ist das Streben nach dem wahren Wissen.

Es umfasst die Erkenntnis des Wesens und des Zusammenhangs aller Dinge, die Prinzipien und Inhalte ethischen Handelns, die menschliche Selbsterkenntnis und die Stellung des Menschen in der Welt.

Heute unterteilt man die Philosophie in die Hauptdisziplinen: Metaphysik, Logik, Erkenntnislehre, Psychologie, Ethik und Ästhetik.


(grch., 'phlegma'), Der "Phlegmatiker" ist eine der vier Persönlichkeitstypen der antiken Temperamentenlehre. Diese "typischen" Temperamente bezeichnete der griechischer Arzt und Philosoph Hippokrates (460 - 377 v. Chr) als Choleriker, Melancholiker, Phlegmatiker und Sanguiniker.

Der Ausdruck "Phlegmatiker" bezeichnet den langsam und bedächtig reagierenden bzw. zur Gleichgültigkeit neigenden Menschen. Wenn wir heute das Adjektiv "phlegmatisch" benutzen, dann bedeutet es sinngemäß träge, schwerfällig bzw. nicht leicht erregbar.


(grch., 'phobos', >Furcht<), Die 'Phobie' ist eine neurotische und extreme Erwartungsangst vor bestimmten Objekten (z.B. vor Spinnen), Situationen (z.B. Höhe) oder vor bestimmten Reaktionen auf diese. Nach psychoanalytischer Auffassung liegt bei 'Phobien' eine innere Angst vor verdrängten Wünschen zugrunde.
Ein 'Placebo' ist ein >Scheinpräparat<, das optisch oder geschmacklich nicht vom Originalmedikament zu unterscheiden ist. Bei diesen Präparaten kommt es zum Placebo-Effekt: abhängig von der suggestiven Wirkung glaubt der Patient, sich genauso zu fühlen, als hätte er das Originalmedikament eingenommen. Mit anderen Worten: Jemand erfährt durch den Glauben an die Wirkung Besserung und nicht durch das Präparat.

Der Begriff "platonische Liebe" geht auf Platon zurück, der auf einem Gastmahl das Wesen der Liebe erörtern lässt. Er selber definiert es anschließend als Streben nach Vollkommenheit.

Heute wird der Begriff "platonische Liebe" für die Liebe unter Personen verschiedenen Geschlechts ohne sinnliches Begehren verwendet.


(grch. überflüssig vorhanden sein) Der "Pleonasmus" ist eine Verbindung von Begriffen ähnlicher oder gleicher Bedeutung. Die Verbindung liefert hierbei aber keine zusätzliche Information. Diese rhetorische Figur wird eingesetzt, um etwas stärker zu verdeutlichen und mehr Nachdruck zu verleihen.

Pleonasmen sind z.B.: weißer Schimmel, kleiner Zwerg, großer Riese, runder Kreis, grünes Gras und schwarzer Schornsteinfeger.

(NL 15.05.2011)


podcasting zeichen 564

Podcasting bezeichnet das Anbieten abonnierbarer Audio- oder Videodateien über das Internet. Das Wort entstammt den beiden Wörtern "Broadcasting" (Englisch für Rundfunk) sowie dem Namen des Apple-MP3-Players (iPod). Es stehen Podcasts für alle denkbaren Themengebiete zur Verfügung. Sie können zur Weiterbildung, zum Up to date-Bleiben bei einem Thema oder auch nur zum Hörgenuss angehört (bzw. angesehen) werden.

Quellen für Podcasts

 


Das Wort "Popanz" entstand aus dem tschechischen Wort "bukak" und bedeutet ursprünglich eine künstlich hergestellte Schreckgestalt, insbesondere eine ausgestopfte Puppe, die als Kinderschreck verwendet wurde. Seit dem 16. Jahrhundert ist das Wort in Deutschland gebräuchlich für Popelmann, Poppelhans (entstanden aus Puppe und Hans).

Wenn wir der "Popanz" für jemanden sind, dann sind wir jemand, der alles mitmacht. "Ich bin doch nicht dein Popanz!" sagt man und meint, dass man doch nicht alles mit sich machen lässt. 


Der lateinische Ausdruck "post festum" bedeutet wörtlich "nach dem Fest". Er stammt aus der Übersetzung des Dialogs Gorgias von Platon. Hier ist zu lesen, dass Sokrates zu einem Fest im Hause des reichen Kallikles unterwegs ist. Er trifft aber erst ein, als der berühmte Redner Gorgias seine Rede bereits gehalten hat. Er fragt, ob er und sein Gefährte zu spät, also "nach dem Fest" gekommen seien.

Heute verwenden wir es im übertragenen Sinne für "im Nachhinein" oder "zu einem Zeitpunkt, wo es eigentlich zu spät ist" bzw. "etwas keinen Zweck oder Sinn mehr hat".

Jim: "Soll ich Dir helfen Deine Präsentation vorzubereiten?"
John: "Danke Jim, aber leider fragst Du post festum, denn die Präsentation habe ich Gestern gehalten."


Fürst Potjomkin (1739 - 1791) war russischer Politiker und Feldmarschall und Günstling Katharina der Großen. Für eine Krimreise der Zarin Katharina ließ er in aller Eile Fassadendörfer aufbauen und diese bevölkern, um ihr so den Wohlstand des Landes vorzutäuschen.

Potemkinsche Dörfer ist heute eine Bezeichnung für "Blendwerk bzw. Vorspiegelung falscher Tatsachen".

Welche Potemkinsche Dörfer kennen Sie?


(NL 07. August 2007)


1) In der Sozialpsychologie bezeichnet der "Primacy-Effekt" das Phänomen, dass die erste Information über einen Menschen einen stärkeren Eindruck hinterlassen als die folgenden.

2) In der Lernpsychologie hingegen bezeichnet man so den Effekt, dass zuerst dargebotene Inhalte besser gelernt und behalten werden.


(lat., >ungeweiht<), Als 'profan' bezeichnet man alles, was nicht heilig ist bzw. etwas, das weltlich und alltäglich ist.

Prokrastination (lat. procrastinare "vertagen") bezeichnet eine Arbeitsstörung, die durch ein unnötiges Vertagen des Arbeitsbeginns gekennzeichnet ist. Das extreme Aufschieben bewirkt, dass das Fertigstellen der Aufgaben gar nicht oder nur unter starkem Druck zustande kommt.

Jim: "Das mache ich nächste Woche. Heute hab ich dazu einfach keine Lust."
John: "Das klingt nach Prokrastination, lieber Jim."
Jim: "Du hast wohl recht. Die Aufgabe schiebe ich bereits seit Wochen."


Prokrustes war in der griechischen Mythologie ein Riese, der alle, die ihm in die Hände fielen, auf ein Bett legte. Waren sie für das Bett zu lang, wurden sie "gekürzt". Waren die Gefangenen zu kurz, wurden sie gestreckt. Er machte die Gefangenen für das "Prokrustesbett" passend bis er vom König von Athen Theseus getötet wurde.

Im übertragenen Sinn nennen wir heute ein starres Schema, das schmerzhafte Anpassungen erfordert, ein "Prokrustesbett".


(lat. prosa oratio, geradeaus gehende Redeweise) "Prosa" ist eine nicht durch die Gesetze des Verses gebundene Sprachform.

Ist etwas "prosaisch bzw. in Prosa geschrieben" dann ist es "nüchtern oder alltäglich".

(NL 23.05.2010)


(grch. "falsch" und "Name") Das "Pseudonym" bezeichnet in der Literatur einen falschen und namensrechtlich geschützten Namen. Unter diesem "Pseudonym" veröffentlicht ein Autor seine Werke, was aus persönlichen, sozialen oder politischen Gründen geschieht. Auch das unter falschem Namen erscheinende Werk wird als "Pseudonym" bezeichnet.

Beispiele: Friedrich von Hardenberg schrieb als Novalis. Auch Mark Twain, Voltaire und Maksim Gorkij sind "Pseudonyme".


(grch. "delosis", Offenbarung) "Psychedelik" ist die Bezeichnung für die Lehre vom Zustand gesteigerter Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit, hervorgerufen durch Halluzinogene (Psychedelika) oder durch Meditation. Psychedelische Zustände können mit Gesichts-, Gehörs-, Berührungs- und Geschmackshalluzinationen verbunden sein oder auch mit dem Gefühl der Schwerelosigkeit und dem Verlust des Zeitgefühls.


Die 'Psychoanalyse' ist eine Persönlichkeitstheorie, die Sigmund Freud (1856 - 1939) aufbauend auf seiner psychiatrischen Arbeit und einer jahrelang durchgeführten Selbstanalyse entwickelt hat. Die Theorie enthält Angaben über die Struktur der menschlichen Persönlichkeit, deren Dynamik und Entwicklung, sowie zur Entstehung und Behandlung seelischer Störungen.
(grch.), 'Psychologie' war ursprünglich die Lehre von den seelischen Erscheinungen. Heute untersucht sie als Wissenschaft das Verhalten der Menschen in bezug auf seine inneren Steuerungsmechanismen in Abhängigkeit von seinen biologischen, kulturellen und gesellschaftlichen Determinanten.

In Goethes "Faust" folgt dem Gleichnamigen bei einem Osterspaziergang ein schwarzer Pudel. Als dieser sich dann im Studierzimmer in den Höllengeist Mephisto verwandelt, kommentiert Faust diese Verwandlung mit den Worten: "Das also war des Pudels Kern!"

Heute verwendet man dieses geflügelte Wort, um seiner Überraschung Ausdruck zu verleihen, wenn man etwas erkennt, was lange Zeit nicht genau zu erkennen bzw. zu durchschauen war.


Dieser Redensart liegt die weitverbreitete Ansicht zugrunde, dass die Maurer auf die Minute genau die Kelle aus der Hand legen, um Feierabend zu machen. Diese Berufsneckerei ist auch in die Form von Witzen gefasst worden - so wird z.B. erzählt, dass ein Maurer, der in den Rhein gefallen war, zu schwimmen aufhörte und ertrank, als die Glocke vom Kirchturm den Feierabend einläutete. Wenn wir heute sagen "pünktlich wie die Maurer", dann meinen wir jemand sei sehr pünktlich.

"L’exactitude est la politesse des rois", sagte der französische König Ludwig XVIII. Mit seiner Aussage wollte er zum Ausdruck bringen, dass Pünktlichkeit selbst von Königen beachtet werden sollte, umso den Respekt vor seinen Mitbürgern auszudrücken.

Heute wird die Wendung "Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige" gebraucht, wenn es zu den Vorzügen eines Vorgesetzten gehört, auch Untergebene nicht warten zu lassen. 

Ein weiterer Franzose, nämlich Napoléon Bonaparte, formulierte zum Thema "Zeitdiebe" so treffend: "Es gibt Diebe, die von den Gesetzen nicht bestraft werden, obwohl sie dem Menschen das Kostbarste stehlen: nämlich die Zeit."

(NL 23.01.2011)


König Pyrrhus von Epirus hatte 279 v. Chr. in einer gegen die Römer gewonnenen Schlacht so hohe Verluste, dass er ausrief: "Noch einen solchen Sieg und wir sind verloren." Als >Pyrrhussieg< bezeichnet man heute einen zu teuer erkauften Sieg.

Im Grimmschen Wörterbuch wurde der Spottbegriff vor allem im Sinne von hochmütig und dumm verwendet. Die Redewendung "Dasitzen oder dastehen wie die Ölgötzen" bezeichnet umgangssprachlich stumm und steif herumsitzende oder -stehende Personen, die nichts zur Unterhaltung beitragen oder sich dumm stellen.

Jim: Hast du die Filmverleihung gesehen?
John: Ja. Die Zuschauer und werten Schauspieler scheinen ohne Text und Drehbuch nicht zu wissen wie man klatscht oder sich mit anderen freut. Die saßen mal wieder rum wie die Ölgötzen.


 
 

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