Q - T
Quadratur des Kreises Drucken E-Mail

ImageDie "Quadratur des Kreises" ist eines der klassischen Probleme der antiken Mathematik. Das bereits bei Hippokrates von Chios und den Pythagoreern gestellte Problem erfordert die Konstruktion eines zu einem vorgegebenen Kreis flächengleichen Quadrates ausschließlich mit Zirkel und Lineal, was als unmöglich bewiesen wurde.

Wenn wir heute sagen etwas gleicht der "Quadratur des Kreises", dann bringen wir zum Ausdruck, dass es unserer Meinung nach unmöglich ist.


 
Quintessenz Drucken E-Mail
Der Begriff >Quintessenz< (lat., >das fünfte Wesen<) geht zurück auf den griechischen Philosophen Aristoteles. Er sah im Ether bzw. Äther den fünften und bedeutensten Elementarstoff neben Feuer, Wasser, Luft und Erde. Mit >Quintessenz< bezeichnen wir heute das Wesentliche bzw. den Kern einer Sache.

 
Quivive Drucken E-Mail

Entstanden ist diese Redensart im 17. Jahrhundert und wurde von den Franzosen entlehnt. "Qui vive?" (Wer da?) fragten die französischen Wachen am Stadttor, wenn sie ein Lebenszeichen wahrnahmen, das ihre Aufmerksamkeit weckte. Erst Ende des 18. Jahrhunderts ist die Redensart ins Schrifttum eingedrungen.

Wenn heute jemand "auf dem Quivive" ist, dann ist diese Person besonders gut informiert bzw. passt scharf auf.

Wenn Sie jemandem "auf dem Quivive" haben, dann haben Sie es auf ihn abgesehen, was selten positiv gemeint ist. 

(NL 23.07.2008)


 
Rebus Drucken E-Mail

(lat., rebus = durch Dinge), als "Rebus" werden grafisch dargestellte Bilderrätsel bezeichnet, bei denen ein Wort, ein Begriff oder ein Sprichwort aus Zeichen, Buchstaben und Symbolen ermittelt werden soll.

Beispiele für Zeichenkombinationen sind: KC (=Katze), ZL (=Zettel), ND (=Ende) oder H& (=Hund)


 
Rhetorik Drucken E-Mail
(grch., >Redekunst<), >Rhetorik< ist die Lehre von der guten, wirkungsvollen Rede. Sie ist ein Teilgebiet der Stilistik. Wie die Poetik die theoretische Betrachtung der Dichtung ist, so ist die >Rhetorik< die der Gebrauchssprache. Die großen Formen der Rede sind die politische Rede, Gerichtsrede, Predigt und die Festrede.

 
Roter Faden Drucken E-Mail

Der "Rote Faden" ist ein zum Symbol gewordenes Zitat aus Goethes Werk "Wahlverwandschaften". Es geht zurück auf die damaligen Taue der englischen Marine, die als Besitzkennzeichen mit einem roten Faden markiert bzw. durchzogen waren.

Der "Rote Faden" bezeichnet heute einen leitenden und verbindenden Grundgedanken.


 
Sanskrit Drucken E-Mail
'Sanskrit ist eine altindische Sprache, die seit 400 v.Chr. nicht mehr gesprochen wird. Ähnlich dem Latein des früheren Europas ist sie bis heute in Indien die Sprache der Gelehrten. Im 'Sanskrit' sind die ältesten Niederschriften der Bramanen (1000 - 500 v.Chr.) überliefert.

 
Sardonisches Lachen Drucken E-Mail

(grch. sardonios = bitter) In der Odysee von Homer lacht der als Bettler verkleidete Odysseus "sardonisch" in sich hinein, als er einem Kuhfuß ausgewichen ist, den ein übermütiger Freier nach ihm geworfen hatte.

Das Wort bekam "Flügel" und findet heute noch gelegentlich Anwendung in der deutschen Sprache. Wenn jemand boshaft und hämisch lacht, dann sagen wir heute auch, er hat ein "sardonisches Lachen".

(NL 12.10.2009)


 
Sarkasmus Drucken E-Mail
(grch.), 'Sarkasmus' bedeutet in der Kommunikation soviel wie >beißender Spott< bzw. >bitterer Hohn<. Jemand ist zum Beispiel 'sarkastisch', wenn er >spöttisch< oder >höhnisch< über etwas redet.

 
Savoir-vivre Drucken E-Mail

Zurück geht dieses Sprichwort auf unsere Freunde in Frankreich. Besonders den Franzosen wird ein hoher Lebensstil nachgesagt, nicht zuletzt aufgrund der prunkvollen Regierungszeit Ludwigs XIV. in Versailles. Übersetzt heißt die Redensart "Savoir-vivre" auf Deutsch "zu leben wissen".

Wenn wir heute sagen jemand besitze das "Savoir-vivre", dann meinen wir, jemand wisse, wie man sich sein Leben auf angenehme Art einrichtet.

(NL 16.07.2008)


 
Schema F Drucken E-Mail

Im 19. Jahrhundert wurde Preußen stark militärisch regiert und es gab für alles eine Militär-Verordnung. Das "Schema F" war zu dieser Zeit ein mit dem Buchstaben F gekennzeichnetes Formular, auf dem die Truppenstärke einer bestimmten Einheit aufgezeichnet wurde. Bei den Besichtigungen dieser Einheit musste die effektive Zahl der Personen genau mit dem "Schema F" übereinstimmen.

Wenn heute eine Person bzw. eine Organisation sehr starre und enge Regeln anwendet bzw. alles bürokratisch regelt, dann sprechen wir vom "Schema F" bzw. auch von "Nach Schema F" vorgehen.

(NL 08/2006) 


 
Scherbengericht Drucken E-Mail
(grch., >Ostrakismos<), Im antiken Griechenland wurde einmal im Jahr in der athenischen Volksversammlung abgestimmt, ob ein Scherbengericht verhängt werden solle. Wurde eine Person benannt, so wurde mittels Tonscherben, auf die der Name der Person eingeritzt wurde, geheim über deren Verbleib in der Stadt abgestimmt. Wen es traf, der musste Athen für zehn Jahre verlassen ohne jedoch Ansehen oder Besitz zu verlieren. Das heute verwendete geflügelte Wort "Scherbengericht" bezeichnet meist Methoden in der Politik, mit denen man unbequeme Personen ausschaltet bzw. los wird.

 
Schiboleth Drucken E-Mail
Im Buch der Richter (12, 5. 6.) wird von einem Streit zwischen den Gileaditern und den Ephraimitern berichtet. Die Gileaditer postierten sich an einer Furt des Jordans und kontrollierten jeden, der den Fluß überqueren wollte. Die kontrollierenden Posten fragten: "Bist du ein Ephraiter?" Wenn mit "Nein" geantwortet wurde, dann sollte der Kontrollierte das Wort >Schiboleth< sagen. Doch der Ephraimiter konnte kein CH ausprechen und so wurde daraus "Siboleth", womit er des Todes war. So wurde das Wort >Schiboleth< zur Bezeichnung für das Losungswort einer Partei.

 
Schindluder Drucken E-Mail

Ein "Schindluder" ist das gefallene Vieh oder ein todkrankes Tier, das zum Schinder (Abdecker) kommt. "Luder" hieß das Fleisch von gefallenem Vieh, das als Lockspeise für Raubwild verwendet wurde.

Wenn wir heute sagen "Schindluder mit jemandem treiben" (auch spielen), dann meinen wir "jemanden grob veralbern" bzw. eigentlich "ihn wie ein Aas behandeln".

"Du Schinderknecht" ist eine Schelte für einen Tierquäler.


 
Schlangen am Busen nähren Drucken E-Mail

Die Redensart war bereits im Altertum bekannt und bezieht sich auf Aesops Fabel "Der Bauer und die Schlange", wo es im Text heißt: "Er nahm die Schlange und legte sie unter den Bausch seines Gewandes".

"Eine Schlange am Busen nähren" bzw. wärmen oder erziehen bedeutet soviel wie: "Jemandem Gutes tun, den man für seinen Freund hält, der sich aber später als undankbar und verräterisch erweist."


 
Schlawiner Drucken E-Mail

Die Bezeichnung "Schlawiner" kommt von "Slowena", dem slowenischen Hausierer. Sie galten als besonders gerissene Geschäftemacher und müssen so heute noch für diese Beschimpfung herhalten.

"So ein Schlawiner!" rufen wir z.B. aus, wenn man sich von jemandem hereingelegt fühlt und dies nun entdeckt.

(NL 30.01.2008) 


 
Schlendrian Drucken E-Mail

Das Wort "Schlendrian" kommt aus dem Mittelhochdeutschen (von sludern: schlenkern, mit dem Material schludern und es vergeuden).

Wenn mit nachlässiger Gleichgültigkeit eine Arbeit ausgeführt wird bzw. kein Engagement gezeigt wird, dann sagen wir auch "hier herrsche der Schlendrian". Man könnte auch ausrufen "Kampf dem Schlendrian!", also "Kampf der schludrigen oder langsamen Arbeitsweise!"

Wenn wir uns "dem Schlendrian hingeben", dann tun wir nur das Allernötigste bzw. faulenzen wir.


 
Schlitzohr Drucken E-Mail

Die Gesellen bestimmter Zünfte trugen als Zeichen ihrer Zunftangehörigkeit Ohrringe. Brachen sie die Regeln ihrer Zunft, wurde ihnen der Ohrring auf relativ schmerzhafte Art entfernt. Man riss ihn einfach aus dem Ohr. Das Ergebnis war ein "Schlitzohr". Mit diesem Zeichen war es unmöglich seinen Beruf weiter auszuüben.

Eine andere Erklärung besagt, dass Bäcker, die zu kleine Brötchen gebacken hatten, mit dem Ohr an die Kirchentür genagelt wurden. Um sich zu befreien, mussten sie sich losreißen. Das schmerzhafte Ergebnis war ebenfalls ein "Schlitzohr".

(NL 28.03.2010)


 
Schnee nach Lappland tragen Drucken E-Mail

Wenn jemand etwas völlig Überflüssiges tut, dann sagt man auch "er trägt Schnee nach Lappland" bzw. nach Spitzbergen. Gerade zur Winterzeit eine schöne Variation der Wendung "Eulen nach Athen tragen".

(NL 18.12.2007) 


 
Schnöder Mammon Drucken E-Mail
(syrisch, 'Mamuno', >Geld< bzw. >Vermögen<) Der Name 'Mammon' stammt aus den Evangelien des Matthäus und des Lukas, wo er scheinbar personifiziert und Gott in dieser Form gegenübergestellt wird. Im späteren Faustbuch von Widmann ist 'Mammon' z.B. ein Fürst der Hölle, der die Geldverleiher und Wucherer regiert. Heutzutage nutzen wir dieses Wort noch in der Zusammenstellung 'Schnöder Mammon', um verächtlich über >Geld< bzw. >das Streben nach Geld< zu sprechen.

 
Schuster, bleib bei deinem Leisten Drucken E-Mail
Das Sprichwort >Schuster, bleib bei deinem Leisten< geht zurück auf eine Anekdote, die im alten Griechenland erzählt wurde. Nach ihr pflegte der große Maler der Antike Apelles, der zur Regierungszeit Alexanders des Großen seine Gemälde öffentlich ausstellte, sich hinter seinen Bildern zu verstecken, um die Urteile der Betrachter zu hören.

Als ein Schuhmacher laut bemerkte, dass den Schuhen auf dem Bild eine Öse fehle, fügte Apelles diese nachträglich hinzu. Aber als der Schuhmacher nun auch noch Kritik an den Schenkel übte, wurde er von Apelles mit dem Worten zurechtgewiesen: "Was über dem Schuh ist, kann der Schuster nicht beurteilen!"

Die Mahnung >Schuster, bleib bei deinem Leisten< sagen wir heute zu jemandem, der ohne Sachverstand Kritik übt und sich unberufen in alles einmischt.

(NL - 26.07.2005)

 
Seele Drucken E-Mail
(grch., psyche, lat., anima), Seele im engeren Sinne bedeutet die spezifisch menschliche Identität, aber auch seine Zustände und verschiedenen Möglichkeiten, die sich in den unterschiedlichen Seelenfunktionen ausdrücken: dem Empfinden, dem Gefühl oder der Befindlichkeit, dem Willen mit den entsprechenden Handlungen sowie dem Wahrnehmen und Denken, dem Verstand.

 
Seelenverkäufer Drucken E-Mail

Als Seelenverkäufer (auch Zettelverkäufer) bezeichnet man eine Person, die einen Menschen für Geld in die Gewalt eines andern gibt (früher z.B. den Sklavenhändler).

Auch ein sehr kleines, schlecht gebautes Schiff, das nicht mehr voll seetüchtig ist, und so die "Seelen" der Passagiere und Besatzungsmitglieder "verkauft", bezeichnet man als "Seelenverkäufer".

(NL 15. Januar 2007) 


 
Seemannsgarn spinnen Drucken E-Mail

Die Wendung "Seemannsgarn spinnen" entstammt natürlich der Seemannssprache.

Da die Matrosen auf See in ihrer Freizeit häufig aus aufgelöstem altem Tau- und Takelwerk neues Garn herstellen mussten, erzählten sie bei dieser stupiden, langwierigen Arbeit ihre Abenteuer. Genau wie bei den Anglern neigte man zu Übertreibungen und manch phantastischer Erzählung.

Im Niederdeutschen sagt man auch: "Du häs mien Garn vertüddelt, nu häbb ick den Faden (beim Erzählen) verloan!"

Wenn wir heute zu jemandem sagen, er würde "Seemannsgarn spinnen", dann halten wir die Geschichte für unglaubwürdig bzw. für etwas übertrieben.

(NL 26. Februar 2007)


 
Semantik Drucken E-Mail
(grch.), 'Semantik' die Lehre von der Bedeutung von Zeichen, insbesondere von Wörtern und Sätzen. In der (1.) Logik ist Semantik die Bezeichnung für die Theorie der Wahrheit logischer Sätze und Folgerungen. In der (2.) Sprachwissenschaft ist die Semantik ein Zweig, der sich mit Bedeutung und Inhalt sprachlicher Ausdrucksformen befasst.

 
Sich freuen wie ein Schneekönig Drucken E-Mail

"Sich freuen wie ein Schneekönig" gebrauchen wir, wenn jemand sich lebhaft bzw. von ganzem Herzen freut. Die Redensart bezieht sich auf unseren kleinsten Singvogel, den Zaun- oder Schneekönig, der auch im strengsten Winter bei uns bleibt und trotz Kälte und Schnee munter pfeift und singt.

Was für ein "Vorbild" für all jene, die ständig über das Wetter schimpfen!


 
Sich mit fremden Federn schmücken Drucken E-Mail
Die Redensart geht auf die Fabel des Phaedrus (1,3) von der Krähe zurück, die sich mit Pfauenfedern schmückte.

Lessings Fassung der Fabel "Die Pfauen und die Krähe" lautet:

Eine stolze Krähe schmückte sich mit den ausgefallenen Federn der farbigen Pfaue und mischte sich kühn, als sie genug geschmückt zu sein glaubte, unter diese glänzenden Vögel der Juno. Sie ward erkannt, und schnell fielen die Pfaue mit scharfen Schnäbeln auf sie, ihr den betrügerischen Putz auszureißen. - "Lasset nach!" schrie sie endlich, "ihr habt nun alle das Eurige wieder". Doch die Pfaue, welche einige von den eignen glänzenden Schwingfedern der Krähe bemerkt hatten, versetzten: "Schweig, armselige Närrin - auch diese können nicht dein sein!"

Wenn jemand sich die Verdienste anderer zu eigen macht bzw. jemand sich mit den Verdiensten anderer brüstet, dann "schmückt er sich mit fremden Federn".


(NL 07.04.2010)

 
Siebenter Himmel Drucken E-Mail

In der jüdischer Tradition hat man die Vorstellung, dass Gott im obersten bzw. im siebenten Himmel seinen Sitz hat.

Wenn wir heute im "siebenten Himmel" sind, dann ist gemeint, dass wir "über alle Maßen glücklich sind".


 
Silvester Drucken E-Mail

Papst Silvester I. (314 - 335) ist der Tagesheilige des 31.12. und gab so diesem Tag seinen Namen. Einer Legende aus dem 5. Jahrhundert zufolge heilte Papst Silvester I. Konstantin den Großen von der Lepra. Die Volksbräuche an diesem Tage sind die Zukunftsdeutung für das kommende Jahr (z.B. durch Bleigießen) und die Vertreibung der bösen Geister durch Lärmen.

(NL 17.12.2008)


 
Sirene Drucken E-Mail

In der griechischen Sagenwelt sind Sirenen Vögel mit Menschenköpfen.

Diese meist weiblichen Wesen lockten mit ihrem lieblichen Gesang Seefahrer auf ihre Insel, um sie dann zu töten. Als der griechische Held Odysseus auf die Sirenen trifft wird er von Kirke vor der tödlichen Gefahr gewarnt. Er verstopft seinen Gefährten die Ohren und lässt sich selbst an den Mast binden, um so den "Sirenen" zu entkommen.

Nach dieser Sage nennen wir eine verführerische Frau auch "Sirene".

(NL 08.01.2008) 


 
Sisyphusarbeit Drucken E-Mail
Das "geflügelte Wort" >Sisyphusarbeit< geht zurück auf die Hadesstrafe des Sisyphus, von der Homer in der Odyssee berichtet. Sisyphus, des Äolus Sohn, war der König von Korinth. Er war verschlagen und schlecht und galt bei Homer für den gewinnsüchtigsten aller Menschen. Zur Strafe für seine Schlechtigkeit musste dieser mit Kopf und Händen ein Felsstück einen hohen Berg hinaufwälzen, von dem es aber immer wieder in die Tiefe rollte, so dass er wieder von vorn beginnen musste. Eine >Sisyphusarbeit< nennen wir heute eine besonders schwere und qualvolle Arbeit, die zur Erfolglosigkeit verdammt scheint und deshalb niemals zu einem Abschluss gebracht werden kann. Man sagt auch: >Den Stein des Sisyphus wälzen<, wenn etwas übermenschliche Anstrengungen machen bzw. man sich vergeblich abmüht.

 
Skylla und Charybdis Drucken E-Mail
Skylla und Charybdis sind Ungeheuer aus Homers Werk Odyssee. Skylla hatte zwölf Füße sowie sechs Köpfe mit schrecklichen Gebissen und hauste in einer Felshöhle an einer Meerenge. Auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge lebte das Ungetüm Charybdis. Charybdis sog dreimal am Tage das Wasser ein und stieß es brüllend aus. Sie lauerten vorbeikommenden Seefahrer auf, um sie mit Haut und Haar zu verschlingen bzw. zu töten. Wenn wir heute davon sprechen, dass wir "zwischen Skylla und Charybdis" wählen müssen, dann befinden wir uns in einer Situation, in der wir zwischen zwei Übeln wählen müssen.

 
Snob Drucken E-Mail

(lateinisch, >sine nobilitate<, "ohne adlige Gesinnung"), Der Begriff "Snob" entstand in der Zeit, als der Adel noch von großer Wichtigkeit war. Zu dieser Zeit bezeichnete man Menschen, die Statussymbole des Adels benutzten, ohne zum Adel zu gehören, als "Snob".

Heute bezeichnen wir als "Snob" einen blasierten, vornehm tuenden Mensch. "Snobismus" ist die geistige Haltung und das Benehmen eines "Snobs".

(NL 18.09.2007) 

 


 
Sodom und Gomorrha Drucken E-Mail
'Sodom und Gomorrha' waren zwei Städte am Toten Meer, die wegen der Sündhaftigkeit ihrer Bewohner durch einen Feuer- und Schwefelregen vernichtet wurden (1. Mose 19). 'Sodom und Gomorrha' wurde somit ein Synonym für >lasterhafte Stätten bzw. Zustände<.

 
Sokratische Methode Drucken E-Mail
Die 'Sokratische Methode' bezeichnet die Art der Fragestellungen und Gesprächsführung, die nach dem eigentlich Gemeinten im Gespräch forscht. Sokrates suchte damit seinen Gesprächspartner im Eingeständnis des Nichtwissens auf den Weg zum echten Wissen zu bringen. Diese Methode wird auch Mäeutik (grch., >Hebammenkunst<) genannt.

 
spartanisch leben Drucken E-Mail
Die Wendung "spartanisch leben" kommt von der ungewöhnlich harten Erziehung und Lebensweise der Spartiaten. Vom vollendeten 7. Lebensjahr an wurden ihre Söhne in strenger staatlicher Zucht zur Kriegsführung und zum Gehorsam erzogen. Zu den gemeinsamen Mahlzeiten hatten die Spartiaten einen Naturalbeitrag zu leisten. Wer das nicht konnte, verlor das Vollbürgerrecht.

Wenn wir heute sagen, dass jemand "spartanisch lebt", dann meinen wir eine genügsame, einfache, harte bzw. anspruchslose Art zu leben.

(NL 06.07.2005)

 
Sphinx Drucken E-Mail
Die sagenhafte >Sphinx<, eine Mischgestalt aus Löwenkörper und Menschenkopf, war im alten Ägypten die Wächterin an den Tempeleingängen. Wer ihr Rätsel nicht lösen konnte, musste sterben. Ein Wesen, dass uns rätselhaft erscheint, nennen wir anknüpfend an diesen griechischen Mythos eine >Sphinx<.

 
Spießbürger Drucken E-Mail

Entstanden ist der Begriff "Spießbürger" in der Zeit, in der die Bürger ihre Städte und ihr Hab und Gut noch mit dem Spieß verteidigten (ca. 900 n. Chr.).

Als "Spießbürger" bezeichnet man heute einen engstirnigen Menschen, der sich jedem Fortschritt verschließt und veraltete Anschauungen und moralische Grundsätze hartnäckig verteidigt.

Wir sagen auch nur verkürzt "Spießer" zu diesem Schlag von Mensch.


 
Stoiker Drucken E-Mail
Die "Stoa" war eine griechische Philosophenschule, die um 300 v. Chr. von Zeno von Kition in Athen gegründet wurde.

In der Gründungszeit wurde eine öffentliche Säulenhalle (stoa poikile) als Versammlungsraum benutzt. Nach dieser bekam die neue Schule ihren Namen. Die Stoa geht von einer Einheit von Geist und Stoff und nur von einem einzigen wirksamen Prinzip aus: "Alles Wirkliche ist durchdrungen vom Urfeuer, das als Kraft die Dinge zusammenhält und als organisierende Seele Pflanzen, Tiere und Menschen belebt."

Zu den Idealen der Stoiker zählte vor allem die Gelassenheit, die wir heute noch in dem Begriff der "stoische Ruhe" (grch. apathe) wiederfinden.

Beispiel: "Auf die harten verbalen Angriffe reagierte er mit stoischer Ruhe und legte im Anschluss ruhig seine Argumente dar."

(NL 12. März 2007)

 
Stoische Ruhe Drucken E-Mail

Die "Stoa" war eine griechische Philosophenschule, die um 300 v. Chr. von Zeno von Kition in Athen gegründet wurde.

In der Gründungszeit wurde eine öffentliche Säulenhalle (stoa poikile) als Versammlungsraum benutzt. Nach dieser bekam die neue Schule ihren Namen. Die Stoa geht von einer Einheit von Geist und Stoff und nur von einem einzigen wirksamen Prinzip aus: "Alles Wirkliche ist durchdrungen vom Urfeuer, das als Kraft die Dinge zusammenhält und als organisierende Seele Pflanzen, Tiere und Menschen belebt."

Zu den Idealen der Stoiker zählte vor allem die Gelassenheit, die wir heute noch in dem Begriff der "stoische Ruhe" (grch. apathe) wiederfinden.

Beispiel: "Auf die harten verbalen Angriffe reagierte er mit stoischer Ruhe und legte im Anschluss ruhig seine Argumente dar."

(NL 12. März 2007) 


 
Sturm im Wasserglas Drucken E-Mail

In Honore de Balzacs Werk "Le cure de Tours" beschreibt der Baron de Montesquieu die Wirren in der kleinen Republik San Marino als "une tempete dans un verre d'eau" bzw. "einen Sturm im Wasserglas".

Heute benutzen wir den Ausspruch "ein Sturm im Wasserglas", wenn es zu einer völlig unnötigen Erregung aus geringfügigem Anlass kommt.

(NL 26.03.2008) 


 
Störe meine Kreise nicht Drucken E-Mail

Der griechische Mathematiker und Physiker Archimedes (um 287 - 212 v. Chr.) war einer der größten Mathematiker aller Zeiten. Der Legende nach war Archimedes eines Tages damit beschäftigt, geometrische Figuren in den Sand zu zeichnen, als die Römer anrückten um ihn festzunehmen. Er war jedoch so sehr in seine Aufgabe versunken, dass er barsch mit dem Satz reagierte: "Störe meine Kreise nicht." Dies brachte einen der Soldaten so in Zorn, dass er den alten Mann erschlug.

Auch heute noch, wenn auch selten, drücken wir mit dem Ausspruch "Störe meine Kreise nicht" aus, dass wir gerade nicht gestört werden möchten.


 
sublim Drucken E-Mail
(lat., >in der Luft befindlich<, >erhaben<) Das Adjektiv 'sublim' bedeutet soviel wie erhaben bzw. nur einem feineren Verständnis oder Empfinden zugänglich.

 
subversiv Drucken E-Mail
(lat.), Das Wort 'subversiv' bedeutet sowiel wie >zerstörend< oder >umstürzlerisch<. 'Die Subversion' bezeichnet einen Umsturz.

 
Synonym Drucken E-Mail
(grch., >zusammen< und >Name<), 'Synonyme' sind verschiedene Wörter mit ähnlichem oder fast gleichem Sinn. Sie sind häufig von unterschiedlicher etymologischer Herkunft. (z.B.: 'laufen - rennen', 'Lampe - Licht')

 
Synästhesie Drucken E-Mail
(grch., >Zugleichempfinden<), Als 'Synästhesie' bezeichnet man das gleichzeitige Erleben von Sinneseindrücken verschiedener Sinnesgebiete bei Reizung von nur einem Sinnesorgan. Die häufigste Erscheinung ist die optische 'Synästhesie', bei der vor allem durch akustische Eindrücke (Worte, Töne) optische Erscheinungen mit erregt werden.

 
Tabula rasa Drucken E-Mail

(lat. "glattgemachte Tafel") Der Ausdruck "Tabula rasa" geht auf Aristoteles zurück: "Wie auf einer Tafel, auf der nichts geschrieben steht."

Heute wird "Tabula rasa" in zwei Zusammenhängen benutzt:

1. "Er ist ein tabula rasa" sagt man, wenn wir noch nicht wissen, was wir von jemandem halten sollen.
2. "Tabula rasa machen" benutzen wir, wenn wir für klare Verhältnisse sorgen.


 
Tacheles reden Drucken E-Mail
(jidd., "tachles", >Ziel, Zweck <, hebr. taklî), Ursprünglich war die Bedeutung von "Tacheles reden" die Forderung zweckmäßig zu reden bzw. der Wunsch das man zur Sache kommt. Wenn wir heute mit jemandem Tacheles reden, dann meinen wir: >jemandem unverblümt die Meinung sagen<.

 
Tantalusqualen Drucken E-Mail

(grch. Mythologie) Der Sohn der Titanen "Tantalos" zog den Zorn der olympischen Götter auf sich, indem er sie betrog. Sie verurteilten Tantalos zu ewigen Qualen. Er musste in einem Teich stehen über dem Birnenbaumzweige hingen. Jedes Mal, wenn Tantalos trinken wollte, senkte sich der Wasserspiegel. Wenn er eine Frucht pflücken wollte, wichen die Äste zurück.

Obwohl alles in geifbarer Nähe schien, so war Tantalos doch zu ewigem Durst und Hunger verdammt.

Als "Tantalusqualen" bezeichnet man demnach die Qual, etwas Unerreichbares beständig nahe vor sich zu sehen.

(NL 05.10.2009) 


 
Tanz ums goldene Kalb Drucken E-Mail

"Der Tanz ums goldene Kalb" ist eine Metapher und drückt die Verehrung von Reichtum und hemmungsloses Streben danach aus. Zurück geht diese Redewendung auf das 2. Buch Moses 32, wo die Israeliten ein aus Gold gegossenes Kalb verehren.

Alles, was der Mensch um des Reichtums willen tut, könnte man als den "Tanz ums goldene Kalb" bezeichnen.

Ebenfalls biblisch ist die Redewendung "Das goldene Kalb anbeten", was aussagt "nur auf Reichtum aus sein" bzw. "geldgierig sein".

(NL 21.05.2008)


 
Tartuffe Drucken E-Mail

"Tartuffe" ist die Titelfigur und Name einer Komödie vom französischen Schriftsteller und Komödiendichter Molière (eigentlich Jean Baptiste Poquelin, 1622 - 1673).

Ein "Tartuffe" ist heute ein Synonym für einen Heuchler oder Scheinheiligen.

Kennen Sie einen Tartuffe?


 
Tautologie Drucken E-Mail

(grch., "gleiche Aussage") Eine "Tautologie" ist ein Gedanke oder Sachverhalt, der durch zwei oder mehrere gleichbedeutende Wörter ausgedrückt wird. Zum Beispiel "einzig und allein", "ganz und gar", "voll und ganz" und "bereits schon" sind "Tautologien". Sie wird eingesetzt, um etwas zu verstärken bzw. etwas mit Nachdruck zu bemerken.

Die "Tautologie" wird als eine rhetorische Figur eingesetzt (z.B. "Er versprach ihr die Treue für immer und ewig."), sie kann aber auch ein Stilfehler sein (z.B. "Ich habe bereits schon gefrühstückt.").

(NL 05.12.2007)


 
The rest is silence Drucken E-Mail
Die letzten Worte des sterbenden Titelhelden in Shakespeares "Hamlet" sind: >The rest is silence<. Wenn wir heute sagen >Der Rest ist Schweigen< bzw. >The rest is silence<, dann drücken wir so auch unsere Ratlosigkeit aus bzw. unser Unvermögen zu einer schwierigen Sache etwas zu sagen oder zu tun. Beispiel: Auf die Frage "Wie soll es weitergehen?" sah man nur in ratlose Gesichter. Der Rest ist Schweigen.

 
Thersites Drucken E-Mail
(nach Homers Ilias 2, 212-24), Als 'Thersites' bezeichnet man auch einen boshaften, ewigen Nörgler.

 
Tohuwabohu Drucken E-Mail
(hebr. Tohu wa vohu) Die in der Bibel (1. Buch Mose 1,2) vorkommenden hebräischen Worte bedeuten so viel wie Finsternis und Abgrund und es beschreibt den Zustand der Erde vor Beginn der Schöpfung.

Heute sagen wir zu einem Durcheinander, Wirrwarr bzw. Chaos auch "Tohuwabohu".

(NL 14.05.2008)

 
toi-toi-toi Drucken E-Mail

Der Ausruf "toi-toi-toi" ist um 1930 durch einen Schlager verbreitet worden und steht mit einem alten Volksglauben in Zusammenhang.

Lobende Äußerungen wurden allgemein gefürchtet, weil diese die bösen Geister aufmerksam und neidisch machen konnten. Um kommendes Unheil abzuwehren, musste man deshalb dem Lob sofort eine Schutzhandlung hinzufügen. Das wurde z.B. durch dreimaliges Klopfen auf Holz und den Ausruf "toi-toi-toi" vollzogen, der lautmalerisch für dreimaliges Ausspucken steht. Der Speichel galt als unheilbannend.

Das Ausspucken vor einem Menschen war also ursprünglich ein Abwehrzauber, kein Zeichen der Verachtung wie heute. Auch das zuerst eingenommene Geldstück, das noch mehr Reichtum bringen sollte, der Spielwürfel, der Gewinn garantieren sollte, wurden bespuckt.

Zum Anhören: Kurzer Beitrag von blueprints.de auf Radio BB Potsdam zum Thema toi, toi, toi

(NL 26. März 2007)


 
Trara machen Drucken E-Mail

"Trara" ist ein Schallwort, dass vom Klang der Trompete oder des Posthorns hergeleitet wurde. Im Gegensatz zu heute wurde es früher nicht nur negativ verwendet. So schreibt Theodor Fontane in "Gesammelte Werke" (1905): "Um die sechste Stunde kam sie wirklich mit Lärm und Trara, weil Leisesein nicht ihre Sache war".

Wenn wir heute sagen "Mach kein großes Trara", dann bitten wir den anderen nicht viele Umstände bzw. nicht viel Lärm und langes Gerede um etwas machen.


 
Tusculum Drucken E-Mail

"Tusculum" hieß eine Stadt in Italien, in deren Umgebung viele reiche Römer (Caesar, Pompeius, Cicero, Cato) Landgüter besaßen.

Seit Ciceros Werk "Disputationes Tusculanae" wurde Tusculum (eigentlich Tusculanum) zu einem geflügelten Wort für das Landgut eines Reichen, in das dieser sich zur Ruhe und zu geistiger Beschäftigung zurückzieht. 
(NL 01.08.2010)


 
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