komfortzone erweitern apix

Ich wollte immer ein wenig angstfreier leben. Denn Angst schränkt den Aktionsradius ein. Angst verhindert, dass wir neue Wege gehen, Neues wagen und Mögliches anstreben. Angst raubt Energie und Lebensqualität.

Angst ist manchmal ein guter Ratgeber - in den meisten Fällen aber nicht. Dann bleiben wir lieber in unserer Komfortzone. Da fühlen wir uns sicher. Da kann nichts passieren.

Aber, was können wir tun, um die Komfortzone zu erweitern? Mir hat das 3-Sektoren-Modell geholfen, um innere Bremsen zu lösen und Ängste zu verkleinern.

Das 3-Sektoren-Modell

Das Modell geht davon aus, dass uns 3 Zonen umgeben:

Die Komfortzone

Hier fühlen wir uns wohl. Alles geht uns leicht von der Hand, wir müssen uns nicht besonders anstrengen, brauchen kaum nachzudenken. In diesen Bereich gehören Tätigkeiten wie Autofahren, Routinearbeiten, die Zone unserer Familie und Freunde, unser vertrauter Wohnort. Es fühlt sich vertraut und sicher an.

Die Wachstumszone

In der Wachstumszone liegt die Chance zu wachsen. Wir betreten die Wachstumszone, wenn wir in unbekanntes Terrain vordringen. Hier wird es ein wenig schwierig, wir brauchen Energie, fühlen eventuell Verunsicherung oder gar etwas Angst.

Aber für die Wachstumszone gilt: Das schaffen wir. Mit einem Quantum Mut können wir hier eintreten und gewinnen. Und, oh Wunder, beim zweiten Mal finden wir die neue Betätigung schon leichter. Beim dritten oder vierten Mal sagen wir: "Nun umfasst unsere Komfortzone auch diesen Bereich. Ich habe kein Herzklopfen mehr und auch die übermäßige Schweißproduktion bleibt aus." Dann darf es weiter gehen und es heißt: Neue Herausforderung, wo bist du?
Wir sollten unsere Reisen in die Wachstumszone möglichst nur bei emotionaler Stabilität und körperlichem Wohlbefinden durchführen. Machen Sie sich bewusst: Fehler sind erlaubt, müssen fast geschehen, wenn wir uns hinauswagen.

Expeditionen in die Wachstumszone werden mit erweiterter Kompetenz und gesteigertem Selbstwertgefühl belohnt.

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Lucius Annaeus Seneca

Die Panikzone

Überschreiten wir eine bestimmte Schwelle bei ungewohnten Aufgaben, kommen wir in die Panikzone. Hier setzt negativer Stress ein, wir schaffen es kaum oder nur mit Glück, wir fühlen uns extrem unsicher. Oftmals scheitern wir, weil wir es eine Nummer zu groß versucht haben. Der Frust wächst.

Ein Ausflug in die Panikzone kann sogar mit einem gegenüber der Ausgangslage vermindertem Selbstwertgefühl und folglich kleineren Komfortzone enden. Von daher raten wir davon ab, Herausforderungen in der Panikzone zu suchen.

Ängste kennen lernen und überwinden

In der Wachstumszone werden wir hin und wieder mit unseren Ängsten konfrontiert. Bereits wenn wir einen anderen Weg zur Arbeit fahren, können leichte Unsicherheiten auftreten. Alles Neue enthält sowohl Anreiz als auch Angst. Wenn Sie sich in der Wachstumszone, also in einem gut beherrschbaren Bereich, diesen Ängsten stellen, lernen Sie diese kennen und werden mutiger. Dann kommt ein doppelter Effekt zustande: Lerngewinn und Angstverlust.

Nebenbei bemerkt: Ohne Angstgefühle nehmen wir auch unsere Intuition deutlicher wahr - ein weiterer Gewinn.

Mehr Flexibilität

Mit der Ausweitung der Komfortzone, sprich der Ausdehnung der Kompetenzen in Verbindung mit einer Reduzierung der Ängste, schaffen wir eine erweiterte Flexibilität: Vielfältigere Möglichkeiten, auf die Anforderungen des Alltags zu reagieren. Mit anderen Worten: Unser Werkzeugkasten füllt sich mit den unterschiedlichsten Instrumenten, die wir somit je nach Herausforderung einsetzen können.

Spaß und Spannung

Außerdem kann die spielerische Ausweitung der Komfortzone für eine Menge Vergnügen und Nervenkitzel im Leben sorgen. Vielleicht trauen Sie sich mitten auf der Straße ein Kunstwerk zu malen und davor einen kleinen Hut aufzustellen - Sie werden noch Ihren Enkeln oder Urenkeln davon erzählen!

Übungen, um die Angst zu reduzieren und die Komfortzone zu erweitern

Im Grunde genommen geht es bei der Erweiterung der Komfortzone um die Bereitschaft, etwas Neues zu lernen oder zu wagen. Schon kleine Dinge können dabei erstaunliche Effekte bewirken und das Selbstwertgefühl stärken.

Für Starter

  1. Schreiben Sie einen Leserbrief
  2. Halten Sie einen Vortrag
  3. Gehen Sie alleine essen
  4. Verzichten Sie eine Woche auf das Handy
  5. Reklamieren Sie im Lokal das Essen (falls es nichts war)
  6. Fragen Sie jemanden Fremden um Rat

Der nächste Schritt

  1. Bitten Sie Ihren Vorgesetzten um eine neue Aufgabe
  2. Singen Sie ein Lied beim Spaziergang durch die Fußgängerzone
  3. Machen Sie jemandem Wildfremden ein ernstgemeintes Kompliment
  4. Verzichten Sie zwei Wochen auf das Fernsehen
  5. Einem Fremden etwas erzählen, was Sie bisher verheimlicht haben

Bis an die Grenze

  1. Führen Sie ein Kunststück in der Fußgängerzone vor
  2. Halten Sie eine freie Rede auf dem Marktplatz
  3. Trampen Sie (als Mann) in eine europäische Hauptstadt
  4. Fallschirmsprung
  5. Eine neue Stelle suchen
  6. Ein Buch schreiben

Dehnen Sie Ihre persönlichen Grenzen nach und nach aus, um ein angstfreieres Leben zu führen. Weiten Sie Ihre Komfortzone aus, um mehr Möglichkeiten im Leben zu haben. 

  • Welche Erfahrungen zum Thema haben Sie gesammelt?
  • Welche Anregungen haben Sie zu diesem Thema?

 

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Kommentare  

mathis
#1 mathis 2013-08-16 10:23
@magigstar: Es ist auch ein Verlassen der Komfortzone, sich davon zu verabschieden, was andere von einem denken.
Letztlich ist es nur Angst, die Dich zurückhält das zu tun und genau darum geht es ja beim Verlassen der Komfortzone: Dieses unangenehme Gefühl in der Magengegend zu registrieren und DENNOCH den Schritt aus der Komfortzone zu gehen und sich auf das Abenteuer "da draußen" einzulassen. Hinterher ist es ohnehin meistens viel schöner als vorher.

Hier ein Tipp: Anstatt zu fragen, ob er/sie Dir den Schuh bindet, könntest Du ihm/ihr auch erzählen, dass Du auf einem Blog diesen Beitrag gelesen hast und darin diesen Tipp entdeckt hättest. Dann fragst Du ihn/sie, was er/sie davon hält. Und schon bist Du in einer tollen Unterhaltung mit einem/einer Fremden. Viel Spaß dabei!

Ach, noch was: In einer verrückten Welt sind die Normalen verrückt!

@Peter: Nur so tun? Das finde ich wiederum überhaupt nicht hilfreich. Ich soll doch meine Komfortzone verlassen und nicht lernen zu lügen oder die Hilfsbereitscha ft anderer auszunutzen.

Schöne Grüße!
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Peter
#2 Peter 2013-08-16 10:23
Nun gut - vielleicht ein nicht so praktikables Beispiel. Es geht prinzipiell darum, sich zu trauen, jemanden wildfremdes um etwas ungewöhnliches zu bitten. Natürlich sollte man beim Schuhe-Zubinden -Beispiel so tun, als ob man nicht runterkäme (Hexenschuss ). Ansonsten würde man mich wirklich nicht für normal halten.
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magigstar
#3 magigstar 2013-08-16 10:23
Was soll es denn bitte bringen, wenn man jemanden auf der Straße fragt, ob er mir die Schuhe zu binden könnte. Der wird mich doch für nicht mehr normal halten? Und dann?
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Peter Bödeker
#4 Peter Bödeker 2014-06-01 08:20
@magigstar: Die Aufgaben sind als Vorschläge zu verstehen. Es geht einfach darum, aus dem Gewohnten herauszutreten und zu schauen, was für Erfahrungen daraus resultieren. Natürlich will ich Sie nicht zu Verrücktheiten anstiften. Aber manches, was uns persönlich als verrückt erscheint ist für andere ganz normal. Ziel ist es, diese Erfahrungen zu durchleben, und eventuell zu erkennen: Mensch, so geht es ja auch! Oder: Das war gar nicht so schwer. Oder: Diese Reaktion hätte ich jetzt überhaupt nicht erwartet.
Ich kann Ihnen auf jeden Fall bestätigen: Es warten eine Menge Aha-Erlebnisse dort draussen .... :-)
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Tobi
#5 Tobi 2014-12-06 16:19
Danke - das ist ein wertvoller Tipp. Bin auf dem Weg zu Grenze. ;-)
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Dieter Olk
#6 Dieter Olk 2015-01-25 14:07
Das Thema ist gut; die Tipps sind schwach. Jeder Mensch muss nachseinem Wohlfühlen glücklich werden. Ob in oder außerhalb der Komfortzone spielt dabei keine Rolle. Jedem Junkie seine Droge; und gut ist. Wer Kuschelsex liebt, kann mit SM nix anfangen; und umgekehrt auch. Der eine liebt Käse; der andere läuft dabei weg; der andere wiederum schreibt Käse. Aus diesem Grunde ...... alles gesagt & tschüß.
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Germanister
#7 Germanister 2015-01-25 14:15
Guter Artikel. Nicht jeder scheint die Idee zu kapieren. Manche Löwen brüllen einfach schlecht.
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Jens
#8 Jens 2016-10-10 08:23
Hallo Peter ((Bödecker), der newsletter hat viele gute Tipps und Anregungen. Das Heraustreten aus der Komfortzone fällt vielen Menschen schwer ... letzlich glaube ich aber, dass es für das persönliche Vorankommen auf allen Ebenen wichtig und gut ist, einen Schritt in den Wachstumsbereic h zu machen. Danke für die Eerinnerung daran.

Insgesamt gefällt mir Dein/Euer newsletter gut ... was mir allerdings gar nicht gefällt ist die förmliche Anrede "Sie", "Ihnen" ... das schafft Distanz und fördert aus meiner Sicht nicht den vertraulichen Umgang und die Umsetzung der oft guten Anregungen. In diesem Sinne wünsche ich Dir (Euerm Team) eine schöne Woche.
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