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Wie Misserfolge uns stärken

Wie Misserfolge uns stärken

Die meisten von uns erleben so manche Niederlage. Ob beruflich oder privat - Misserfolge gehören zum Leben dazu. Was den großen Unterschied ausmacht, ist der Umgang mit dem Misserfolg. Schwächt er mich oder stehe ich auf und gehe gestärkt weiter auf meinem Weg. Hier findest du eine Vorgehensweise und Tipps, wenn du oder jemand in deinem Umfeld Misserfolg erlebt. 

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1. Misserfolge und Kopfkino

Bereits bei dem Gedanken an Misserfolg und Scheitern erleben viele Unbehagen bis hin zu völliger Verzweiflung.

  • Was denken und sagen die anderen?
  • Ich bin ein Verlierer! Ich bringe es zu nichts.
  • Ich bekomme auch gar nichts hin.

Deswegen ist es besser, erst gar nicht zu starten, oder wenn wir gescheitert sind, unsere Vorhaben auf ein Minimum zu reduzieren - am besten auf null.

Wir alle wissen, dass das keine gute Idee ist. Aber Befürchtungen und Ängste lassen sich nicht wegdiskutieren. Mit Logik ist ihnen nicht beizukommen.

Was hilft ist Handeln, denn wir müssen selbst erleben, dass Misserfolg ein wichtiger Bestandteil unserer Entwicklung ist. Sie sind eine notwendige Beigabe zum Leben, denn ohne Misserfolge gäbe es keine Erfolge. Alles erzwingt seinen Gegenpol.

In diesem Beitrag soll es nicht um die Geschichten anfangs gescheiterter Frauen und Männer gehen, die letztendlich erfolgreich wurden. Davon kennen wir alle ausreichend.

Es soll eher gezeigt werden, wie wir uns mit dem Misserfolg aussöhnen und gestärkt daraus hervorgehen, um kraftvoll und zuversichtlich weiter zu schreiten auf unserem Lebensweg.

Definition laut DUDEN: Misserfolg

(unerwartet) schlechter, enttäuschender, negativer Ausgang einer Unternehmung o. Ä., Synonyme zu Misserfolg: Bauchlandung, Blamage, Bruchlandung, Desaster

Punkt 2

2. Sich zum Erfolg scheitern in drei Schritten

Erfolgreiches Scheitern besteht aus drei Schritten. Es gehört der Willen zur Selbstreflexion dazu - wir müssen also selbstkritisch sein, um unseren Erfolgsweg zu finden. Dies ist nicht immer angenehm. Unangenehmer wird es aber dann, wenn wir auf Dauer nicht aus unseren Fehlern und Misserfolgen lernen. Dann sind immer die anderen schuld und wir machen uns zum Opfer.

Die folgenden drei Schritte helfen bei der Analyse unserer Misserfolge. So wird jeder Misserfolg ein Schritt zum Erfolg.   

2.1. Schritt 1: Akzeptanz des Scheiterns

Wir müssen lernen, intelligent zu scheitern. Das heißt zum einen, erst einmal die Undurchführbarkeit eines bestimmten Weges zu akzeptieren. Nicht immer ist das Scheitern uns gleich klar. Es wird weiterhin viel Zeit in eine an und für sich "tote Sache" gesteckt.

Viel Zeit und Energie wird gebunden und wir (oder andere) rufen uns Durchhalteparolen zu. "Du musst nur ganz fest daran glauben ..." - vielleicht!

Aber vielleicht müssen wir auch erkennen, dass wir nicht nur glauben müssen, sondern auch können. Vielleicht ist die Zeit noch nicht reif oder es gibt andere Gründe.

Der erste Schritt besteht somit darin, sich den Misserfolg einzugestehen und den "falschen" Weg zu verlassen.

Achtung: Concorde-Effekt

Wer sich ein Ziel setzt, versucht einen persönlichen Traum zu leben oder ein bestimmtes Vorhaben zu realisieren, der sollte nicht bei den ersten Schwierigkeit aufgeben. Ausdauer ist bei vielen Unternehmungen wichtig. Wir sollten trotzdem eins im Hinterkopf behalten: Den Concorde-Effekt.

Manchmal ist es nämlich besser, eine Kurskorrektur vorzunehmen und nicht weiterzumachen. Wir sollten aufhören, bevor die Kosten oder aber die erlittenen Verluste so hoch werden, dass wir am Vorhaben auf Gedeih und Verderb festhalten, obwohl wir eigentlich wissen, dass aufhören besser wäre.

Seinen Namen verdankt der Effekt, der auch Concorde-Trugschluss genannte wird, dem Überschallflugzeug Concorde. Die Kosten für das britisch-französische Flugzeug waren weit über dem geplanten Budget. Aber Aufgeben war keine Option, den niemand wollte eine nationale Blamage erleiden oder sogar zugeben, dass man gescheitert war. Die Concorde wurde auf Kosten der Steuerzahler gebaut. Das Milliardengrab Concorde konnte auch im laufenden Betrieb die Verluste nie wieder ausgleichen.

Das Scheitern trägt meistens zur eigenen Weiterentwicklung bei. Wir erkennen nämlich, dass wir auch ein anderer sein können.

2.2. Schritt 2: Die mentale Verarbeitung

Der nächste Schritt ist die mentale Verarbeitung des Fehlschlages. Es ist wichtig sich klar zu machen, dass das Projekt gescheitert ist - nicht wir als Person.

Nicht wir sind gescheitert, sondern das jeweilige Projekt misslang. Dies ist wichtig, um sich mit dem eigenen Selbstbild auszusöhnen und die Energie, die durch langwieriges Hadern gebunden wird, dafür zu verwenden, einen neuen Weg zu finden.

Scheitern gehört zum Leben

"Scheitern gehört zum Leben. Wer nicht scheitert, lebt nicht. Und ist bereits damit gescheitert. Zwar ist das Ausmaß des Scheiterns von Mensch zu Mensch unterschiedlich, aber nur durch das, was nicht gelingt, können wir erkennen, was uns wirklich wichtig ist."

Aus Joanne K. Rowling Rede 2008 vor den Graduierten des Harvard Jahrgangs

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„Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsse im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge und Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen.“

Antoine de Saint-Exupéry

Der große Walt Disney und seine 300 Absagen

Walt Disneys erste Kurzfilme waren erfolglos und ihm ging das Geld aus. Er fand keine Investoren, denn Filme mit sprechenden Tieren erschienen ihnen absurd!? Über 300 Absagen erhielt Walt Disney, bis er einen Geldgeber fand und eine großartige Erfolgsgeschichte weiter geschrieben wurde.

2.3. Schritt 3: Gründe analysieren

Zum Schluss gilt es, die Gründe des Misserfolges schonungslos zu analysieren und aufzuschreiben. In den Ursachen steckt oftmals das Samenkorn für den zukünftigen Erfolg. Das wird häufig aber erst deutlich, wenn es aus unserem Kopf heraus und schwarz auf weiß lesbar ist.

So wird Scheitern zu einem Teil des Weges zum Erfolg - so scheitern wir intelligent. Und das wünschen wir dir. 

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