Wortschatz von A und O bis Buridans Esel

 

Jedes Wort repräsentiert eine gedankliche Vorstellung und ist somit ein Werkzeug zum Denken. Je mehr Worte wir kennen und anwenden, um so besser ist die Qualität unseres Denkens und unsere Fähigkeit uns mitzuteilen.

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Der Ausdruck "ab ovo" ist eine Anspielung auf eines der beiden Eier von Leda und dem als Schwan verwandelten Zeus, aus dem Helena schlüpfte. Hätte Leda das Ei nicht gelegt, wäre Helena nicht geboren worden und Paris hätte sie nicht entführt - der Krieg um Troja wäre nicht ausgebrochen.

"Ab ovo" (wörtl.: vom Ei an) steht für "vom Beginn/Ursprung an" und stammt vom römischen Dichter Horaz (De arte poetica, veröffentlicht 14 v. Chr.). Er beschreibt dort den idealen epischen Dichter als jemanden, der den Krieg um Troja nicht mit dem Zwillingsei beginnt, sondern den Leser gleich mitten in das Geschehen führt.

"Ab ovo" gebrauchen wir zum Beispiel, wenn wir ausdrücken wollen, dass jemand sehr weit ausholt - also von fernen Beginn/Ursprung an (ähnlich: "bei Adam und Eva anfangen").


Abrahams Schoß Bibelzeichnung

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Im Schoß des Erzvaters Abraham fühlt man sich sicher, sorglos, geborgen und wähnt sich in guten – bis himmlischen – Verhältnissen.

Herkunft und Bedeutung: Der Bettler Lazarus wird nach seinem Tod von Engeln in den Schoß von Abraham getragen, dem ersten Stammvater Israels (Lukas 16, 22). Der Reiche aber muss in den Niederungen Schmerzen leiden.

"Abrahams Schoß", als Ort der Sicherheit, Geborgenheit und des Friedens, wurde im neuen Testament zu einer Metapher für das Paradies. Die Bedeutung resultiert aus der jüdischen Vorstellung, der Schoß sei ein Ort der Seligkeit und der Essensgemeinschaft mit Abraham, und das sogar zu seiner Rechten.

Noch heute sprechen wir von "Abrahams Schoß", wenn wir uns an einem Ort oder in einer Situation sicher und geborgen fühlen.


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

archillesverse

Die Herkunft hat der Begriff Achillesferse in der griechischen Mythologie. Nach einer griechischen Sage tauchte die Meeresgöttin Thetis ihren Sohn Achilles, um ihn unverletzlich zu machen, in das Wasser des unterweltlichen Flusses Styx.

Nur die Ferse, an der sie ihn hielt, blieb unbenetzt und daher verwundbar. Später wird Achilles durch Apollo (in der Gestalt des Paris) durch einen Pfeilschuss in ebendiese Ferse getötet. Als Achillesverse bezeichnet man heute die schwache, verwundbare Stelle eines sonst tüchtigen Menschen oder den wunden Punkt einer Person.


Adonis und Aphrodite / Venus
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Adonis und Aphrodite / Venus

Adonis: Bedeutung, Herkunft und Geschichte

Als "Adonis" bezeichnen wir heute einen schönen jungen Mann. In den Gedichten des griechischen Dichters Theokrit (um 305 - 250 v. Chr.) wird er als Liebling der Göttin Aphrodite bzw. Venus geschildert.


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

advocatus diaboli 564

Advocatus Diaboli

Die Herkunft bzw. seinen Ursprung hat diese Redewendung im Verfahren der Selig- und Heiligsprechungen der katholischen Kirche. Bei den sorgfältigen und langwierigen Verhandlungen werden die Verdienste des Verstorbenen geprüft und festgestellt, ob sich seine Verehrung nach seinem Tode lange genug erhalten hatte.

Bedeutung 1: Der Ankläger

Wenn wir heute sagen, dass jemand den "Advocatus Diaboli" spielt, dann bringt dieser alles Belastende (wie der Teufel vor Gottes Thron) als Ankläger vor bzw. legt alles dar, was gegen eine Person oder Sache spricht.

Bedeutung 2: Rhetorik-Technik

Es bezeichnet auch die rhetorische Vorgehensweise eines Anwalts oder eines Redners. Hierbei nimmt der Anwalt des Teufels zunächst ganz bewusst die Position seines Gegners ein, um diese dann bewusst zu widerlegen.


Ein Chamäleon aus Kamel und Pferd als Beispiel für ein Adynaton
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Adynaton – Bedeutung, Herkunft und die heutige Verwendung des Begriffs

Bedeutung: Adynaton ist von seiner Herkunft griechisch und bedeutet "Unmögliches". Ein "Adynaton" ist eine rhetorische Figur, bei der der Begriff des Unmöglichen umschrieben wird. Das, was als unmöglich betrachtet wird, wird in Bezug zu einer Unmöglichkeit "in der natürlichen Ordnung oder in feststehenden Bräuchen" gesetzt.

Das "Adynaton" dient zudem der Steigerung, der Bekräftigung und der Nachdrücklichkeit, wie zum Beispiel:

„Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.“

(Matthäus 19, 24)


Ägide - Schutzschild
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Ägide - Bedeutung, Herkunft und Beispiele

Unter Ägide versteht man das Schutz- und Obhutsverhältnis, in dem sich eine untergeordnete bzw. niedere Instanz gegenüber einer höheren, schutzgebenden befindet. 

Dieses Verhältnis kann sich auf Staaten, zum Beispiel „unter der Ägide der Sowjetunion", aber auch auf Stiftungen, Institutionen oder Auszeichnungen, beispielsweise im Sinne von Schirmherrschaft, beziehen. Ägide steht hier für Schutz, Obhut oder (fürsorgliche) Leitung.

Herkunft

Der Gott Hephaistos schmiedete für den Göttervater Zeus den Schild "Aigis" (altgriechisch αἰγίς (aigís) "(Sturm)Schild des Zeus"). In der Mitte dieses Schildes war das bedrohliche Haupt der Medusa mit ihren Schlangenhaaren zu sehen, was eine lähmende Wirkung auf die Gegner hatte.

Die übertragene Bedeutung unseres Wortes "Ägide" für "Schirm" bzw. "Schutz" finden wir noch heute in der bildsprachlichen Wendung "unter jemandes Ägide stehen", d. h. unter der Leitung und Verantwortung von jemandem. 


FAQ Buchstaben Abkürzung
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Akronym – Bedeutung, Herkunft, Beispiele + Rätsel

Das Akronym (Herkunft von altgriechisch ákros „Spitze, äußerstes Ende“ und ónyma „Name“) ist ein Kurzwort, das aus den Anfangsbuchstaben oder -silben mehrerer Wörter oder aus einem Kompositum gebildet wird und als eigenständiges Wort fungiert (Beispiel: FBI (= Federal Bureau of Investigation) oder Kripo= Kriminalpolizei). 

Es handelt sich bei Akronymen um Sonderfälle der Abkürzung, die man in Fach- und Umgangssprache findet, die aber auch gerade in der Internet- bzw. Chatsprache sehr beliebt sind. Wir haben dir interessante Beispiele zusammengestellt und du darfst auch gerne mitraten:


Brücke über Fluss

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Alea iacta est – Bedeutung, Herkunft und Beispiele (und zu Caesars verheerender Entscheidung)

Die Redewendung "Alea iacta est" (lat., "Der Würfel ist geworfen worden") wird heute meist mit "Die Würfel sind gefallen" übersetzt. Korrekter, unter Berücksichtigung des Numerus, wäre jedoch die Übersetzung "Der Würfel ist gefallen" bzw. "geworfen (worden)".

Beschrieben wird damit eine Situation, die unumkehrbar ist, deren Ausgang jedoch noch ungewiss ist. Die Redewendung wird heute genutzt, um auszudrücken, dass eine Entscheidung getroffen wurde und es kein Zurück mehr gibt.

Herkunft

Häufig wird der Satz mit Julius Caesar in Verbindung gebracht. Im Januar 49 v. Chr. stand dieser mit seinen Truppen vor dem Fluss Rubikon vor Rom. Eine Überschreitung des Flusses würde einen Rechtsverstoß darstellen und katastrophale Folgen haben. Suetons Biographie von Caesar zu Folge soll dann eine riesige Gestalt erschienen sein, die eine Trompete an sich riss und Alarm blies, worauf die Truppen den Fluss überschritten. 

„Iacta alea est.“
„Geworfen ist der Würfel.“

Gaius Iulius Caesar (100 - 44 v. Chr.), römischer Kaiser, Feldherr und Schriftsteller, aus: Sueton, De vita Caesarum (Die Kaiserbiographien), 2. Jh. n. Chr. Divus Iulius 32 (Caesarbiographie)

Caesar soll dann gesagt haben "Iacta alea est" ("Geworfen ist der Würfel"). Andere Quellen erzählen die Geschichte etwas anders, im Kern bleibt jedoch die Aussage Caesars. Er war sich bewusst, dass es jetzt kein Zurück mehr gab und sich nun zeigen würde, wer den Krieg gewann. 

Darüber hinaus soll die Redewendung bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. vom griechischen Dichter Menander benutzt worden sein. 


Taschenuhr im Sand
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Alle Jubeljahre wieder – Bedeutung, Herkunft und Übersetzungen

Alle Jubeljahre wieder (lat. annus iubilaeus "Jubeljahr") ist ein Ausdruck, mit dem wir aussagen, dass etwas ganz selten passiert bzw. einen Zeitraum beschreiben, der uns sehr lange vorkommt. Man sagt z.B., dass ein Ereignis wie die WM, "alle Jubeljahre wieder" passiert, da sie nur alle 4 Jahre stattfindet. 

Weitere gängige Ausdrücke sind "Alle Jubeljahre einmal" und "Alle Jubeljahre mal". Spannend ist die Herkunft der Redewendung:


Orient Markt Vielfalt
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Alle Wohlgerüche Arabiens – Bedeutung, Herkunft und Beispiele

Bekannte, wohlriechende Essenzen wie Weihrauch, Myrrhe, Kasia, Kinamomon, Ledanon oder Jasmin sind nur einige der Düfte aus Arabien, die in Europa schon lange Verwendung finden.

Herkunft: Zum geflügelten Wort wurden diese Wohlgerüche durch den Ausspruch von Lady Macbeth in Shakespeares "Macbeth" (Act V, Scene 1). Aufgrund schrecklicher Mordtaten langsam dem Wahnsinn verfallend, glaubt sie, dass sie das Blut an ihren Händen nicht mehr abwaschen kann. Lady Macbeth bemerkt:

„All the perfumes of Arabia will not sweeten this little hand."

Übersetzt: "Alle Wohlgerüche Arabiens könnten diese kleine Hand nicht wohlriechend machen."

Heute wird dieser Ausspruch z. B. ironisch auf Personen angewandt, die sich für unseren Geschmack zu stark parfümiert haben. Allgemein kann damit auch eine große Duftvielfalt oder ein sehr dominanter Geruch beschrieben werden. Beispiele:

  • "Hast du die Frau gerochen, die da gerade an uns vorbeigelaufen ist? Die hat sich scheinbar mit allen Wohlgerüchen Arabiens eingedeckt."
  • "In dieser Straße rieche ich alle Wohlgerüche Arabiens."

Schon Alexander dem Großen sind die Wohlgerüche bekannt gewesen:


Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Die Redensart "Allein auf weiter Flur" verwenden wir, wenn wir zum Ausdruck bringen wollen, dass jemand zum Beispiel ganz alleine etwas tun muss bzw. keine Unterstützung hat. Es geht zurück auf das Gedicht "Schäfers Sonntagslied" des schwäbischen Dichters Ludwig Uhland. Hier heißt es:

"Das ist der Tag des Herrn!
Ich bin allein auf weiter Flur;
Noch eine Morgenglocke nur, 
Nun Stille nah und fern."

Jim: "Das wirst Du dann wohl mal wieder alleine machen müssen."
John: "Ja, da bin ich mal wieder allein auf weiter Flur."


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
Die Redewendung "Alles über einen Leisten schlagen" ist seit dem 16. Jahrhundert belegt. Sie bezieht sich auf die Arbeit eines schlechten Schusters, der nicht genau Maß nimmt, sondern seine Schuhe nach feststehenden hölzernen Modellformen, den sogenannten "Leisten" anfertigt.

Wenn wir heute sagen "Alles über einen Leisten schlagen", dann bringen wir zum Ausdruck, dass etwas ungerechtfertigt mit dem gleichen Maßstab gemessen wird bzw. keine Rücksicht auf wesentliche Unterschiede genommen wird.



Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Die Redewendung "Alles unter Dach und Fach bringen" bedeutet, dass wir etwas erfolgreich abgeschlossen haben. 

Sie leitet sich von der Tatsache ab, dass früher ein Hausbau als fertig betrachtet wurde, wenn Dach und Fachwerk abgeschlossen waren.


Mutter-Kind Statue
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Alma Mater – Bedeutung, Herkunft und Beispiele

Alma Mater (lat. alma "nährend, gütig" und mater "Mutter") ist eine im europäischen und nordamerikanischen Raum gebrauchte Bezeichnung für Universitäten bzw. Hochschulen. Da die Studenten dort im übertragenen Sinne mit Bildung und Wissen genährt werden, entstand das Bild der Universität als "nährende/gütige Mutter". 

Herkunft und Entwicklung des Begriffs

Zurück geht der Begriff auf das römische Reich. Dort war die alma mater eine nährende, segenspendende Göttermutter und hieß deswegen oft auch Magna Mater ("große Mutter").

Im Mittelalter wurde der Ausdruck dann häufig für die Gottesmutter Maria gebraucht. 

Im bildungssprachlichen Kontext taucht der Begriff dann erstmals im 12. Jahrhundert auf.  Die im Jahr 1135 gegründete Universität in Bologna, die älteste Europas, entwickelte damals das Motto "Alma mater studiorum".  Davon inspiriert findet sich der Ausdruck Alma Mater noch heute in vielen Universitäten im deutschsprachigen Raum, z. B. bei der Alma Mater Lipsiensis (Universität Leipzig). 


Hammer durchgestrichen

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Als Prügelknabe herhalten – Bedeutung, Herkunft und Beispiele

Wenn jemand für etwas beschuldigt bzw. bestraft wird, das er nicht oder nur mit zu verantworten hat, dann muss er "als Prügelknabe herhalten".

Zur Herkunft: Diese Redewendung kommt aus der Zeit, als an jungen Edelleuten des englischen und französischen Königshauses die übliche Prügelstrafe nicht vollzogen werden durfte. An ihrer Stelle mussten arme Kinder, die für diesen Zweck "gehalten" wurden, die Schläge auf sich nehmen. Der Schuldige musste als Strafe bei der Prozedur zusehen, die von Rechts wegen eigentlich ihm galt. 

Heute wird der Ausdruck häufig benutzt um zu beschreiben, dass eine Person oder Personengruppe, besonders oft für Probleme oder negative Vorfälle verantwortlich gemacht (und teils auch bestraft) wird, obwohl die Umstände nicht geklärt sind bzw. er oder sie unschuldig ist. 


alter Mann vor Sonnenuntergang
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Alt wie Methusalem – Bedeutung, Herkunft und Synonyme

Wenn heutzutage jemand „Alt wie Methusalem“ wird, drücken wir damit scherzhaft aus, dass er oder sie ein sehr hohes Alter erreicht hat. Manchmal so hoch, dass man die Lebensjahre gar nicht mehr zählen kann oder will. Man kann ihn/sie dann auch schlicht als „Methusalem“ bezeichnen. Doch wie alt ist Methusalem wirklich geworden?


Schafe Alter Ego
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Alter Ego: bist du auch zwei? Bedeutung, Herkunft & heutige Verwendung

Herkunft: "Alter Ego" ist lateinisch und bedeutet "das andere Ich".

Bedeutung der Redewendung: Mit "Alter Ego" bezeichnen wir somit "das andere (oder) zweite Ich". Allerdings wird es zu ganz unterschiedlichen Anlässen benutzt, wie die folgenden Beispiele zeigen:


Sonnenuntergang Schweden

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Alter Schwede – Bedeutung, Herkunft und Synonyme

Die Redewendung „Alter Schwede“ kann je nach Kontext und Betonung verschiedene Bedeutungen haben:

  • Wir können damit (scherzhaft) einen Freund/Kumpel begrüßen: „Na, alter Schwede, wie geht es dir?“
  • Viele Menschen drücken damit ihr Erstaunen aus ("Alter Schwede, das Gebäude ist ja riesig!").
  • Auf Personen bezogen wird Empörung ausgedrückt, wobei diese oft nicht ernst gemeint ist ("Alter Schwede, jetzt reicht es aber!").

Die Herkunft des geflügelten Wortes geht auf Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg zurück.


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Der Begriff Altruismus bedeutet Uneigennützigkeit oder auch Selbstlosigkeit. Er beschreibt eine durch Rücksicht auf andere gekennzeichnete Denk- und Handlungsweise. Das Gegenteil, das Antonym ist der Egoismus.

Jim: Er gibt wirklich sein letztes Hemd, um zu helfen.
John: Ja, er ist ein wahrer Altruist.


Amazone Statur
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Amazone – Bedeutung, Herkunft & wie war das mit der Fortpflanzung? 

Eine Amazone ist in der griechischen Mythologie eine Angehörige des kriegerischen Reiterstammes der Amazonen. Dieses Volk soll den Sagen zufolge in Kleinasien unterwegs gewesen sein und nur aus Frauen bestanden haben. 

Heute kann der Begriff Amazone verschiedene weitere Bedeutungen haben:

  • Reiterin bzw. Turnierreiterin 
  • hübsche, sportliche Frau
  • betont männlich bzw. selbstbewusst/kämpferisch auftretende Frau
  • Figur im Märchenschach 
  • Asteroid des Hauptgürtels
  • Reitkleid für Frauen (veraltet)
  • in Amerika verbreiteter Papagei

In den Gräbern von Amazonen fand sich eine aufschlussreiche Besonderheit ...


Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

amor fati nietzsche 564

amor fati - die etwas andere Liebe

Geprägt wurde der Begriff "amor fati" (lat. Liebe zum Schicksal) von Friedrich Wilhelm Nietzsche. Er bedeutet "die Bejahung des notwendigen Geschicks als Zeichen für menschliche Größe".

Nietzsche geht es dabei um eine gelassene Akzeptanz des eigenen Schicksals und darum, das Leben in all seiner Schönheit und seinen Schrecken und Schmerzen zu akzeptieren.

Die "Herkunft" des Begriffs ist das vierte Buch "Der Fröhlichen Wissenschaft" - hier taucht der Begriff erstmals auf.


Anachronismus
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Anachronismus - Bedeutung, Herkunft, Beispiele und: spielte Cleopatra wirklich Billiard?

(griech. in eine andere Zeit verlegen) "Anachronismen" sind Sachen, Gegenstände, Ereignisse, Bräuche, Personen oder Denkmuster, die außerhalb ihrer natürlichen zeitlichen Ordnung erwähnt werden. Wenn zum Beispiel in einem Stück von William Shakespeare wie "Antony and Cleopatra" das Billardspiel erwähnt wird, das es zur damaligen Zeit noch gar nicht gab.

Heute werden "Anachronismen" häufig absichtlich eingesetzt, um komische oder satirische Effekte zu erzielen.


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

(grch.), Ein 'Anagramm' ist >Umstellung der Buchstaben eines Wortes bzw. eines Satzes<. Wenn man aus allen Buchstaben eines Wortes oder Satzes ein neues Wort oder einen neuen Satz bilden kann, dann bezeichnet man das als ein 'Anagramm'. Beispiel: Lampe ist ein Anagramm zu Ampel und Palme.


Anapher – Bedeutung
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Anapher - sie bringt Leben in die Sprache, Bedeutung und Herkunft

Die Anapher ist ein rhetorisches Stilmittel und bezeichnet die Wiederholung eines Wortes bzw. einer Wortgruppe am Anfang aufeinander folgender Satzteile, Sätze, Strophen oder Verse.

So dient sie der Strukturierung und Rhythmisierung von Texten. Das Wiederholte wird häufig als besonders bedeutsam hervorgehoben. "Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll ..." ist ein Beispiel für eine Anapher.

Die Anapher zählt zu den ältesten und häufigsten rhetorischen Stilmitteln. Sie begegnet uns besonders häufig in religiöser Sprache. Viele Anaphern verdanken ihre Herkunft der Bibel.

Spiegelbildliches Gegenstück zur Anapher ist die Epipher. Dieses rhetorische Stilmittel steht für die Wiederholung eines Wortes oder einer Wortgruppe am Ende aufeinander folgender Sätze oder Verse. Beispiel: "Doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit! (Gedicht von Friedrich Nietzsche: Das trunkene Lied) 


Anekdoten

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Anekdote

(griech. an-ekdoton, "nicht herausgegeben") Eine Anekdote ist ein mündlich überlieferter und verkürzter Bericht über Aussagen oder das Verhalten einer bekannten Persönlichkeit.

Eine Anekdote zeichnet sich durch eine prägnante Knappheit aus, mit der Ereignisse pointiert dargestellt und Zusammenhänge blitzartig erleuchtet werden.

Beispiel: Der junge Theodor Fontane hatte sich ein möbliertes Zimmer gemietet. Am ersten Morgen nach dem Frühstück sagte er zu seiner Wirtin: "Wenn das heute früh Kaffee war, dann möchte ich von morgen ab Tee. Wenn es aber Tee war, dann bitte von jetzt ab Kaffee."

Hier findest du eine Auswahl von Anekdoten auf blueprints.de 


Vor den Toren einer Burg

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Ante portas – Bedeutung, Herkunft und heutige Verwendung

Lateinisch bedeutet ante portas "vor den Toren". Wenn jemand "ante portas" ist, bedeutet das, er ist "im Kommen" bzw. "im Anmarsch".


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

(griech. Umnennung) Die "Antonomasie" ist eine Umschreibung des Eigennamens einer Person durch Nennung einer ihrer Eigenarten oder Charakteristika, zum Beispiel:

  • der Galiläer für Jesus
  • der Beherrscher des Meeres für Neptun
  • der Sonnenkönig für Ludwig XIV
  • Rächer der Gerechten für Robin Hood

Des Weiteren handelt es sich um eine "Anatomasie", wenn eine Person zum Beispiel als "kleiner Goethe" oder als "kleiner Beethoven" bezeichnet wird. Der Zweck ist die sprachliche Variation bzw. die ergänzende Charakterisierung einer Person.


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

(grch., >Bestimmung<, >Definition<), Der 'Aphorismus' ist eine kurze Äußerung in Prosa, die einen Gedanken, einen Einfall oder eine Erkenntnis oder eine Ansicht auf geistreiche und pointierte Art in geschliffener Formulierung darlegt. Im Aphorismus findet sich meist viel Gedanke auf wenig Raum. Friedrich Nietzsche definierte den Aphorismus als 'Gedanken von der Art, welche Gedanken macht'.


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
'Aphrodisiaka' (das Aphrodisiakum) sind Stoffe, die den Geschlechtstrieb verstärken sollen. Tatsächlich ist eine solche Wirkung nur für wenige Stoffe gegeben, z.B. Opiumderivate (getrockneter Milchsaft der Samenkapsel des Schlafmohns). In den meisten Fällen handelt es sich um Aberglauben, wie beim Kakao, der Kartoffel, frischen Pilzen, Trüffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Avocados, Sellerie oder Mandeln.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

(grch. unwiderleglich, notwendig) Wenn jemand durch die Art und Weise, wie er etwas kommuniziert, jeden Widerspruch von vornherein ausschließt, dann ist er "apodiktisch".

(NL 20.06.2010)


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(grch.), Die 'Apstrophe' ist ein Begriff aus der Rhetorik. Es bezeichnet die Hinwendung des Redners zu anderen als den bisher angeredeten. (z.B. den Richter, Ankläger, leblose Dinge)
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(lat., >innere Strebungen<), Als 'Appetenz' bezeichnet man besonders primäre Antriebe, die auf das Erreichen von Zielen gerichtet sind.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(grch., >Urbild<), 1. Geistigen Urbilder und Ideen (Philon u. Plotin), 2. In der analytischen Psychologie von C. G. Jung die im kollektiven Unterbewusstsein enthaltenen und vererbten Urbilder von menschlichen Vorstellungsmustern (z.B.: den Helden, die große Mutter, et cetera).
Argusaugen
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Argusaugen - Herkunft und Bedeutung zum Alles-Seher

Der Ausdruck "Argusaugen" hat seine Herkunft in der griechischen Mythologie und geht zurück auf den vieläugigen Riesen Argus (von Argos, Der Alles-Seher). Dieser hundertäugige Riese war zum Wächter der Io (Geliebte des Zeus) bestimmt worden. Er hatte die Augen am ganzen Leib und konnte so in alle Richtungen sehen. Außerdem schlief von den hundert Augen jeweils ein Teil, während die anderen Augen wachten. So sind die Argusaugen ein Ausdruck für scharf beobachtende Augen geworden.

Jim: "Hast Du eine neue Uhr?"
John: "Deinen Argusaugen entgeht aber auch nichts." 


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

(griech. Sage, Ovid) Der athenische Held Theseus erschlug den Minotaurus, ein Ungeheuer mit menschlichem Körper und Stierkopf, im Labyrinth zu Knossos. Mit Hilfe eines Fadens, den er von einem Knäuel abgewickelt hatte, fand er anschließend wieder in die Freiheit.

Das Knäuel hatte Theseus von der schönen Ariadne bekommen. Auf diesen "Ariadnefaden" geht übrigens unser Wort "Leitfaden" zurück.


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(hebr.), Nach der Offenbarung 16, 16 ist 'Armageddon' der mythische Ort, an dem dämonische Geister die 'Könige der gesamten Erde' für eine großen Krieg versammeln.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

(grch. Übung) "Askese" bezeichnete ursprünglich die Zucht, das Training und die Enthaltsamkeit des Athleten.

Heute wird im Allgemeinen die Enthaltsamkeit im ethischen Sinne darunter verstanden. "Asketische Übungen" sollen dazu dienen den Zustand des klaren Gleichmuts zu erlangen.


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

(grch., 'Asklepios'), 'Äskulap' war der griechische Gott der Heilkunde. Auf Bildern erscheint Äskulap meist als bärtiger Mann mit einem von einer Schlange umringelten Stab (Äskulapstab). Um 2100 v.Chr. wurde der Äskulapstab von den Sumerern als Zeichen der Ärzte eingeführt und gilt heute noch als Abzeichen des ärztlichen Standes.


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(grch.), 'Astrologie' bedeutet ist die >Sterndeutung<, in der man versucht das Wesen und Schicksal der Menschen aus Gestirnstellungen zu deuten. Astronomie (grch., >Sternkunde,Himmelskunde<) hingegen ist die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung des Weltalls beschäftigt.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
Attribution ist ein Begriff aus der Sozialpsychologie. Um das eigene Verhalten und das von Mitmenschen zu verstehen, vorherzusagen und kontrollieren zu können, verwenden wir unterschiedliche Erklärungsmuster bzw. kognitive Schemata. Die Attribution ist ein Denkvorgang, um den Ursachen von beobachtbaren Ereignissen auf den Grund zu gehen, und sie in die eigenen Wahrnehmungsgewohnheiten einzuordnen. Hierzu zählt z.B., einem Menschen bestimmte Motive für sein Verhalten zuzuschreiben.
Auf Granit beißen – Bedeutung
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Auf Granit beißen - Vorsicht vor Zahnverlust, Bedeutung und Herkunft

"Bei jemandem auf Granit beißen" oder "auf Granit beißen" verdankt seine Herkunft dem grobkristallinen magmatische Tiefengesteine Granit. Es ist eine der härtesten Gesteinsarten. Wenn wir also bei jemandem oder bei etwas auf Granit beißen, dann stoßen wir auf extrem starken Widerstand mit einem Anliegen, einer Idee oder einer Bitte. 


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Der Schießhund ist ein Begriff aus der Jägersprache. Er hat die Aufgabe, angeschossenes Wild aufzuspüren: Deswegen muss er genau aufpassen bzw. extrem aufmerksam sein.

Wenn wir heute die Redewendung "Aufpassen wie ein Schießhund" nutzen, dann meinen wir, dass etwas besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Wir müssen aufpassen bzw. sollten genau hinschauen, hören etc. 

Jim: "Du willst morgen einen Gebrauchtwagen kaufen."
John: "Ja, ich fahr zum Automarkt."
Jim: "Dann viel Glück. Da musst Du aber aufpassen wie ein Schießhund."


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
>Auguren< bildeten das altrömische Priesterkollegium, dessen Aufgabe es war, durch Deutung bestimmter Himmelserscheinungen (z.B. Vogelflug, Blitze) den Willen der Götter zu erkunden. Vor allem bei politischen und vor wichtigen privaten Entscheidungen wurden die >Auguren< befragt. Als >Augurenlächeln< bezeichnet man heute das Lächeln bzw. den Blick der Eingeweihten über die Leichtgläubigkeit der Menge. Beispiel: -Gerade deshalb aber haben sie ein besonders scharfes Auge dafür, wenn Journalisten und Politiker ein Augurenlächeln tauschen. Im Zusammenhang mit der Spendenaffäre gibt es wenig Anlass zur Genugtuung über die angeblich funktionierende Pressefreiheit.- (Auszug aus dem Artikel -Medien und Macht-, DeutschlandRadio Berlin)
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

"Auguren" bildeten das altrömische Priesterkollegium, dessen Aufgabe es war, durch Deutung bestimmter Himmelserscheinungen (z. B. Vogelflug, Blitze) den Willen der Götter zu erkunden. Vor allem bei politischen und vor wichtigen privaten Entscheidungen wurden die "Auguren" befragt.

Als "Augurenlächeln" bezeichnet man heute das Lächeln bzw. den Blick der Eingeweihten über die Leichtgläubigkeit der Menge.

Beispiel: "Gerade deshalb aber haben sie ein besonders scharfes Auge dafür, wenn Journalisten und Politiker ein Augurenlächeln tauschen. Im Zusammenhang mit der Spendenaffäre gibt es wenig Anlass zur Genugtuung über die angeblich funktionierende Pressefreiheit" (Auszug aus dem Artikel "Medien und Macht", DeutschlandRadio Berlin).


Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Der Ausdruck stammt ursprünglich aus dem Skatspiel wo "Schneider werden" bedeutet, dass man weniger als 30 Punkte (Augen) hat. Wer beim Skat "aus dem Schneider ist" hat eine Punktezahl von mehr als 30.

Früher war es auch eine sehr ungalante Redewendung für eine Dame, die über 30 Jahre alt ist, und so in der Meinung der Gesellschaft kaum noch für eine Heirat in Frage kam.

Heute gebraucht man diese Redewendung, wenn jemand sich einer Verantwortung entziehen konnte bzw. eine schwierige Situation gemeistert hat. Er ist "aus dem Schneider", weil er nichts mehr damit zu tun hat. Für ihn ist das Kapitel abgeschlossen.


Aus der Lameng

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Aus der Lameng

Wir sagen auch "aus dem Lameng". Die Herkunft des Begriffs bezieht sich auf das Französische "la main" (die Hand). Bekannt wurde er im und nach dem 1. Weltkrieg, als viele solcher fremdsprachlichen Wendungen in die Umgangssprache gelangten und mit deutschen Wörtern versetzt wurden. Die phonetische Schreibweise ist typisch für das Zustandekommen derartiger Sprachanleihen.

Bedeutung: Wenn jemand etwas ohne Anstrengung und ohne langes Nachdenken tut oder sagt, bzw. "etwas aus dem Ärmel schüttelt", dann tut er es "aus dem Lameng". 


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
Die Redensart stammt von der plötzlichen wunderbaren Bekehrung des Saulus auf seiner Reise nach Damaskus (Apostelgeschichte Kapitel 9). Saulus war einer der heftigsten Christenverfolger in Palästina gewesen. Der bekehrte Paulus hingegen hat den Glauben an Christus wie kein anderer Apostel bekannt. >Aus einem Saulus ein Paulus werden< verwenden wir heute, wenn jemand seine Meinung völlig ändert bzw. aus dem Bekämpfer einer Ansicht zu ihrem Verteidiger wird. Daher auch die Redewendung -Seinen Tag von Damaskus erleben-, wenn jemand ein anderer Mensch wird.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
'Autogenes Training' ist ein von H. J. Schulz entwickeltes psychotherapeutisches Verfahren der konzentrativen Selbstentspannung. Durch stufenweise erlernbare autosuggestive Übungen erreicht der Trainierende die Beeinflussung von Muskelspannung, Puls, Atmung und eine allgemeine affektive und psychische Entspannung. Hierauf soll durch Selbstanalyse, innere Besinnung und Selbstfindung eine tiefere Beeinflussung der Persönlichkeit möglich werden.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(engl., bretonisch, Apfelinsel), >Avalon< ist das keltische Elysium (Land der Seligen), wohin Artus nach seiner Verwundung lebend entrückt worden sein soll und sein Schwert Excalibur erhielt. In >Avalon< sollen wunderbare Apfelbäume wachsen und als Herrscherin stellt die keltische Legende sich die Fee Morgana vor.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(Sanskrit, 'Avatara', >Herabstieg<), Als 'Avatare' werden im Hinduismus die verschiedenen menschlichen und tierischen Verkörperungen des Gottes Wischnu bezeichnet. In jeder Weltperiode inkarniert Wischnu, um die Guten zu retten und die Bösen zu bestrafen und so die göttliche Ordnung wiederherzustellen. Heute bezeichnet man als 'Avatare' auch virtuelle Personen, die nicht nur als Figur, sondern auch aus Persönlichkeit bestehen. Bekanntes Beispiel eines Avatars ist Lara Croft aus dem Computerspiel Tomb Raider.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Zurück geht diese Redewendung auf die Geschichte vom babylonischen Turmbau aus dem Alten Testament (Genesis 11, 1-9). Dieser Turm zu Babel sollte in den Himmel reichen, um selbst wie Gott zu sein. Doch Gott verhinderte die Vollendung des Bauwerks, indem er die Sprache der Erbauer so verwirrte, dass keiner den anderen mehr verstand. Das soll der Beginn der eigenen Sprachen der Völker gewesen sein. 

Ein unverständliches Sprachdurcheinander bezeichnen wir in Anlehnung an diese Geschichte auch als "babylonische Sprachverwirrung".


Backfisch
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Backfisch - Bedeutung,  Herkunft ...

"Backfisch" ist eine veraltete Bezeichnung für ein halbwüchsiges Mädchen. Sie hat ihre ursprüngliche Herkunft im Englischen, wo in der Sprache der Fischer der "backfish" ein noch zu junger und magerer Fisch ist, der beim Einholen der Netze zurück (back) ins Meer geworfen wird.

Etwas scherzhaft bezeichnet man heute mit "Backfisch" auch ein Mädchen, das weder Kind noch Frau ist bzw. junge Mädchen, die noch nicht im heiratsfähigen Alter sind.  


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
Diese Redensart entstand bei den kriegsmüden Soldaten am Ende des 1. Weltkrieges. Der Bahnhof wurde zum Symbol des Heimaturlaubs. Jedes Gespräch, das sich nicht auf die Heimkehr bezog, wurde mit dieser Redensart abgebrochen.

Wenn wir heute "nur Bahnhof verstehen", dann verstehen wir etwas nicht bzw. wollen etwas nicht hören.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

"Bahnung" ist ein vom österreichischen Physiologen S. Exner (1846 - 1926) geprägter Begriff. Er besagt, dass psychophysische Funktionen (d. h.: Gedächtnis-, Assoziations-, Wahrnehmungsleistungen u. a.) um so flüssiger ablaufen, je häufiger sie wiederholt werden. Wenn wir also etwas lernen, bildet sich eine Verbindung zwischen Neuronen. Wird das Gelernte immer wieder aufgerufen bzw. wiederholt, spricht man von "Bahnung".

Aus einem kleinen Pfad ist durch häufige Nutzung ein Weg entstanden, der schneller ist.

 


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(grch. banausos, "Handwerker") Ein Banause ist ein für künstlerisches Empfinden und höhere Lebensart unempfänglicher Mensch.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

(grch., basileos, -kleiner König-), Der >Basilisk< oder Schlangenkönig ist ein Mischwesen aus Drachen und Hahn. Man berichtet über dieses Fabeltier es hätte den tödlichen Blick, der dann sinngemäß als >Basiliskenblick< in unsere Sprache Einzug fand. In der Zoologie versteht man unter einem Basilisken eine kleine Leguanart.

Der Helmbasilisk trägt einen dreilappigen Hautkamm auf dem Hinterkopf, weshalb man wohl diese völlig harmlose Echsenart nach dem schrecklichen Basilisken der Fabel benannte. Kennen Sie jemanden mit Basiliskenblick?


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Bauernregeln sind meist in Form von Reimen dargebotene volkstümliche Regeln. Sie betreffen verschiedene Bereiche des bäuerlichen Lebens, so etwa das Wetter, die Ernte, Krankheiten der Tiere u.ä.

Die Ursprünge der Bauernregeln lassen sich bis weit vor Christus zurückverfolgen. Die meisten Regeln und Sprüche, wie z.B. "Bringt der Juli heiße Glut, gerät auch der September gut", stammen aus dem Zeitraum 13. - 14. Jahrhundert.

Bauernregeln beruhen zum Teil auf Aberglauben, aber auch auf Beobachtungen und Erfahrungen, die im Laufe der Zeit gesammelt wurden.

(NL 12.07.2009)


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Wie ein "begossener Pudel" verwenden wir heute, wenn jemand sehr kleinlaut bzw. beschämt dasteht. Das komische Aussehen des sich vor Nässe schüttelnden Tieres, ließ dieses Bild zur Redensart werden.

Der Name Pudel wurde im 18. Jahrhundert übrigens aus Pudelhund gekürzt.

(NL 09.04.2008) 


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Die Redensart "Bei mir Hekuba!" oder auch "Das ist mir Hekuba“ hat ihren Ursprung in Shakespeares Hamlet. Dort heißt es (II, 2): Was ist ihm Hekuba, was ist er ihr, dass er um sie soll weinen.

Hekuba war die Mutter Hektors. In Homers Werk der Ilias sagt Hektor zu seiner Gattin Andromache, ihn bekümmere das Leid der Trojaner, des Priamus und selbst seiner Mutter Hekuba weniger als das ihre.

Wenn wir heute sagen "Bei mir Hekuba!", dann bekunden wir auf humorige Art unsere Ahnungs- und Interesselosigkeit.

Jim: Was sagst Du dazu John?
John: Ich hab kein Interesse. Ich weiß von nichts - "Bei mir Hekuba!"


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(franz., 'belles lettres', >schöne Literatur<), Als 'Belletristik' bezeichnet man im weitesten Sinne Unterhaltungsliteratur bzw. schöngeistige Literatur. Gemeint sind vorwiegend Erzählungen und Romane in Abgrenzung zur wissenschaftlichen oder Fachliteratur.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(hebr., der Fliegenherr), Der 'Belzebub' ist der oberste der Dämonen. Das Sprichwort: 'Den Teufel durch den Belzebub austreiben' (Matth. 12,24) bedeutet soviel wie >Schlimmes durch Schlimmeres bekämpfen wollen<.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(1. Moses 35,18.24), 'Benjamin' ist der jüngste der zwölf Söhne Jakobs. Heute bezeichnen wir ebenfalls den jüngsten Sohn bzw. den Jüngsten einer Gemeinschaft als 'Benjamin'.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

"Kirke" bzw. "Circe" war eine Zauberin der griechischen Mythologie und die Tochter vom Sonnengott Helios. In Homers Odyssee verwandelte sie die Begleiter von Odysseus durch ihren Gesang in Schweine.

Daher der Begriff "bezirzen" für "jemanden verzaubern bzw. verführen".

 


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Dieses Sprichwort geht zurück auf den Roman "1984" von George Orwell, der 1949 in London seine Erstveröffentlichung hatte. Der Satz steht auf einem Propagandaplakat und bedeutet: "Der Große Bruder beobachtet dich."

Schauplatz des Romans ist London im Jahr 1984, Hauptstadt der Supermacht "Oceania", die mit "Eurasia" und "Eastasia" sich die Welt teilt und in ständigem Krieg miteinander liegen. An der Spitze des Regimes steht der gottesähnliche, allgegenwärtige und allwissende "Große Bruder" (big brother), dem als Erzfeind und Verkörperung des Bösen der Verräter Emmanuel Goldstein gegenübersteht.

Durch die Überwachung und Kontrolle seiner Bürger in Perfektion ist "der Große Bruder" heute eine Metapher für eine allmächtige, alles überwachende Staatsgewalt.


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(frz.), Das Wort 'bigott' kommt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie >frömmelnd<, >blindgläubig< oder >scheinheilig<.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

bibliothek prag bildung 8 564

Als Bildungskanon wird allgemein der Bildungskern einer Kultur bezeichnet. Es gibt viele Spielarten des Bildungskanons, zum Beispiel einen Schulischen Bildungskanon, einen Bildungskanon der Literatur, einen Kanon der Konfuzianischen Bildung, einen Bibelkanon, einen Buddhistischen Kanon usw. Im Altertum galten die Sieben Freien Künste (Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie) als maßgeblich für die Inhalte der Bildungskanons.

Wir erkennen: Das, was als Bildungskanon bezeichnet wird, unterliegt der jeweiligen Kultur und ändert sich im Zeitablauf. Auch wir haben einen blueprints-Bildungskanon definiert und integrieren dessen Inhalte nach und nach auf blueprints.de.


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

binsenweisheit

Binsenweisheit - Bedeutung (auch Binsenwahrheit)

Die Herkunft hat die Redensart in der lateinischen Wendung "nodum in scirpo quaerere" (Stengelknoten auch an der Binse suchen). Denn im Gegensatz zu anderen Grasarten besitzen Binsen keine Knoten. Eine Binsenwahrheit (auch Binsenweisheit) ist demnach eine "glatte Sache" ohne Verwicklungen und Verknotungen, d. h. ohne Schwierigkeiten.

Heutige Bedeutung: Die Feststellung "das ist eine Binsenwahrheit" bezieht sich auf einen zwar richtigen, aber so selbstverständlichen Satz, dass es sich nicht lohnt, ihn auszusprechen oder gar zu diskutieren. Es ist also eine Wahrheit, die überall so bekannt und verbreitet ist wie die Binsen. 


Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Bionik bezeichnet die Anlehnung der Entwicklung und des Baus von technischen sowie elektronischen Anlagen an die Funktion von biologischen Systemen.

Es setzt sich zusammen aus "biology" und "electronics".

DUDEN: Bionik ist eine angewandte Wissenschaft, die technische, besonders elektronische Probleme nach dem Vorbild biologischer Funktionen zu lösen versucht.

Beispiele: Delphinhaut - Beschichtung von Unterwasserfahrzeugen, Kletten (Pflanzen) - Klettverschluss.

Zum blueprints-Artikel: Wie auch Sie mit Bionik Probleme lösen

 

 


Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

"Bis in die Puppen" ist ursprünglich eine Berliner Redensart. Der Baumeister von Knobelsdorff stellte 1741 am großen Stern im Berliner Tiergarten Statuen aus der antiken Mythologie auf. Für die Berliner wurde somit der Platz zum Puppenplatz. Da der Weg damals von der Stadt bis zum Platz ziemlich weit war, nutzten die Berliner das Sprichtwort "bis in die Puppen" für "wer weiß wie weit" und später wurde dann auch für "wer weiß wie lange" daraus. Viele werden dieses Jahr Weihnachten und Silvester wieder "bis in die Puppen" feiern.

(NL 18.12.2007) 


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
Die Farbe Blau als Augenfarbe ist bekannt als Sinnbild der Treue, Durchsichtigkeit und Unverstelltheit. Wenn ein Kind zur Welt kommt, ist die Entwicklung seiner Regenbogenhaut noch nicht abgeschlossen. Da für die Farbe blau am wenigsten Farbpigment nötig ist haben Neugeborene zunächst immer blaue Augen. So verband man mit der blauen Augenfarbe zugleich die Vorstellung von -naiv- und -unschuldig-. Wenn uns jemand als >blauäugig< bezeichnet, dann ist er der Meinung wir seien -naiv, unerfahren, harmlos, gutgläubig bzw. unkritisch-. Unverhohlener Spott liegt hingegen in der Wendung -Man hat ihn (sie) nicht seiner (ihrer) schönen blauen Augen wegen genommen- (z.B. bei der Auswahl von Bewerbern).
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Wenn die Handwerker am Montag nicht arbeiteten und stattdessen den blauen Feiertagsrock anzogen, sprach man vom "blauen Montag". Er stand damit im Gegensatz zum "grauen Alltag".

Wenn wir heute einen "blauen Montag machen", dann gehen wir nicht arbeiten bzw. lassen wir die Arbeit ruhen.


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

(von engl., blue-stocking), Blaustrumpf ist eine Spottbezeichnung für gelehrte aber unweibliche Frauen. Es geht zurück auf eine Gesellschaft in London, die seit 1750 bei Lady Montagu dem Kartenspiel eine geistvolle Unterhaltung vorzog. Man trug dort mitunter blaue Wollstrümpfe statt der üblichen schwarzen Seidenstrümpfe (the blue-stocking society).


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
Zurück geht dieser Begriff auf die französische Bezeichnung -Bohemien- für eine Gruppe von romantischen, antibürgerlichen Schriftstellern und Künstlern, die sich um 1830 in Paris zusammenfanden. Mit >Boheme< bezeichnet man heute Menschen (meist Künstler, Literaten) aber auch deren Lebensstil, der außerhalb der gesellschaftlichen Konventionen anzusiedeln ist.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Das Sprichwort "Bonjour Tristesse" geht zurück auf den Titel des 1954 erschienenen Romans der französischen Schriftstellerin Francoise Sagan.
Thema des Werkes ist das Lebensgefühl von Menschen in einer Gesellschaft des Überflusses und des Luxus in den 50er-Jahren.

Heute benutzen wir das Sprichwort "Bonjour Tristesse", wenn etwas besonders Trostloses beschrieben werden soll.

Frank: Die Fußball-EM ist vorbei.
Michael: Bonjour Tristesse!


Bonmot
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Bonmot - Bedeutung und Herkunft der geistigen Finesse

Seine Herkunft hat das Wort "Bonmot" im Französischen und bedeutet so viel wie "eine geistreiche Wendung" oder "ein geistreicher Ausspruch".

Diese geistreiche, treffende bzw. witzige Wendung bezieht sich entweder auf einen individuellen Fall oder ist eine allgemeine Lebensweisheit.

Beispiel: Das "Bonmot" - Geld stinkt nicht - verdanken wir Kaiser Vespasian. Als sein Sohn Titus ihn eines Tages entsetzt fragte, ob es wahr wäre, dass er auf den Urin aus öffentlichen Toiletten eine Steuer erhöbe (Urin wurde zum Gerben und Bleichen verwendet), hielt der Kaiser seinem Sohn eine Münze unter die Nase und fragte, ob er etwas röche. Titus verneinte und Vespasian bemerkte: "Da hast du es, Geld stinkt nicht!" 


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(engl., >Geistesblitz<), -Brainstorming- ist eine in den 50er Jahren vom amerikanischen Werbefachmann Alexander Osborn entwickelte Technik zur Anregung kreativen Denkens in Gruppendiskussionen. Bei dieser Kreativitätstechnik äußern die Teilnehmer ihre Gedanken zu einem Problem spontan. Kritik ist untersagt, damit die Ideenfindung nicht gehemmt wird. Die Auswertung der Einfälle erfolgt in einer späteren Phase.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
(engl., >Geistesblitz<), -Brainstorming- ist eine von A. F. Osborn entwickelte Technik zur Anregung kreativen Denkens in Gruppendiskussionen. Die Teilnehmer äußern spontan ihre Gedanken zu einem Problem, wobei Kritik untersagt ist, damit die Ideenfindung nicht gehemmt wird. Beim -Brainwriting- werden im Gegensatz zum -Brainstorming- die Ideen nicht innerhalb einer Gruppe laut ausgesprochen, sondern von jedem Teilnehmer auf ein Stück Papier geschrieben und anschließend zusammengeführt. Dieses Methode hat den Vorteil, dass es schüchterne bzw. ruhige Gruppenteilnehmer leichter haben, ihre Ideen einzubringen.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Als Brimborium bezeichnete man im 16. Jahrhundert ein Gebet, das sich durch Murmeln und schnelles, undeutliches Sprechen auszeichnete. Brimborium stammt von dem französischen Wort "brimborion" (Lappalie) ab, das wiederum auf das mittelfranzösische Wort "breborion", "briborion" (Zauberformel, Zaubergebet, Kleinigkeit ohne Wert) zurückgeht.

Der Allgemeinheit bekannt wurde es durch Goethes Faust - Mephistopheles.

Wenn wir heute das Wort "Brimborium" verwenden, dann meinen wir unnützen Aufwand betreiben, überflüssiges Tun, Getue.

Mephistopheles:
Ihr sprecht schon fast wie ein Franzos;
Doch bitt ich, lasst's Euch nicht verdrießen:
Was hilft's, nur grade zu genießen?
Die Freud ist lange nicht so groß,
Als wenn Ihr erst herauf, herum
Durch allerlei Brimborium,
Das Püppchen geknetet und zugericht't
Wie's lehret manche welsche Geschicht.

Urfaust von Goethe, 1775 - 1776

(NL 15.02.2010)


Bewertung: 3 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern inaktivStern inaktiv
(lat., 'panem et circenses'), Der Begriff >Brot und Spiele< entstand nach einem Zitat des römischen Satirikers Iuvenal (67 - 127). Im kaiserlichen Rom gab es viele Festtage, Gelegenheitsfeste und nicht zuletzt die Geburtstage der Kaiser, an denen Spiele veranstaltet wurden. Wagenrennen, Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen wurden zur Begeisterung, aber sicherlich auch zur Disziplinierung der Massen inszeniert. Durch diese Spiele sowie durch Geld- bzw. Getreidespenden versuchten die Kaiser die Gunst der Bevölkerung zu erhalten und gleichzeitig, durch die Repräsentation von Reichtum, ihre Macht zu festigen. >Brot und Spiele< ist so ein Sprichwort für politisches Desinteresse geworden.
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Nach der griechischen Sage war Pandora die erste Frau auf Erden. Zeus ließ sie vom Gott Hephaistos formen und mit vielen Vorzügen und Reizen versehen. Doch da Prometheus das Feuer entwendete, ließ er als Strafe Pandora ebenfalls mit einem Tongefäß ausrüsten, das alles Übel der Erde enthielt.

Als Prometheus' Bruder Epimetheus Pandora zur Frau genommen hatte, wurde das Gefäß geöffnet und alle Übel kamen zum Vorschein. Nur die Hoffnung blieb im Gefäß zurück. Heute ist die >Büchse der Pandora< der Inbegriff alles Unheil Bringenden.


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Der französische Philosoph Johannes Buridan (um 1300) soll in einem seiner Werke das Problem der Willensfreiheit mit einem Esel verglichen haben, der genau in der Mitte zwischen zwei Bündeln Heu verhungert, weil er sich nicht für einen Haufen entscheiden kann.

Demnach bezeichnen wir heute einen Menschen, der sich bei der Wahl zwischen zwei gleichwertigen Gegenständen bzw. Zuständen nicht entscheiden kann als "Buridans Esel".


Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Das Wort "Busen" wird nicht nur im wörtlichen Sinne als Bezeichnung für die Brust, insbesondere die weibliche verwendet, sondern als poetischer Begriff; speziell in älteren literarischen Texten.

In Goethes Veilchen:
Bis mich das Liebchen abgepflückt
Und an dem Busen matt gedrückt!

oder in der Arie des Tamino in Mozarts Zauberflöte:
Ich möchte sie dann voll Entzücken
an meinen heißen Busen drücken

"Busen" steht in den Redensarten gleichsam für das Innerste des Menschen. Ein "Busenfreund" ist somit ein sehr guter Freund, der unserem Innersten am nächsten ist.


Alpha und Omega Buch
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

„Das A und O“ – Herkunft aus dem griechischen Alphabet

Das A und O sind der erste (Alpha bzw. A) und der letzte Buchstabe (Omega bzw. Ω) des griechischen Alphabetes.

Hervorgegangen ist der Buchstabe „A“ aus der protosinaitischen Schrift. Die dort zu findende Urform des Buchstabens beruht wahrscheinlich auf der Kopfform eines Ägyptischen Ochsens. Aus den seitlich gerichteten Hörnern wurde im Laufe der Zeit das lateinische A, wie wir es heute kennen.

Der Buchstabe O bzw. Omega wurde erst nachträglich im 9. Jh. vor Christus hinten an das griechische Alphabet angehängt, um fehlende Zeichen für Vokale zu ergänzen.

Gedanken der Zeit

In der Antike meinte man zudem, dass jemand, der den Anfang und das Ende eines Objektes, eines Phänomens oder eines Vorgangs kenne, auch „das dazwischen“, also das (insgesamt) Ganze kennen bzw. beherrschen würde.

Herkunft aus der Bibel

Zurück geht der Begriff „A und O“ auch auf die Bibel, wo in der Offenbarung des Johannes die folgenden Worte des erhöhten Jesus Christus zu lesen sind:


 
 

Auch interessant

Das war ein Beitrag aus der

GUTEN-MORGEN-GAZETTE

Lesefreude und spannendes Wissen seit über 20 Jahren

Möchtest du die Gazette jede Woche kostenlos erhalten? 

Wenn du den Newsletter abonnierst, speichern wir deine E-Mail-Adresse und nutzen sie lediglich für den Versand des Newsletters. Die Abmeldung ist jederzeit möglich, z.B. mit einem Link unten in jedem Newsletter. Hier findest du mehr zum Datenschutz auf blueprints.de.

Anregungen durch Sinngeschichten, Fabeln, Artikel ...

Wissen und Wortschatz mit Freude vergrößern

Lesespaß und Humor von Schriftstellern, Philosophen und anderen großen Denkern