Philosophische Rätsel

 

Hier finden Sie Rätsel, die Fragen aus der Philosophie berühren.

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GerichtsutensilienDem eben erst ernannten Königsberater Orman Allando wurde seine Stellung von den Mentoren des alten Königs geneidet. Schon am nächsten Tag stellten sie ihn auf die Probe und legten ihm einen Fall zur Entscheidung vor. Ein weißbärtiger Alter trug den Fall vor:

Dem jungen Eugen wurde von seinem Onkel Antropulos die Ausbildung zum Anwalt finanziert. Ihre Vereinbarung lautete: Der Junge sollte ihm die monatlichen Zuwendungen zurückzahlen, sobald er seinen ersten Fall gewonnen hätte. 

Sehr zum Ärger von Antropulos jedoch entschied sich Eugen nach seiner Anwaltsausbildung für den Beruf des fahrenden Musikers und verweigerte unter Bezugnahme auf die getroffene Vereinbarung die Rückzahlung der Studienunterstützung. Er habe ja noch keinen Prozess gewonnen.

Antropulos hat daraufhin diesbezüglich einen Prozess gegen Eugen angestrebt. Er sieht es so, dass Eugen zahlen muss, wenn er diesen Prozess über die Rückzahlung verliert. Doch auch wenn Eugen gewinnen würde, so müsste dieser, aufgrund des Wortlauts der Vereinbarung, wegen des ersten gewonnenen Falles die Ausbildungsunterstützung zurückzahlen.

Eugen hingegen sieht es genau entgegengesetzt. Wenn er den Fall verliert, muss er aufgrund der Vereinbarung gerade nicht zahlen, da er erst nach einem gewonnenen Fall zahlen muss. Und wenn er den Prozess gewinnt, müsse er ebenfalls nicht zahlen, schließlich verneint damit das Gericht die Rückzahlungsverpflichtung. 

"Verehrter Allando", fragte der weißbärtige Alte scheinheilig lächelnd, "beide können ja nun nicht richtig liegen. Wer von den Streitenden ist denn nun im Recht?"

Welche Empfehlung wird Allando wohl aussprechen?


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John Locke (englischer Philosoph, Wegbereiter der Aufklärung, * 29. August 1632 in Wrington bei Bristol; † 28. Oktober 1704 in Oates) wurde zu nächtlicher Stunde des Öfteren von seinen Geistesblitzen aus dem Schlaf geholt. Da lag er dann, der kluge Mann, und überlegte, ob er aufstehen und in sein Arbeitszimmer gehen sollte. Dort könnte er die Eingebung festhalten und in der nächtlichen Ruhe von allen Seiten durchdenken.

So geschah es auch in dieser Nacht. Herr Locke lag im Bett und überlegte, was er tun solle. Wenn er aufsteht, müsste er das gemütliche Bett räumen. Es würde abkühlen und seine Behaglichkeit verlieren. Zudem würde ihn die biestige Vermieterin am nächsten Morgen traktieren. Sie hatte sich schon oft über seine nächtlichen Besucher im Arbeitszimmer beschwert, obwohl er sich stets so leise wie möglich verhielt.

Auf der anderen Seite - wenn er in den Daunen verbleiben würde - wäre der Gedanke erfahrungsgemäß am kommenden Tage verschwunden. Nach einigem Hin und Her entschied sich Herr Locke für das Bett.

Am nächsten Morgen erhob er sich mit dem ersten Klappern in der Küche. Doch trotzdem er noch auf der Bettkante in seinem Gehirn nach dem nächtlichen Einfall suchte, wollte dieser nicht zu ihm zurückkehren.

"Egal, ich habe mich frei für diese Möglichkeit entschieden. Die Gefahr des Vergessens war mir bewusst", murmelte Herr Locke, stand auf und ging zur Tür. Er stellte fest, dass die Tür von außen verschlossen war. Herrn Locke war sofort klar: Seine Vermieterin hatte rigoros seine nächtlichen Wanderungen unterbunden.

Mit der Hand auf der Türklinke kamen ihm mit einem Mal Zweifel. Hatte er in der Nacht wirklich die freie Wahl gehabt?

Was meinen Sie?


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Wer sagte das?

"Die Wahrheit ist etwas Schönes und Schreckliches
und sollte daher mit großer Umsicht behandelt werden."

Tipp: Das Zitat stammt aus einem weltweiten Bestseller und hat etwas ... magisches :-)


 
 
 

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