Wortschatz von Ultima ratio bis Zerberus

 

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(ital. zampa, Pfote, Tatze, umgangssprachlich für Hand) Zampano ist eine der drei Hauptfiguren aus dem Film La Strada (Das Lied der Straße) des italienischen Regisseurs Federico Fellini. Zampano (gespielt von Anthony Quinn) ist ein lautstarker Prahler, der stets Eindruck schinden will und versucht anderen weiszumachen, er könne Unmögliches möglich machen.

Wenn wir heute sagen, dass jemand "den großen Zampano spielt", dann meinen wir, dass der/die Betroffene zumeist laut und auffällig, scheinbar die Fäden in der Hand hat.


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Das geflügelte Wort "Überall ist Wunderland" stammt aus Joachim Ringelnatz Gedicht "Überall".

Überall ist Wunderland.
Überall ist Leben.
Bei meiner Tante im Strumpfenband
Wie irgendwo daneben ...

Wenn wir sagen "Überall ist Wunderland", dann ist es ein Hinweis darauf, dass wir auch in alltäglichen Dingen das Besondere erkennen sollen.

Jim: Über Ostern waren wir nicht fort. Wir haben einen Spaziergang durch unseren Wald gemacht.
John: Ja, wir waren auch nicht weg. Ich sag nur - überall ist Wunderland.


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(lat. die letzte Vernunft) Der Ausdruck "ultima ratio" geht zurück auf die Inschrift zur Zeit Richelieus auf den französischen Geschützen (17. Jahrhundert). Auf diesen war zu lesen: "ultima ratio regum" oder "letztes Mittel der Könige".

"Ultima ratio" verwenden wir heute, wenn wir ausdrücken wollen, dass etwas "die letzte Möglichkeit", "den letztmöglichen Weg" oder "das letzte Mittel" darstellt.


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Der "Ungläubige Thomas" glaubte erst nach dem Betasten der Wunden an die Auferstehung von Jesus.

"Ungläubige Thomas" ist so zu einem Synonym für einen "zweifelnden Menschen" geworden.

(NL 25.01.2010)


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(ital., "Einklang") Unisono ist ein Begriff aus der Musik und bedeutet das zeitweilige Zusammengehen einzelner oder aller Stimmen in Prime oder Oktavanabstand. Es wird aber auch in der Alltagssprache im Sinne von "einstimmig" verwendet.


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Coca-Cola nutzte die Neuschöpfung "unkaputtbar" 1990 bei der Einführung der ersten PET-Mehrweg-Flasche. Es war ein gewollter Gag, um durch die falsche Grammatik mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen.

2009 wurde der Ausdruck "unkaputtbar" in den Duden aufgenommen.

So viel zum Thema Einfluss der Werbung auf uns.


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Die Redensart "Unter uns Pastorentöchtern" ist am Ende des 19. Jahrhunderts aufgekommen. Mit dieser umgangssprachlichen, leicht ironischen Redensart entschuldigt man eine freie Aussprache oder einen derben Ausdruck.

Wenn wir heute sagen "unter uns Pastorentöchtern", dann meinen wir "unter uns gesagt", "nur nicht zimperlich sein" bzw. "unter uns Eingeweihten".

Jim: "Was hältst Du von den Entwicklungen in der EU?"

John: "Unter uns Pastorentöchtern, lieber Jim ... ich hoffe, wir hören den Knall und wir ändern gemeinsam den Kurs."


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Mit dem umgangssprachlichen Ausdruck "Uralt Lavendel" bezeichnen wir etwas, das wir als völlig veraltet und nicht mehr zeitgemäß erleben. Der Terminus ist die scherzhafte Verwendung des Namens eines Eau de Cologne der Firma Lohse mit Lavendelduft, das früher sehr bekannt war.

"Uralt" bezieht sich wohl auf die Rezeptur, eine alte, bewährte Mischung.

Beispiel: Hast du den Vortrag über Führung und Management von Herrn Müller gehört? Ich sag nur "Uralt Lavendel!"


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(nach 2. Samuel 11) Urias war Feldherr König Davids. Er musste selbst einen Brief übergeben, in dem der König den Tod von Urias befahl.

Danach wird heute ein Brief, der dem Überbringer Unheil bringt, auch "Uriasbrief" genannt.


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(lat. utilitas, "Nutzen, Vorteil") Die utilitaristische Philosophie sieht eine Handlung als moralisch gut an, wenn sie sich am Nutzen oder am Streben nach Glückseligkeit orientiert. Wobei nicht der Nutzen des Einzelnen gemeint ist, sondern "der größte Nutzen für die größte Anzahl". Als moderne Begründer dieser ethischen Lehre werden die englischen Philosophen Jeremy Bentham (1748 - 1832) und John Stuart Mill (1806 - 1873) angesehen.

Wenn jemand "utilitaristisch" handelt, dann meinen wir, dass er entweder nach dem oben beschriebenen Prinzip handelt oder allgemein sein Tun am Nutzen orientiert.


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(lat. utilis, "nützlich") Die utilitaristische Philosophie sieht eine Handlung als moralisch gut an, wenn sie sich am Nutzen oder am Streben nach Glückseligkeit orientiert. Wobei nicht der Nutzen des Einzelnen gemeint ist, sondern "der größte Nutzen für die größte Anzahl". Als moderne Begründer dieser ethischen Lehre werden die englischen Philosophen Jeremy Bentham (1748 - 1832) und John Stuart Mill (1806 - 1873) angesehen.

Wenn jemand "utilitaristisch" handelt, dann meinen wir, dass er entweder nach dem oben beschriebenen Prinzip handelt oder allgemein sein Tun am Nutzen orientiert.


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(grch. "ou topos", "nicht vorhandener Ort") "Utopie" ist die Beschreibung eines erdachten (idealen) Zustands der Gesellschaft. In der Weltliteratur finden wir Beispiele hierfür in den Werken von Aldous Huxley (Schöne neue Welt) und George Orwell (1984).


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Das Sprichwort "va banque" oder "Vabanque spielen" bedeutet ein hohes Risiko eingehen bzw. alles auf eine Karte setzen.

Der Begriff kommt aus dem im 18. und 19. Jahrhundert beliebten Kartenspiel Pharo. Die französische Wendung "Va banque!" (deutsch: Es gilt die Bank!) bedeutet, dass ein Spieler einen Einsatz in der Höhe der aktuellen Bankeinlage tätigt.

Jim: Willst Du das wirklich riskieren?
John: Ja, es ist in der Tat ein Vabanque-Spiel!


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Das "Vademekum" (auch: Vademecum; lateinisch vade mecum: "geh mit mir") ist die Bezeichnung für ein Buch bzw. einen Leitfaden kleinen Formats, den man als Ratgeber mit sich herumtragen kann.

Eine "Vademekumsgeschichte" ist nun eine Erzählung, die längst jedermann bekannt ist, "da sie jeder schon lange mit sich herumträgt".

Wenn wir Ihnen eine "Vademekumsgeschichte" erzählen, dann hören Sie eine abgedroschene, gehaltlose und längst bekannte Geschichte.


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Beim Einmarsch in Deutschland unter Napoleon fiel den französischen Soldaten auf, dass die Bürger in den Städten durch kleine Mansardenfenster (Dachfenster) schauten und beim Lärm des Einzugs verwundert riefen: "Was ist das?"

Die Franzosen verbanden mit dieser Frage die ihnen offenbar nicht bekannten kleinen Dachfenster. Später bürgerte sich das in seiner Schreibweise leicht abgewandelte Wort "Vasistas" für "Guckfenster" (auch "Fenster-, Lüftungsklappe") ein.


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Das "Einhorn" ist ein Fabeltier in Pferdegestalt mit geradem, spitzen Horn auf der Stirn.

Im A.T. erwähnt, war es in frühchristlicher Zeit ein Sinnbild für gewaltige Kraft und wurde auf Christus bezogen.

Im Mittelalter wurde es als Symbol der Keuschheit Maria zugerechnet, da es seine Wildheit verliere, wenn es sein Haupt in den Schoß einer Jungfrau legt.

Obwohl in der Tierwelt kein solches Wesen bekannt ist, hat der Glaube an dieses Fabeltier in der chinesischen, indischen, islamischen und abendländischen Kultur weithin Verbreitung gefunden und sich lange erhalten.

Wenn jemand versucht, das Einhorn zu fangen, dann jagt er einem Phantom nach. Er versucht etwas zu bekommen, was nicht da ist.


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Die Redewendung wird meist von Älteren benutzt und charakterisiert einen stets auf seinen Vorteil bedachten Menschen. Der Ausdruck gilt umgangssprachlich als scherzhaft oder ablehnend.

Hannes: "Hast du mitbekommen was der Neue alles an Vorteilen und Vergünstigungen haben will."
John: "Nein, wieso? Ist er etwas habgierig?"
Hannes: "Ja. Ich glaube der ist vom Stamme Nimm, denn er will neben seinem Firmenwagen ...."


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Die Begriffe Schrot und Korn legen nahe, den Ursprung der Redensart in der Landwirtschaft zu vermuten - tatsächlich aber stammt die Redensart aus dem Münzwesen.

Als Schrot wurde früher das zur Münzprägung vom Metallbarren abgeschnittene Stück bezeichnet, das genau dem Gewicht der Münze entsprach. Korn war die Maßeinheit, mit der das Gewicht des Edelmetalls gemessen wurde. Die Münze war echt, wenn Schrot und Korn übereinstimmten.

Wenn wir heute sagen "Das ist ein Mensch von echtem Schrot und Korn", dann meinen wir, dass der/die Betroffene einen aufrechten, verlässlichen und unverfälschten Charakter besitzt.


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Das geflügelte Wort stammt aus dem Gedicht "Plateniden" von Heinrich Heine.

Heute verwenden wir den Ausdruck für Lob, das jemand im Voraus bekommt, schon vor vollendeter Tat.

Auszug aus dem Gedicht "Plateniden", wo Heine über die Dichterfürsten Schiller, Goethe, Lessing und Wieland sagt:

"Wollten keine Ovationen
Von dem Publiko auf Pump,
Keine Vorschusslorbeerkronen,
Rühmten sich nicht keck und plump."

Wann haben Sie das letzte Mal Vorschusslorbeeren erhalten?


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(altisländ., Totenwählerinnen), >Walküren> sind in der nordischen Mythologie Halbgöttinnen, die all jene küren, die mutig gekämpft haben und ehrenvoll gefallen sind. "Küren" heißt, diese Krieger zu suchen und sie dann zu Odin nach Walhall zu bringen. Die Walhall (Ruhmeshalle) sorgen die Walküren dafür, dass es den Kriegern während der Festgelage an nichts mangelt. Heute bezeichnet man auch eine große stattliche Frau scherzhaft als >Walküre<.
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Diese Bezeichnung geht zurück auf den Titel der Novelle "Der Wanderer zwischen beiden Welten". Sie ist aus der Feder des im Ersten Weltkrieg gefallenen Schriftstellers Walter Flex. Er schrieb die erfolgreiche Novelle in Erinnerung an einen vor ihm im Krieg gefallenen Freund.

Mit der Wendung "Wanderer zwischen zwei Welten" charakterisieren wir einen Menschen, der versucht, in zwei verschiedenen Lebenswelten zu Hause zu sein.


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1953 wurde in Paris Samuel Becketts (1906 - 1989) Schauspiel "En attendant Godot" bzw. "Warten auf Godot" zum ersten Mal aufgeführt.

In seinem Endzeitszenario zeigt Beckett die absurden Auswirkungen eines starren Hoffnungs- und Fortschrittsglaubens auf.

Heute noch bringen wir unsere Ungeduld zum Ausdruck, wenn wir lange oder vergeblich auf jemanden oder etwas warten und dann sagen: "Warten auf Godot". (NL 12. Februar 2007)

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"Ze den wihen nahten" hieß auf Mittelhochdeutsch "zu den Heiligen Nächten". Daraus entstand unsere Bezeichnung "Weihnachten" für eines der Hauptfeste der christlichen Kirche am 25. Dezember.


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In seinem Lehrgedicht "Der Renner" schreibt Hugo von Trimberg: "Selten wir gesehen haben swarze swanen und wize raben." Auf Grund dieses Satzes ist "der weiße Rabe" zu einem geflügelten Wort für einen Menschen geworden, der unter seinesgleichen eine Ausnahmestellung einnimmt und von der Allgemeinheit abweichende Ansichten hat und äußert.

Kennen Sie jemanden, den Sie als "weißen Raben" bezeichnen würden?

(18.02.2009)


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In Shakespeares Stück >Ein Sommernachtstraum< (5 Akt, 1 Szene) fällt der Ausspruch "Well roared lion", was übersetzt zu "Gut gebrüllt Löwe" wurde. Heute bekunden wir mit diesem Ausspruch unseren Beifall, wenn jemand etwas treffend und schlagfertig bemerkt bzw. erwidert hat.
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Der "Wendehals" ist eine Spechtart (Jynx torquilla). Er ist ein vom Aussterben bedrohter Vogel, der in Höhlen von Obstbäumen nistet. Sein Name beruht auf seiner Fähigkeit, seinen Hals schlangenförmig drehen zu können, um Feinde abzuschrecken.

Seit der Wende 1989 in der ehemaligen DDR dient "Wendehals" zur spottenden Bezeichnung ehemaliger Machthaber und Mitläufer, die sich in Einstellung und Politik dem Wandel angepasst haben.

"Wendehälse" gibt es auch heute noch und nicht nur in der Politik!


Bewertung: 1 / 5

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Der Spruch "etwas ist so, als ob Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen" verwenden wir, wenn wir etwas erleben, das höchst überraschend ist, ein besonderes Geschenk darstellt oder wir eine übergroße Freude empfinden.

Die Redensart dient der Verstärkung und ist keine "Niemalsformel".

Jim: "Da haben wir nicht nur einen guten Kunden gewonnen, sondern auch einen Sympathen und Fürsprecher."

John: "Ja, da hast Du recht. Manche Kunden sind so, als wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen."


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Obwohl es heute weltberühmt ist und für jeden Schüler zur Pflichtlektüre gehört, will die Schriften des jungen Juristen zur damaligen Zeit zunächst niemand lesen. Viele Gedichte schreibt Goethe für seine erste große Liebe, eine Dame namens Lotte. Die Beziehung endet unglücklich. Sein Liebeskummer inspiriert den Dichterfürsten jedoch zu seinem ersten erfolgreichen Roman: "Die Leiden des jungen Werther" ist bis heute ein Kultbuch.

Goethe schreibt es in nur vier Wochen. Mit 25 ist er plötzlich weltberühmt und ein Jugendidol. Der Nachteil: Seine Fans belagern sein Haus. Um unerkannt zu bleiben, legt er sich einen falschen Namen zu und reist unter dem Pseudonym Johann Philipp Möller.

Sein Kultbuch beeinflusst auch die Mode. Die Fans kleiden sich wie die Hauptfigur: blaue Jacken und gelbe Westen sind im Jahr 1774 der Trend schlechthin. Doch nicht nur das: Das Buch löst einen riesigen Skandal aus, denn zahlreiche junge Männer nehmen sich wie der Romanheld das Leben.

Das Phänomen solcher Nachahmungstaten nennt man bis heute den "Werther-Effekt". Er führte dazu, dass Goethes Buch auf den Index wanderte.


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Der Phönix ist ein mythischer Vogel, dessen Sage im Orient entstanden ist. Er verbrennt sich selber alle 500 Jahre und geht verjüngt aus seiner Asche hervor. So ist der Phönix zum Symbol der Unsterblichkeit geworden. Von ihm leitet sich auch die Metapher "wie ein Phönix aus der Asche" ab.

Wenn jemand nach einer scheinbaren völligen Vernichtung oder nach einem schweren Zusammenbruch wieder frisch ersteht, sagt man auch "er erhebt sich wie ein Phönix aus der Asche".


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Diese Wendung ist ein Zitat aus Schillers Gedicht "Das Lied von der Glocke".

Wenn wir heute sagen "wo rohe Kräfte sinnlos walten", dann versucht jemand vergeblich etwas mit Gewaltanwendung zu erreichen. Eine scherzhafte umgangssprachliche Umdichtung ist: "Wo rohe Kräfte sinnlos walten, da kann kein Knopf die Hose halten."

Jim: "Heute Morgen habe ich Reifen gewechselt. Leider habe ich den Kreuzschlüssel dabei kaputtgemacht."
John: "Jaja Jim - wo rohe Kräfte sinnlos walten!"


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Der griechische Schriftsteller Aristophanes (445 - 388 v. Chr.) schreibt in seiner Komödie 'Die Vögel' von einer Stadt, die von den Vögeln in die Luft gebaut wird. 'Wolkenkuckucksheim' ist eine Traumstadt bzw. ein Phantasiegebilde.

Wenn wir sagen: "Jemand lebt in Wolkenkuckucksheim", dann meinen wir, dass er in einer realitätsfernen Vorstellung befangen ist.

(NL 04.09.2007) 

 


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'Wortschatz ist der Gesamtbestand an Wörtern in einem Sprachsystem. Beim Individuum ist es die Gesamtheit der nur verstandenen Wörter (passiver Wortschatz) oder die Gesamtheit der spontan verfügbaren Wörter (aktiver Wortschatz).


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Ein "Wortspiel" ist eine geistreiche, auf witzigen Effekt abzielende Ausschöpfung sprachlicher Möglichkeiten. Dieser wird entweder durch die Doppeldeutigkeit eines Begriffes oder durch den gleichen bzw. ähnlichen Klang verschiedener Wörter erzielt.

Beispiel: Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Quelle: Franz Grillparzer oder Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher


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(griech., blondes Pferd) Xanthippe war die Frau des griechischen Philosophen Sokrates (469 - 399 v. Chr.). Sie wurde auf Grund der Verleumdungen der frauenfeindlichen Kyniker zum Inbegriff der Zanksucht.

Somit ist heute fälschlicherweise Xanthippe das Synonym für eine zank- und launenhafte Frau oder Ehefrau.


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(chinesisch, "dunkel-hell") sind zwei Urbegriffe der chinesischen Philosophie. Sie symbolisieren das grundlegende kosmische Prinzip der Dualität. Yin, das passive und Yang, das aktive Prinzip sind stets in jedem Menschen vorhanden. Die Gegensätze von heller und von dunkler Geistigkeit kommen zum Beispiel in den Paaren von "weiblich und männlich" oder "Himmel und Erde" zum Ausdruck. Als Gegensatzpaare, die sich einerseits voraussetzen und andererseits ergänzen, symbolisieren sie die vollkommene Harmonie.


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Zahn bedeutet in der Teenagersprache der Gegenwart soviel wie Mädchen, Freundin, Braut usw.. Die Redensarten "Jemandem einen Zahn abschrauben" bedeutet >jemandem die Freundin abspenstig machen<. Also: Vorsicht!
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Die Redewendung "einen Zahn zulegen" geht auf eine Technik des Kochens im Mittelalter zurück. In Burgküchen hingen die großen Töpfe an einer gezackten, einem Sägeblatt ähnlichen Eisenschiene, mit der man die Höhe der Töpfe über dem Feuer regulierte. Wenn man früher "einen Zahn zulegte", hängte man den Topf näher ans Feuer, um die Speisen schneller zu garen. Heute nutzen wir die Redewendung, wenn wir meinen >etwas schneller tun<.

Bewertung: 5 / 5

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In der griechischen Mythologie ist Eris die Göttin des Streits und der Zwietracht.

Auf einer Hochzeit wirft sie einen Apfel mit der Aufschrift "der Schönsten" unter die Hochzeitsgäste und entfacht so einen Streit unter den anwesenden Göttinnen. Der trojanische Königssohn Paris sollte die Entscheidung treffen. Er erklärte die Liebesgöttin Aphrodite vor Athene und Hera für die schönste Göttin (das Parisurteil), was zum Trojanischen Krieg führte.

"Zankapfel" sagen wir heute zum Anlass eines Streites bzw. zum Gegenstand einer Auseinandersetzung.

(auch Apfel der Eris, Erisapfel, Apfel der Zwietracht)

 


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(jap., Selbstversenkung) Der "Zen" bezeichnet die in Japan vorherrschende Form des Buddhismus. Durch Meditationsübungen wird im "Zen" die Erleuchtung gesucht. Eine der wichtigsten Methoden ist das Zazen, das Sitzen in der Versenkung. Aber auch durch andere Methoden (z. B.: Bogenschießen, Teezeremonien, Zeichnen, Ikebana - die Kunst des Blumensteckens) wird in meditativer Haltung versucht, sich diesem Ziel zu nähern.


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>Zerberus< (Kerberos) ist der Name des schrecklichen Höllenhundes, der den Eingang zur Unterwelt bzw. zum Hades bewacht. Der Sage nach handelt es sich um ein gewaltiges hundeähnliches Geschöpf, das drei Köpfe besitzt. >Zerberus< verwehrt jedem den Zutritt in die Unterwelt, der dort nicht hingehört und diejenigen, die an diesem Ort verbleiben müssen, lässt er nicht hinaus. Nur wenigen Helden ist es bisher gelungen, >Zerberus< zu besänftigen oder zu überlisten. Dieser schreckliche Wächter vor dem Reich bzw. Haus der Toten ist zum Synonym für einen grimmigen Türhüter geworden (... und zum Schrecken aller Postboten!).
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"Zettels Traum" ist das 1970 erschienene Monumentalwerk des Schriftstellers Arno Otto Schmidt. Es gilt als eines der schwierigsten literarischen Werke in deutscher Sprache und baut auf umfangreiche Zettelkästen Schmidts auf.

Meist wird der Titel "Zettels Traum" im übertragenen Sinn verwendet, wenn eine chaotische Ansammlung von Papieren und Notizzetteln bezeichnet werden soll.

Bert: "Wie sieht es denn auf deinem Schreibtisch aus? Sammelst du Altpapier oder ist es Zettels Traum?"
Mark: "Ich hoffe, es ist das Letztere."


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(nach dem Jerusalemer historischen Tempelberg >Zion<), "Zionismus" bezeichnet die nationale Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes. Sie stellt die moderne Verkörperung des 1.900 Jahre alten Traumes von der Wiederherstellung Israels dar, nachdem Rom der jüdischen Unabhängigkeit im Land Israel ein Ende bereitet hatte. "Zionismus" ist die Überzeugung, dass das jüdische Volk das Recht auf Freiheit und politische Unabhängigkeit in seinem Heimatland besitzt. Es ist die Bestrebung, die nationale Existenz des jüdischen Volkes im Land Israel mit politischen Mitteln zu entwickeln und zu gewährleisten.
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( lat., >Das Aufgerufene<), Ein 'Zitat' ist eine wörtlich genau wiedergegebene Stelle aus einer Schrift oder Rede.
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Mit dem Ausdruck "Zucht und Ordnung" wird zumeist strenge Autorität und Disziplin bezeichnet.

Der Ausdruck bezeichnet seit der Zeit der Reformation (1517 - 1648) die geordneten Verhältnisse, die in gesellschaftlichen Einrichtungen wie Familien, Klöstern, Schulen, Gemeinden, Staat und Militär bestehen sollten.


Bewertung: 5 / 5

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Als "Zwischen den Jahren" wird heute zumeist die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr bezeichnet.

Ursprünglich umfasste der damit gemeinte Zeitraum die sogenannten Raunächte (auch zwölf heilige Nächte bzw. Zwölf Nächte genannt), die Zeit zwischen dem Ende des alten Jahres (25. Dezember) und Beginn des neuen Jahres (6. Januar).

Auch die Bezeichnung "Zwischen den Feiertagen" ist gebräuchlich. In der Schweiz wird diese Zeit auch als Altjahrswoche bezeichnet.


Bewertung: 4 / 5

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Skylla und Charybdis sind Ungeheuer aus Homers Werk Odyssee. Skylla hatte zwölf Füße sowie sechs Köpfe mit schrecklichen Gebissen und hauste in einer Felshöhle an einer Meerenge. Auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge lebte das Ungetüm Charybdis. Charybdis sog dreimal am Tage das Wasser ein und stieß es brüllend aus. Sie lauerten vorbeikommenden Seefahrer auf, um sie mit Haut und Haar zu verschlingen bzw. zu töten. Wenn wir heute davon sprechen, dass wir "zwischen Skylla und Charybdis" wählen müssen, dann befinden wir uns in einer Situation, in der wir zwischen zwei Übeln wählen müssen.
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(griech.) Der Begriff "Zyniker" geht zurück auf die antiken Kyniker, Angehörige der von dem athenischen Philosophen Antisthenes begründete Schule. Die Kyniker sahen das Ideal in völliger Bedürfnislosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber bürgerlicher Moral. Erst später bekam "zynisch" die Bedeutung von "Bitternis und des Nichtglaubens an Ideale".

Heute bezeichnet man als "Zyniker" einen bissigen Spötter.

Jim: Unser Chef will jetzt an der Aus- und Weiterbildung sparen und außerdem hatte er noch viele andere großartige Ideen. Vielleicht sollte er den Betrieb einfach schließen, dann spart er am meisten.

John: Du bist aber heute wieder ein Zyniker, Jim


 
 
 

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