Kurzreflexionen über das Leben: Sinn, Glück und Dankbarkeit
Was macht ein gutes Leben aus – und woran merken wir, dass wir es gerade verpassen? Diese Kategorie versammelt kurze Reflexionen, Geschichten und Denkanstöße über Glück, Dankbarkeit, Stress, Warten, Sprache, Lebenskunst und Sinn. Er lädt nicht zu schnellen Rezepten ein, sondern zu einem ruhigeren Blick: auf die kleinen Bohnen des Tages, auf blinde Flecken im Denken, auf stille Helfer, auf Umwege – und auf die Frage, wie du dein Leben bewusster, gelassener und vielleicht auch dankbarer betrachten kannst.
Einführung
Sich mit dem eigenen Leben auseinanderzusetzen, ist keine theoretische Übung, sondern ein sehr praktischer Weg, um klarer zu sehen, was wirklich zählt. Reflexion bedeutet dabei nicht Grübeln oder Selbstkritik um ihrer selbst willen, sondern ein bewusstes Innehalten: Was erlebe ich eigentlich gerade? Was treibt mich an? Was erfüllt mich – und was raubt mir Energie? Wer sich regelmäßig solche Fragen stellt, beginnt, Muster zu erkennen: im Denken, im Handeln, in Entscheidungen. Genau dort entsteht die Möglichkeit, den eigenen Kurs zu justieren.
Der Zugang dazu kann ganz unterschiedlich sein. Manche schreiben ihre Gedanken auf, andere finden Klarheit im Gespräch, beim Spazierengehen oder in stillen Momenten ohne Ablenkung. Wichtig ist weniger die Methode als die Haltung: ehrlich, offen und ohne den Druck, sofort Antworten haben zu müssen. Oft entstehen die entscheidenden Einsichten nicht im großen Durchbruch, sondern in kleinen, unscheinbaren Momenten – beim Wiederlesen eigener Notizen, beim Beobachten der eigenen Reaktionen oder beim bewussten Wahrnehmen eines Augenblicks.
Mit der Zeit wächst daraus etwas, das man schwer planen kann: ein Gefühl für den eigenen Weg. Nicht als fertiger Masterplan, sondern als innere Orientierung. Du beginnst zu unterscheiden, was wirklich zu dir passt und was du vielleicht nur übernommen hast – von Erwartungen, Gewohnheiten oder äußeren Einflüssen. Genau darin liegt der Wert von Reflexion: Sie bringt dich nicht weg von der Welt, sondern näher zu dir selbst – und damit oft auch näher zu einem Leben, das stimmiger, klarer und letztlich erfüllender ist.
Was hilft dir besonders, dein Leben bewusster wahrzunehmen?
Möchtest du hier eine Kurzreflexion beisteuern?
Gerne veröffentlichen wir an dieser Stelle eine Kurzreflexion von dir über einen Aspekt des Lebens. Gerne mit Namen, anonym oder mit Pseudonym.
Kurzreflexionen über Leben, Sinn und Glück
Die Geschichte des Conte
Dieser Graf wurde sehr, sehr alt, weil er ein Lebensgenießer par excellence war. Er verließ niemals das Haus, ohne eine Hand voll Bohnen einzustecken.
Er tat dies, um die schönen Momente des Tages bewusst wahrzunehmen und sie besser zählen zu können. Für jede positive Kleinigkeit, die er tagsüber erlebte - zum Beispiel: einen fröhlichen Plausch auf der Straße, das Lachen einer Frau, ein Glas guten Weines - für alles, was die Sinne erfreut, ließ er eine Bohne von der rechten in die linke Jacketttasche wandern. Abends saß er zu Hause und zählte die Bohnen aus der linken Tasche. Er zelebrierte diese Minuten. So führte er sich vor Augen, wie viel Schönes ihm an diesem Tag widerfahren war und freute sich.
Sogar wenn er bloß eine Bohne zählte, war der Tag gelungen - es hatte sich zu leben gelohnt.
Verfasser unbekannt
Stress gehört zum Leben
Der Umgang mit diesem Stress ist entscheidend.
Viele von uns haben Stress aufgrund von Faktoren, die scheinbar notwendig sind.
Viele haben aber auch Stress, weil sie sich immer wieder etwas Neues vornehmen und sich diesem dann verpflichtet fühlen. Dies liegt daran, dass unser Geist immer auf der Suche ist nach Dingen, die angenehm sind, Sicherheit bringen oder Schlechtes vermeiden helfen. So füllen sich die Tage mit Aktivitäten, Terminen und Druck. Im Endergebnis können wir keine Tätigkeit mehr genießen.
Der Begriff Stress wurde in den 50er-Jahren geprägt. Damals fanden Beobachtungen an Tieren statt, die unter ungewöhnlich anstrengenden Bedingungen lebten, künstlichem Stress ausgesetzt wurden (Hitze, Kälte, unangenehme Umgebungen) oder die verletzt waren.
Registriert wurden die physiologischen Veränderungen an den Tieren aufgrund dieser Umstände. Es wurden die Begriffe Stressfaktor, dies ist der auslösende Reiz oder Umstand, und Stress, als die Reaktion des Tieres/Menschen auf die Stressfaktoren definiert.
Stress ist also die jeweilige Reaktion des Organismus auf äußeren oder inneren Druck bzw. Anspannung.
Stress ist die Reaktion auf das Geschehen
Diese Reaktion des Körpers kann als Adaption an den stressauslösenden Faktor gesehen werden. Anpassung ist notwendig und evolutionär sinnvoll, da der Körper versucht, mit den neuen Bedingungen umzugehen. Leider werden bei dieser Reaktion oft Krankheiten ausgelöst, wie viele stressspezifische oder durch Stress unterstützte Krankheitsbilder zeigen.
Stress und Stressfaktoren
Grundsätzlich ist es so, dass Stressfaktoren, Schmerz oder Krankheit zum Leben dazugehören. Sie sind existent und von daher zu akzeptieren. Aber man kann den Umgang mit diesen negativen Faktoren deutlich erleichtern. Schon allein das Akzeptieren, dass es beides gibt, wird oft als eine große Erleichterung empfunden: Freude und Leid, Gesundheit und Krankheit, Zeiten der Ruhe und Zeiten der Aktivität. In aller, aller Regel überwiegen die positiven Zeiten bei weitem,
wir bewerten die negativen bloß höher. Doch dazu später mehr.
Oft existieren Gefahren nur in unserer Einbildung, aber dieser Stress ist genauso real für uns wie jeder andere Stress.
Stress hat oft mit Kontrolle zu tun, bzw. mit dem Fehlen von Kontrolle. Da sind zum Beispiel die Launen des Chefs oder der Kollegen, die Tonart des Kunden usw. Es ist hier wie mit dem Wetter: Dieses kann nicht kontrolliert werden, man kann aber lernen, damit umzugehen. Insbesondere auf hoher See wird das sehr wichtig.
Körperlicher Stress: Als körperliche Stressfaktoren oder Stressoren bezeichnet man Lebensumstände, die mehr auf körperlicher Ebene Stress bereiten. Dies wären zum Beispiel Lärm, Hitze, wenig Schlaf oder schlechte Luft.
Seelischer Stress: Seelischer Stress ist zum Beispiel eine innere Daueranspannung, Kontrollzwang, Einsamkeit oder Traurigkeit. Alle diese Zustände gehören zum Leben dazu, werden aber zu einem Problem, wenn sie längerfristig anhalten.
Sozialer Stress: Hier spielen Faktoren wie Beruf, Ehe, gesellschaftliche Zwänge oder Konkurrenz mit hinein.
Gönne dir einen Augenblick der Ruhe und du begreifst, wie närrisch du herumgehastet bist.
Lerne zu schweigen und du merkst, dass du viel zu viel geredet hast.
Sei gütig und du siehst ein, dass dein Urteil über andere allzu hart war.
Tschen Tschiju

Vom Wert des Wartens
Ein junger Bauer wollte einst seine Liebste treffen. Er war - ganz aufgeregt - viel zu früh am vereinbarten Treffpunkt. Das Warten war nicht seins. Er hatte keinen Blick für den Sonnenschein, für den Frühling oder die Vielfalt der Blumen. Voller Ungeduld knallte er sich unter einen Baum. Er haderte - mit sich und der Welt dort draußen.
Mit einen Mal stand ein graues Männlein vor ihm und fragte: "Ich weiß, wo dein Problem liegt ...
Nimm diesen Knopf und nähe ihn an deine Jacke. Wenn du dann in Zukunft auf etwas wartest und du es nicht abwarten magst, dann brauchst du nur diesen Knopf ein wenig nach rechts zu drehen, und du überspringst die Wartezeit bis dahin, wohin du willst."
Der Bauer griff sofort zu und drehte den Zauberknopf. Schon stand seine Liebste vor ihm. Sie lachte. Der Bauer drehte abermals und ruckzuck saßen sie an der Hochzeitstafel. Er sah seiner Frau in die Augen, sagte: "Wenn wir doch bereits alleine wären ..." und dreht wieder am Knopf.
"Wenn unser Haus doch schon fertig gebaut wäre ..." Er drehte. "Wenn die Kinder da wären ..." Er drehte. Immer wieder kam ihm etwas Neues in den Sinn und er drehte und drehte. Er konnte es nicht erwarten.
Drehend sprang das Leben an ihm vorbei. Ehe er sich versah, war der junge Bauer ein alter Mann auf dem Sterbebett. Da merkte er, dass er mit seiner Zeit schlecht gewirtschaftet hatte.
Er erkannte schmerzerfüllt, dass das Warten im Leben von großem Wert ist. Und er wünschte sich die Zeit zurück.
Nach einer Geschichte von Heinrich Spoerl, sprachlich angepasst
Angst im Wettlauf und die Unfähigkeit, allein zu sein (von Konrad Lorenz)
Man muss sich fragen, was der heutigen Menschheit größeren Schaden an ihrer Seele zufügt: die verblendende Geldgier oder die zermürbende Hast.
Welches von beiden es auch sei, es liegt im Sinne der Machthabenden aller politischen Richtungen, beides zu fördern und jene Motivation zur Hypertrophie zu steigern, die den Menschen zum Wettbewerb antreibt. Meines Wissens liegt noch keine tiefenpsychologische Analyse dieser Motive vor. Ich halte es aber für sehr wahrscheinlich, dass neben der Gier nach Besitz oder nach höherer Rangordnungsstellung, oder nach beidem, auch die Angst eine sehr wesentliche Rolle spielt. Angst im Wettlauf überholt zu werden, Angst vor Verarmung, Angst, falsche Entscheidungen zu treffen und der ganzen aufreibenden Situation nicht oder nicht mehr gewachsen zu sein.
Eine der bösesten Auswirkungen der Hast oder vielleicht unmittelbar der Hast erzeugenden Angst ist die offenkundige Unfähigkeit moderner Menschen, auch nur kurze Zeit mit sich selbst allein zu sein. Sie vermeiden jede Möglichkeit der der selbstbedingten Besinnung und Einkehr mit einer ängstlichen Beflissenheit, als fürchteten sie, dass die Reflexion ihnen ein geradezu grässliches Selbstbildnis entgegenhalten könnte ...
Für die um sich greifende Sucht nach Lärm, die bei der sonstigen Neurasthenie moderner Menschen geradezu paradox ist, gibt es keine andere Erklärung als die, dass irgend etwas übertäubt werden muss.
Konrad Lorenz (aus dem Buch "Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit")
Leben im Hier und Jetzt
Ein Schlüssel zum Glück?
- Was schon wieder Weihnachten?
- Wie schnell doch die Zeit dahinfliegt!
- Was? Ist das schon 5 Jahre her?
Wer beim Hauptgang schon an den Nachtisch denkt, der genießt weder den Hauptgang noch den Nachtisch, denn beim Nachtisch denkt er schon an den Abwasch, den Spielfilm, die Disco etc.
Wir leben zu schnell. Wir sind zu effizient und effektiv. Wir "stylen" uns, unser Leben und optimieren unseren Tagesablauf. Das Leben rast und zwar an uns vorbei.
Zum einen: zu zielen und sich zu bewegen - zum anderen: das Hier und Jetzt bewusst zu erleben und in Gedanken nicht schon woanders zu sein - das ist eine Kunst.
In dieser Kunst sollten wir uns jeden Tag ein wenig üben. In dieser Kunst liegt meiner Meinung nach einer der Schlüssel zum Glück.
Wie siehst du diesen "Schlüssel zum Glück"?
Kennst du einen anderen oder gar besseren?
Michael Behn
blueprints Team
Unsere tägliche Katastrophe gib uns ...
Wir leben im Informationszeitalter. Tag für Tag wirst du mit solchen Schlagzeilen konfrontiert:
- Erdbeben in Kleinasien
- Massenkarambolage auf der A7
- Mutter tötet ihr Kind und legt es in die Tiefkühltruhe
- Jugendliche betrinken sich mehrmals pro Woche
- Finanzkrise erschüttert die Welt
- Korrupter Politiker betrügt …
- Buschbrände in Australien
- usw.
Brauchst du diese „Neuigkeiten“ wirklich? Sind wir alle so sensationshungrig? Betreffen sie dich tatsächlich – oder ist es eher dieses schaurig-beruhigende Gefühl: „Zum Glück ist mir das nicht passiert.“
Und noch etwas fällt auf: Die große Katastrophe, die dich gestern noch tief bewegt hat, ist morgen schon wieder vergessen – vor allem, weil längst drei neue Schlagzeilen nachgerückt sind.
Positive Meldungen dagegen findet man kaum:
- Eine alleinerziehende Mutter kümmert sich liebevoll um ihre drei Kinder
- Zigtausende Schüler gehen jeden Tag ganz selbstverständlich zur Schule
- Tausende Arbeitnehmer kommen sicher an ihrem Arbeitsplatz an
- Ein friedliches Stadtteilfest unter dem Motto: „Alle Menschen werden Brüder“
- Erfolgreiches Schulprojekt: Kinder mit und ohne Behinderung lernen gemeinsam
- Nach einem Brandschaden helfen Nachbarn sofort, die Stadt unterstützt unbürokratisch
Aber wer will schon solche scheinbar „unspektakulären“ Geschichten lesen?
Die Medien zeigen dir nicht die Wirklichkeit – sondern nur einen winzigen Ausschnitt davon. Und selbst dieser ist gefiltert: durch Redaktionen, wirtschaftliche Interessen und politische Perspektiven. Es ist, als würdest du die Welt durch ein Schlüsselloch betrachten.
Ich will die Realität nicht beschönigen. Es geht nicht darum, die Augen zu verschließen oder alles durch eine rosarote Brille zu sehen. Aber dein echtes Leben findet woanders statt: in deiner Familie, bei deinen Freunden, in deiner Nachbarschaft und bei der Arbeit. Dort begegnen dir die Themen, die dich wirklich betreffen – mit all ihren Herausforderungen, aber auch mit Freude und Sinn.
Ich habe heute keine Zeitung gelesen und keine Nachrichten geschaut. Stattdessen habe ich meiner Frau Blumen gekauft und lange, fröhlich mit meinem Enkel telefoniert.
Probier es selbst einmal aus. Du glaubst vielleicht, du verpasst etwas oder kannst nicht mehr mitreden. Ich bin überzeugt: Du wirst viele Dinge plötzlich viel gelassener sehen.
Ich wünsche dir einen katastrophenfreien Alltag!
Dein
Peter Milz
blueprints Team
Happy Birthday?
„Unser Leben währet siebzig Jahre,
und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahre,
und was daran köstlich erscheint,
ist doch nur vergebliche Mühe,
denn es fährt schnell dahin,
als flögen wir davon.“
(Psalter, Kap. 90, 10)
Es wäre nicht der Mühe wert, siebzig Jahre alt zu werden,
wenn alle Weisheit der Welt Torheit wäre vor Gott.
Johann Wolfgang von Goethe (Sprüche in Prosa)
Nein, nein – ich möchte dir auf gar keinen Fall deinen Geburtstag, deinen Ehrentag verderben. Im Gegenteil: Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute! Aber wenn sich der Trubel gelegt hat, nimm dir doch einmal einen ruhigen Moment und lies diesen Artikel – vielleicht regt er dich zum Nachdenken an.
Wenn du sechs Jahre alt wirst, so wie mein Enkel, dann ist ein Geburtstag noch etwas ganz Besonderes. Gleichzeitig markiert er eine wichtige Zäsur im Leben: Nach dem Eintritt in den Kindergarten folgt nun die Einschulung. Es beginnt der sogenannte „Ernst des Lebens“ – eine Formulierung, die fast wie eine Drohung klingt. Die unbeschwerte Leichtigkeit der Kindheit beginnt sich langsam zu verändern.
Wenn du – wie ich – schon auf einige Jahrzehnte zurückblicken kannst, erkennst du verschiedene Lebensabschnitte. Du verstehst, wie viele Stürme du überstanden hast. Du erinnerst dich an Begegnungen mit Menschen, die plötzlich in dein Leben getreten sind und es nachhaltig verändert haben. Vielleicht schaust du auch dankbar zurück – auf Erfolge, schöne Momente und erfüllende Zeiten.
In der Anthroposophie werden diese Lebensphasen in sogenannte Jahrsiebte eingeteilt. Jeder Abschnitt steht für eine bestimmte Entwicklungsstufe. Natürlich gehen diese Phasen fließend ineinander über – dein Leben ist kein Abreißkalender.
Nach deiner Geburt bist du zunächst eng an deine Mutter gebunden. Um das siebte Lebensjahr herum löst sich diese Verbindung allmählich, und du wirst zunehmend selbstständiger. Es folgt die oft turbulente Jugendzeit – heute sagt man „Teenager“ – geprägt von Unsicherheit, körperlichen Veränderungen, erster Liebe und dem Wunsch, sich vom Elternhaus abzugrenzen. Mit etwa 21 Jahren giltst du dann als erwachsen.
Danach folgen mehrere Lebensabschnitte (21–28, 28–35, 35–42), in denen du dir Schritt für Schritt deine eigene Welt aufbaust. Du lernst, kämpfst, arbeitest, erlebst Erfolge und Rückschläge. Mit Anfang 40 beginnt für viele eine ruhigere und gefestigtere Phase.
In den späteren Lebensabschnitten festigt sich das, was du dir erarbeitet hast – auch wenn es im modernen Berufsleben durchaus noch einmal zu Veränderungen kommen kann.
Mit etwa 63 Jahren erreichst du eine Lebensphase, in der du die Früchte deiner Arbeit genießen kannst. Du hast vielleicht mehr Zeit für deine Familie, für Enkelkinder oder für dich selbst. Dinge, für die früher keine Zeit war, rücken jetzt in den Fokus. Gleichzeitig gewinnst du oft eine neue Gelassenheit im Blick auf das Leben. In Würde älter zu werden, kann eine sehr erfüllende Aufgabe sein.
So bewegst du dich durch dein Leben – von der Kindheit über die Jugend bis hin zum reifen Alter. Jeder Abschnitt bringt Höhen und Tiefen mit sich, die dich prägen und wachsen lassen. Auch bestimmte Zeitpunkte gelten als besonders: etwa die sogenannten Mondknotenzyklen (nach etwa 18 Jahren und 7 Monaten) oder das 33. Lebensjahr. Vielleicht erinnerst du dich daran, was zu diesen Zeiten in deinem Leben passiert ist.
Auf welchen neuen Lebensabschnitt blickst du in diesem Jahr? Stehst du vor dem Abitur? Beginnst du einen neuen Job? Hoffst du auf eine Beförderung? Oder freust du dich auf den Ruhestand? Auch später im Leben warten noch Herausforderungen – und Chancen, die dich wachsen lassen.
Versuche, dich bewusst auf Veränderungen einzulassen. Lass die Dinge nicht einfach geschehen, sondern gehe aktiv und mit Freude darauf zu. Vielleicht ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung. Du trägst diesen Wunsch schon lange in dir – also: Wirf dein Herz über den Zaun und spring hinterher. Irgendwann ist es zu spät.
Du kannst nicht alle Klippen erkennen, die auf deinem Lebensweg liegen. Aber wenn du dir Ziele setzt, deinen Kurs überprüfst und bei Bedarf anpasst, kannst du deinem nächsten Lebensabschnitt mit Zuversicht entgegensehen.
Verfasser: unbekannt
Zählt immer nur der Sieger?
„The Winner Takes It All“, sang einst die Gruppe ABBA – selbst große Gewinner im Popgeschäft.
„Entweder du bist der Erste oder du bist gar nichts.“ Diesen Satz hat mir mein Vater während meiner Schulzeit immer wieder eingeprägt.
Aber warum zählt in unserer Gesellschaft eigentlich immer nur der Erste? Warum wird jemand, der einen Berg zehn Sekunden schneller hinunterfährt als alle anderen, frenetisch gefeiert – während der Zweite, nur minimal langsamer, kaum Beachtung findet? Gerade im Sport bleibt es ja nicht beim Applaus: Der Sieger wird mit Preisgeldern überschüttet und mit lukrativen Werbeverträgen belohnt.
Versteh mich nicht falsch: Ich will sportliche Leistungen nicht kleinreden. Und in einem fairen Wettkampf wird es immer einen Sieger geben. Aber bei großen Veranstaltungen wie Marathon, Triathlon oder Langstreckenschwimmen – sind die anderen Teilnehmer wirklich nur „ferner liefen“? Haben sie sich nicht ebenso monatelang, oft jahrelang vorbereitet, gequält und durchgebissen?
Und diese Fixierung auf Sieger gibt es längst nicht nur im Sport. In den Medien, in der Politik, in der Wirtschaft – überall zählt vor allem derjenige, der ganz oben steht. Kaum jemand spricht über die vielen „Ameisen“, die im Hintergrund arbeiten und ohne die dieser Erfolg oft gar nicht möglich wäre.
Hinzu kommt, dass viele Leistungen maßlos überbewertet werden. Ist es wirklich angemessen, wenn für einen Fußballspieler zweistellige Millionensummen gezahlt werden? Entsprechen die oft astronomischen Gehälter von Top-Managern tatsächlich ihrem realen Beitrag? Und nein – es geht mir hier nicht um Neid.
Ich möchte vielmehr deine Aufmerksamkeit auf die unzähligen stillen Leistungsträger lenken – auf die Menschen, die Tag für Tag ihre Arbeit zuverlässig erledigen und dabei selten im Rampenlicht stehen.
Dazu gehören für mich all jene, die sich durch Schwierigkeiten kämpfen, die Verantwortung übernehmen und für andere da sind: Menschen in Pflegeberufen, diejenigen, die sich aufopferungsvoll kümmern, die Aufgaben übernehmen, die sonst niemand machen will. Auch im privaten Umfeld gibt es viele solche Menschen: Eltern, die sich hingebungsvoll um ein krankes oder behindertes Kind kümmern, Angehörige, die Pflege leisten – oft über Jahre hinweg.
Diese Menschen leisten Enormes. Und doch bekommen sie selten Anerkennung oder eine angemessene Bezahlung.
Für mich sind das die wahren Helden. Die eigentlichen Sieger. Doch nur wenige von ihnen werden wirklich gesehen – und berühmt werden sie fast nie. Vielleicht, wenn sie außergewöhnlich sind wie Mutter Teresa. Aber selbst dann: Ihre Leistungen sind unbezahlbar, und trotzdem wird ihre Arbeit oft schlechter entlohnt als die eines Fußballstars. Vergleiche einmal das Gehalt einer Pflegekraft mit dem eines Profisportlers.
Fast jeden Tag gibt es inzwischen einen „Welttag“: den Tag des Kindes, den Tag der Umwelt, den Tag der Brüderlichkeit. Wie wäre es einmal mit einem „Tag des unbekannten Siegers“?
Noch besser wäre es allerdings, wenn wir als Gesellschaft unsere Maßstäbe ein wenig verschieben würden: wenn wir die gefeierten Sieger etwas weniger glorifizieren und den sogenannten „Verlierern“ mehr Anerkennung schenken – auch finanziell.
Das heißt ja nicht, dass wir aufhören müssen zu jubeln. Natürlich freuen wir uns mit, wenn jemand gewinnt. Vielleicht auch, weil wir uns ein kleines Stück dieses Glanzes selbst zuschreiben: „Wir sind Weltmeister!“, „Wir sind Papst!“, „Wir sind die Sieger!“
Was denkst du darüber?
Dein
Peter Milz
blueprints Team
Der Pfandbon
Ich hatte vergessen, für meinen Besuch am Nachmittag Kaffee und Gebäck zu besorgen. So stieg ich in mein Auto und in fünf Minuten stand ich im Supermarkt mit meinem kleinen Einkaufszettel und der leeren Kiste Mineralwasser.
Dieser Supermarkt war bestückt mit einem jener Geräte, wo man die Kiste in eine Öffnung schiebt und wie durch Geisterhand man seinen Pfandbeleg erhält. Hier stand ich nun und war bereit für den Vorgang. Doch im Ausgabeschlitz steckte bereits ein Bon in Höhe von 9 Euro. Mein erster Gedanke war: "Ein Glückstag - 9 Euro kann ich immer gebrauchen." Doch er verschwand sehr schnell wieder und ich machte mich auf die Suche nach dem eigentlichen Eigentümer des Bons.
So ging ich durch die Reihen in Richtung Kasse und sprach Leute an, ob sie Pfandflaschen abgegeben hätten. Die Blicke und Reaktionen gaben mir das Gefühl ich würde den Leuten ein unmoralisches Angebot machen, aber ich ließ mich nicht entmutigen.
An der Kasse angekommen bemerkte ich, wie ein alter Mann scheinbar verzweifelt seine Taschen durchsuchte und verstört in Richtung Kassiererin gestikulierte. Das musste der Boneigentümer sein und ich drängelte mich in seine Richtung. Sichtlich erleichtert nun endlich zahlen zu können, nahm der alte Mann seinen Bon entgegen und bedankte sich bei mir.
Nun aber schnell noch den Kaffee und das Gebäck und dann nichts wie zurück ins Büro. Ich bezahlte meine Waren und verließ durch die automatische Glastür den Supermarkt.
"Ich möchte mich noch einmal sehr bei Ihnen bedanken".: mit diesen Worten schreckte mich der alte Mann, dessen Bon ich gefunden hatte, aus meinen Gedanken. Ich blickte ihn an und er hätte es auch nichts sagen müssen, denn sein Blick war so voller freundlicher Dankbarkeit, dass es mich stark berührte. Mein "Gerne geschehen" beendete die Begegnung keineswegs, denn noch am Abend - ja sogar Heute - wirkt die Geschichte nach. Für so viel Dankbarkeit und einen so freundlichen Blick würde ich jederzeit wieder gegen 9 Euro tauschen.
(c) Michael Behn
Glauben Sie an Geister?
Geister? Du denkst wahrscheinlich: Die gibt es doch nur in Märchen und Spukgeschichten, wo sie ihr Unwesen treiben. Aber doch nicht in unserer aufgeklärten Welt!
Und trotzdem behaupte ich: Ohne „Geister“ wärst du gerade in unserer heutigen, hochmobilen Welt kaum überlebensfähig.
Hier ein paar Beispiele für Situationen, in denen sie – wie im Märchen – meist unsichtbar bleiben:
- Du fliegst in den Urlaub nach Gran Canaria
- Du fährst mit dem Auto zur Arbeit
- Du erledigst um 19:00 Uhr deinen Wocheneinkauf im Supermarkt
- Du drehst die Heizung auf, benutzt die Toilette oder duschst warm
Du ahnst vermutlich schon, welche „Geister“ ich meine: die unzähligen unsichtbaren Helfer, die jeden Tag dafür sorgen, dass dein Alltag reibungslos funktioniert.
Meist bemerkst du sie erst dann, wenn etwas nicht funktioniert. Dann bist du vielleicht genervt, verärgert oder sogar wütend. Solange alles läuft, erscheint es dir selbstverständlich – und die Menschen dahinter bleiben unsichtbar.
Hast du dir schon einmal bewusst gemacht, was alles passieren muss, damit:
- du warm duschen kannst – mit sauberem Trinkwasser
- du morgens frische Brötchen kaufen kannst
- deine Post pünktlich im Briefkasten landet
- du sicher durch den Straßenverkehr kommst
- sich der Müll nicht in stinkenden Bergen auftürmt
- dein Gepäck am Urlaubsort ankommt
- du morgens aktuelle Nachrichten lesen kannst
- deine E-Mails in Sekunden von Sydney bei dir ankommen
- du im Winter exotische Früchte kaufen kannst
Mach dir doch einmal den Spaß – am besten gemeinsam mit Kindern – und verfolge gedanklich, was alles nötig ist, damit du morgens nur ein Brötchen essen kannst.
Und nein, das beginnt nicht erst beim Bäcker, der früh aufsteht. Es beginnt beim Bauern, der das Getreide anbaut. Dann kommen Transport, Verarbeitung, Energieversorgung, Maschinen, Verpackung, Verkauf – und vieles mehr. Die Liste wird erstaunlich lang.
Und wenn du das nächste Mal ein Knöllchen bekommst, weil du falsch geparkt hast – zum Beispiel in einer Feuerwehrzufahrt – dann denk daran: Auch dieser „dienstbare Geist“ erfüllt eine wichtige Aufgabe. Ohne ihn würde es in unseren Städten schnell chaotisch werden.
Vielleicht probierst du es einmal so: Lächle, bleib freundlich – auch wenn es schwerfällt.
Noch besser: Wenn du einmal einen dieser „unsichtbaren Helfer“ bei der Arbeit siehst – zum Beispiel Müllwerker – dann sag einfach Danke. Vielleicht sogar mit einer kleinen Geste.
Du wirst überrascht sein, wie positiv die Reaktion sein kann.
Dein
(freundlicher Geist)
Peter Milz
Die Schönheit des Augenblicks
Wir waren mit unserem Enkel in einem Erlebnispark. Eine Zeit lang hast du es sicher genossen, ihm bei seiner Entdeckerlust zuzusehen. Doch irgendwann wurde dir der Lärm und das ganze Treiben zu viel, und du hast dich in eine ruhigere Ecke zurückgezogen.
Du setzt dich auf eine Bank in einer kleinen Nische, die von einer grünen Hecke umgeben ist, schließt die Augen und genießt die ersten wärmenden Sonnenstrahlen im März. Dabei fragst du dich, warum Menschen diese ständige Flut an Reizen brauchen und sich so sehr daran berauschen.
Du willst gerade ein Taschentuch in den Mülleimer neben der Bank werfen – und plötzlich siehst du sie:
Zwischen Hecke und Korb wächst eine kleine Blume. Eine wunderschöne, zarte Blume. Ganz allein steht sie dort, richtet ihre rote Blüte stolz zur Sonne und entfaltet ihre sattgrünen Blätter.
Du bist vermutlich der Erste, der sie bewusst wahrnimmt. Und in diesem Moment hast du das Gefühl, dass sie genau dafür da ist: gesehen und bewundert zu werden. Für einen Augenblick erfüllt sie ihren ganzen Zweck – einfach durch deine Aufmerksamkeit.
Du bedauerst kurz, keinen Fotoapparat (und damals auch noch kein Smartphone) dabei zu haben. Doch dann wird dir klar: Du trägst ein viel besseres „Speichermedium“ immer bei dir – deine Seele. Und so nimmst du dieses Bild bewusst in dich auf, lässt es wirken und bewahrst es als kleine, kostbare „Sensation“ in deinem Inneren.
In unserer eher rationalen, kopflastigen Zeit wirkt es vielleicht ungewohnt, von solchen „Bildern in der Seele“ zu sprechen. Aber du hast solche Momente sicher selbst schon erlebt. Leider bist du im Alltag oft zu beschäftigt, zu schnell unterwegs, um sie wirklich wahrzunehmen oder zu genießen.
Dabei liegt genau darin ein großer Reichtum: Wenn du diese Augenblicke bewusst erlebst und in dir bewahrst, können sie dich auch durch schwierigere Zeiten tragen.
Hier sind ein paar Beispiele für solche kleinen Kostbarkeiten:
- Ein Spinnennetz im Morgenlicht, übersät mit glitzernden Tautropfen
- Ein Marienkäfer, der plötzlich auf der Hand deines Kindes landet – und die staunende Begeisterung deines Kindes
- Eine Libelle, die elegant über einen Gartenteich schwebt
- Das freundliche Aufleuchten in den Augen eines Menschen, der dich erkennt
- Der stille Zauber eines klaren Sternenhimmels
- Ein Kind, das voller Freude in der einzigen Pfütze der Straße spielt
- Ein heimlicher Blick auf deinen langjährigen Partner, vertieft in ein Buch – und das warme Gefühl, ihn noch immer zu lieben
- Eine Melodie, die dich plötzlich berührt und tröstet
- Ein Satz in einem Buch, der dich tief bewegt
Solche Glücksmomente kennst du ganz bestimmt auch. Halte sie fest. Sammle sie. Fülle deine Seele damit und baue dir deinen ganz persönlichen Schatz auf.
Wenn du magst, dann schreib mir doch von deinem eigenen Glücksmoment.
Der Blick von Frida Stein
Schmerzen durchfluten mein linkes Knie und vom langen Sitzen tut mir der Rücken weh. Der Termin beim Kunden war nicht sonderlich erfolgreich verlaufen. Gleich ein Online-Meeting, danach Telefonkonferenzen. Ach ja, und den Führungskräfte-Workshop vorbereiten!
Ich setze den Blinker und biege ab in die Stuttgarter Straße, um den Anstieg Richtung Firma zu fahren. Doch diesmal sind die letzten Meter ganz anders als sonst.
Oje, Herrn Wellenreiter muss ich noch anrufen. Der hat immer etwas zu beanstanden. Der Gedanke "Oh man, das läuft gerade alles nicht" löst einen Schauer des Selbstmitleids aus.
Die Einbahnstraße am Firmengebäude ist mal wieder kreuz und quer zugeparkt. "Können die nicht so parken, dass andere auch noch einen Parkplatz finden?" Meter um Meter entferne ich mich. Ich fluche, denn das muss ich alles gleich zurückhumpeln. Ich schlage auf das Lenkrad und fahre um die nächste Kurve.
Ein skurriles Bild reißt mich aus meinen Gedanken. Ich verlangsame die Fahrt und halte an. Mit offenem Mund sitze ich im Auto. Einige Meter vor mir schiebt eine ältere Dame mit wenigen, dünnen Haaren einen braun-blauen Kinderwagen. Ihr Name ist Frida Stein und sie wohnt ganz in der Nähe. Von einer Kollegin weiß ich, dass sie Krebs hat. Wohl einer von der bösartigen Sorte.
Im Kinderwagen sitzt ein zitternder Pudel, der in eine karierte Wolldecke gewickelt ist. Seine alten Hüften sind wahrscheinlich kaputt. An seinen schwerfälligen Gang - mal auf drei, dann wieder auf vier Beinen - bei der letzten Begegnung kann ich mich gut erinnern.
Frida Stein bleibt stehen, blickt sich zu mir um und lächelt. Sie schiebt den Kinderwagen über die Straße und flüstert dem Hund etwas zu. Was auch immer sie ihm sagte, der Pudel schaut durch seine grauweißen Stirnlocken in meine Richtung und scheint mir ebenfalls zuzulächeln.
Frida Stein und der Pudel sind schon lange nicht mehr zu sehen, als ich - nach wie vor mit einem Kloß im Hals - von wütend klingenden Hupen hochschrecke und wie paralysiert weiterfahre.
Der Blick von Frida Stein taucht noch heute vor mir auf, wenn ich denke: "Das Leben ist ungerecht!"
Welche Sprache sprichst du?
„Sprichst du mit einem Menschen in einer Sprache, die er versteht, steigt ihm das zu Kopf.
Sprichst du mit ihm in seiner eigenen Sprache, geht es ihm zu Herzen.“
(Nelson Mandela)
Immer wenn du mit anderen Menschen zusammenkommst, kommunizierst du mit ihnen. Das wichtigste Mittel dafür ist die Sprache. (Natürlich gibt es auch andere Formen der Kommunikation – aber die lassen wir hier einmal außen vor.)
Spätestens seit der Verwirrung nach dem Turmbau zu Babel haben Menschen ihre Schwierigkeiten mit Sprache. Schätzungen gehen heute von rund 6.000 verschiedenen Sprachen weltweit aus – Dialekte und historische Sprachen eingeschlossen.
Doch es sind nicht nur unterschiedliche Landessprachen, die Verständigungsprobleme verursachen. Auch innerhalb eines Landes gibt es zahlreiche „Sprachen“: Dialekte. Ein Ostfriese und ein Bayer verstehen sich nicht immer problemlos – es sei denn, sie greifen auf Hochdeutsch zurück.
Und selbst das ist noch nicht alles. Es gibt viele weitere, weniger offensichtliche „Sprachgruppen“, in denen es schnell zu Missverständnissen kommt: unterschiedliche soziale Milieus und Berufsgruppen – etwa Arbeiter, Handwerker, Akademiker, Politiker oder Beamte.
Ich möchte dir das anhand einiger Beispiele aus meinem Leben zeigen: Ich bin als „Arbeiterkind“ drei Jahre auf ein Gymnasium gegangen. Dort kamen etwa 80 % der Schüler aus eher gehobenen Verhältnissen. Ich hatte in dieser Zeit nur wenige Freunde – ich fühlte mich einfach nicht zugehörig.
Nach einem Bruch in meiner Laufbahn wechselte ich auf die Realschule. Wieder eine ganz andere Welt, mit überwiegend Schülern aus der Mittelschicht.
Anschließend begann ich – eher gezwungenermaßen – eine Maurerlehre. Es fiel mir schwer, Männer zu duzen, die meine Väter hätten sein können. Und der raue Ton auf dem Bau war für mich zunächst gewöhnungsbedürftig. (Und nein – das ist nicht arrogant gemeint. Das waren alles gestandene, ehrliche Menschen.)
Während meiner Schulzeit war ich in einer Theatergruppe aktiv. Mit Beginn der Lehre hörte das auf. Doch nach einigen Monaten wurde ich gefragt, ob ich nicht wieder mitmachen wolle. Ich sagte begeistert zu – und ging genau dreimal hin. Es funktionierte nicht mehr. Ich verstand die „Sprache“ der Gymnasiasten nicht mehr. Ihre Themen und Sorgen erschienen mir plötzlich fremd.
Eine weitere „Sprachwelt“ war die Bundeswehr. In den ersten Jahren war ich in einem Panzerbataillon – eine harte Umgebung mit viel Drill. Unsere Einheit bestand zur Hälfte aus Norddeutschen und zur anderen Hälfte aus Menschen aus dem Ruhrgebiet. Schon in der ersten Nacht kam es zu Missverständnissen – allein schon bei Witzen. Auch im Alltag gab es immer wieder Situationen, die entweder lustig oder konfliktgeladen waren.
Später folgten viele Jahre im Büro. Auch dort entwickelte jede Firma ihre eigene Sprache. Wie sprichst du mit Vorgesetzten? Wie gehst du mit schwierigen Kollegen um? Und selbst innerhalb eines Unternehmens gibt es Unterschiede: Ein Programmierer denkt und spricht anders als ein Kaufmann, ein Kassierer oder jemand im Lager.
Manchmal ist es fast erstaunlich, dass Menschen sich trotz all dieser Unterschiede überhaupt verständigen können.
Wie gelingt das? Und was kannst du selbst tun, um besser verstanden zu werden – und andere besser zu verstehen?
Ich denke, einige grundlegende Eigenschaften helfen dabei enorm:
- Höflichkeit
- Ehrlichkeit
- Freundlichkeit
- Offenheit
- Vertrauen
- Verständnis
Versuche zu erkennen, welchen Hintergrund und welche Motive dein Gesprächspartner hat. Und mach dir bewusst: Er kennt deinen Hintergrund möglicherweise genauso wenig.
Das Wichtigste aber ist: Zuhören.
Wirklich zuhören. Interesse zeigen. Geduld haben. Und nicht ständig versuchen, den anderen mit deiner eigenen Meinung zu überrollen.
Was denkst du darüber? Ich bin gespannt auf deine Sichtweise.
Dein
Peter Milz
Paradoxes von C.G. Jung
Der schweizer Psychoanalytiker und Philosoph Carl Gustav Jung war auch ein Meister darin paradoxe Aussagen zu nutzen, um Denkprozesse auszulösen. Von ihm wird unter anderem Folgendes berichtet.
Immer, wenn einer seiner Freunde mit einer Erfolgsmeldung zu ihm kam, sagte er sinngemäß: "Das tut mir leid für Dich, aber gemeinsam werden wir diese schwere Zeit schon meistern."
Und wenn ein Freund in einer Krise steckte, sagte er: "Das ist eine wundervolle Nachricht. Jetzt wird etwas sehr Aufregendes passieren."
Machiavelli über Glück und Tüchtigkeit
Der Aufstieg eines Privatmanns zur Macht setzt Tüchtigkeit und Glück voraus; man sollte also glauben, dass sowohl die eine als auch die andere dieser beiden Voraussetzungen viele Schwierigkeiten wenigstens teilweise verringert. Trotzdem behauptet sich der besser, der sich weniger auf das Glück verlassen hat.
Prüft man Taten und Leben von Eroberern und Staatengründern, so sieht man, dass sie dem Glück nur die Gelegenheit verdankten, die ihnen den Stoff bot, in den sie die Form prägten, die ihnen gut schien: Ohne diese Gelegenheit hätten ihre Kraft und Tüchtigkeit keine Wirkungsmöglichkeit gehabt, und ohne ihre Kraft und Tüchtigkeit hätte sich die Gelegenheit vergeblich eingefunden.
Aus dem Buch, Il Principe, "Der Fürst" von Niccolò Machiavelli, italienischer Staatsmann und Schriftsteller, 1469 - 1527
Lebenskunst
ist es,
wenn ihr arbeitet, als würdet ihr kein Geld brauchen,
liebt, als hätte euch noch nie jemand verletzt,
tanzt, als würde keiner hinschauen,
singt, als würde keiner zuhören,
lebt, als wäre das Paradies auf Erden zu finden.
(aus Indien)
Glück ist ein Bumerang
„Willst du glücklich sein im Leben,
trage bei zu andrer Glück,
denn die Freude, die wir geben,
kehrt ins eigene Herz zurück.“
(Johann Wolfgang von Goethe)
Lass doch einfach mal ganz bewusst jemanden im Straßenverkehr vor dir einfädeln. Gib ein freundliches Handzeichen – und achte darauf, was in dir passiert, wenn sich der andere mit einem Lächeln bedankt.
Du verlierst vielleicht gerade einmal 20 Meter – gewinnst aber ein kleines Stück Freude. Und oft kommst du dadurch sogar entspannter und besser gelaunt an deinem Ziel an.
Ist es das nicht wert?
Ich denke meine Welt
Von Zeit zu Zeit lohnt es sich, dein eigenes Denken zu hinterfragen. Vorurteile, Glaubenssätze und Denkmuster können dir helfen – oder dich ausbremsen.
- „Alle Menschen denken nur an ihren Vorteil.“
- „Politiker sind unehrlich.“
- „In dieser Firma kommst du nur weiter, wenn du dem Chef nach dem Mund redest.“
- „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“
- „Osteuropäer sind …“
- „Beamte sind …“
Mit solchen Bildern im Kopf, mit ungeprüften Urteilen (kennst du wirklich alle Menschen, über die du so denkst?) und schwer belegbaren Annahmen (hast du deinem Chef schon einmal offen widersprochen?) machst du dir das Leben oft unnötig schwer.
Denn: Du erschaffst – bewusst oder unbewusst – immer wieder Situationen, die genau diese Überzeugungen bestätigen.
Eine alte Geschichte aus Indien zeigt sehr anschaulich, wie stark deine Einstellung dein Erleben beeinflusst:
Es gab einmal den Tempel der tausend Spiegel. Er lag hoch oben auf einem Berg, und schon von außen war er beeindruckend. Eines Tages kam ein Hund und erklomm den Berg. Er stieg die Stufen hinauf und betrat den Tempel. Als er den großen Saal mit den tausend Spiegeln erreichte, sah er plötzlich tausend Hunde vor sich. Erschrocken sträubte er sein Fell, zog den Schwanz ein, knurrte und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde taten genau dasselbe. Voller Angst rannte er davon. Von da an war er überzeugt, dass die Welt voller bedrohlicher und aggressiver Hunde ist.
Einige Zeit später kam ein anderer Hund auf den Berg und betrat ebenfalls den Tempel der tausend Spiegel. Auch er sah tausend Hunde. Doch er reagierte ganz anders: Er freute sich, wedelte mit dem Schwanz, sprang umher und wollte spielen. Und was geschah? Tausend Hunde wedelten zurück, sprangen fröhlich und wirkten freundlich. Dieser Hund verließ den Tempel mit der Überzeugung, dass die Welt voller freundlicher und wohlgesonnener Hunde ist.
Vielleicht lohnt es sich, öfter einmal zu fragen: Mit welcher „Haltung“ gehst du durch deine Welt?
Hesse über den Zauber des Anfangens
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Hermann Hesse ( 1877 - 1962), deutsch-schweizerischer Lyriker, Essayist, Erzähler und Kritike
Die Quelle der ewigen Fragen
Philosophie ist eine Quelle ewiger Fragen. Große Denker – Menschen, die sich die kindliche Neugier bewahrt haben – beschäftigen sich seit jeher damit, solche Fragen zu stellen und mögliche Antworten zu finden. Ihr Ziel: dich ein Stück näher an Erkenntnis und Wahrheit heranzuführen.
Für viele wirken diese Fragen zunächst abstrakt oder sogar sinnlos. Oft scheinen sie wenig mit deinem Alltag zu tun zu haben. Und doch beginnen sie genau dort, wo du vielleicht gar nicht mehr hinschaust – bei der kindlichen Neugier:
„Warum sind nicht alle Menschen fröhlich?“
„Warum muss ich das tun?“
„Was macht der Wind, wenn er nicht weht?“
„Das Warum des Kindes ist der Beginn der Philosophie.“
(Italienisches Sprichwort)
Welche Fragen begleiten dich im Leben wirklich?
Die Philosophie nähert sich diesen „ewigen Fragen“ aus verschiedenen Perspektiven. Man kann sie grob in fünf zentrale Bereiche einteilen:
- Logik: Wie kannst du richtig denken und zu verlässlichen Erkenntnissen kommen?
- Ethik: Was ist gutes, richtiges Handeln?
- Ästhetik: Was ist schön? Was empfindest du als stimmig oder harmonisch?
- Staatsphilosophie: Wie sollte eine Gesellschaft organisiert sein?
- Metaphysik: Was ist die grundlegende Natur von Realität, Materie und Geist?
Viele große Fragen lassen sich diesen Bereichen zuordnen – oder überschneiden mehrere davon:
- Gibt es Gott?
- Warum bist du hier?
- Was ist der Sinn deines Lebens?
- Wie hat alles begonnen – und wie wird es enden?
Eine klar gestellte Frage ist oft schon der halbe Weg zur Antwort.
Deshalb lohnt es sich, innezuhalten und dich zu fragen: Was sind die großen Fragen in deinem Leben?
Spür ihnen nach. Nimm sie ernst. Und versuche, deine eigenen Antworten zu finden.
Allein dieser Prozess bringt dich bereits auf den Weg der Philosophie.
Vielleicht erscheinen dir diese Gedanken manchmal „unpraktisch“ oder „brotlos“. Aber sie sind alles andere als sinnlos – sie sind wertvoll.
Denn: Dein Leben besteht nicht nur aus Funktionieren und Alltag. Es lebt auch von Sinn, von Fragen und von der Suche nach Antworten.
Oder anders gesagt: Du lebst nicht vom Brot allein.
Vorbild und Motivation
Die Vorstandschaft einer der deutschen Großbanken definierte in einem der Top-Management-Seminare: "Vorbild ist jene Führungskraft, die durch ihren Erfolg im Erreichen von Zielen und ihr wertebestimmtes Verhalten so viel Sog auslöst, dass Mitarbeiter auch so sein wollen."
Vorbild ist einer der wichtigsten Auslöser und Bekräftiger für gewollte Verhaltensweisen. Woraus sonst, wenn nicht abgeleitet aus den Verhaltensweisen der Vorgesetzten, sollen Mitarbeiter lernen, was gewollt bzw. nicht gewollt, richtig bzw. falsch, verboten bzw. erlaubt ist? Unternehmensleitbilder, Unternehmensphilosophien und wie auch immer benannte Regelwerke sind Makulatur, wenn ihre Inhalte nicht in den Verhaltensweisen der Führungskräfte beobachtbar, von diesen vorgelebt werden.
Aus Sportergebnissen wissen wir, dass, nachdem eine bestimmte Zeit unterschritten oder eine seither gültige Marke überboten wurde, kurz danach weitere Sportler die Leistungen steigern und die vorher für unmöglich erachtete Leistung ebenfalls erbringen. Für unmöglich wird etwas nur solange gehalten, bis jemand vormacht, dass das scheinbar Unmögliche möglich ist. Dies beweisen Ergebnisse aus unseren Verkaufs- und Führungstrainings sowie aus Coachingmaßnahmen. Ich selbst durfte während meiner Außendiensttätigkeit erleben, wie meine Kollegen, nachdem ich eine Verdoppelung meiner Umsätze vorlegte, ihre Ergebnisse selbst wesentlich steigern konnten.
Vorbilder wirken ideal, wenn Sie durch die Qualität ihrer Verhaltensweisen bei den Zielgruppen Unzufriedenheit mit den eigenen, derzeit praktizierten Handlungen auslösen. Dies erreichen erfolgreiche Sportler bei strebsamen Anfängern genau so wie erfolgreiche Führungskräfte bei Mitarbeitern.
Auch die Werbung bedient sich solcher "Vorbilder" – "die weißere Wäsche", "der schnellere Internetzugang", "die bessere Ernte" usw. sind Beispiele von Botschaften, die als geringe Stufe der Unzufriedenheit neugierig machen oder bereits als stärkere Stufe Kaufimpulse auslösen.
Ist die Person, die die Werbebotschaft vermittelt, aus anderen Bereichen, z.B. dem Sport, als Vorbild anerkannt, besteht die Chance, dass die umworbene Zielgruppe deren Verhalten imitiert.
Kein Wunder, dass Werbungtreibende Repräsentanten fallen lassen, wenn deren Vorbildwirkung z.B. wegen Doping oder anderen Verfehlungen in Frage gestellt ist. Da die Uniformierungen bzw. Nachahmungen frei-willig sind, wird der Nachahmende wohl kaum zugeben, dass er zum Mit- oder Nachläufer geworden ist.
Frei-willigkeit entsteht, wenn aus Vergleichen zwischen Ist und Soll Unzufriedenheit entstanden ist. ("Der ist besser als ich".) Bekommt diese Unzufriedenheit eine aus dem im Moment aktiven Motiv eine Richtung, entsteht der Wunsch "so tüchtig, reich, faul, abgesichert, fit, erfahren, wie der möchte ich sein". Die konkrete Entscheidung für das Detail lässt ein Ziel entstehen (ich will bis zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas Bestimmtes erreicht haben). Bei genügender Antriebsstärke und der Möglichkeit, das Ziel zu erreichen, entstehen die notwendigen Aktivitäten (Training, Kauf u.a.) und die angestrebten Verhaltensweisen stellen sich ein. Wird das so entstandene Verhalten von der subjektiv als wertvoll erlebten Zielgruppe belohnt, entsteht Gewohnheit.
Solche Gewohnheiten sind zunächst instabil. Abweichungen der Führungskräfte von den Werten, neue Führungskräfte mit anderen Werten, nicht den Werten entsprechende Verhaltensweisen in Konfliktsituationen u.a. lösen Verunsicherung und oft Rückkehr zum früheren Verhalten aus.
Anders wirkt Wertetreue. Mit ihr sorgen positiv wirksame Vorbilder – nachahmenswerte Führungskräfte und Kollegen – dafür, dass sich jene Gewohnheiten einstellen und festigen, die den Erfolgsweg bestätigen und weiterführen, wenn auch die Rahmenbedingungen, wie z.B. Beurteilungssysteme, Beförderungskriterien u.a., den Weg als richtig erkennbar werden lassen.
Horst Rückle (Unternehmensberater, Coach und Trainer)
Billig oder preiswert (von John Ruskin)
Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.
Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen.
Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.
John Ruskin (1819 - 1900), britischer Schriftsteller, Maler, Kunsthistoriker, Sozialphilosoph

Ora et labora von Lafontaine
Ein Fuhrmann saß im Schlamme fest mit seiner Fracht.
Das nächste Nest fünf Meilen fern.
Kein Mensch ringsum.
Der Abend nah, der Tag bald um.
Voll Wut verflucht er fürchterlich
Pferd, Straße, Wagen, Welt und sich.
Zuletzt fleht leise er zu Gott:
"Hilf! Mach den Karren wieder flott!"
Da hört er eines Engels Stimme:
"Gott mag nicht, dass man rasch ergrimme.
Selbst ist der Mann! Sei rührig, rege!
Wo liegt das Hindernis im Wege?
Schau nach! Die Achsen sind voll Dreck.
Schaff erst den Schlamm von ihnen weg!
Schütt Steine in das Loch! Getan?"
"Ja." - "Nun die Peitsche!" - "Ja." - "Treib an!"
Hauruck! Hü hott! Und was passiert?
Der Karren läuft wie frisch geschmiert.
"Nun", ruft es, "merkst du was, du Lümmel?
Hilf dir selbst, dann hilft dir auch der Himmel!“
August Lafontaine, deutscher Schriftsteller, * 1758, † 1831

Warum ich glücklich sein darf
Diese Anregung besteht aus drei Teilen.
Zunächst – bevor du weiterliest – beantworte für dich, am besten schriftlich, die folgende Frage: Wie bewertest du deine jetzige Situation? Wie zufrieden bist du mit deinem Leben? Spürst du jeden Tag Dankbarkeit oder überwiegt das Gefühl, dass einiges verbesserungswürdig ist? Schreibe eine kurze Liste; du kannst sie gern nach Lebensbereichen unterteilen.
Erst danach (!) geht es weiter zu Schritt 2.
Schritt 2: "+" klicken →

Versetze dich nun in die Situation, ein Flüchtling zu sein. Ein Mensch, dessen Geburtsstadt zerbombt wird, dessen Freundin von einem Geschoss getroffen wurde, der seit Jahren an Hunger leidet und sich auf den Weg nach Europa macht. Was würdest du empfinden, wenn du unter diesen Bedingungen leben würdest?
Werde konkret. Bleib nicht bei einem vagen Unbehagen, sondern versuche, Verbitterung, Hoffnungslosigkeit, Angst und Verstörtheit zumindest ansatzweise nachzuempfinden.
Wie immer gilt: Übertreib es nicht – du sollst nicht für den Rest des Tages unter schlechter Laune leiden. Wenn du möchtest, notiere deine Gefühlsregungen.
Bitte wechsle wiederum erst danach zu „Schritt 3“.
Schritt 3: "+" klicken →
Du ahnst bestimmt schon die dritte Frage: Wie bewertest du nun deine jetzige Lebenssituation? Wiederhole Teil 1 dieser Anregung. Kannst du mehr Dankbarkeit für dein Leben empfinden?
Pilgern – eine Reise zu sich selbst
Spätestens seit Hape Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“ steigt die Zahl der Pilger auch in Deutschland. Aber warum nimmt man die Strapazen einer Reise zu Fuß durch die Fremde auf sich, ausschließlich mit den nötigsten Utensilien auf dem Rücken und einem Wanderstock in der Hand?
Meistens wartet am Ende des Pilgerwegs ein „heiliger Ort“ und für viele Pilger wird daher die Nähe zu Gott eine Rolle spielen, wenn man bei Wind und Wetter durch möglicherweise fremde Länder und Regionen unterwegs ist. Doch auch Menschen, die sich selbst nicht als gläubig bezeichnen, sind immer häufiger auf Pilgerreisen unterwegs.
Der Weg ist das Ziel
Pilgern ist in der Tat eine Reise zu sich selbst, denn man ist meistens allein unterwegs und hat Zeit, über vieles nachzudenken. Wenn nur die Geräusche der Natur zu hören sind, nimmt der Klang der eigenen Schritte schnell etwas Meditatives an. Ein einschneidendes Erlebnis oder Stress, ob beruflich oder privat, sind häufig Gründe für eine Pilgerreise. Es sind die Erfahrungen, die dort gesammelt werden, die einem ein neues Ziel geben können. Menschen, die man sonst nie kennengelernt hätte und die einem eine völlig neue Sicht eröffnen, bereichern eine Pilgerreise sehr. Und das alles wird verbunden mit körperlicher Anstrengung, die den Körper reinigt und fit hält.
Auf dem Weg wird schnell ein persönlicher Rhythmus gefunden, denn wer zu schnell geht, wird schnell durch seinen Körper bestraft und somit gezwungen, langsamer zu gehen. Pilgern entschleunigt das Leben und verschafft einem automatisch die Zeit, die benötigt wird.
Wege gibt es viele
Die berühmtesten Endpunkte eines Pilgerwegs des Christentums sind sicherlich Jerusalem in Israel mit dem Grab Christi in der Grabeskirche, Rom in Italien u.a. mit dem Grab des Apostels Petrus im Petersdom oder Santiago de Compostela in Spanien mit dem Grab des Apostels Jakobus wohin der berühmte Jakobsweg führt. Dieser führt von den Pyrenäen in Frankreich zum Jakobsgrab über die Städte Pamplona, Estella und León.
In Europa sehr bekannt ist auch Lourdes in Frankreich. Die Kirche nahe der Grotte Massabielle (massevieille „alter Fels“) ist ein bedeutender Wallfahrtsort. Der Quelle in der Grotte werden Heilkräfte zugeschrieben.
Eine andere Möglichkeit ist der Franziskusweg, auf dem die Stationen des Lebens des Heiligen Franziskus entdeckt werden können. Andere Religionen schreiben ihren Gläubigen eine Pilgerreise während ihres Lebens sogar vor. Als Beispiel soll hier der Haddsch, die Pilgerreise der Moslems nach Mekka, genannt werden. Jeder freie, volljährige und gesunde Muslim – ob Mann oder Frau –, der es sich leisten kann, ist verpflichtet, einmal im Leben nach Mekka zu pilgern.
Man sieht, Wege gibt es viele und jeder muss selbst wissen, wie und wohin er pilgern möchte. Dabei ist pilgern gewiss nicht kostenlos, es gibt sogar Anbieter, die viel Geld für eine Pilgerreise verlangen und so den Weg zu sich selbst zu einer Veranstaltung des schnöden Mammons verkommen lassen. Aber die Kosten lassen sich mit einigen Tipps auch begrenzen. So gilt es zu Beginn einen günstigen Flug zu finden, um die Startkosten der Reise möglichst klein zu halten. Da die Flüge ein essentieller Bestandteil der Reise sind, lohnt es sich, diese rechtzeitig zu buchen und verschiedene Airlines miteinander zu vergleichen – schließlich ist nicht einmal Hape Kerkeling aus Deutschland nach Santiago de Compostela gelaufen.
Ergänzungen und Fragen von Leser:innen
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Längere Reflexionen über Leben, Sinn und Glück
9 Dinge, die du bedenken solltest, wenn du nichts mit deinem Leben anzufangen weißt
Das Leben gurgelt nicht immer wie ein sanfter Fluss dahin. Manchmal trifft es auf eine Felswand, wo es scheinbar nicht mehr weitergeht. Ein anderes Mal verschwindet alles in unserem Leben wie ein Bach, der in einer Wüste versandet. Oder der Fluss des Lebens trifft auf einen Scheidepunkt und weiß nicht, welchem Weg er folgen soll.
Egal ob Sackgasse oder Neuorientierung: Unser Leben will jeden Tag gelebt werden und wir müssen uns entscheiden, was wir mit unserem Leben anfangen. Wie wir leben wollen. Wie wir unser Geld verdienen wollen.
Wenn du gerade nicht so recht weißt, wie es in deinem Leben weitergehen soll, ist es hilfreich, diese 9 Dinge zu bedenken.
Eine Glücksgeschichte: Zwei Mönche auf der Suche nach dem Raum des Glücks
Zwei Mönche hatten vom Raum des Glücks gehört. In diesem Raum soll der Mensch Zugang zu seinem wahren Selbst erlangen, tiefen inneren Frieden genießen und wahres Glück erleben. Man könne darin sogar mit Gott kommunizieren.
Die Mönche leisteten einander den Schwur, nicht eher zu ruhen, bis sie den Raum des Glückes gefunden hätten.
Sie fingen an, in ihrer Klosterzelle alle Bücher über alte Sagen zu studieren, derer sie habhaft werden konnten. Eines Tages klatschte einer der beiden Mönche vor Freude in die Hände.
"Ich hab es gefunden!"
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Nickels Erlebnisse – Lebenslektionen aus Beruf und Leben
Hier findest du die gesammelten Erlebnisse von Nickel.
Die kurzen Episoden um Nickel Forster verdichten Alltagssituationen zu prägnanten Einsichten: Entscheidungsdruck, Selbstzweifel, Routinen, kleine Gesten und die leise Verschiebung von Perspektiven. Wer diesen Text liest, gewinnt keine schnellen Rezepte, sondern ein differenziertes Gespür dafür, wie innere Haltungen entstehen und sich verändern lassen – oft ausgelöst durch unscheinbare Momente. Der Nutzen liegt in der Wiedererkennbarkeit: Die Geschichten schärfen den Blick für eigene Denk- und Handlungsmuster und bieten Anstöße, Verantwortung, Mut und Maß neu auszutarieren, ohne die Komplexität des Lebens zu verkürzen.
Weiterlesen: Nickels Erlebnisse – Lebenslektionen aus Beruf und Leben
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