Humor und Anekdoten der Jahrhunderte

 

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Goethe sagte über Anekdoten: Eine Sammlung von Anekdoten und Maximen ist für den Weltmann der größte Schatz, wer die ersten an schicklichen Orten ins Gespräch einstreuen, der letzten im treffenden Falle sich zu erinnern weiß.

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Ein Reporter fragte den englischen Kriminalautor Gilbert Keith Chesterton, wofür er sich entscheiden würde, wenn er auf einer einsamen Insel stranden würde und nur ein einziges Buch dabei haben dürfte.

Er dachte kurz nach und antwortete dann: "Selbstverständlich ein Handbuch 'Wie baue ich ein Schiff'."


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Als Martin Luther in seiner Stube auf der Wartburg vertieft beim Übersetzen der Heiligen Schrift ins Deutsche war, hörte er ein Kratzen und Schaben. Darauf soll er erzürnt und wuchtig das Tintenfass nach der Teufelsfratze geworfen haben, um diesen zu verscheuchen. Wo früher der blaue Tintenfleck an der Wand zu sehen war, sieht man heute nur noch ein Loch.


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Konrad Hermann Joseph Adenauer war von 1949 bis 1963 der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er war sehr schlagfertig und eine Prise Humor mengte er gerne seiner Kommunikation bei. So auch eines Tages im Bundestag, als ein Politiker aus der Opposition sagte, dass Adenauer noch am Vortag etwas ganz anderes behauptet habe.

Darauf erwiderte Adenauer: "Auch Sie können nicht verhindern, dass ich über Nacht klüger werde."


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Über den einflussreichen deutschen Dramatiker und Lyriker Bertolt Brecht erzählt man, dass er in seinen Schulaufsätzen gerne Goethe Zitate nutzte. So konnte er mit den Zitaten seine Ansichten unterstützen. Sein Lehrer erkannt jedoch nicht, dass Brecht diese Zitate frei erfand. Er wusste, dass kein Lehrer sicher sein konnte, alle Zitate von Goethe zu kennen. Wer wollte sich schon blamieren und ein Goethe Zitat nicht kennen?


Bewertung: 5 / 5

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Till Eulenspiegel befindet sich mit ein paar Weggefährten auf einer langen Wanderung. Stundenlang geht es bergauf und bergab. Während seine Gefährten auf den schweißtreibenden Anstiegen immer nur so vor sich hin stöhnen, ist Till fröhlich, glücklich und entspannt. Wenn es dann bergab geht, verhält sich die Sache genau umgekehrt. Die Freunde lachen, freuen sich, dass die Füße fast wie von selbst laufen - dafür schaut Till grimmig, fast traurig drein! So geschieht es, Aufstieg für Aufstieg, Abstieg für Abstieg!

"Wie kannst du lachen und fröhlich sein, wenn es so steil und anstrengend bergauf geht, dass es einem die Puste nimmt?", wollen die anderen irgendwann von Till wissen.

Mit einem breiten Lachen im Gesicht erklärt ihnen der Eulenspiegel seine Sicht der Dinge: "Jetzt, wo es bergauf geht, bin ich fröhlich, weil ich weiß, dass es nachher wieder bergab geht. Und darauf freue ich mich schon! Nachher aber, wenn ich den Berg runterlaufe, wird meine Laune schlechter. Denn ich weiß, der nächste Berg wartet und dann muss ich mich wieder anstrengen!"

(Till Eulenspiegel lebte angeblich als umherstreifender Schalk im 14. Jahrhundert)


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Giacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria Puccini oder kurz Giacomo Puccini war ein italienischer Komponist. Von ihm wird berichtet, dass er immer kurz vor Weihnachten seinen Freunden und guten Bekannten die Mailänder Kuchenspezialität Panettone zuschickte. So kam es, dass er sich eines Tages mit dem italienischen Dirigenten Arturo Toscanini verkrachte, ihm aber versehentlich einen Kuchen zukommen ließ.

Puccini schickte umgehend ein Telegramm hinterher, in dem er schrieb: "Panettone aus Versehen geschickt."
Toscaninis schnelle Antwort per Telegramm lautete: "Panettone aus Versehen gegessen."


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Friedrich der Große, auch der "Alte Fritz" genannt, war ein humorvoller König. Auch Spott liebte er, wobei er sich selbst nicht verschonte. Eines Tages sagte er zu D' Alembert, einem der bedeutendsten Mathematiker und Physiker des 18. Jahrhunderts: "Die Leute sagen, dass wir Könige auf der Erde das Ebenbild Gottes seien. Daraufhin habe ich mich im Spiegel betrachtet und muss gestehen, man sagt da nichts Schmeichelhaftes über den lieben Gott."


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Der erste allgemein anerkannte Schachweltmeister war der österreichisch-amerikanische Schachmeister Wilhelm Steinitz. Eines Tages wurde er bei einem Schachwettbewerb gefragt, wie er seine Chance einschätze, das Turnier zu gewinnen.

Wilhelm Steinitz antwortete: "Ich habe sehr gute Chancen erster zu werden, denn jeder muss gegen Steinitz spielen, nur ich nicht!"


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Der irische Schriftsteller Oscar Wilde hatte wahrlich kein leichtes Leben. Als er zu zwei Jahren Zuchthaus mit harter Zwangsarbeit verurteilt wurde, ruinierte das seine Gesundheit vollends. Nach seiner Entlassung lebte er verarmt in Paris, wo er im Alter von 46 Jahren auf dem Sterbebett trotz allem seinen Humor nicht verlor. Er starrte auf die besonders hässliche Tapete an der Wand und sagte: "Du oder ich. Einer von uns beiden sollte endlich gehen."


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Mark Twain war für seine Flüche berüchtigt. Immer wieder missfielen diese seiner Frau Olivia. So auch eines Tages, als er sich beim Rasieren schnitt. Seine Fluchtirade war an diesem Tag besonders laut und heftig. Als Twain fertig war, wiederholte Olivia Wort für Wort, aber in einer sanftmütigen Art.

Twain starrte sie entgeistert an und sagte kopfschüttelnd: "Die Worte hast du wohl, meine Liebste, aber es fehlt die richtige Melodie."


Bewertung: 4 / 5

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Auf einer seiner Reisen kehrte Wilhelm Busch in einen Landgasthof ein, um Mittag zu essen. Dem Wirt war wohl bewusst, wer bei ihm aß und so stellte er sich vor und fragte: "Herr Busch, nun muss ich Sie fragen. Wie fanden Sie das Schnitzel?"

Busch erwiderte: "Oh, ganz leicht. Ich habe lediglich das kleine Salatblatt zu Seite genommen und voilà, da lag das Schnitzel!"


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Als Bachs Frau starb, musste sich der Trauernde um das Begräbnis kümmern. Bach war es aber gewohnt, dass seine Frau ihm solche Dinge abnahm. Als einer seiner Diener von ihm Geld holen wollte, um Trauerflor einzukaufen, sagte Bach unter Tränen: "Sagt es meiner Frau."


Bewertung: 5 / 5

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Der österreichische Arzt Professor Tandler lockerte immer wieder seine Vorlesungen durch kurze Vorführungen auf. Eines Tages legte er zum Beispiel ein kleines Paket vor sich auf den Tisch und sagte: "Um Ihnen meine Ansicht besser zu veranschaulichen, habe ich hier in diesem Paket einen Frosch mitgebracht. Schauen Sie bitte genau hin." Er öffnete das Paket und zum Vorschein kamen: zwei Butterbrote und ein Ei.

Nachdem er eine ganze Weile die Überraschung angesehen hatte, sagte Tandler nachdenklich: "Und ich hätte schwören können, dass ich mein Frühstück gegessen habe."


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Der erste israelische Staatspräsident Chaim Weizmann fuhr einst gemeinsam mit Albert Einstein zusammen per Schiff nach Amerika. Nach der Reise wurde Weizmann gefragt, wie er die lange Schifffahrt verbracht habe.

Weizmann  sagte: "Einstein erklärte mir die ganze Zeit seine Relativitätstheorie."
"Und welchen Eindruck gewannen Sie davon?"
"Ich glaube, er versteht sie!"


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Abraham Lincoln war der 16. Präsident der Vereinigten Staaten. Über den berühmten "Abe" wird Folgendes berichtet:

Eines Tages erhielt Lincoln von der elfjährigen Grace Bedell einen Brief. In diesem empfahl die Anhängerin des Präsidentschaftskandidaten, er sollte sich einen Bart wachsen lassen. Sie begründete dies mit ihren Brüdern, die sie immer wegen des hageren Lincolns auslachten. Sie würde dann ihre Brüder dazu bringen, ihn zu wählen.

Aber die junge Bedell ging in ihrer Begründung noch weiter. Sie schrieb, dass Lincoln mit Bart besser aussehen würde, weil er so ein schmales Gesicht hätte. Einen Bart wiederum mögen alle Frauen und diese Damen würden dann ihre Männer dazu bringen, Lincoln zu wählen.

Lincoln hörte auf den Rat von Grace Bedell. Er ließ sich einen Bart stehen und wurde Präsident der Vereinigten Staaten.


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Als Arthur Schopenhauers Werk "Die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grund" erschienen war, brachte der stolze Verfasser eines der ersten Exemplare seiner Mutter.

Seine Mutter las den Titel und fragte: "Das ist wohl etwas für Apotheker?"

Ihr Sohn hatte schon häufig über die Unterhaltungsliteratur, die seine Mutter schrieb, gespottet und gab zur Antwort: "Das wird noch da sein, wenn von dem Zeug, das du schreibst, kein Exemplar mehr zu finden sein wird."

"Das mag sein", antwortete die Mutter. "Und von deinen Büchern wird sogar noch die ganze Auflage vorhanden sein!"


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Der österreichische Schauspieler Josef Kainz spielte 1897 zum ersten Mal am Burgtheater den Hamlet. Nach dem Abschminken und Umkleiden ging er zum Bühnenausgang, wo er zufällig hörte, wie zwei Arbeiter sich über den Hamlet unterhielten.

"Ich hab' schon den Sonnenthal als Hamlet gesehen!" - "Und ich den Robert." - "Aber am besten", meinten beide, "war doch heute der Kainz."

"Schönen Dank, meine Herren", sagte Josef Kainz. "Gerne möchte ich auch wissen, warum Sie das denken?"

Darauf antwortete der eine sehr offen: "Ja, Sie waren halt zwanzig Minuten früher fertig als alle anderen."


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Eines Abends ging Richard Wagner im italienischen Sorrent spazieren. Einer der Drehorgelspieler spielte umgehend ein Stück aus "Lohengrin". Er begann die Orgel so schnell zu drehen, dass das Stück kaum noch zu erkennen war.

Zornig stürmte Wagner auf ihn zu, packte selbst die Drehorgel und drehte sie so langsam und bedächtig, dass das Lied im richtigen Tempo erklang. Dann gab er dem Spieler ein Trinkgeld mit der Weisung, immer in diesem Tempo zu spielen.

Am nächsten Morgen war an der Drehorgel ein Schild befestigt, auf dem zu lesen war: "Schüler von Richard Wagner".

Richard Wagner, deutscher Komponist, 1813 -1883


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Eines Tages wurde Thomas Alva Edison von einem Laien gefragt, ob er ihm ohne Fachausdrücke die Funktionsweise der drahtlosen Telegrafie erklären könne. "Das ist ganz einfach", sagte Edison. "Stellen Sie sich vor, ein Dackel wäre so lang, dass er von New York bis nach London reicht. Wenn Sie ihn in New York in den Schwanz kneifen, so jault er in London. Das ist Telegrafie. Und drahtlose Telegrafie ist dasselbe ohne Dackel."


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Der englische Schriftsteller William Sommerset Maugham war erbost über seinen Verleger, weil sein erstes Werk sich nicht verkaufte und der Verlag kein Geld für Werbung ausgeben wollte. Daraufhin griff Maugham zu einer List. In mehreren Londoner Tageszeitungen gab er eine Heiratsanzeige auf. Sie lautete: "Junger Millionär, Sport liebend, kultiviert, musikalisch, verträglicher, einnehmender Charakter, wünscht ein junges hübsches Mädchen, das in jeder Hinsicht der Heldin des Romans von W. S. Maugham gleicht, zu heiraten." Nur einige Tage, nachdem die Anzeigen erschienen waren, war die erste Auflage des Romans vergriffen.


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Ludwig Devrient war in den Jahren um 1830 der überragende Darsteller am Berliner Hoftheater und der beste Freund des Dichters E. T. A. Hoffmann. Beide haben in der Weinstube von Lutter und Wegner mancher Flasche den Hals gebrochen und dort war es auch, wo Devrient für den Schaumwein den Namen Sekt erfand, als Nachbildung von vino secco - trockener Wein.

Eines Abends, als er Shakespeares Richard III. spielte, lief er, wie es die Rolle vorschreibt, in der letzten Szene auf der Bühne auf und ab, verzweifelt schreiend: "Ein Pferd! Ein Pferd! Ein Königreich für'n Pferd!" Von der Galerie ertönte eine Stimme: "Kann's nicht auch ein Esel sein?"

"Warum nicht?", rief Devrient hinauf. "Kommen Sie nur herunter!"


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Ein Engländer machte Urlaub in der Nähe von Kalkutta. Eines Tages wollte er an der Küste des bengalischen Meerbusens baden. Er fragte einen Eingeborenen, ob er ihm eine Stelle zeigen könne, wo er vor Haifischen sicher wäre.

Der Inder zeigte ihm eine kleine Bucht. Der Engländer ging an der besagten Stelle schwimmen und bedankte sich hinterher beim Inder. "Ich werde mir die Stelle merken, damit meine Freunde auch hier ins Wasser gehen können. Es scheint hier wirklich keine Haifische zu geben." 

"Nein, Sahib", sagte der Inder. "Hier gibt es keine Haifische, die haben viel zu große Angst vor den Krokodilen."


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Eines Tages wurde Picasso während einer Ausstellung von einer Dame befragt, ob das Bild einen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang darstelle. Picasso antwortete darauf: "Trauen Sie mir zu, dass ich vor 12 Uhr mittags aufstehe?"


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Eines Tages zeigte der deutsche Anatom und Physiologe Carl Friedrich Wilhelm Ludwig den Studentinnen und Studenten ein Experiment mit einem Laubfrosch.

Dem Frosch war das Großhirn größtenteils entfernt worden und der Professor wollte die reflektorischen Leistungen des vom Gehirn abgetrennten Rückenmarkes beweisen. Unvermittelt machte der Frosch einen Satz und landete im Gesicht eines vor dem Professor sitzenden Studenten. Dieser erschrak und die Studentenschaft im Hörsaal lachte schallend.

Professor Ludwig ging zum erschrockenen Studenten und sagte: "Sie sehen, liebe Damen und Herren, wie wenig Gehirn dazu gehört, einen ganzen Hörsaal zum Lachen zu bringen."


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In der französischen Stadt Bourges fand eine Picasso Ausstellung statt. Den Künstler selber hatten die Veranstalter aber nicht eingeladen.

Verärgert telegrafierte Picasso an den damaligen Kulturminister Malraux: "Sie scheinen anzunehmen, dass ich hier verstorben bin!"

Malraux antwortete: "Und Sie scheinen anzunehmen, dass ich hier etwas zu sagen habe."


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Der erste Bundespräsident der Bundesrepublik war der Vegetarier Theodor Heuss. Er nahm mitunter an Jagden teil und nutzte diese für zwanglose Gespräche. Eines Tages lief bei einer Treibjagd ein flüchtender Hase direkt auf "Papa Heuss" zu. 

Heuss rief dem Hasen zu: "Hey Hase, helfen kann ich dir leider nicht, aber wenigstens habe ich kein Gewehr."


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Ein Professor berichtete: Vor Jahren hielt ich eine Anfängervorlesung und begann, wie es sich gehört, mit dem Thema Logik. Zunächst erklärte ich, was eine "Aussage" ist. Eine Aussage ist ein Satz oder ein Text, dessen Inhalt entweder wahr oder falsch ist. Als Beispiel nannte ich den Satz: Karl ist krank. In diesem Augenblick fiel mir siedend heiß ein, dass ich unbedingt einen lebenden Menschen namens Karl brauchte, auf den sich der Satz bezog. Andernfalls konnte man den Satz weder als wahr noch als falsch bezeichnen, d. h., er war gar keine Aussage.

Um den Schaden schnell wieder gutzumachen, fragte ich in den Saal: "Ist jemand unter Ihnen, der Karl heißt?" Sekundenlange Stille! Dann eine Stimme aus dem Hintergrund: "Der ist krank!"


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Der deutsche Mathematiker, Astronom und Physiker Carl Friedrich Gauß hatte für Musik nicht wirklich viel übrig. Sein Freund Johann Friedrich Pfaff, ebenfalls ein deutscher Mathematiker, war hingegen ein großer Musikliebhaber.

Immer wieder versuchte Pfaff seinen Freund Gauß zu einem Konzertbesuch zu bewegen. Eines Tages gelang es ihm schließlich und die beiden gingen ins Konzert. Sie hörten Beethovens Neunte.

Als am Ende der Sinfonie schließlich der gewaltige Schlusschor verklungen war, fragte Pfaff seinen Freund um seine Meinung.

Darauf antwortete Gauß: "Und was ist damit bewiesen?"


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Als ein Biograf erfuhr, dass Goethe als junger Mann im heutigen Sessenheim in Frankreich gewesen war und sich in ein Mädchen namens Friederike Brion verliebt hatte, reiste er in das Dorf.

Der Biograf fragte unter anderem eine alte Dame nach dem Mädchen. Die Dame konnte sich gut erinnern und begann zu erzählen.

Auf die Frage, was sie von Goethe wisse, sagte sie: "Ja, richtig, der Goethe. Ein Student, der mal hier war. Wir dachten alle, er und Riekchen würden ein Paar werden. Aber eines Tages war er auf und davon, und kein Mensch hat je wieder etwas von ihm gehört."


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Als der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen seine Entdeckungen zum Thema Röntgenstrahlen Ende des 19. Jahrhunderts vorstellte, musste er sich mit vielen kritischen Bemerkungen auseinandersetzen.

Selbst der weltberühmte britische Physiker Lord Kelvin bezeichnete Röntgens Strahlen abschätzig als "geschickten Schwindel". Andere Kollegen sahen die Entdeckung als wertlos für die Medizin an.

Die heutige Medizin wäre undenkbar ohne Herrn Röntgens Entdeckungen.


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Als der niederländischer Philosoph Baruch de Spinoza eines Tages eifrig seine Bücher studierte, bekam er Besuch aus der Nachbarschaft. Es war ein kleines Mädchen, das ihn um ein wenig Glut bat.

Spinoza hätte der Kleinen den Wunsch zu gern erfüllt. Leider fand er kein Gefäß für die Glut. Spinoza entschuldigte sich bei dem Mädchen für diese Tatsache.

"Wenn es sonst nichts ist", sagte das Mädchen. Sie füllte mit der kleinen Schaufel am Kamin erst Asche in ihre Hand und dann darauf einige glühende Kohlen. Sie bedankte sich freudestrahlend und ging.

Spinoza war erstaunt. Er rief: "Mit all meiner Gelehrsamkeit wäre ich auf solch ein Hilfsmittel nicht gekommen."


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Zu Gesellschaften bei Friedrich II. war häufig der berühmte Philosoph Moses Mendelssohn eingeladen. Der Preußenkönig brachte Mendelssohn gern in Verlegenheit, um zu sehen, wie dieser sich aus der jeweiligen Klemme helfe.

Eines Tages schrieb der König einmal auf eine Serviette: "Mendelssohn ist der erste Esel unseres Jahrhunderts."

Die Serviette wurde bei Tisch weiter gereicht und gelangte schließlich zu Mendelssohn. Der verneigte sich vor dem König und erklärte: "Ich werde gern diese königlichen Worte in meiner Bibliothek aufbewahren, nur hätte ich die Bitte, dass Eure Majestät das Dokument signiere."

Der König unterschrieb und reichte dem Philosophen die Serviette zurück.

Mendelssohn stand nun auf und las vor: "Moses Mendelssohn ist der erste Esel des Jahrhunderts. Friedrich der zweite."

Friedrich II. war König von Preußen und bekannt als Friedrich der Große, * 1712, † 1786


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Der erste Staatsbesuch in London war für den Bundespräsidenten Theodor Heuss ein Erfolg, wenn auch der Empfang durch die Bevölkerung eher kühl war. Nach der gemeinsamen Fahrt durch London resümierte die Begleitung des Bundespräsidenten, dass die Zuschauer ihm begeistert zugejubelt haben.

Heuss aber antwortete: "Unsinn, achtzig Prozent haben der Königin zugejubelt, zehn Prozent den Pferden und zehn Prozent mir - und das waren deutsche Touristen!"


Bewertung: 5 / 5

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Nach einer heftigen Debatte in der konservativen Partei holte eines der Mitglieder Churchill am Ausgang des Verhandlungsraumes ein und sagte: "Ich sehe gerade, dass ich versehentlich Ihren Hut erwischt habe, Sir Winston, und der passt mir wie angegossen. Unsere Köpfe müssen also beide gleich groß sein."

"Von außen, mein Lieber, von außen", entgegnete Churchill und eilte davon.


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Niels Bohr war ein dänischer Physiker und erhielt 1922 den Nobelpreis für Physik. Er hatte nicht nur großen wissenschaftlichen Verstand, sondern war auch sehr schlagfertig. Eines Tages bekam er Besuch von einem Kollegen. Dieser bemerkte, dass über dem Eingang zum Haus ein Hufeisen hing.

Der Besucher war erstaunt und fragte: "Sie, Herr Prof. Bohr, und ein Hufeisen. Glauben Sie etwa im Ernst daran?"

Bohr soll geantwortet haben: "Selbstverständlich nicht. Aber es soll auch dann helfen, wenn man nicht daran glaubt!"


Bewertung: 5 / 5

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Albert Einstein gilt als einer der bedeutendsten theoretischen Physiker der Wissenschaftsgeschichte und weltweit als bekanntester Wissenschaftler der Neuzeit. Folgende Anekdote wird von ihm berichtet: 

Eines Tages traf Einstein auf der Straße einen Bekannten. Dieser sagte: "Herr Einstein, Sie sollten sich unbedingt einen neuen Mantel kaufen!"
Einstein: "Weshalb denn? In dieser Stadt kennt mich doch keiner."

Nach Jahren trafen sich beide in derselben Stadt wieder, und Einstein trug den alten Mantel noch immer. Der Bekannte riet dem Gelehrten erneut, sich einen neuen Mantel zu kaufen.
Einstein sagte: "Weshalb denn? Hier kennt mich doch jeder."


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Bei einem Bankett fragte ein Journalist den greisen Churchill: "Welches Ereignis halten Sie für den größten Triumph in Ihrem Leben?"

"Solange ich jung und gesund war, habe ich mich vor niemandem gefürchtet", antwortete Churchill. "Die Siege jener Zeit zähle ich daher also gar nicht. Aber dass ich durch eine harmlose Grippe mit den Berichten über meinen Zustand die Schlagzeilen über dieses Scheusal, den Massenmörder Christie, von den ersten Seiten der britischen Blätter verdrängen konnte, das war ein wirklicher Triumph!"


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Zu den Lehrern von Alexander dem Großen gehörte auch der Rhetoriker Anaximenes aus Lampsakos. Die Stadt war eines Tages von Alexander abgefallen. Der König beschloss, Lampsakos zu zerstören.

Da kam Anaximenes zu ihm, um Gnade für seine Vaterstadt zu erbitten.

Schon von weitem rief Alexander ihm zu: "Ich schwöre bei allen Göttern, dass ich nicht tun werde, worum du mich bittest."

Darauf Anaximenes: "Zerstöre Lampsakos!"


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Ein im Wahlkampf unterlegener Labour-Kandidat gratulierte dem achtzigjährigen Churchill folgendermaßen: "Wir wünschen Ihnen ein langes und glückliches Leben!"

Churchill bedankte sich kurz und bündig: "Vielen Dank! Schon gehabt!"


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Als der Herzog von Edinburgh sich einmal mit Churchill über dessen Hobby, die Malerei, unterhielt, fragte Prinz Philip: "Sagen Sie, Sir Winston, Sie malen ja immer nur Landschaften, Seestücke, Interieurs und Stillleben - weshalb malen Sie niemals ein Porträt?"

"Tja", meine Churchill, "weil sich im Gegensatz zu den menschlichen Modellen Wald und Wogen, Möbel und Flaschen niemals wegen mangelnder Ähnlichkeit beklagen."


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Norbert Wiener war ein US-amerikanischer Mathematiker und gilt als Begründer der Kybernetik. Eines Tages wurde Wiener auf dem Campus der Universität von einem Studenten angesprochen, der eine mathematische Frage hatte. Wiener blieb stehen und erörterte mit dem Studenten das Problem.

Als sie fertig waren, fragte er: "Bin ich aus dieser Richtung oder aus der entgegengesetzten Richtung gekommen, als Sie mich ansprachen?"
Der Student nannte ihm die Richtung, aus der er gekommen war.
"Aha", sagte Wiener, "dann habe ich noch nicht gegessen", und setzte seinen Weg in Richtung der Mensa fort.


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In der Biographie der Lady Nancy Astor, die als erste Frau in das britische Parlament einzog, findet sich folgende erheiternde Erinnerung an ihre Streitgespräche mit Churchill.

Boshaft sagte sie zu dem damaligen Marineminister: "Wäre ich Ihre Frau, Mister Churchill, so würde ich Ihren Kaffee vergiften!"
Darauf Churchill: "Und wäre ich wirklich Ihr Mann, Lady Nancy, so würde ich diesen Kaffee sofort trinken!"


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Wilhelm II., der für die Werke des deutschen Komponisten Richard Strauß nicht viel übrig hatte, sagte einst über die Oper Salome: "So soll der Strauß nicht komponieren. Damit schadet er sich."

Als man Strauß von diesem Ausspruch in Kenntnis setzte, sagte er lakonisch: "Von diesem Schaden hab ich mir mein Haus in Garmisch gebaut."


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Als gut unterrichteter Politiker setzte sich Churchill schon im April 1938 für erhöhte Bereitschaft ein. Er schrieb: "Wir sind noch nie von besonderen Schwierigkeiten bedroht worden, weil wir ein-, zweitausend moderne Flugzeuge zusätzlich zur Verfügung hatten. Wie sagte der Mann, dessen Schwiegermutter in Brasilien verstorben war, als man ihn fragte, was mit den sterblichen Überresten geschehen solle? 'Einbalsamieren, verbrennen und begraben. Nur kein Risiko!'"


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Churchill war gebeten worden, eine kurze Festansprache zu halten. Er sollte aber nur ungefähr zehn Minuten sprechen, und ein Herr des Festkomitees meinte: "Das wird Ihnen doch gewiss keine Schwierigkeiten bereiten?"

"Nein", sagte Churchill, "ich muss es aber wenigstens vierzehn Tage im Voraus wissen, damit ich mich vorbereiten kann."

"Vierzehn Tage im Voraus?" wunderte sich der Frager. "Wie lange benötigen Sie dann für die Vorbereitung, wenn Sie eine Stunde lang reden sollten?"

"Drei Tage", lautete die überraschende Antwort.

"Und wenn Sie drei Stunden lang sprechen sollten, Sir Winston?"

"Dann könnte ich sofort beginnen", entgegnete Churchill lächelnd.


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Schon als noch verhältnismäßig junger Mann war Churchill wegen seiner scharfen Zunge gefürchtet. Im Januar 1913 erwiderte er im Unterhaus einem politischen Gegner: "Wenn ich auf die Ansichten des ehrenwerten Gentleman Wert lege, würde ich jetzt vielleicht ärgerlich werden."


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Im Jahre 1906 unternahm Churchill als Unterstaatssekretär für die Kolonien eine Reise durch die afrikanischen Territorien. Über den Aufenthalt in Aden berichtet der dortige diensthabende Offizier Calwert: "Eines Morgens läutete das Telefon und eine Stimme sagte: 'Hier spricht Mr. Churchill. Ich wäre Ihnen verbunden, wenn mir die Kamelbatterie ein Reitkamel zur Verfügung stellen könnte.' Ich antwortete: 'Selbstverständlich', und rief den Hauptfeldwebel, der meinte: 'Ich werde den Leuten sagen, sie sollen Nr. 51 satteln.' Jedermann wusste, dass Nr. 51 ein übler Schläger war.

Am Abend kam ein Somalijunge grinsend zurück. Ich fragte ihn nach dem Kamel. Er erwiderte: 'Sahib, Kamel treten Churchill. Churchill Sahib treten Kamel. Jetzt sehr gutes Kamel, Sahib.'"


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Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain war eng befreundet mit einem Bischof. Twain ging häufig zu dessen Predigten und blieb dann zu Tisch bei ihm. Eines Sonntags war der Bischof besonders stolz auf seine Predigt.

Da bemerkte Mark Twain: "Tatsächlich, was Sie den Leuten heute gesagt haben, war ausgezeichnet. Aber wissen Sie, ich habe zu Hause ein Buch, in dem jedes Wort Ihrer Predigt enthalten ist."

Der Bischof war natürlich verärgert und protestierte: "Ich habe es nun wirklich nicht nötig, meine Predigten abzuschreiben."

Verstimmt ließ Mark Twain den Bischof zurück.

Am nächsten Tag sandte er ihm ein Buch und schrieb dazu: "Hier ist das betreffende Buch, damit Sie sehen, dass ich nicht gelogen habe." Es war ein Wörterbuch.


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Goethe zählte ihn zu den "gründlichsten Schuften, die Gott erschuf". Gemeint ist Karl August Böttiger. Er war deutscher Philologe, Archäologe, Pädagoge und Schriftsteller, der zu den einflussreichen Persönlichkeiten der Goethezeit in Weimar gehörte (* 1760, † 1835).

Böttiger sprang in seinen Kritiken derart schonungslos mit seinen Weimarer Zeitgenossen um - darunter Goethe, Schiller, Herder, die Gebrüder Schlegel, Hegel und Schelling -, dass sie ihn als "Arschgesicht", "Vogelscheuche" oder "Schmeißfliege" verunglimpften.

Wir sehen, sogar Genies und große Persönlichkeiten neigen zu Ausrastern, wenn ihre Ehre angekratzt wird.


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Die folgende Anekdote wird von Frau Einstein berichtet.

Als Albert Einstein die allgemeine Relativitätstheorie begründet hatte, wurden er und seine Frau immer wieder zu verschiedenen Veranstaltungen eingeladen. Eines Tages waren die beiden einer Einladung zur Sternwarte des Mount Wilson Observatoriums in Kalifornien gefolgt. Es hatte das damals größte Fernrohr der Welt in Betrieb.

Ein Mitarbeiter des Observatoriums hatte die Aufgabe, Frau Einstein das fünf Meter Durchmesser messende Fernrohr zu erklären und zu zeigen.

Frau Einstein fragte: "Wozu brauchen Sie eigentlich so ein Fernrohr?"
Der Mitarbeiter antwortete: "Das brauchen wir, um die Größe des Weltraums auszumessen."
Frau Einstein erwiderte: "Ach, wie komisch. Mein Mann macht das auf der Rückseite gebrauchter Briefumschläge."

 


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Johann Gottfried Schadow war preußischer Grafiker und der bedeutendste Bildhauer des deutschen Klassizismus (* 1764, † 1850). Er musste erleben, dass sein Schüler, Christian Rauch, ihn beim Berliner Publikum an Beliebtheit übertraf. Selbst am Hof bewunderte man Rauchs gefällige Art. Schadows strenge Kunst wurde hingegen nicht mehr so recht verstanden.

"Warum halten Sie sich denn nur so zurück, mein lieber Schadow?" fragte eines Tages Alexander von Humboldt den in die Jahre gekommenen Bildhauer. "Man sieht doch überall die Ausstrahlung Ihrer Persönlichkeit!"

Johann Gottfried Schadow zuckte nur mit den Achseln und sagte: "Was soll ich noch? Mein Ruhm ist in Rauch aufgegangen!".


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In abertausenden von Witzen versucht man Schotten zu diskreditieren, dass sie geizig sind. Das ist natürlich nicht wahr. Schotten sind nicht geizig, sondern nur äußerst sparsam. Und weil sie sparsam leben, können sie es nicht leiden, wenn Menschen verschwenderisch sind. Die Schotten nutzen jede Gelegenheit, um für ihr Geld möglichst viel zu erhalten oder für ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung möglichst wenig zu zahlen.

Daher ist es keine Verleumdung und auch kein Witz, sondern die reine Wahrheit, was in einer Zeitung von Aberdeen zu lesen war. Die Nachricht lautete wie folgt: "Gestern Nachmittag gegen 16 Uhr stießen in der High Street zwei Autotaxen zusammen. 14 der 23 Insassen wurden verletzt."


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Der deutsche Arzt Ernst Ludwig Heim (* 1747, † 1834) war ein Zeitgenosse, der Neuerungen aufgeschlossen gegenüberstand, aber auch bewährte Hausmittel nicht ablehnte. Eine seiner Patientinnen litt unter häufigen, starken Kopfschmerzen. Sie hatte bereits vieles probiert und viele um ein wirksames Mittel gebeten. Doch vergebens.

Als sie eines Tages verzweifelt zum alten Heim kam, berichtete sie ihm, dass sie von einer wirksamen Methode gegen ihr Leiden gehört habe. Eine alte Bauersfrau hätte ihr berichtet, dass die Kopfschmerzen sofort vergingen, wenn man den Scheitel mit Sauerkraut bedecke. Sie wollte nun erfahren, was ihr Hausarzt davon halte.

"Ganz ausgezeichnet", sagte Heim, "aber ich würde nie vergessen, auch eine Bratwurst draufzulegen."


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Über den Dichter Eduard Mörike wird folgende Anekdote berichtet.

Eduard Mörike war deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer. Sein "Brotberuf" war evangelischer Pfarrer in Cleversulzbach.

Eines Tages unterhielt er sich mit einem reichen Gutsbesitzer, der gerade geheiratet hatte. Mörike hatte ihn getraut.

Der Gutsbesitzer sagte: "Wenn ich einen dummen Sohn bekommen sollte, lasse ich ihn Pfarrer werden."

Eduard Mörike stutzte, sah den Gutsherrn abschätzend an und sagte: "Ihr Herr Vater hat aber anscheinend anders darüber gedacht."


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Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer war ein großer Denker und Grübler. Eines Tages, während seiner Zeit in Dresden (* 1814, † 1818), ging er im dortigen Botanischen Garten spazieren.

Dem Aufseher fiel auf, wie der Philosoph heftig gestikulierte und laut redete. Verwundert über dieses seltsame Verhalten fragte der Aufseher Schopenhauer, wer er sei.

Dieser:  "Ja, wenn Sie mir das sagen könnten, wer ich bin, dann wäre ich Ihnen vielen Dank schuldig."


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Thales von Milet war ein griechischer, vorsokratischer Naturphilosoph und Astronom. Über ihn wird folgende Anekdote berichtet:

Eines Tages wurde er gefragt, warum er denn keine Kinder habe?
Thales von Milet antwortete: "Aus Liebe zu den Kindern!"


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Über den Musiker Franz Schubert wird folgende Anekdote erzählt:

Schubert verdiente als junger Mann sein Geld durch Klavierunterricht.

Eines Tages verabredete er sich mit einem Freund zum Spaziergang. Als sie vor die Haustür traten, blieb Schubert stehen und sagte: "Wenn ich tot bin, wird an diesem Hause eine Tafel angebracht sein."

Sein Freund antwortete zweifelnd: "Na ja, so berühmt bist du doch nicht. Was sollte denn auf der Tafel stehen?"

Schubert lächelte und sagte: "Auf der Tafel wird stehen: Hier ist ein Zimmer zu vermieten."


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Theodor Storm, sonst ein geselliger Mensch, war im Alter einsilbig geworden und sprach im Kreise anderer sehr wenig. Auf einer Gesellschaft, die er nicht hatte absagen können, kam die Rede auf einen Prozess wegen Bigamie, der das kleine Husum erregte.

"Sagen Sie, Herr Storm", fragte eine wissbegierige Dame den Dichter, "was ist eigentlich die härteste Strafe für Bigamie?"

"Zwei Schwiegermütter", brummte Storm kurz angebunden. 


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Vom großen Dichter der deutschen Aufklärung Gotthold Ephraim Lessing wird Folgendes erzählt:

Eines Tages erhielt er ein Päckchen mit einer Erzählung. Sie hieß: "Warum lebe ich?". In einem Begleitschreiben bat ein junger Schriftsteller um Lessings Einschätzung des Werkes.

Lessing schrieb darauf zurück: "Sie leben nur, weil Sie Ihre Erzählung mit der Post geschickt, und nicht persönlich bei mir abgegeben haben."

Heute würde er sicher einen Smiley hinter seine Aussage setzen. ;-)


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John Davison Rockefeller Senior war ein US-amerikanischer Unternehmer und gilt als einer der reichsten Menschen der Neuzeit. Er war Mitbegründer einer Erdölraffinerie, aus der 1870 die Standard Oil Company hervorging.

Rockefeller galt als ein außerordentlich sparsamer Mensch. Von ihm wird folgende Geschichte erzählt:

Eines Tages verlangte Rockefeller im  New Yorker Hotel Waldorf-Astoria ein kleines, bescheidenes Zimmer.

"Aber Mr. Rockefeller", sagte der Geschäftsführer erschrocken. "Wenn Ihr Sohn kommt, bezieht er immer eine ganze Flucht in der teuersten Etage."

"Ja, ja", meinte der Milliardär. "Mein Sohn hat auch einen reichen Vater, ich aber nicht".


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Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Baron von Willamowitz zu den bekanntesten Berliner Herrenreitern. Er war ein eitler Zeitgenosse und ließ sich eines Tages von einem bekannten Maler auf seinem Goldfuchs "Roi Soleil" malen und unter den Linden ausstellen. Das Bild trug die Unterschrift: "Auf meinem Roi Soleil".

Kurze Zeit später hatte er bei einem großen Rennen mit seinem Pferd etwas Pech. Sein Pferd stürzte über eine Hürde und der Baron fiel vom Pferd. Ohne Schaden zu nehmen, kam er unter dem Pferd zu liegen.

Am nächsten Tag titelte eine Berliner Zeitung eine Zeichnung vom Vorfall mit der Unterschrift: "Auf meinem Willamowitz".


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Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen, oder heute kurz Fürst von Bismarck, war ein zeitweise bissiger Zeitgenosse.

Als man ihm eines Tages berichtete, wen seine Majestät Kaiser Wilhelm I. zum Generaladjutanten ernannte, war er wenig begeistert. Der über zwei Meter große Graf von Pannwitz galt als geistig beschränkt - er war quasi nicht die hellste Kerze auf der Torte.

Sein engster Vertrauter, Lothar Bucher, fragte den Kanzler, was er denn an Pannwitz auszusetzen habe.

Da sagte Bismarck: "Bei den allzu großen Leuten ist es wie bei den zu hohen Häusern: das oberste Stockwerk ist meist am schlechtesten möbliert."


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1927 wurde der telefonische Polizeinotruf eingeführt. Jeder, der einen Telefonapparat hatte, und das waren zu der Zeit nicht viele, konnte die Polizei zur Hilfe rufen.

In den ersten Tagen des Notrufs klingelte es auch auf einem Berliner Polizeirevier. Es war der Besitzer einer sehr einsam gelegenen Vorortvilla.

Er berichtete, dass er gerade - es war späte Nacht - nach Hause gekommen sei. Vor seiner Eingangstür sei er von jemandem mit einem Knüppel auf den Kopf geschlagen worden. Darauf schickte der Reviervorsteher einen seiner Beamten los. Nach einer Stunde kam dieser wieder zurück.

"Nanu? Wie sehen Sie denn aus?", fragte der Reviervorsteher.

Der Polizist mit dem rot und blau unterlaufenen Auge sagte: "Ich bin auch auf die Harke getreten."


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Auf einem kleinen Bahnhof wartete nur ein einziger Reisender auf den Personenzug um 15 Uhr. Plötzlich raste ein ICE hindurch, der an dieser Station nicht hielt.

Im selben Moment kam aus dem Dienstgebäude des Stationsvorstehers ein winziger Rehpinscher herausgeschossen und rannte wie besessen neben dem ICE her.

"Macht er das öfters?", fragte der Reisende.
"Jeden Tag", antwortete der Beamte.
"Und was denkt er sich dabei?"
"Keine Ahnung. Ich bin nur gespannt, was er mit dem Zug macht, wenn er ihn mal zu fassen kriegt."


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In einer amerikanischen Schule war ein Lehrer mit den Leistungen seines Schülers John nicht zufrieden.

Er sagte: "Weißt du John, dass Georges Washington in deinem Alter bereits der beste Schüler seiner Klasse war?" John antwortete: "Ja, das weiß ich. Und in Ihrem Alter war er bereits Präsident der Vereinigten Staaten."


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Von Dr. Chivac, dem Leibarzt des Herzogs von Orleans, erzählt man sich, er sei so beschäftigt gewesen, dass er an seine eigene Gesundheit nie gedacht habe.

Eines Tages ging es nicht mehr. Eine Krankheit plagte ihn schon lange und so fasste er sich zerstreut an den Puls. Er stutzte und murmelte vor sich hin: "Der Kerl ist verloren! Das kommt von der unbegreiflichen Dummheit dieser Esel von Menschen, dass sie immer erst den Arzt rufen, wenn es zu spät ist!"


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Wie wird eigentlich der Begriff des Politikers definiert bzw. was macht ein Politiker?

Eine der besten Erklärungen hatte der französische Ministerpräsident Georges Clemenceau. Er sagte: "Ein Politiker muss die Ergebnisse der nächsten Jahre genau voraussagen und später genau erklären können, warum alles ganz anders gekommen ist."


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Albert Einstein konnte wegen schulisch bedingter nervlicher Zerrüttung an seiner Schule das Abitur nicht machen und deswegen nur das Polytechnikum besuchen. Weil er dessen Aufnahmeprüfung im ersten Anlauf nicht schaffte, nahm er am Unterricht der obersten Klasse der Kantonsschule in Zürich teil. So begann eine interessante Karriere.

Den Eltern des späteren Chemikers Justus von Liebig bescheinigte der Rektor, er sei die Plage aller Pädagogen. Der Vater nahm ihn daher von der Schule und steckte ihn in eine Apothekerlehre. Als er mit seinem Hobby Chemie den Dachstuhl des Apothekers in die Luft gesprengt hatte, kannte sein Interesse für die Chemie keine Grenzen mehr.

Der Lehrer von Thomas Alva Edison nannte ihn vor der ganzen Klasse einen Hohlkopf. Edison verließ den Klassenraum und ging nie wieder zur Schule zurück. Seine Mutter gab ihm Privatunterricht. Mit dem ersten naturwissenschaftlichen Buch "Schule der Naturphilosophie" schenkte sie ihm den "Goldenen Türöffner" zur Physik und Chemie sowie zur Technik; der Erkenntnistrieb entzündete sich in ihm.


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In New York hatte ein Italiener ein Schuhgeschäft eröffnet und über den Laden schreiben lassen: "Die besten Schuhe Amerikas".

Nach einem Jahr eröffnete ein zweiter Italiener in derselben Straße ebenfalls ein Schuhgeschäft. Auf seinem Schild war zu lesen: "Die besten Schuhe der Welt".

Als ein weiterer Italiener zu einem Geldverleiher kam, um einen Kredit für ein Schuhgeschäft in derselben Straße zu erhalten, erklärte ihm der Geldverleiher, dass er wohl wenig Zulauf haben werde, weil gegen die Reklame der beiden anderen kaum anzukommen wäre.

Doch der Italiener bekam den Kredit. Er erklärte dem Verleiher einfach, was er auf sein Schild schreiben werde. Über seinem Eingang hing bald darauf ein Schild auf dem zu lesen war: "Die besten Schuhe in dieser Straße".


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Die Romanschriftstellerin Hedwig Courthes-Mahler hatte 1905 ihre ersten Erfolge mit den sentimentalen Werken "Schein-Ehe" und "Ich lasse dich nicht".

Als sie kurze Zeit später ihre erste Wohnung einrichtete, lud sie Freunde ein, um ihnen stolz ihr Heim zu zeigen.

Eine der Besucherinnen wunderte sich etwas und meinte: "Die Wohnungen und Einrichtungen, die Sie in Ihren Büchern schildern, sind immer so prächtig und teuer. Da kann ich gar nicht verstehen, dass Sie sich mit so bescheidenen Möbeln begnügen."

"Vergessen Sie nicht", antwortete Hedwig Courthes-Mahler, "dass Worte erheblich billiger sind als Möbel."

 


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Als der deutsche Komponist, Organist, Pianist und Dirigent Max Reger einmal in München ein Konzert dirigierte, waren auch Mitglieder des Bayerischen Königshauses anwesend.

Unmittelbar hinter dem Dirigentenpult saß eine Prinzessin, die wegen ihrer gepfefferten Ausdrucksweise als "Sorgenkind" galt.

Als die Mitglieder des Orchesters vor dem zweiten Teil des Konzerts ihre Instrumente stimmten, beugte sich die Prinzessin zum Dirigentenpult vor. Sie deutete zu den Fagottisten und fragte: "Sagen Sie bitte, Herr Professor, wie machen das die Leute? Bringen sie diese tiefen Töne mit dem Munde hervor?"

Reger wandte sich um und blinzelte die Prinzessin vergnügt an und sagte freundlich: "Das will ich stark hoffen, Königliche Hoheit".


 
 
 

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