Wortschatz von Quintessenz bis Tusculum

 
Mit fremden Federn schmücken

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Sich mit fremden Federn schmücken – Bedeutung und Herkunft der Redewendung

Die Herkunft der Redensart geht auf eine Fabel des römischen Dichters Phaedrus (1,3) zurück. Hier schmückt sich eine Krähe mit Pfauenfedern und muss dies büßen.

Herkunft: Die Fabel "Mit Fremden Federn schmücken"

Eine Krähe sah auf dem Boden lauter herrliche Pfauenfedern liegen. Sie überlegte nicht lange und beschloss, ihr eigenes fades Gefieder ein bisschen aufzuhübschen. Sie steckte die schönen Pfauenfedern einfach zwischen ihr eigenes Gefieder. Stolz auf ihre neue Federpracht begab sie sich mitten in eine Gruppe von Pfauen, um sie an der neu gewonnen Eleganz Anteil haben zu lassen.

Aber ach, die fanden das so gar nicht lustig und stürzten sich auf die Krähe und rupften ihr nicht nur die fremden, sondern auch noch ziemlich viele eigene Federn aus. Als die rachsüchtigen Pfaue von der Krähe abließen, stand die Krähe gerupft und wesentlich armseliger als zuvor da. Und die Moral von der Geschichte: Mit fremden Federn schmückt man sich nicht.

Bedeutung der Redewendung

Wenn jemand sich die Verdienste anderer zu eigen macht bzw. jemand sich mit den Verdiensten anderer brüstet, dann "schmückt er sich mit fremden Federn".

Das Problem: Wenn dieses Schmücken mit fremden Federn herauskommt, steht derjenige schlechter da, als hätte er es nicht getan. Häufig haben solche "Lügen" nämlich kurze Beine und werden entdeckt. Die Führungskraft, die die kreative Leistung einer Mitarbeiterin als ihre darstellt, wird stets hoffen müssen, dass dies im Unternehmen nicht im Flurfunk veröffentlicht wird.  


Die "Quadratur des Kreises" ist eines der klassischen Probleme der antiken Mathematik. Das Problem wurde bereits bei Hippokrates von Chios und den Pythagoreern erwähnt. Es erfordert die Konstruktion eines flächengleichen Quadrates zu einem vorgegebenen Kreis und zwar ausschließlich mit Zirkel und Lineal. Dies wurde als nicht möglich bewiesen.

Wenn wir heute sagen, etwas gleicht der "Quadratur des Kreises", bringen wir zum Ausdruck, dass es unserer Meinung nach unmöglich ist.

Jim: "Werden wir dieses Mal eine Lösung finden, zu der alle motiviert Ja sagen?"
John: "Du verlangst die Quadratur des Kreises."


Der Begriff "Quintessenz" (lat. das fünfte Wesen) geht zurück auf den griechischen Philosophen Aristoteles. Er sah im Ether bzw. Äther den fünften und bedeutendsten Elementarstoff neben Feuer, Wasser, Luft und Erde.

Mit Quintessenz bezeichnen wir heute das Wesentliche bzw. den Kern einer Sache.


Entstanden ist diese Redensart im 17. Jahrhundert und wurde von den Franzosen entlehnt. "Qui vive?" (Wer da?) fragten die französischen Wachen am Stadttor, wenn sie ein Lebenszeichen wahrnahmen, das ihre Aufmerksamkeit weckte. Erst Ende des 18. Jahrhunderts ist die Redensart ins Schrifttum eingedrungen.

Wenn heute jemand "auf dem Quivive" ist, dann ist diese Person besonders gut informiert bzw. passt scharf auf.

Wenn Sie jemandem "auf dem Quivive" haben, dann haben Sie es auf ihn abgesehen, was selten positiv gemeint ist.


Mit "Rasender Roland" bezeichnen wir heute – ohne Bezug auf das Werk des italienischen Renaissance-Dichters Ludovico Ariosto – einen wütenden Menschen.

Ironisch verwendet wird der Name auch als Bezeichnung für die langsame Schmalspurbahn "der rasende Roland" auf der Insel Rügen.

Jim: Hast du gehört, was heute Morgen im Meeting passiert ist?
John: Nein. Was?
Jim: Teamleiter Müller aus der Entwicklung kam wie ein "rasender Roland" ins Meeting gestürzt und hat unseren Chef beschimpft.
John: Ach was!


(lat., rebus = durch Dinge), als "Rebus" werden grafisch dargestellte Bilderrätsel bezeichnet, bei denen ein Wort, ein Begriff oder ein Sprichwort aus Zeichen, Buchstaben und Symbolen ermittelt werden soll.

Beispiele für Zeichenkombinationen sind: KC (=Katze), ZL (=Zettel), ND (=Ende) oder H& (=Hund)


(grch., >Redekunst<), >Rhetorik< ist die Lehre von der guten, wirkungsvollen Rede. Sie ist ein Teilgebiet der Stilistik. Wie die Poetik die theoretische Betrachtung der Dichtung ist, so ist die >Rhetorik< die der Gebrauchssprache. Die großen Formen der Rede sind die politische Rede, Gerichtsrede, Predigt und die Festrede.

Zurück geht die Redewendung auf die Ballade "Der Ritter und der Bodensee" vom deutschen Pfarrer, Gymnasialprofessor und Schriftsteller Gustav Schwab (1792 - 1850). Sie erzählt von einem Ritter, der unabsichtlich über den zugefrorenen und verschneiten See ritt. Erst auf der anderen Uferseite erkannte er die Gefahr, in der er sich befunden hat.

Wenn wir heute sagen, das war ein "Ritt über den Bodensee", bringen wir zum Ausdruck, dass uns erst im Nachhinein bewusst wird, wie gefährlich das Vorhaben war.

(NL 20.03.2011)


Der "Rote Faden" ist ein zum Symbol gewordenes Zitat aus Goethes Werk "Wahlverwandschaften". Es geht zurück auf die damaligen Taue der englischen Marine, die als Besitzkennzeichen mit einem roten Faden markiert bzw. durchzogen waren.

Der "Rote Faden" bezeichnet heute einen leitenden und verbindenden Grundgedanken.


'Sanskrit ist eine altindische Sprache, die seit 400 v.Chr. nicht mehr gesprochen wird. Ähnlich dem Latein des früheren Europas ist sie bis heute in Indien die Sprache der Gelehrten. Im 'Sanskrit' sind die ältesten Niederschriften der Bramanen (1000 - 500 v.Chr.) überliefert.

(griech. sardonios = bitter) In der Odysee von Homer lacht der als Bettler verkleidete Odysseus "sardonisch" in sich hinein, als er einem Kuhfuß ausgewichen ist, den ein übermütiger Freier nach ihm geworfen hatte. Das Wort bekam "Flügel" und findet gelegentlich noch heute Anwendung in der deutschen Sprache.

Wenn jemand boshaft und hämisch lacht, dann sagen wir, er hat ein "sardonisches Lachen".


(grch.), 'Sarkasmus' bedeutet in der Kommunikation soviel wie >beißender Spott< bzw. >bitterer Hohn<. Jemand ist zum Beispiel 'sarkastisch', wenn er >spöttisch< oder >höhnisch< über etwas redet.

Der Begriff "savoir-vivre" steht im Französischen für die Bedeutung von "gutes Benehmen" bzw. "gute Umgangsformen".

Bei uns hat der Begriff eine andere Bedeutung. Es wird eher Bezug genommen auf den hohen Lebensstil in Frankreich und nicht zuletzt auch aufgrund der prunkvollen Regierungszeit Ludwigs XIV. in Versailles. Übersetzt heißt die Redensart "Savoir-vivre" auf Deutsch "zu leben wissen".

Wenn wir heute sagen, jemand besitze das "Savoir-vivre", dann meinen wir, jemand wisse, wie man sich sein Leben auf angenehme Art einrichtet.

 


Im 19. Jahrhundert wurde Preußen stark militärisch regiert und es gab für alles eine Militär-Verordnung. Das "Schema F" war zu dieser Zeit ein mit dem Buchstaben F gekennzeichnetes Formular, auf dem die Truppenstärke einer bestimmten Einheit aufgezeichnet wurde. Bei den Besichtigungen dieser Einheit musste die effektive Zahl der Personen genau mit dem "Schema F" übereinstimmen.

Wenn heute eine Person bzw. eine Organisation sehr starre und enge Regeln anwendet bzw. alles bürokratisch regelt, dann sprechen wir vom "Schema F" bzw. auch von "nach Schema F vorgehen".


(griech. Ostrakismos) Im antiken Griechenland wurde einmal im Jahr in der athenischen Volksversammlung abgestimmt, ob ein Scherbengericht verhängt werden solle. Wurde eine Person benannt, so wurde mittels Tonscherben, auf die der Name der Person eingeritzt wurde, geheim über deren Verbleib in der Stadt abgestimmt. Wen es traf, der musste Athen für zehn Jahre verlassen ohne jedoch Ansehen oder Besitz zu verlieren.

Das heute verwendete geflügelte Wort "Scherbengericht" bezeichnet meist Methoden in der Politik, mit denen man unbequeme Personen ausschaltet bzw. los wird.


Im Buch der Richter (12, 5. 6.) wird von einem Streit zwischen den Gileaditern und den Ephraimitern berichtet. Die Gileaditer postierten sich an einer Furt des Jordans und kontrollierten jeden, der den Fluß überqueren wollte. Die kontrollierenden Posten fragten: "Bist du ein Ephraiter?" Wenn mit "Nein" geantwortet wurde, dann sollte der Kontrollierte das Wort >Schiboleth< sagen. Doch der Ephraimiter konnte kein CH ausprechen und so wurde daraus "Siboleth", womit er des Todes war. So wurde das Wort >Schiboleth< zur Bezeichnung für das Losungswort einer Partei.

Die Redewendung "Schicht im Schacht" stammt aus dem Bergbau. Die Wendung bezeichnet das Ende einer Arbeitsschicht, nachdem die letzten Bergleute einer Schicht den Schacht verlassen haben.

Heute nutzen wir den Ausspruch "Schicht im Schacht", wenn etwas zu Ende ist oder etwas beendet werden soll.

Jim: "Komm lass uns noch eine Runde Dart spielen."
John: "Okay! Aber dann ist Schicht im Schacht!"


Ein "Schindluder" ist das gefallene Vieh oder ein todkrankes Tier, das zum Schinder (Abdecker) kommt. "Luder" hieß das Fleisch von gefallenem Vieh, das als Lockspeise für Raubwild verwendet wurde.

Wenn wir heute sagen "Schindluder mit jemandem treiben" (auch spielen), dann meinen wir "jemanden grob veralbern" bzw. eigentlich "ihn wie ein Aas behandeln".

"Du Schinderknecht" ist eine Schelte für einen Tierquäler.


Schisslaweng – Bedeutung

Schisslaweng - mit großer Leichtigkeit - Herkunft, Bedeutung

Seine Herkunft verdankt Schisslaweng (auch Zislaweng) dem Französischen. Es ist nicht geklärt, ob es eine Verballhornung aus "ainsi cela vint" (so ging das vor sich) ist, oder ob es von "c'est le vent" (das ist der Wind) herrührt.

  • Definition 1: Auf jeden Fall bezeichnet der Berliner kleine, nicht näher definierte Zusätze oder Ergänzungen, die eigentlich unnötig sind, aber dem Ganzen eine Leichtigkeit oder etwas Besonderes verleihen, als Schisslaweng (auch Cislaweng). Zum Beispiel kann eine schnellgezogene Wellenlinie unter der eigenen Unterschrift als Schisslaweng bezeichnet werden.
  • Definition 2: Wer etwas "mit einem Schisslaweng" durchführt, der tut es mit Schwung, mit Unbeschwertheit, mit Leichtigkeit oder mit verblüffender Schnelligkeit. Zum Beispiel kannst du, wenn du geschickt bist, eine Dose mit einem Öffner aus der Schisslaweng öffnen.

Die Redensart war bereits im Altertum bekannt und bezieht sich auf Äsops Fabel vom Bauer und der Schlange, wo es heißt: "Er nahm die Schlange und legte sie unter den Bausch seines Gewandes". 

"Eine Schlange am Busen nähren" bzw. wärmen oder erziehen bedeutet so viel wie: Jemandem Gutes tun, den man für seinen Freund hält, der sich aber später als undankbar und verräterisch erweist.


Die Bezeichnung "Schlawiner" kommt von "Slowena", dem slowenischen Hausierer. Sie galten als besonders gerissene Geschäftemacher und müssen so heute noch für diese Beschimpfung herhalten.

"So ein Schlawiner!" rufen wir z.B. aus, wenn man sich von jemandem hereingelegt fühlt und dies nun entdeckt.

(NL 30.01.2008) 


Das Wort "Schlendrian" kommt aus dem Mittelhochdeutschen (von sludern: schlenkern, mit dem Material schludern und es vergeuden).

Wenn mit nachlässiger Gleichgültigkeit eine Arbeit ausgeführt bzw. kein Engagement gezeigt wird, dann sagen wir auch "hier herrsche der Schlendrian". Man könnte auch ausrufen "Kampf dem Schlendrian!", also "Kampf der schludrigen oder schlampigen Arbeitsweise!"

Wenn wir uns "dem Schlendrian hingeben", dann tun wir nur das Allernötigste bzw. wir faulenzen.


Die Gesellen bestimmter Zünfte trugen als Zeichen ihrer Zunftangehörigkeit Ohrringe. Brachen sie die Regeln ihrer Zunft, wurde ihnen der Ohrring auf relativ schmerzhafte Art entfernt. Man riss ihn einfach aus dem Ohr. Das Ergebnis war ein "Schlitzohr". Mit diesem Zeichen war es unmöglich seinen Beruf weiter auszuüben.

Eine andere Erklärung besagt, dass Bäcker, die zu kleine Brötchen gebacken hatten, mit dem Ohr an die Kirchentür genagelt wurden. Um sich zu befreien, mussten sie sich losreißen. Das schmerzhafte Ergebnis war ebenfalls ein "Schlitzohr".


Wenn jemand etwas völlig Überflüssiges tut, dann sagt man auch "er trägt Schnee nach Lappland" bzw. nach Spitzbergen. Gerade zur Winterzeit eine schöne Variation der Wendung "Eulen nach Athen tragen".

(NL 18.12.2007) 


Schnöder Mammon

Schnöder Mammon – ein Fürst der Hölle oder ein gefallener Engel? Bedeutung, Herkunft

Seine Herkunft verdankt dieser Begriff den Evangelien des Matthäus und des Lukas, wo Mammon scheinbar personifiziert und Gott in dieser Form gegenübergestellt wird.

Im späteren Faustbuch von Widmann ist "Mammon" zum Beispiel ein Fürst der Hölle, der die Geldverleiher und Wucherer regiert. Der englischer Dichter John Milton nannte 1667 in seinem Versepos "Das verlorene Paradies" einen gefallenen Engel Mammon. Im Theaterstück "Jedermann" des österreichischen Dichters Hugo von Hofmannsthal tritt der Dämon Mammon auf, der die Menschen zum Geiz verführt.

Heutzutage nutzen wir dieses Wort noch in der Zusammenstellung "Schnöder Mammon", um verächtlich über Geld bzw. das Streben nach Geld zu sprechen.

Jim: "Ich muss noch richtig Gas geben, um für dieses Jahr meinen Bonus zu bekommen."
John: "Ja, ja. Alles dreht sich um den schnöden Mammon." 


Schuster, bleib bei deinem Leisten

Schuster, bleib bei deinem Leisten – die Mahnung des Apelles – Bedeutung, Herkunft

Das Sprichwort "Schuster, bleib bei deinem Leisten" hat seine Herkunft in einer Anekdote, die im alten Griechenland erzählt wurde. Nach ihr pflegte der große Maler der Antike Apelles, der zur Regierungszeit Alexanders des Großen seine Gemälde öffentlich ausstellte, sich hinter seinen Bildern zu verstecken, um die Urteile der Betrachter zu hören.

Als ein Schuhmacher laut bemerkte, dass den Schuhen auf dem Bild eine Öse fehle, fügte Apelles diese nachträglich hinzu. Aber als der Schuhmacher nun auch noch Kritik an den Beinen übte, wurde er von Apelles mit den Worten zurechtgewiesen: "Ne sutor supra crepidam!" oder zu deutsch: "Was über dem Schuh ist, kann der Schuster nicht beurteilen!"

Die Mahnung "Schuster, bleib bei deinem Leisten" sagen wir heute zu jemandem, der ohne Sachverstand Kritik übt und sich unberufen in alles einmischt.  


(grch., psyche, lat., anima), Seele im engeren Sinne bedeutet die spezifisch menschliche Identität, aber auch seine Zustände und verschiedenen Möglichkeiten, die sich in den unterschiedlichen Seelenfunktionen ausdrücken: dem Empfinden, dem Gefühl oder der Befindlichkeit, dem Willen mit den entsprechenden Handlungen sowie dem Wahrnehmen und Denken, dem Verstand.


Die Wendung "Seemannsgarn spinnen" entstammt natürlich der Seemannssprache.

Da die Matrosen auf See in ihrer Freizeit häufig aus aufgelöstem altem Tau- und Takelwerk neues Garn herstellen mussten, erzählten sie bei dieser stupiden, langwierigen Arbeit ihre Abenteuer. Genau wie bei den Anglern neigte man zu Übertreibungen und manch phantastischer Erzählung.

Im Niederdeutschen sagt man auch: "Du häs mien Garn vertüddelt, nu häbb ick den Faden (beim Erzählen) verloan!"

Wenn wir heute zu jemandem sagen, er würde "Seemannsgarn spinnen", dann halten wir die Geschichte für unglaubwürdig bzw. für etwas übertrieben.


Die Redewendung "seinen Senf dazugeben" stammt wohl aus dem 17. Jahrhundert.

Senf galt zu der Zeit als eine Beigabe, die jede Mahlzeit verbesserte. Er wurde selbst dann gereicht, wenn er nicht zum Essen passte. Auch die Gastwirte jener Zeit servierten zu jeder Speise Senf, ob der Gast es wünschte oder nicht. Dies war ebenso unpassend wie manch unerwünschter Rat.

So entstand das Sprichwort "seinen Senf dazugeben". Es drückt aus, dass jemand sich (zumeist unerwünscht) in ein Gespräch einmischt oder zu einem Thema ebenfalls seine Meinung abgibt.

Jim: "Martina sagte, dass sie unseren neuen Slogan nicht gut findet. Er wäre ihr zu arrogant."
John: "Die muss auch zu allem ihren Senf dazugeben."


(grch.), 'Semantik' die Lehre von der Bedeutung von Zeichen, insbesondere von Wörtern und Sätzen. In der (1.) Logik ist Semantik die Bezeichnung für die Theorie der Wahrheit logischer Sätze und Folgerungen. In der (2.) Sprachwissenschaft ist die Semantik ein Zweig, der sich mit Bedeutung und Inhalt sprachlicher Ausdrucksformen befasst.

"Sich freuen wie ein Schneekönig" gebrauchen wir, wenn jemand sich lebhaft und von ganzem Herzen freut. Die Redensart bezieht sich auf unseren kleinsten Singvogel, den Zaun- oder Schneekönig, der auch im strengsten Winter bei uns bleibt und trotz Kälte und Schnee munter pfeift und singt.

Was für ein Vorbild für all jene, die ständig über das Wetter schimpfen!

Jim: Ich kann den Mittwoch gar nicht erwarten. Endlich geht es los.
John: Ja, das sieht man Dir an. Du freust Dich wie ein Schneekönig.

Schneekönig


In der jüdischer Tradition hat man die Vorstellung, dass Gott im obersten bzw. im siebenten Himmel seinen Sitz hat.

Wenn wir heute im "siebenten Himmel" sind, dann ist gemeint, dass wir "über alle Maßen glücklich sind".


Silvester – Bedeutung

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Silvester – Geister vertreiben und der Waldmensch – Bedeutung, Herkunft

Als Silvester wird in einigen europäischen Sprachen der 31. Dezember bezeichnet.

Seine Herkunft verdankt das Fest Papst Silvester I. (314 - 335). Er ist der Heilige dieses Tages und gab so diesem Tag seinen Namen. Einer Legende aus dem 5. Jahrhundert zufolge heilte Papst Silvester I. Konstantin den Großen von der Lepra.

Die Volksbräuche an diesem Tage sind die Zukunftsdeutung für das kommende Jahr (z. B. durch Bleigießen) und die Vertreibung der bösen Geister durch Lärmen.

Der Name Silvester kommt aus dem Lateinischen und heißt im Deutschen sinngemäß "Waldmensch". 


In der griechischen Sagenwelt sind Sirenen Vögel mit Menschenköpfen. Diese meist weiblichen Wesen lockten mit ihrem lieblichen Gesang Seefahrer auf ihre Insel, um sie dann zu töten. Als der griechische Held Odysseus auf die Sirenen trifft, wird er von Kirke vor der tödlichen Gefahr gewarnt. Er verstopft seinen Gefährten die Ohren und lässt sich selbst an den Mast binden, um so den "Sirenen" zu entkommen.

Nach dieser Sage nennen wir eine verführerische Frau auch "Sirene". 


Sisyphusarbeit – Bedeutung

Sisyphusarbeit – die Strafe für den gewinnsüchtigsten aller Menschen – Bedeutung, Herkunft

Seine Herkunft verdankt das geflügelte Wort Sisyphusarbeit der Hadesstrafe des Sisyphus, von der Homer in der Odyssee berichtet.

Sisyphus, des Äolus Sohn, war der König von Korinth. Er war verschlagen und schlecht und galt bei Homer als einer der gewinnsüchtigsten aller Menschen. Zur Strafe für seine Schlechtigkeit musste dieser mit Kopf und Händen ein Felsstück einen hohen Berg hinaufwälzen, von dem es aber immer wieder in die Tiefe rollte, sodass er wieder von vorn beginnen musste.

Eine Sisyphusarbeit nennen wir heute eine besonders schwere und qualvolle Arbeit, die zur Erfolglosigkeit verdammt scheint und deshalb niemals zu einem Abschluss gebracht werden kann. Es heißt auch "Den Stein des Sisyphus wälzen", wenn etwas übermenschliche Anstrengungen nötig macht oder sich jemand vergeblich abmüht.

Jim: "Dich sehe ich nur noch bei deinem Auto reparieren."
John: "Ja, da sagst du was. Es kommt mir langsam vor wie eine Sisyphusarbeit."


(lateinisch, sine nobilitate, ohne adlige Gesinnung) Der Begriff "Snob" entstand in der Zeit, als der Adel noch von großer Wichtigkeit war. Zu dieser Zeit bezeichnete man Menschen, die Statussymbole des Adels benutzten, ohne zum Adel zu gehören, als "Snob".

Heute bezeichnen wir als "Snob" einen blasierten, vornehm tuenden Mensch. "Snobismus" ist die geistige Haltung und das Benehmen eines "Snobs".


'Sodom und Gomorrha' waren zwei Städte am Toten Meer, die wegen der Sündhaftigkeit ihrer Bewohner durch einen Feuer- und Schwefelregen vernichtet wurden (1. Mose 19). 'Sodom und Gomorrha' wurde somit ein Synonym für >lasterhafte Stätten bzw. Zustände<.

Die 'Sokratische Methode' bezeichnet die Art der Fragestellungen und Gesprächsführung, die nach dem eigentlich Gemeinten im Gespräch forscht. Sokrates suchte damit seinen Gesprächspartner im Eingeständnis des Nichtwissens auf den Weg zum echten Wissen zu bringen. Diese Methode wird auch Mäeutik (griech., >Hebammenkunst<) genannt.


spartanisch leben 564

Spartanisch leben – die ganz Harten – Bedeutung, Herkunft

Die die Herkunft der Wendung "spartanisch leben" erklärt sich aus der ungewöhnlich harten Erziehung und Lebensweise der Spartiaten. Vom vollendeten 7. Lebensjahr an wurden ihre Söhne in strenger staatlicher Zucht zur Kriegsführung und zum Gehorsam erzogen. Zu den gemeinsamen Mahlzeiten hatten die Spartiaten einen Naturalbeitrag zu leisten. Wer das nicht konnte, verlor das Vollbürgerrecht.

Wenn wir heute sagen, dass jemand "spartanisch lebt", dann meinen wir eine genügsame, einfache, harte bzw. anspruchslose Art zu leben.  


Die sagenhafte >Sphinx<, eine Mischgestalt aus Löwenkörper und Menschenkopf, war im alten Ägypten die Wächterin an den Tempeleingängen. Wer ihr Rätsel nicht lösen konnte, musste sterben. Ein Wesen, dass uns rätselhaft erscheint, nennen wir anknüpfend an diesen griechischen Mythos eine >Sphinx<.


Entstanden ist der Begriff "Spießbürger" in der Zeit, in der die Bürger ihre Städte und ihr Hab und Gut noch mit dem Spieß verteidigten (ca. 900 n. Chr.).

Als "Spießbürger" bezeichnet man heute einen engstirnigen Menschen, der sich jedem Fortschritt verschließt und veraltete Anschauungen und moralische Grundsätze hartnäckig verteidigt.

Wir sagen auch nur verkürzt "Spießer" zu diesem Schlag von Mensch.


Das aus dem Lateinischen stammende Sprichwort "Steter Tropfen höhlt den Stein" findet sich bereits beim römischen Dichter Ovid (43 v. Chr. - 17 n. Chr.).

Wie der Tropfen durch immerwährendes Fallen auf einen Stein ihn nach und nach höhlt, so können wir zum Beispiel durch ständige Wiederholung selbst ferne, große und schwere Ziele erreichen. Durch beharrliches und geduldiges Vorgehen ist es möglich, Großes, manchmal Unglaubliches, zu erreichen.

Das war keine spektakuläre, große Maßnahme, die Jo ergriff, aber er wusste "steter Tropfen höhlt den Stein".


Die "Stoa" war eine griechische Philosophenschule, die um 300 v. Chr. von Zeno von Kition in Athen gegründet wurde.

In der Gründungszeit wurde eine öffentliche Säulenhalle (stoa poikile) als Versammlungsraum benutzt. Nach dieser bekam die neue Schule ihren Namen. Die Stoa geht von einer Einheit von Geist und Stoff und nur von einem einzigen wirksamen Prinzip aus: "Alles Wirkliche ist durchdrungen vom Urfeuer, das als Kraft die Dinge zusammenhält und als organisierende Seele Pflanzen, Tiere und Menschen belebt."

Zu den Idealen der Stoiker zählte vor allem die Gelassenheit, die wir heute noch in dem Begriff der "stoische Ruhe" (grch. apathe) wiederfinden.

Beispiel: "Auf die harten verbalen Angriffe reagierte er mit stoischer Ruhe und legte im Anschluss ruhig seine Argumente dar."

(NL 12. März 2007)

Die "Stoa" war eine griechische Philosophenschule, die um 300 v. Chr. von Zeno von Kition in Athen gegründet wurde.

In der Gründungszeit wurde eine öffentliche Säulenhalle (stoa poikile) als Versammlungsraum benutzt. Nach dieser bekam die neue Schule ihren Namen. Die Stoa geht von einer Einheit von Geist und Stoff und nur von einem einzigen wirksamen Prinzip aus: "Alles Wirkliche ist durchdrungen vom Urfeuer, das als Kraft die Dinge zusammenhält und als organisierende Seele Pflanzen, Tiere und Menschen belebt."


archimedes kreise nicht

Störe meine Kreise nicht – Archimedes will arbeiten – Bedeutung, Herkunft 

Die Herkunft dieser Redewendung geht zurück auf eine Anekdote über den griechischen Mathematiker und Physiker Archimedes (um 287 - 212 v. Chr.). Er gilt noch heute als einer der größten Mathematiker aller Zeiten. Der Legende nach war er eines Tages damit beschäftigt, geometrische Figuren in den Sand zu zeichnen, als die Römer anrückten, um ihn festzunehmen. Archimedes war jedoch so sehr in seine Aufgabe versunken, dass er barsch mit dem Satz reagierte: Störe meine Kreise nicht. Dies machte einen der Soldaten so zornig, dass er den alten Mann erschlug.

Bedeutung: Noch heute nutzen wir den Ausspruch "Störe meine Kreise nicht", wenn wir nicht gestört werden möchten


In Honore de Balzacs Werk "Le cure de Tours" beschreibt der Baron de Montesquieu die Wirren in der kleinen Republik San Marino als "une tempete dans un verre d'eau" bzw. "einen Sturm im Wasserglas".

Heute benutzen wir den Ausspruch "ein Sturm im Wasserglas", wenn es zu einer völlig unnötigen Erregung aus geringfügigem Anlass kommt.

(NL 26.03.2008) 


(lat. in der Luft befindlich, erhaben) Das Adjektiv "sublim" bedeutet soviel wie erhaben bzw. nur einem feineren Verständnis oder Empfinden zugänglich.


(lat.), Das Wort 'subversiv' bedeutet sowiel wie >zerstörend< oder >umstürzlerisch<. 'Die Subversion' bezeichnet einen Umsturz.
(grch., >Zugleichempfinden<), Als 'Synästhesie' bezeichnet man das gleichzeitige Erleben von Sinneseindrücken verschiedener Sinnesgebiete bei Reizung von nur einem Sinnesorgan. Die häufigste Erscheinung ist die optische 'Synästhesie', bei der vor allem durch akustische Eindrücke (Worte, Töne) optische Erscheinungen mit erregt werden.

(grch., "zusammen" und "Name"), Synonyme sind verschiedene Wörter mit ähnlichem oder fast gleichem Sinn. Sie sind häufig von unterschiedlicher etymologischer Herkunft. (z.B.: laufen - rennen, Lampe - Licht)


(lat. "glattgemachte Tafel") Der Ausdruck "Tabula rasa" geht auf Aristoteles zurück: "Wie auf einer Tafel, auf der nichts geschrieben steht."

Heute wird "Tabula rasa" in zwei Zusammenhängen benutzt:

1. "Er ist ein tabula rasa" sagt man, wenn wir noch nicht wissen, was wir von jemandem halten sollen.
2. "Tabula rasa machen" benutzen wir, wenn wir für klare Verhältnisse sorgen.


(jidd., tachles, Ziel, Zweck, hebr. taklî) Ursprünglich war die Bedeutung von "Tacheles reden" die Forderung zweckmäßig zu reden bzw. der Wunsch, dass man zur Sache kommt.

Wenn wir heute mit jemandem "Tacheles reden", dann meinen wir "jemandem unverblümt die Meinung sagen".


Tantalusqualen – die Rache der Götter – Bedeutung und Herkunft

Tantalusqualen – die Rache der Götter – Bedeutung und Herkunft

Der Begriff Tantalusqualen verdankt seine Herkunft der griechischen Mythologie. Der Sohn der Titanen "Tantalos" und Stammvater des Geschlechts der Tantaliden zog den Zorn der olympischen Götter auf sich, indem er sie betrog.

Sie verurteilten Tantalos zu ewigen Qualen. Er musste in einem Teich stehen, über dem Birnenbaumzweige hingen. Jedes Mal, wenn Tantalos trinken wollte, senkte sich der Wasserspiegel. Wenn er eine Frucht pflücken wollte, wichen die Äste zurück. Zusätzlich drohte auch noch ein großer Felsbrocken auf ihn herabzufallen.

Obwohl alles in greifbarer Nähe schien, so war Tantalos doch zu ewigem Durst und Hunger verdammt.

Als "Tantalusqualen" bezeichnet man demnach die Qual, etwas Unerreichbares beständig nahe vor sich zu sehen. 


"Der Tanz ums goldene Kalb" ist eine Metapher und drückt die Verehrung von Reichtum und hemmungsloses Streben danach aus. Zurück geht diese Redewendung auf das 2. Buch Moses 32, wo die Israeliten ein aus Gold gegossenes Kalb verehren.

Alles, was der Mensch um des Reichtums willen tut, könnte man als den "Tanz ums goldene Kalb" bezeichnen.

Ebenfalls biblisch ist die Redewendung "Das goldene Kalb anbeten", was aussagt "nur auf Reichtum aus sein" bzw. "geldgierig sein".


"Tartuffe" ist die Titelfigur und der Name einer Komödie vom französischen Schriftsteller und Komödiendichter Molière (eigentlich Jean Baptiste Poquelin, * 1622, † 1673).

Ein "Tartuffe" ist heute ein Synonym für einen Heuchler oder Scheinheiligen.

Kennen Sie einen Tartuffe?


Der Begriff "Tausendsassa" ist höchstwahrscheinlich im 18. Jahrhundert ins Deutsche übernommen worden. "Sa Sa" wurde in Frankreich als Hetzruf für Hunde verwendet (vermutlich aus ça = das). Somit ergibt sich die freie Deutung der Bezeichnung Tausendsassa mit "Tausend das und das".

Tausendsassa ist eine Bezeichnung für jemanden, der sich durch zahlreiche Begabungen auszeichnet. Synonyme sind "Multitalent", "Alleskönner" oder "Universalgenie". In Österreich wird umgangssprachlich vom "Wunderwuzzi" und in der Schweiz von "Siebesiech" gesprochen.


(griech., gleiche Aussage) Eine "Tautologie" ist ein Gedanke oder Sachverhalt, der durch zwei oder mehrere gleichbedeutende Wörter ausgedrückt wird. Zum Beispiele: einzig und allein, ganz und gar, voll und ganz, nie und nimmer und bereits schon. Sie wird eingesetzt, um etwas zu verstärken bzw. etwas mit Nachdruck zu bemerken.

Die "Tautologie" wird als eine rhetorische Figur eingesetzt (z. B.: Er versprach ihr die Treue für immer und ewig), sie kann aber auch ein Stilfehler sein (z. B.: Ich habe bereits schon gefrühstückt).

 


Die letzten Worte des sterbenden Titelhelden in Shakespeares "Hamlet" sind: >The rest is silence<. Wenn wir heute sagen >Der Rest ist Schweigen< bzw. >The rest is silence<, dann drücken wir so auch unsere Ratlosigkeit aus bzw. unser Unvermögen zu einer schwierigen Sache etwas zu sagen oder zu tun. Beispiel: Auf die Frage "Wie soll es weitergehen?" sah man nur in ratlose Gesichter. Der Rest ist Schweigen.
(nach Homers Ilias 2, 212-24) Als "Thersites" bezeichnet man auch einen boshaften, ewigen Nörgler.

(hebr. Tohu wa vohu) Die in der Bibel (1. Buch Mose 1,2) vorkommenden hebräischen Worte bedeuten so viel wie Finsternis und Abgrund und es beschreibt den Zustand der Erde vor Beginn der Schöpfung.

Heute sagen wir zu einem Durcheinander, Wirrwarr bzw. Chaos auch "Tohuwabohu".


toi toi toi Bedeutung Teufel

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toi, toi, toi! - Schutz vor dem neidischen Teufel - Bedeutung

Der Ausruf "toi, toi, toi" ist um 1930 durch einen Schlager verbreitet worden und steht mit einem alten Volksglauben in Zusammenhang. Lobende Äußerungen wurden allgemein gefürchtet, weil diese die bösen Geister aufmerksam und neidisch machen konnten.

Um kommendes Unheil abzuwehren, musste man deshalb dem Lob sofort eine Schutzhandlung hinzufügen. Das wurde z. B. durch dreimaliges Klopfen auf Holz und den Ausruf "toi, toi, toi" vollzogen, der lautmalerisch für dreimaliges Ausspucken steht. Der Speichel galt als unheilbannend.

Das Ausspucken vor einem Menschen war also ursprünglich ein Abwehrzauber, kein Zeichen der Verachtung wie heute. Auch das zuerst eingenommene Geldstück, das noch mehr Reichtum bringen sollte, der Spielwürfel, der Gewinn garantieren sollte, wurden bespuckt. Am Theater wird der Brauch gepflegt, so den Schauspielern Erfolg für den Auftritt zu wünschen.

Aber es gibt weitere spannende Ideen zur Herkunft des Ausrufs "toi, toi, toi".


 

Herkunft: "Trara" ist ein Schallwort, das vom Klang der Trompete oder des Posthorns hergeleitet wurde. Im Gegensatz zu heute wurde es früher nicht nur negativ verwendet. So schreibt Theodor Fontane in Gesammelte Werke (1905): "Um die sechste Stunde kam sie wirklich mit Lärm und Trara, weil leise sein nicht ihre Sache war".

Bedeutung: Wenn wir heute sagen "Mach kein großes Trara", dann bitten wir den anderen, nicht viele Umstände bzw. nicht viel Lärm und langes Gerede um etwas zu machen. 


Das Sprichwort "Tu, was du nicht lassen kannst!" ist ein resignierender Kommentar auf die Absichten des Angesprochenen. Der Nutzer der Aussage zeigt, dass er mit der Absicht nicht ganz einverstanden ist.

Die Aussage taucht zum Beispiel in einer Streitschrift des Erasmus Alberus aus dem Jahr 1548 auf. Hier ist zu lesen: "Gehe hin, und thu, das du nicht lassen kannst und richte Unglück genug an."

Jim: "Ich werde es trotzdem so machen."
John: "Du kennst meine Meinung dazu. Tu, was Du nicht lassen kannst!"


Die Redewendung "Tüpfelchen auf dem i" geht auf die Luther-Übersetzung des Evangelium nach Matthäus zurück. Dort heißt es (5, 18): "Bis dass Himmel und Erde vergehe, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis dass es alles geschehe."

Die Wendung sagt aus, dass weder ein Buchstabe noch ein kleiner Bestandteil eines solchen geändert werden darf. Das "Tüpfelchen auf dem i" bezeichnet heute einen hohen Grad an Genauigkeit.

John: "Die Präsentation ist mir, glaube ich, gut gelungen. Was denkst Du?“
Jim: "Unbedingt. Ich fand sie klasse. Das Tüpfelchen auf dem i war für mich, wie Du alle Zuhörer eingebunden hast!"


"Tusculum" hieß eine Stadt in Italien, in deren Umgebung viele reiche Römer (Caesar, Pompeius, Cicero, Cato) Landgüter besaßen.

Seit Ciceros Werk "Disputationes Tusculanae" wurde Tusculum (eigentlich Tusculanum) zu einem geflügelten Wort für das Landgut eines Reichen, in das dieser sich zur Ruhe und zu geistiger Beschäftigung zurückzieht.


 
 

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