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strategie-unternehmenszieleLangfristige Unternehmensziele werden häufig mit dem Begriff "strategische Ziele" belegt. Der Begriff "Strategie" stammt aus dem Griechischen (strategos = Heerführung) und beschreibt im militärischen Sinne die Kunst der Heerführung.

Lexikalisch definiert ist eine Strategie "die Gesamtheit der Maßnahmen zur Zielerreichung".

Auf die kriegerische Sprache mancher Unternehmensheroen wollen wir lieber nicht hören. In einer Zeit, in der Kooperation und Beziehungsfähigkeit wichtige Erfolgsfaktoren geworden sind, wirken Aussagen wie "Kampf um den Kunden", "Schlacht um Marktanteile", "Erobern von Märkten" usw. wie Gift. Oder würden Sie Unternehmen als Partner wollen, die so formulieren?

Nehmen wir lieber ein Beispiel aus dem Spiel. Ein Schachspieler will/muss innerhalb eines Zeitrahmens gewinnen. Also wird er sich fragen, welche Strategie (Gesamtheit der Maßnahmen) und welche Züge muss ich wann (Taktik = Einsatz der Maßnahmen) ausführen, um mein Ziel (Mein Partner ist schachmatt!) innerhalb der vorgegebenen Zeit zu erreichen.

Kommunikation der Unternehmensziele

Nur wenn Unternehmensziele auch kommuniziert werden, können die Mitarbeiter ihre kreativen Potentiale entfalten und ihre Ziele bzw. Maßnahmen an den übergeordneten Zielen ausrichten.
Führung wird so, im Sinne von "zielorientiert bewegen", in allen Bereichen des Unternehmens möglich: Es sind Ziele formuliert, die zur Erreichung der langfristigen Unternehmensziele und zur Realisierung der Vision führen.

Wie die Kommunikation erfolgt, hängt maßgeblich von der Unternehmensgröße, -kultur und -philosophie ab. Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Vorgehens, die im Unternehmen auf Realisierungsmöglichkeit überprüft werden müssen.

Von der Präsentation durch die Führungskräfte bis hin zur Mitarbeiterzeitung in Kombination mit Jahresgesprächen sind die verschiedensten Formen möglich. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass der einzelne Mitarbeiter Fragen zu möglichen Unklarheiten stellen darf und in den Dialog mit den jeweiligen Führungskräften treten kann. Die Ziele einzelner Mitarbeiter bzw. der Abteilungen und Bereiche werden so im späteren Planungsprozess ebenfalls klarer.

Auch sollte die Kommunikation der Ziele kein einmaliger Impuls sein. Die Unternehmensziele sollten immer wieder in verschiedenen Medien ins Bewusstsein aller Mitarbeiter gerufen werden. So werden immer wieder die kreativen Potentiale des Unternehmens aktiviert und an die Arbeit an den eigenen Zielen erinnert.

Es muss auch kommuniziert werden, ob Teilziele erreicht wurden, ob es Änderungen in den Unternehmenszielen gibt und weshalb.

Alle Unternehmensziele kommunizieren?
Nun ist es möglich, dass nicht alle Unternehmensziele der gesamten Organisation kommuniziert werden können und sollen. Hier sollte aufgrund der Unternehmenswerte entschieden werden, ob und wem vertrauliche oder geheime Ziele kommuniziert werden. Die Entscheidung, das Ziel "Mitarbeiterabbau um 33 % bis …" bekanntzugegeben, wird je nach Unternehmensphilosophie bzw. -werten unterschiedlich ausfallen.

"Am 15.12.2016 haben wir durch Marketing- und Vertriebsmaßnahmen unseren Mitbewerbern XYZ mindestens 10 % ihrer Marktanteile abgenommen und unsere Marktanteile in der Schweiz auf 66 % gesteigert."

Solche Aussagen über Mitbewerber in den Zielen sind ein weiteres Beispiel für die Notwendigkeit des vorsichtigen Umgangs bezüglich der Kommunikation aller Unternehmensziele.

Beachten Sie schon bei der Formulierung der Unternehmensziele diesen Aspekt. Möglich ist ja auch die Formulierung "Am 15.12.2016 haben wir in der Schweiz einen Marktanteil von 66 % ...".
Ideal wäre es, wenn alle Unternehmensziele kommuniziert werden könnten, aber mit den Idealen ist das so eine Sache. Geheimnisse aber führen oft zu Gerüchten und Gerüchte zu Unglaubwürdigkeit und die Frage stellt sich, welches Unternehmen sich das auf Dauer leisten kann.

Unternehmensziele

  • müssen eine Aussage zum Ertrag machen
  • enthalten verschiedene Zielbereiche
  • werden vom Unternehmer bzw. Kapitalgeber entschieden
  • werden spezifisch für lang-, mittel- und kurzfristige Zeiträume formuliert
  • bedürfen der regelmäßigen Kontrolle und Fortführung (Prozess)
  • werden durch eine Summe von Maßnahmen angestrebt (Strategie)
  • sind mit den Unternehmenswerten abzustimmen (konfliktfrei)
  • müssen kommuniziert werden (auch deren Erreichung und Anpassung)
  • sollten alle kommunizierbar sein (Formulierung beachten)
  • sind das Fundament des langfristigen Unternehmenserfolges
  • sollten ökologisch sein (Beachtung des Umfeldes, Systems)
  • haben eine Vorbildfunktion im Unternehmen (wie oben so unten)

Über den Autor


Michael Behn, Trainer

Michael Behn arbeitet als Unternehmensberater, Trainer und Coach für mittelständische Unternehmen der IT-Branche, für Automobilzulieferer, Produktionsunternehmen und Banken sowie Einrichtungen auf dem Gesundheitssektor.

Schwerpunkte sind konzeptionelle Mitarbeiter- und Unternehmensentwicklung. Häufige Themen sind Vertrieb, Führung, Telefonservice, Teamkommunikation, Zeit- Selbstmanagement. Er hat mehrere Bücher geschrieben, Online-Kurse zu den Themen entwickelt und betreibt ein Onlineportal mit rund 14.000 Mitgliedern.

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