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Ein Maurer bei der Arbeit

Arbeite! - Ein erhobener Zeigefinger oder ein wertvoller Hinweis von Émile Zola

Arbeite! Das ist das einzige Gebot auf dieser Welt! Jeder soll seine Aufgabe erfassen und diese soll sein Leben ausfüllen.

Es kann eine ganz bescheidene Aufgabe sein, aber sie ist deswegen doch etwas Nützliches und Wertvolles. Es kommt nicht darauf an, worin sie besteht, wenn sie nur da ist und aufrechterhält.

Wenn du sie ausführst, ohne das Maß dabei zu überschreiten, gerade so viel als du jeden Tag leisten kannst, dann wirst du gesund und froh leben.

Émile François Zola, französischer Schriftsteller und Journalist, 1840 - 1902

Interpretationen

Altmodisch?

Ein Satz, der für einige sicher auf den ersten Blick streng und altmodisch wirkt. „Arbeite!“ – das klingt nach Pflicht, nach Schweiß, nach erhobenem Zeigefinger.

Sieht man nochmal genauer hin, erkennt man: Zola spricht nicht von Karriere, nicht von Erfolg, nicht von Geld. Er spricht von Aufgabe, von Maß, von Sinn – und letztlich von Gesundheit und Lebensfreude.

blueprints Team, Michael Behn

Große und kleine Tätigkeiten

Zola sagt damit auch, dass nicht nur „große“ Tätigkeiten wertvoll sind. Eine bescheidene Aufgabe ist nicht minder wichtig – solange sie sinnvoll ist und zum eigenen Leben passt. Gerade in einer Zeit, in der Status, Sichtbarkeit und Selbstoptimierung oft über allem stehen, ist das ein wertvoller Hinweis.

Sabine

Tu nicht alles. Tu genug.

Dieses „genug“ ist aus meiner Sicht wichtig. Wer jeden Tag seine Kräfte realistisch einschätzt, schützt nicht nur seine Gesundheit, sondern auch seine Freude an der Arbeit. Überforderung macht auf Dauer krank. Unterforderung macht leer. Dazwischen liegt der Bereich, in dem Arbeit stabilisiert statt erschöpft.

Wie interpretierst du die Aussage von Émile Zola?

 

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Antwort 1
Aus Zolas Worten lassen sich mehrere implizite Kriterien ableiten, die eine „gute“ Aufgabe im Sinne eines erfüllten Lebens erfüllen sollte. Diese Kriterien betreffen weniger den gesellschaftlichen Status der Tätigkeit als ihre Funktion für den Menschen selbst.

1. Die Aufgabe muss vorhanden und klar erfassbar sein
Zola betont, dass jeder „seine Aufgabe erfassen“ soll. Eine Aufgabe braucht also Klarheit und Bestimmbarkeit: Der Mensch muss wissen, wofür er verantwortlich ist und worin sein Tun besteht. Orientierung ist Voraussetzung für Sinn.

2. Die Aufgabe soll das Leben ausfüllen, aber nicht beherrschen
Die Aufgabe soll das Leben „ausfüllen“, nicht jedoch überfordern. Daraus ergibt sich das Kriterium der Balance: Arbeit ist zentral für ein sinnvolles Leben, darf aber nicht zur totalen Selbstaufgabe führen.

3. Der gesellschaftliche Rang der Aufgabe ist nebensächlich
Zola erklärt ausdrücklich, dass die Aufgabe „ganz bescheiden“ sein kann. Entscheidend ist nicht Prestige oder Größe, sondern Existenz und Funktion. Jede ehrliche Tätigkeit besitzt Würde.

4. Die Aufgabe muss nützlich und wertvoll sein
Auch eine einfache Aufgabe ist „nützlich und wertvoll“. Das Kriterium ist also Beitrag: Die Aufgabe sollte etwas erhalten, unterstützen oder ermöglichen – sei es für die Gesellschaft oder für das eigene Leben.

5. Die Aufgabe soll Maß und Begrenzung haben
Zola fordert, die Aufgabe „ohne das Maß zu überschreiten“ auszuführen. Eine gute Aufgabe ist leistbar, sie respektiert menschliche Grenzen und orientiert sich an der täglichen Kraft des Einzelnen.

6. Die Aufgabe soll regelmäßig und kontinuierlich erfüllbar sein
Die Formulierung „jeden Tag leisten kannst“ verweist auf Kontinuität statt Ausnahmeleistung. Nachhaltiges Arbeiten ist wertvoller als punktuelle Überanstrengung.

7. Die Aufgabe trägt zu Gesundheit und Lebensfreude bei
Das Ziel ist ein „gesundes und frohes Leben“. Damit wird ein zentrales Kriterium benannt: Eine Aufgabe ist gut, wenn sie körperliches und seelisches Wohlbefinden fördert statt zerstört.

Zusammengefasst:
Nach Zola ist eine Aufgabe dann sinnvoll, wenn sie klar, maßvoll, nützlich, unabhängig von Prestige, kontinuierlich leistbar und lebensfördernd ist. Arbeit ist für ihn kein Selbstzweck, sondern ein strukturierendes Prinzip, das dem Menschen Sinn, Stabilität und Lebensfreude verleiht.
Peter

Arbeit als Aufgabe – nicht als Identität

Ein spannender Aspekt im Zitat ist das Wort „Aufgabe“. Zola spricht nicht von Beruf, Job oder Karriere. Eine Aufgabe kann vieles sein:

  • ein Handwerk
  • eine soziale Tätigkeit
  • kreative Arbeit
  • ehrenamtliches Engagement
  • Kinder erziehen
  • oder auch etwas sehr Persönliches

So eine Aufgabe muss nicht beeindrucken. Sie sollte uns tragen und uns Halt geben – „aufrechterhalten“, wie Zola schreibt.

Umfrage zur Aussage von Zola

Welche Rolle spielt Arbeit aktuell in deinem Leben?

Was trifft am ehesten auf dich zu?

 

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Drei Sätze über den Autor Émile Zola

Émile Zola war einer der bedeutendsten Vertreter des literarischen Naturalismus und bekannt dafür, gesellschaftliche Missstände schonungslos zu beschreiben. Mit seiner berühmten Schrift „J’accuse…!“ („Ich klage an…!“) wurde er zu einer moralischen Stimme seiner Zeit und setzte sich mutig für Wahrheit und Gerechtigkeit ein. Seine Werke verbinden soziale Beobachtung mit einem tiefen Interesse am menschlichen Alltag und seinen inneren Konflikten.

Ähnliche Zitate zum Thema Arbeit, Maß und Sinn

„Nicht die Arbeit ermüdet, sondern die Arbeit ohne Sinn.“

Albert Schweitzer (1875 – 1965), deutsch-französischer Arzt, Philosoph und Theologe

„Tue, was du kannst, mit dem, was du hast, dort, wo du bist.“

Theodore Roosevelt (1858 – 1919), US-amerikanischer Politiker

„Arbeit ist kein Unglück, sondern das Gegenteil von Langeweile.“

Charles Baudelaire (1821 – 1867), französischer Lyriker und Kritiker

„Es ist nicht genug, beschäftigt zu sein, das sind auch Ameisen. Die Frage ist: Womit sind wir beschäftigt?“

Henry David Thoreau (1817 – 1862), US-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph

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Geschrieben von

blueprints
Susanne Behn

Autorin.

https://www.blueprints.de

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