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Ein Terminhplaner auf dem Schreibtisch

 

Inhalt: Gut geplant ist halb gemacht – aber wie planst du sinnvoll?

Gute Planung ist einfach

Viele Menschen machen den Fehler, ihr Planungssystem immer weiter auszubauen. Sie nutzen komplexe Apps, legen unzählige Kategorien an oder verbringen viel Zeit damit, Aufgaben zu sortieren und zu verschieben.

Doch ein Planungssystem hat nur dann einen Nutzen, wenn es einfach genug ist, regelmäßig verwendet zu werden.

Ob du dafür Outlook, Google Kalender, ein Notizbuch, einen Papierkalender oder eine Aufgaben-App nutzt, ist letztlich zweitrangig. Wichtig ist, dass du dein System gerne verwendest und die wichtigsten Informationen auf einen Blick erkennst.

Ein guter Plan beantwortet vor allem drei Fragen:

  • Was steht an?
  • Was ist wirklich wichtig?
  • Wann kümmere ich mich darum?

Wenn du mehr Zeit damit verbringst, dein Planungssystem zu pflegen als deine eigentliche Arbeit zu erledigen, ist das System wahrscheinlich zu kompliziert.

Aus meiner Erfahrung als Trainer und Coach zeigt sich immer wieder: Die besten Planungssysteme sind oft erstaunlich schlicht. Ein Kalender für Termine, eine überschaubare Aufgabenliste und klare Prioritäten reichen häufig völlig aus.

Plane nur 50 bis 60 Prozent deiner Zeit fest ein

Einer der häufigsten Planungsfehler besteht darin, den gesamten Arbeitstag zu verplanen.

Auf dem Papier sieht das produktiv aus. In der Praxis führt es jedoch häufig zu Stress. Schon eine unerwartete Unterbrechung genügt, und der gesamte Tagesplan gerät ins Wanken.

Besonders dann, wenn du mit anderen Menschen zusammenarbeitest, gehören Überraschungen zum Alltag:

  • spontane Rückfragen
  • dringende Kundenanliegen
  • technische Probleme
  • Abstimmungen im Team
  • kurzfristige Besprechungen

Deshalb empfehlen viele Zeitmanagement-Experten, nur etwa 50 bis 60 Prozent der verfügbaren Arbeitszeit fest zu verplanen. Der restliche Zeitraum bleibt als Puffer frei.

Diese Reserven helfen dir dabei,

  • auf Unvorhergesehenes zu reagieren,
  • Pausen einzubauen,
  • Nacharbeiten zu erledigen,
  • und Aufgaben zu Ende zu bringen, die länger dauern als gedacht.

Ein realistischer Plan ist fast immer wertvoller als ein perfekter Plan, der bereits am Vormittag scheitert.

Führe Aufgaben konsequent zu Ende

Viele Menschen beginnen zahlreiche Aufgaben, schließen jedoch nur wenige wirklich ab.

Sie schreiben an einer Präsentation, beantworten nebenbei E-Mails, reagieren auf Chatnachrichten und führen zwischendurch noch ein Telefonat. Das Ergebnis: Alles dauert länger und die Konzentration leidet.

Unser Gehirn ist erstaunlich leistungsfähig – aber echtes Multitasking beherrscht es nur sehr eingeschränkt.

Jeder Wechsel zwischen verschiedenen Aufgaben kostet Aufmerksamkeit. Wissenschaftler sprechen hier von sogenannten Wechselkosten. Nach jeder Unterbrechung benötigt das Gehirn Zeit, um wieder vollständig in die ursprüngliche Aufgabe einzutauchen.

Deshalb lohnt es sich, für wichtige Tätigkeiten feste Zeitfenster zu reservieren und diese konsequent zu schützen.

Wenn jemand in dieser Zeit etwas von dir möchte, kannst du freundlich, aber bestimmt reagieren:

„Ich arbeite gerade an einer wichtigen Aufgabe und melde mich in etwa 45 Minuten bei dir.“

Das mag zunächst ungewohnt sein. Langfristig gewinnst du dadurch jedoch etwas sehr Wertvolles: das gute Gefühl, Dinge wirklich abzuschließen.

Jede erledigte Aufgabe erzeugt ein kleines Erfolgserlebnis. Diese Erfolgserlebnisse steigern Motivation und Zufriedenheit oft stärker als das hektische Abarbeiten vieler Kleinigkeiten.

Hier eine bewährte Technik, die wir im blueprints Team seit Jahren nutzen:

Beitrag: Pomodoro-Technik

Pomodoro-Technik

Pomodoro Uhr

Pomodoro Technik lernen: Anleitung, Tipps & Praxis-Empfehlungen

Oder: Wie du die Arbeit von 40 Stunden in 19,5 Stunden erfüllst

Die Pomodoro-Technik ist eine Zeitmanagement-Technik, die auf den ersten Blick kaum nennenswerte Auswirkungen auf die eigene Arbeitsproduktivität zu haben scheint. Wenn man aber einmal die Technik ausprobiert hat und dabei den feinen, aber so wirkungsvollen Empfehlungen des Erfinders Francesco Cirillo folgt, ist Arbeit anders als vorher.

Sogar ein Burnout-Vorbeuger und Rücken-Therapeut ist in der Technik enthalten. Wir schildern dir im Detail, wie du mit dieser Technik arbeiten und auf welche Punkte du besonders achten solltest.

Hier weiterlesen: Pomodoro-Technik

Schneide große Aufgaben in kleine Scheiben

Fast jeder kennt das Phänomen: Eine große Aufgabe wirkt so umfangreich, dass man sie immer wieder vor sich herschiebt. Der Bericht soll geschrieben werden. Die Präsentation muss vorbereitet werden. Das neue Projekt wartet auf den Start.

Je größer und unklarer eine Aufgabe erscheint, desto größer wird die Gefahr der Aufschieberei.

Die Lösung ist einfach: Zerlege große Vorhaben in kleine, konkrete Schritte.

Aus „Vortrag vorbereiten“ wird beispielsweise:

  • Thema eingrenzen
  • Material sammeln
  • Gliederung erstellen
  • Folien entwerfen
  • Beispiele ergänzen
  • Vortrag üben
  • letzte Anpassungen vornehmen

Plötzlich wirkt die Aufgabe deutlich überschaubarer.

Jeder abgeschlossene Teilschritt bringt Fortschritt. Gleichzeitig entsteht ein positiver psychologischer Effekt: Das Gehirn erlebt regelmäßig Erfolgserlebnisse und bleibt motivierter.

Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten entstehen natürliche Denkpausen. Oft arbeitet das Unterbewusstsein in dieser Zeit weiter. Viele gute Ideen entstehen nicht während der Arbeit selbst, sondern beim Spaziergang, unter der Dusche oder auf dem Weg nach Hause.

Passend dazu wird Sir William Adolphus Ward folgendes Zitat zugeschrieben:

„Der Pessimist klagt über den Wind, der Optimist hofft, dass der Wind sich dreht, und der Realist hisst die Segel.“

Für deine Planung bedeutet das: Warte nicht auf perfekte Bedingungen. Beginne mit dem nächsten sinnvollen Schritt.

Schaffe bewusst Abwechslung

Nicht jede Aufgabe fordert dieselbe Art von Aufmerksamkeit. Manche Tätigkeiten verlangen intensive Konzentration. Andere bestehen aus Routine, Kommunikation oder Organisation.

Wer ähnliche Aufgaben bündelt und bewusst zwischen verschiedenen Arbeitsformen wechselt, nutzt seine Energie oft effizienter.

Beispiele:

  • Nach einer Stunde konzentrierter Bildschirmarbeit ein Telefonat führen.
  • Nach mehreren Gesprächen eine ruhige Einzelaufgabe bearbeiten.
  • Nach kreativer Konzeptarbeit eine strukturierte Routineaufgabe erledigen.
  • Nach administrativen Tätigkeiten wieder an einem strategischen Thema arbeiten.

Diese Wechsel können helfen, die geistige Leistungsfähigkeit länger aufrechtzuerhalten.

Wichtig dabei: Abwechslung ist nicht dasselbe wie ständiges Umschalten.

Zwischen Aufgaben hin- und herzuhüpfen kostet Energie. Gezielte Abwechslung dagegen unterstützt Konzentration und Motivation.

Plane deine Woche am Freitag oder Montag

Viele Menschen planen nur den aktuellen Tag. Dadurch verlieren sie leicht den Blick für größere Zusammenhänge. Hilfreicher ist eine kurze Wochenplanung.

Dafür eignen sich besonders zwei Zeitpunkte:

  1. der Freitagnachmittag vor dem Wochenende
  2. der Montagmorgen zu Beginn der Woche

Am Freitag kannst du offene Aufgaben sortieren und mit einem guten Gefühl ins Wochenende gehen. Am Montag kannst du deine Prioritäten bewusst festlegen und den Kurs für die kommenden Tage bestimmen.

Bewährt haben sich dabei Fragen wie:

  • Welche festen Termine stehen an?
  • Welche drei bis fünf Aufgaben sind diese Woche besonders wichtig?
  • Welche Tätigkeiten benötigen längere Konzentrationsphasen?
  • Wo brauche ich Zeitreserven?
  • Was kann delegiert werden?
  • Was kann warten?
  • Was soll bis Freitag unbedingt erledigt sein?

Allein dieser kurze Blick auf die kommende Woche schafft oft mehr Klarheit als viele spontane Entscheidungen während des Tages.

Umfrage zum Thema "Planung der Arbeitstage"

Wie planst du deinen Arbeitstag normalerweise?

 

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Gib dir Zeit, effizienter zu werden

Viele Menschen erwarten, dass ein neues Planungssystem sofort perfekt funktioniert. Doch gute Planung ist keine einmalige Entscheidung, sondern ein Lernprozess.

Du wirst Aufgaben zu knapp kalkulieren. Du wirst Puffer vergessen. Du wirst feststellen, dass bestimmte Tätigkeiten morgens besser funktionieren als nachmittags.

Das ist völlig normal.

Entscheidend ist, dass du regelmäßig reflektierst:

  • Was hat diese Woche gut funktioniert?
  • Wo war mein Plan unrealistisch?
  • Welche Aufgaben habe ich unterschätzt?
  • Wo wurde ich unnötig unterbrochen?
  • Was möchte ich künftig anders machen?

Mit jeder Woche lernst du etwas dazu.

Gute Planung macht den Alltag nicht automatisch leichter. Sie verhindert auch nicht jede Überraschung. Aber sie hilft dir dabei, deine Zeit bewusster zu nutzen, den Überblick zu behalten und mit weniger Hektik zu arbeiten.

Gerade in einer Zeit ständiger Ablenkungen kann das ein entscheidender Vorteil sein.

Fazit: Planung schafft Freiheit

Paradoxerweise schränkt gute Planung nicht ein – sie schafft Freiheit.

Wer seine Aufgaben bewusst plant, muss weniger improvisieren. Wer Prioritäten kennt, trifft Entscheidungen leichter. Und wer Puffer einbaut, reagiert gelassener auf Unvorhergesehenes.

Plane deshalb nicht perfekt. Plane realistisch.

Bereite dich sorgfältig vor. Gehe zuversichtlich an deine Aufgaben. Bleibe beharrlich an deinen Zielen. Und vergiss nicht, auch die kleinen Fortschritte wahrzunehmen.

Denn oft sind genau sie der Anfang großer Erfolge.

Ergänzungen und Fragen von dir

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Geschrieben von

Michael Behn
Michael Behn

Michael arbeitet als Trainer und Coach im Bereich Kommunikationstraining und Selbstmanagement. Er arbeitet bundesweit für kleine und mittelständische Unternehmen. Schwerpunkt sind Führungstrainings, Verkaufstrainings und das Thema Zeit- und Selbstmanagement. Er ist Gründer von blueprints, was seit dem Jahr 2000 eine Leidenschaft von ihm ist. -> Michael Behn auf Xing: https://www.xing.com/profile/Michael_Behn/web_profiles ||| Beraterprofil: https://www.behn-friends.de/fileadmin/user_upload/PDF/bf-Trainer-_und_Beraterprofil-Michael-Behn-19U.pdf

https://www.behn-friends.de/

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