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ImageDie Karriere und Nichtkarriere von Politikern, die Ergebnisse von Wahlen und die Misserfolge und Erfolge von Unternehmen müssten vielen Ratgebern und sogenannten Erfolgsgurus zu denken geben - all jenen, die immer noch glauben, andere mit Ratschlägen und Vorschlägen aus der eigenen Erfolgsfaktorenküche beglücken zu müssen. Wollen allein macht aus einem Esel kein Pferd!

Ein Ziel, ein vom Verstand produziertes und gewolltes Ergebnis, kann auch vom richtigen Weg abbringen. Mancher verfolgt (s)ein Ziel 16 Jahre lang und merkt erst, wenn er es erreicht hat, dass er besser daran getan hätte, einen anderen Weg zu gehen. Dass das oft gepredigte "du musst nur wollen" oder "du musst nur positiv denken" nicht funktioniert, beweisen viele Schüler und Spitzensportler, die wollen, aber an die Grenze der eigenen Möglichkeiten stoßen. Wie viele von den tausenden werden Stars? Wäre es so leicht, wie es manche Gurus darstellen, gäbe es auch keinen so eklatanten Mangel an Spitzenverkäufern und Führungskräften - oder sollte man annehmen, dass alle die wenig verkaufen oder nicht weiterkommen nicht positiv genug denken und nicht wollen?

Selbst die Erfolgsautoren (ihr Erfolg zeigte, wie sehr schwache Führungskräfte und Unternehmer nach Rezepten suchen!) Peters und Watermann mussten erkennen, dass es Erfolgsfaktoren an sich nicht gibt. Viele der Unternehmen, die sie in ihrem Buch "Auf der Suche nach Spitzenleistungen" als exzellent benannt hatten, waren einige Jahre danach zum Teil mit erheblichen Problemen konfrontiert.
Gäbe es für alle gültige Erfolgsfaktoren, gäbe es nur Erfolgreiche! Imitationen sind wenig erfolgversprechend. "Wer in den Fußstapfen eines anderen geht, kann ihn nicht überholen" lernen Hamburgerproduzenten ebenso wie Supermärkte. Originale wie z.B. ALDI sind nicht mit deren Erfolgsfaktoren überholbar! Das spricht nicht gegen Benchmark. Dabei aber wird nicht imitiert, sondern begriffen!
Dass auch Ausbildung nur eine Eintrittskarte ins Berufsleben darstellt, zeigt die Erfahrung. Vor wenigen Tagen berichtete die Wirtschaftswoche, dass von den 40 erfolgreichsten jungen Gründerunternehmen der USA nur 10 ein Studium haben, 12 ihr Studium abbrachen und die restlichen 18 Millionäre und Milliardäre normale Schulbildungen aufweisen. Schulische Leistungen sind von Ausnahmen abgesehen nicht mit dem Lebenserfolg korrelierbar und damit keine Erfolgsfaktoren an sich. Ohne Begabung bringt auch ein Studium nur wenig. Wer sich nur gerade so durchgelitten hat, tut sich schwer am Arbeitsmarkt und wer hervorragende Abschlüsse erreicht hat, hat sich vielleicht zu einseitig entwickelt. Je leichter das Studium fällt, desto wichtiger ist es, parallel Praxis zu tanken. Viele Universitäten bieten deshalb heute schon Gespräche mit Praktikern und andere Möglichkeiten.
Nicht, dass Lebensziele und Erfolgsfaktoren unwichtig wären. Sie motivieren und helfen nur, wenn sie den eigenen Wünschen und Möglichkeiten entspringen. Sie motivieren und helfen nicht oder nur kurzfristig, ja schaden oft sogar, wenn sie in der von eitlen Selbstdarstellern geforderten und praktizierten Art einsuggeriert werden. Die Methode X, die Lebensschule nach Y und die Z-Technik sind trotz der oft interessanten Inhalte schon deshalb gefährlich, weil sie davon ausgehen, dass man nur dieser Methode folgen müsse, um erfolgreich zu sein. Solche Schablonen sind höchstens Benchmark-geeignet. Nur dafür muss man sich intensiv damit und mit den Denkhintergründen auseinandersetzen und das wird von den Anbietern oft verhindert.
Wer wirkliche Entwicklung will, muss seine Erfolgsfaktoren kennen lernen. Nur auf der Grundlage der eigenen Lebensaufgabe, der entwickelbaren Begabungen, und in Unternehmen auf der Grundlage der dort schlummernden Potentiale ist wirklicher Erfolg möglich. Schließlich ist Erfolg definiert als "das positive Ergebnis zweckvollen Handelns". Um zweckvoll handeln zu können, sind neben anderen Einflussfaktoren die eigenen Ziele, die eigenen Werte und die Kenntnis um die Erwartungen der Zielgruppen notwendig.
Nur was im Selbst (an Gene gebundene Informationen) begründet ist, wird möglich. Sowohl bei der Beratung, als auch im Training und noch mehr im Coaching beginnt der Erfolg, wenn die eigenen Erfolgsfaktoren miteinander übereinstimmen und mit der in der Zeitqualität liegenden Möglichkeit harmonieren.
Die im Selbst begründeten Potentiale sind entsprechend dem Polaritätsprinzip aber nicht nur positiver, sondern auch negativer Art. Was dabei positiv oder negativ bewertet wird, hängt von der jeweiligen Situation und den Glaubenssätzen des Bewertenden ab.
Ich habe Menschen erlebt, deren Schwäche im jeweiligen Beruf, z.B. als Angestellter im Innendienst zu viel zu reden und aus Unruhe ständig unterwegs zu sein, als Stärke im neuen Beruf eines Außendienstverkäufers nutzbar wurden und innerhalb kurzer Zeit einen Aufstieg in leitende Positionen ermöglichten.
Man sagt nicht umsonst, wer sich Schwächen abgewöhnt wird nur weniger schwach, aber nicht stark! Wer aber seine Stärken nutzen und seine Schwächen in einem Team kompensiert haben will, muss diese kennen und bekennen. Dies geht aber nicht, wenn er sie unter positivem Denken versteckt.
Diese Ausführungen erteilen eine deutliche Absage an jene, die glauben durch Imitation und Übernahme von Tricks und Schablonen erfolgreich werden zu können. Vielleicht verdienen sie damit kurzfristig mehr Geld - ich habe aber niemanden kennen gelernt, der so dauerhaft erfolgreich war. Erfolg wird schon lange nicht mehr nur an wirtschaftlichen Ergebnissen festgemacht. Erfolgreich wird der benannt, der auch Harmonie im privaten Bereich und körperliche, geistige und seelische Fitness erreicht hat.

Horst Rückle (Unternehmensberater, Coach und Trainer)

 

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