Rätsel: Warum sind die Gezeiten unterschiedlich hoch?

Jeder, der an der Nordseeküste schon mal Urlaub gemacht hat, hat Ebbe und Flut erleben können und dass der Wasserpegel zwischen 2 und 3 Metern schwankt.

Wer in Frankreich in der Nähe von Saint Malo Urlaub gemacht hat, konnte dort einen Tidenhub von bis zu 13 Metern erleben.

Wie hoch ist der "Wasserhügel", den der Mond durch seine Anziehungskraft auf dem weiten Ozean hervorruft und warum gibt es so große Unterschiede?

Wird eigentlich auch das Festland durch den Mond beeinflusst?

Ein kleines Boot ist bei Ebbe trocken gefallen.
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Lösung: Der Wasserberg, der durch den Mond um die Erde gezogen wird, ist ca. 50 Zentimeter hoch. Aber durch die Trichterwirkung am Ärmelkanal werden die Wassermassen so zusammengedrängt, dass sich dieser enorme Pegelunterschied aufbaut.

Auch die Landmassen werden von dem Mond beeinflusst und durch ihn ca. 10 Zentimeter angehoben.

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Wie wurde und wird die Energie der Gezeiten genutzt?

Die Nutzung der Energie der Gezeiten reicht weit in die Geschichte zurück und entwickelt sich bis heute weiter, um den wachsenden Bedarf an nachhaltigen Energiequellen zu decken. Die Gezeitenenergie, eine Form der Wasserkraft, nutzt die Bewegungen von Ebbe und Flut, um Elektrizität zu erzeugen. Diese Art der Energiegewinnung ist vorhersehbar und umweltfreundlich, da sie keine fossilen Brennstoffe verbrennt und eine geringe Umweltbelastung hat.

Historische Nutzung

Die Gezeitenmühlen

Die früheste bekannte Nutzung der Gezeitenenergie waren Gezeitenmühlen. Die erste dokumentierte Gezeitenmühle wurde im Römischen Reich um 787 n. Chr. erwähnt. Diese Mühlen nutzten das ein- und ausströmende Gezeitenwasser, um Mühlensteine zum Mahlen von Getreide zu drehen. In Europa, besonders in Großbritannien und Frankreich, wurden Gezeitenmühlen bis ins 19. Jahrhundert weit verbreitet eingesetzt.

Moderne Nutzung

Gezeitenkraftwerke

Im 20. Jahrhundert begann die Entwicklung moderner Gezeitenkraftwerke. Diese nutzen die kinetische Energie des Wassers während der Gezeitenwechsel, um Turbinen anzutreiben und Elektrizität zu erzeugen.

  • Staudamm-Systeme: Das bekannteste Beispiel eines Gezeitenkraftwerks ist das Rance-Gezeitenkraftwerk in Frankreich, das 1966 in Betrieb genommen wurde. Es nutzt einen Staudamm, um bei Flut Wasser einzufangen und bei Ebbe durch Turbinen abzulassen, um Elektrizität zu erzeugen.
  • Unterwasserturbinen: Ähnlich wie Windturbinen können Unterwasserturbinen in Gebieten mit starken Gezeitenströmungen installiert werden, um die kinetische Energie des fließenden Wassers zu nutzen.
  • Dynamische Gezeitenkraftwerke: Diese noch experimentellen Anlagen nutzen schwimmende Turbinen, die sich mit den Gezeiten auf und ab bewegen, um Energie zu erzeugen.

Gezeitenschwimmbäder

In einigen Küstengemeinschaften wurden natürliche oder künstliche Schwimmbäder gebaut, die bei Flut vom Meer gefüllt werden und bei Ebbe das Wasser speichern, um sichere Schwimmbereiche zu bieten. Diese Nutzung ist zwar nicht energetisch, zeigt aber die kreativen Wege, wie Menschen Gezeitenphänomene nutzen.

Zukünftige Entwicklungen

Mit dem zunehmenden Fokus auf erneuerbare Energien wird die Gezeitenenergie als potenzielle Quelle sauberer Energie weiter erforscht. Fortschritte in der Technologie könnten die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Gezeitenkraftwerken verbessern, insbesondere in Regionen mit starken Gezeitenbewegungen. Forschung und Entwicklung konzentrieren sich auf die Minimierung ökologischer Auswirkungen, die Verbesserung der Turbinentechnologie und die Erkundung neuer Standorte für Gezeitenkraftwerke.

Die Nutzung der Gezeitenenergie steht exemplarisch für das Bestreben, sich die Kräfte der Natur zunutze zu machen. Während die Herausforderungen bei der Umsetzung bestehen bleiben, bietet die Gezeitenenergie eine vielversprechende Möglichkeit, unseren Energiebedarf nachhaltig zu decken.

Videos zu "Gezeiten und Energie aus den Gezeiten"

Video: Wie entstehen Ebbe und Flut?

Länge: 2:28 Minuten

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Video: Gezeitenenergie einfach erklärt | Welt der Zukunft | Doku

Länge: 56:01 Minuten

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Geschrieben von

Michael Behn

Michael Behn

Berufsfeld

Michael arbeitet als Trainer und Coach im Bereich Kommunikationstraining und Selbstmanagement. Er ist Gründer von blueprints.de, was seit dem Jahr 2000 eine Leidenschaft von ihm ist. 

Tätigkeitsgebiet

Er arbeitet bundesweit für kleine und mittelständische Unternehmen. Schwerpunkt sind Führungstrainings, Verkaufstrainings und das Thema Zeit- und Selbstmanagement. 

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