
Ein starkes Paar: Glück und Gesundheit
Glück ist nicht nur ein erstrebenswertes Gefühl, sondern wirkt sich obendrein positiv auf die Gesundheit aus. Das überrascht nicht wirklich, wird aber manchmal vergessen.
Dabei spielen wohl verschiedene Faktoren zusammen. Zum Beispiel zeigen glückliche Menschen eine geringere Anzahl an Stresshormonen im Blut. Des Weiteren ist das Blut dünner, was das Herz erfreut. Lesen Sie hier über die Erkenntnisse aus Studien, was zu Anregungen für unseren Alltag werden könnten.
Studien über Gesundheit und Glück
In einer Studie an 20.000 Briten fand man heraus, dass depressive Menschen fast dreimal häufiger an einem Herzinfarkt sterben.
2010 veröffentlichte die Columbia-Universität in New York die Ergebnisse einer Langzeitstudie. 1700 anfangs gesunde Menschen wurden zehn Jahre begleitet. Ein Ergebnis: je positiver die Lebenseinstellung, desto geringer das Herzinfarkt-Risiko. Mit dem Dasein unzufriedene Erdenbürger erleiden 22 Prozent mehr Herzinfarkte und Angina Pectoris-Anfälle (Schmerzen, die durch Durchblutungsstörung im Herzen ausgelöst werden).
Amerikanische Wissenschaftler entdeckten bei der Untersuchung an Nonnen, dass Glückliche ebenfalls länger leben. Die Nonnen schrieben als junge Frauen für ihre Vorgesetzten Autobiografien. Das Resultat: Die Schwestern, in deren Texten überwiegend positive Gefühle zum Ausdruck kamen, wurden bis zu zehn Jahre älter.
"Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern."
In einer großen Auswertung mehrerer Studien (Metastudie) nach neuen Gesichtspunkten bestätigte der niederländische Glücksforscher Ruut Veenhofen den Lebensverlängerungseffekt für alle Menschen.
In einer weiteren Studie in den USA (Carnegie-Mellon-Universität, Pittsburgh) fanden Forscher heraus, dass Glückliche seltener krank sind und schneller gesund werden. Man setzte Menschen absichtlich einem Erkältungsvirus aus und stellte fest, dass die glücklicheren Menschen seltener erkrankten und wenn doch, dann weniger schwer. Ihr Immunsystem war stärker und wurde besser mit den Erregern fertig.
Der Arzt Herophilos (um 335 v.Chr.) schrieb zum Thema vor über 2.300 Jahren so treffend:
"Ohne Gesundheit können sich Wissen und Kunst nicht entfalten, vermag Stärke nichts auszurichten und Reichtum und Intelligenz liegen brach."
Sechs weitere Erkenntnisse über glückliche Menschen
- Glück setzt im Gehirn Glücks-Hormone frei, die sich auf fast alle Körperfunktionen positiv auswirken.
- Sie haben weniger Stresshormone im Blut und das Blut ist dünner - beides gut für das Herz.
- Sie werden seltener krank und man geht davon aus, dass sie schneller gesund werden.
- Der Glückliche ist seltener allein und einsam, was ihn vor Krankheit und vorzeitigem Altern schützt.
- Glück macht uns weniger anfällig für ungesundes Verhalten. Wer glücklich ist, sucht keinen Trost in Alkohol, Drogen, Zigaretten etc.
- Glückliche lachen mehr, was eine hervorragende Medizin darstellt.
Die Erkenntnisse zeigen: Glück und Gesundheit gehören zusammen. Zwar können wir nie genau sagen, was von beiden zuerst da war, aber es gilt: Sein Glück zu finden und glücklich zu sein lohnt sich. Aber dazu bedarf es häufig der Arbeit an uns - doch welch ein Lohn!
Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wie hängen für Sie Glück und Gesundheit zusammen?
Ergänzungen und Fragen von dir
Hast du eine Frage zum Beitrag oder etwas zu ergänzen bzw. zu korrigieren?
Hat dir der Beitrag bei deiner Frage zum Thema geholfen? Bitte gib uns Feedback. Jeder kleine Hinweis hilft uns und allen Lesern weiter. Vielen Dank!
Weiterlesen

- Glück durch Bewegung (Beitrag)
- Wie du glücklicher wirst - 12 Ratschläge von Sonja Lyubomirsky (Beitrag)
- Desiderata - Empfehlungen für ein glückliches Leben (Lebensratgeber)
- Zwei Mönche auf der Suche nach dem Raum des Glücks (Geschichte)
Sie schreiben hinter ihre Namen SJ - Societas Jesus, zu Deutsch: Gesellschaft Jesu. Ein Exerzitienmeister des Ordens hat fünf Prioritäten für die Mitglieder zusammengestellt. Sie sollen die Führung eines Lebens ermöglichen, das am Ende als erfüllt erlebt wird. Welchen Punkt würdest du an oberster Stelle vermuten? Wir waren überrascht ...
Auch die übrigen vier Prioritäten können ganz und gar weltlich gelebt werden.
Geborgenheit: Ein Zustand, wo wir uns behütet und wie in einem sicheren Hafen fühlen. Es durchfließt unseren Körper und unsere Seele. Wir erleben absolute Entspanntheit und eine Art inneren Frieden.
Wie können wir in einer scheinbar unsicheren Welt, die vermeintlich so voller Veränderungen, Gefahren und "Unzufriedenheitsmachern" ist, für uns ein Gefühl der Geborgenheit – ein Vertrauen in uns und diese Welt – erschaffen?
Geborgenheit ist extrem wichtig für uns ► 17 Tipps für das Erleben von Geborgenheit ► Übung und Anleitung ► Download und Umfrage zum Thema "Geborgenheit schaffen"
Hier weiterlesen: Geborgenheit schaffen – so entsteht Geborgenheit
Professorin Sonja Lyubomirsky unterrichtet an der Universität von Kalifornien, Riverside, und beschäftigt sich mit der Psychologie des Glücklichseins (Happiness).
In ihrem Buch "The How of Happiness" (deutsche Ausgabe: Glücklich sein: Warum Sie es in der Hand haben, zufrieden zu leben) geht sie von den folgenden Prämissen aus, die uns positiv und nachdenklich gestimmt haben.
Innere Unruhe, Nervosität und Ärger sind auf Dauer keine guten Gäste, denn irgendwann kommt der Punkt, an dem wir somatisieren – wir werden krank. So mancher schläft schlecht, andere haben Durchfall … Kopfschmerzen, Rückenleiden, Herzrasen oder Bluthochdruck – die Seele leidet und der Körper schreit auf.
Häufig sind Probleme oder nicht gelöste Konflikte die Gründe. Diese sind natürliche Beigaben zum Leben und kaum zu ändern. Was wir ändern können, ist unsere Einstellung bzw. unsere geistige Haltung. Wer nicht lernt, etwas gleichmütiger und gelassener die Probleme und Konflikte zu betrachten, der raubt sich viel Energie, Lösungsmöglichkeiten, Schlaf etc.
Gelassenheit ist eine hilfreiche Zutat, wenn auf dem "Speiseplan" steht – "ein wenig reifer werden". Nutze die Anregungen aus über 2000 Jahren Gelassenheitssuche und das Übungsprotokoll für deinen Weg.
Wir haben aus den verschiedenen Philosophien und Schulen des Denkens wertvolle Anregungen extrahiert. Sie sind jeweils als "Gleichmut-Merksatz" gekennzeichnet.
"Erkenne dich selbst!", ist oberhalb der ersten Tür zum Tempel von Delphi zu lesen. Könnte dies auch ein Hinweis für die Beschäftigung mit unserer Gemütslage sein? Wahrscheinlich, denn wir Menschen sind große Selbsttäuscher.
Zahlreiche Studien belegen, wie stark sich Menschen selbst bei den grundlegendsten Dingen in Bezug auf sich selbst irren. Mit der folgenden Übung kannst du dieses Phänomen testen – und gleichzeitig über die gestiegene Achtsamkeit deine eigene Zufriedenheit fördern. Nutze dazu auch die Vorlagen und eventuell eine der empfohlenen Apps.
Hier weiterlesen: Wie fühle ich mich? Die Achtsamkeitsübung mit Downloads





