Scharade-Rätsel: Was geschah in der Nacht?
Als bei Nacht, bei Sternenglanze
Meine Erste tat die Zweite,
Und dann suchte rasch das Weite,
War vollbracht das schlechte Ganze.
Was war geschehen?
Heinrich von Levitschnigg (1810 - 1862), österreichischer Schriftsteller
Hinweis: Die Lösung ergibt sich durch das Prinzip der Scharade: Ein zusammengesetztes Wort wird in seine Einzelteile zerlegt - und diese werden bildhaft oder metaphorisch beschrieben.
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Die Lösung ergibt sich durch das Prinzip der Scharade: Ein zusammengesetztes Wort wird in seine Einzelteile zerlegt - und diese werden bildhaft oder metaphorisch beschrieben.
- "Meine Erste" = Dieb
- "tat die Zweite" = stahl (Vergangenheitsform von "stehlen")
- Zusammengesetzt: Dieb + stahl = Diebstahl
Das Rätsel im Detail betrachtet
- "Als bei Nacht, bei Sternenglanze ..." - Das Setting deutet auf eine Tat hin, die typischerweise im Schutz der Dunkelheit stattfindet - also ein Verbrechen.
- "Meine Erste"- der Dieb - Das erste Wortsegment ist eine handelnde Person - ein Dieb.
- "tat die Zweite" - stahl - "Die Zweite" ist eine Handlung - stahl (die Tat des Stehlens).
- "Und dann suchte rasch das Weite" - Der Täter flieht - ein weiteres Indiz für eine Straftat.
- "War vollbracht das schlechte Ganze" - Wenn der Dieb stiehlt, ist der Diebstahl vollzogen.
Funfacts zur Lösung
1. Ursprung des Wortes "Diebstahl"
Das Wort geht zurück auf das althochdeutsche dioban (stehlen) und stala (Raub). Bereits im 8. Jahrhundert nachweisbar - eines der ältesten Rechtswörter der deutschen Sprache!
2. Scharaden waren literarischer Zeitvertreib
Scharaden waren im 18. und 19. Jahrhundert äußerst beliebt - besonders in Salons der Oberschicht. Sie galten als "intellektuelles Gesellschaftsspiel" der feinen Leute.
3. Gehirnjogging-Effekt
Scharaden fördern das semantische Denken - das bedeutet, du trainierst dabei die Fähigkeit, Bedeutungen in sprachlichen Kontexten zu erkennen. Außerdem wird dein Arbeitsgedächtnis beansprucht: Du hältst Informationen kurzfristig im Kopf, um sie zu kombinieren.
4. Wer war Heinrich von Levitschnigg?
Ein heute fast vergessener Autor, der sich auf Rätsel- und Reimliteratur spezialisierte. Viele seiner Werke erschienen anonym oder in Rätselsammlungen ohne Autorenangabe. Sein Stil: kurz, pointiert, überraschend.
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