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An einem Samstagmorgen schlich ich missmutig zum Bäcker. Ein schweiß-treibender Albtraum der letzten Nacht hielt mich noch gefangen. Ich grübelte über die vielen Fehler, Schicksalsschläge und Unzulänglichkeiten in meinem Leben. Ich fühlte mich zutiefst deprimiert.

Beim Bäcker stand die Schlange bis auf die Straße. Natürlich! Bevor ich endlich an der Reihe war, hatte ich noch eine alte Dame vor mir, die sich partout nicht entscheiden konnte, dafür aber den halben Laden leerkaufte. Ich kochte innerlich. Kurz angebunden bezahlte ich meine Brötchen und zog ohne Gruß ab.

Auf dem Heimweg wollte ich meiner Wut Luft machen und einen Stein von der Straße kicken. Dabei rutschte mir die Brötchentüte unter dem Arm weg und knallte aufs Pflaster. Bravo! Voller Wut bückte ich mich um die Brötchen einzusammeln.

Plötzlich kam wie aus heiterem Himmel ein kleiner Spatz angeflogen, hüpfte mitten zwischen meine Brötchen und fing an fröhlich zu picken. Dabei schaute er mich frech mit seinen Knopfaugen an, als wolle er sagen: "Danke Kumpel, was für eine nette Überraschung!"

Ich konnte nicht anders, ich musste einfach lächeln. Dieser niedliche, freche kleine Kerl hatte die Gelegenheit, die ihm sein Schicksal bot, sofort genutzt.

Ich formte mein T-Shirt zu einer Schürze und sammelte die Brötchen ein. Dann hob ich den Kopf und zum ersten Mal sah ich bewusst, wie wunderschön dieser Sommermorgen war:

Der Himmel knallig blau, das Korn neben mir leuchtete in der noch tiefstehenden Sonne. Die unendliche Vielfalt der verschiedenen Grünschattierungen, die Luft war mild und wie Samt. Ich trank das Bild dieser wunderschönen Landschaft förmlich.

Ich schlenderte weiter und sinnierte, wie unglaublich gut ich es doch hatte. Eine heile Welt ohne Kriege, Hungersnöte, Katastrophen. Zwei gesunde Arme und Beine. Genug zu essen; sauberes Wasser usw.

Worauf sollte ich wohl neidisch sein? Hatte ich wirklich Grund zu Unzufriedenheit? Als ich zu Hause ankam fiel mir auf, dass ich die ganze Zeit das Lied von Louis Armstrong summte: "What a wonderful World …!"

Autor: Peter Milz, blueprints Team

 

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