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gut bewegt halb gewonnen

Jahresanfang oder der letzte Arztbesuch sind lange vorüber und die anschließenden sportlichen Vorsätze in den Mühlwerken des Alltages zerborsten. Der Wunsch nach den Früchten vermehrter Bewegung ist wohl weiterhin vorhanden, doch ... - aus welchen Gründen auch immer - die Trägheit hat wieder einmal ihren täglichen Sieg verbucht.

Mittlerweile gibt es ein Werkzeug, dass viele, viele, wirklich viele im Bekanntenkreis tagtäglich dazu animiert, mit Freuden und vorher unbekanntem Ehrgeiz den gesundheitlichen Ansprüchen nach Bewegung regelmäßig nachzukommen. Dieses Motivations-Wunder kostet um die 20 Euro und nennt sich ...

 

Motivationswunder Schrittzähler

"6.000 Schritte sollst du auf jeden Fall pro Tag gehen, am besten 10.000"

... lautet die Empfehlung von vielen Seiten (siehe hier oder hier und hier und hier). Das sind ungefähr 4 bis 5 Kilometer zu Fuß. Es ist allerdings schwierig, über den Tag seine zurückgelegte Wegstrecke geschweige denn die Anzahl der Schritte zu schätzen. Diese Aufgabe erledigt der Schrittzähler.

 

 
 

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"Zu unserer Natur gehört die Bewegung; die vollkommene Ruhe ist der Tod."

Blaise Pascal (* 1623, † 1662),
französischer Religionsphilosoph und Naturwissenschaftler, Begründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung

 

Der Effekt

Ja, und kaum ist so ein Gerät um das Handgelenk geschnallt oder an den Gürtel geklemmt können sie beim Mitmenschen eine Mutation beobachten: Sie/er will unbedingt die zum Ziel gesetzte Schrittzahl erreichen.

Eine bisher unbekannte Begründung für häusliche Abwesenheit tritt auf:

"Ich war noch ein paar Schritte draußen."
"Du???"
"Ja, ich. Wieso?"

Studien bestätigen dieses subjektive Erleben.

 

Luft und Bewegung sind die eigentlichen geheimen Sanitätsräte.

Theodor Fontane (* 1819, † 1898),
dt. Schriftsteller, Journalist, Erzähler und Theaterkritiker

 

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Ursachen

Die Gründe für diesen Bewegungs-Motivationsschub sind vielfältig. Zum einen ist da die Bewusstmachung des eigenen Tagespensums. Wir wissen auf den Schritt genau, wie viel wir heute gegangen sind, solange wir den Schrittzähler umgelegt hatten. Alleine dies reicht aus, Selbsttäuschungen (der Weg zum Auto hat bestimmt 500 Schritt ...) die Luft zu entziehen.

Gib deinem Ziel Maß und Datum

Dann tritt der Effekt ein, den wir stets für eine Konkretisierung eines Zieles besprechen: Auf einmal kann das Ziel angepeilt werden, mit jedem Schritt kommen wir ihm näher. Salamitaktik par excellence.

Siegeswille

Als Drittes scheint so etwas Ähnliches wie bei Sport und Spiel ausgelöst zu werden: Wir wollen gewinnen. Sieg heißt hier:

Herausforderung gewonnen, Tagesziel erreicht.

Das löst bei uns Glücksgefühle aus. Vermutlich spannt das Gehirn hier irgendeinen Bogen zum früheren Jagderfolg, vielleicht liegt es aber einfach nur daran, dass erfolgreiche Spieler einen Evolutionsvorteil besitzen.

Was auch immer: Das Erreichen des Schrittzieles löst Zufriedenheit aus. Darum sind wir bereit, uns vom Sofa auf die Straße zu begeben.

 

Wie viel Schritte sind genug?

Wie gesagt: Gemeinhin gelten 6.000 Schritte als Minimum-Empfehlung für die tägliche Bewegung. Bei 10.000 Schritte hat eine Studie der Ärztekammer zahlreiche positive Effekte nachgewiesen: von Gewichtsabnahme bis Schutz vor Demenz.

Unser Rat: Hören Sie im Zweifelsfall auf Ihren Körper. Wenn es genug für heute ist, wird er es Ihnen signalisieren. Vermutlich wird er aber im Laufe der Zeit immer mehr Lust an einer Erhöhung der Schrittzahl bekommen. Beidem dürfen Sie mit gutem Gewissen nachkommen :-)

 

Fett und gefrustet

Ich brauche keinen Fitnesstracker, ich weiss auch so, dass ich faul bin

Minions

 

Wo Licht ist, ist auch Schatten und kein Rat gilt für alle. So zeigte eine Studie zwar durchaus, dass Nutzer von Fitness-Armbändern nach sechs Wochen im Durchschnitt 970 Schritte mehr pro Tag gingen als zuvor ohne Schrittzähler. In einer anderen Studie hingegen nahmen die Schrittzähler-Nutzer 3,5 Kilogramm weniger in einem halben Jahr ab als die Kontrollgruppe ohne Tracker. Die These des verantwortlichen John Jaicic dazu lautete, dass die Fitness-Tracker-Nutzer nach ihren Tageserfolgen übermütig wurden und annahmen, dass sie nun besonders viel essen dürften ...

Zudem gilt: Wer selten die angestrebte Tagesdosis an Schritten erreicht, wird durch einen Schrittzähler wohl eher frustriert. Dann würden wir es wie die Hälfte der vermuteten 33 Millionen Amerikaner mit Fitness-Trackern halten: Ab in die Schublade mit dem Gerät.

 

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Achtsamkeit ade?

Kritische Geister könnten in Schrittzählern auch einen Verlust an Achtsamkeit befürchten. Merke ich nicht von selbst, dass ich mich heute noch nicht genug bewegt habe? Wäre nicht das Einüben achtsamen Hineinspürens in den Körper auf lange Sicht viel erfüllender und nachhaltiger als ein Abschieben dieser hilfreichen Anstrengung auf den Schrittzähler?

 

Dennoch: Wir würden zu einem Versuch raten. Bleibt die Frage: Welche der vielen angebotenen Schrittzähl-Möglichkeiten sollte ich nutzen?


Von Smartwatch bis Gürtelclip

Bringt eine teure Smartwatch, die neben der Schrittzählerfunktionalität noch Wegstreckenmessung per GPS, WLAN-Anbindung für WhatsApp- und E-Mailbenachrichtigungen sowie integriertem MP3-Player einen Vorteil gegenüber dem 20 Euro Armband, das nur die Schritte zählt?

Achtung: Datenschutz

Handyapps und viele Fitnesstracker besitzen die Fähigkeit, ihre Bewegungsdaten in der Cloud, bei App-Anbietern oder gar Versicherungen zu speichern. Das bringt manchmal Vorteile, aber Sie verlieren auch ein Stück Privatsphäre. Überlegen Sie sich gut, ob es Ihnen das wert ist.

 

Vielleicht ist aufwendige Technik für manchen motivierender, das will individuell bewertet werden.

Eigenerfahrungen

Ich hatte mir solch ein Technikpaket zugelegt und es nach wenigen Wochen gegen einen einfachen Schrittzähler zurückgetauscht. Was war geschehen?

Zwar fand ich es durchaus hilfreich, die eingehenden Mails und sonstigen Nachrichten schnell auf der Uhr zu checken und auch beim Laufen motivierte es zusätzlich, genau die zurückgelegte Entfernung verfolgen zu können und direkt einen Pulszähler am Handgelenk zu haben.

 

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Doch dann bekam ich ein schlechtes Gefühl: WLAN, GPS, Pulsmessung und Bluetooth, das alles direkt an meinem Handgelenk, den ganzen Tag und wenn man den Schlaf überwachen lassen will auch in der Nacht ... Das wurde mir unheimlich.

Natürlich, man kann alles abschalten oder nur zeitweise nutzen. Aber wozu dann eine Smartwatch? Zudem schaltete sich das teure Teil ständig von selbst ab, so dass mir die Trennung nicht schwerfiel.

 

Unser Kauf-Rat

Weniger ist mehr. Der Motivations-Effekt eines einfachen Schrittzählers ist nicht kleiner als der eines teuren High-Tech-Wunders. Zudem halten simpel gestrickte Geräte viel länger durch. Auch GPS wird nicht zwangsläufig benötigt. Wasserdichtheit wäre hingegen m. E. sehr wohl eine sinnvolle Eigenschaft.

Auch Handy-Apps sind m. E. kritisch zu sehen: Wer trägt sein Telefon schon bei jeder Bewegung immer bei sich?

 

"Hast du auch so einen Schrittzähler?"
"Nein, ich fange erstmal langsam an. Ich habe jetzt einen Bewegungsmelder."


So starten Sie mit dem neuen Schrittzähler

Erfassen Sie zunächst für einige Tage, wie viele Schritte Sie in der Regel pro Tag zurücklegen. Steigern Sie dann diesen Wert um 1.000 Schritte pro Woche (siehe Tipps aus "Wie man seine Vorsätze einhält"), bis Sie an Ihrem Wunschwert für die Schritte pro Tag angekommen sind.

 

Wenn der Blick auf den Schrittzähler Sie aber eher frustriert, verkaufen oder verschenken Sie ihn wieder und suchen sich stattdessen eine Alternative: Wir kommen in der Guten-Morgen-Gazette immer wieder auf das Thema Bewegungs-Motivation zurück, da die positiven Effekte bei den meisten Menschen erfreulich vielfältig sind.


Angebote

Bei Amazon finden sich gut bewertete Schrittzähler ab ca. 20 Euro:

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