Bewertung: 4 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern inaktiv
 

johari fenster apix-564

So mancher möchte selbst-bewusster werden. So geschrieben wird klar, dass es mit dem Wissen über uns selber zu tun hat.

Es gibt allerdings in der Selbstwahrnehmung Lücken, Verzerrungen und Schutzmechanismen, die verhindern, dass das Wissen über sich selbst vollständig und "richtig" ist. Anfang der 70er Jahre entwickelten zwei Amerikaner ein Modell, das in seiner zeitlosen Einfachheit noch heute hilft, das Thema Selbstbewusstsein zu beleuchten und Entwicklung zu ermöglichen.

JOseph Luft und HARry Inghams Fenster (JOHARI)

Johari-Fenster

 

 

 

 

 

 

Die amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham von der Universität von Kalifornien (1972) entwickelten ein grafisches Modell, das Veränderungen von Fremd- und Selbstwahrnehmung abbildet.

Die Bereiche des Fensters zeigen auf, welche Aspekte uns und/oder unserer Umwelt bewusst oder nicht bewusst sind.

Die Bereiche

Öffentliche Person

Dieser Teil des gemeinsamen Wissens beinhaltet jene Aspekte des Verhaltens, die dem Betroffenen und seinem Umfeld bekannt sind. Da der Betroffene dieses Verhalten kennt, kann er (bis auf unveränderbare Handlungen) verändern und die Reaktionen seiner Umwelt beobachten.

Privatperson

Hier befinden sich die Aspekte des Denkens und Handelns, die jemand bewusst vor seiner Umwelt verbirgt oder nicht bekannt macht.

"Heimliche Wünsche", "empfindliche Stellen" und "tiefe Ängste" sind Beispiele. Bewusst kann jemand an diesen Punkten arbeiten, sie mit anderen besprechen und gezielt alternative Verhaltensmöglichkeiten erarbeiten.

Das "Coming out" (Herauskommen) von Homosexuellen ist ein Beispiel. Jahrelang können diese Neigungen im Bereich der "Privatperson", also verborgen vor der Umwelt, gelegen haben. Durch das Bekanntmachen wurde es zum Teil der "Öffentlichen Person".

Unbekanntes

Dieser Teil umfasst den unbewussten Bereich und ist weder dem Betroffenen noch seiner Umwelt unmittelbar zugänglich. In der Tiefenpsychologie wird dieser Anteil als "unbewusst" bezeichnet und kann dort zum Gegenstand der Arbeit werden.

Beispiele sind verborgene Talente, ungenützte Begabungen oder traumatische Erlebnisse. Diese zeigen sich zwar in Verhaltensweisen, Antrieben oder psychosomatischen Reaktionen, aber deren Ursachen sind unklar. Weder dem Betroffenen noch seiner Umwelt sind sie bewusst oder bekannt.

Mensch, erkenne dich selbst, dann weißt du alles. 

Sokrates

 

Der blinde Fleck

Hier befindet sich der Anteil des Verhaltens, den jemand selbst über sich nicht weiß oder wahrnehmen will.

Die Umwelt hingegen nimmt diese Verhaltensweisen wahr. Diese unbewussten Gewohnheiten und Verhaltensweisen können wir uns bewusst machen. Dazu müssen wir Hinweise in Form von Feedback bewusst aufnehmen oder aktiv erfragen. Auch Verärgerung und Konflikte können helfen, Anteile des blinden Flecks zu erkennen.

Da wir in diesem Fall mehr über unser Verhalten und unsere Wirkung wissen, wird der blinde Fleck verkleinert. Nun haben wir die Möglichkeit, wo gewollt, Veränderungen in unserem Verhalten herbeiführen.

Beispiele für blinde Flecken

  • Arrogant wirkendes Auftreten
  • Abwehrende Verhaltensweisen bei Kritik
  • Eindruck von Gesprächspartnern, dass wir nicht zuhören
  • Unbewusste Gewohnheiten (sprachlich, körpersprachlich)
  • Belehrende Kommunikation
  • Vorurteile
  • Killerphrasen

Selbstbewusster werden

Wer mehr über sich erfahren möchte, für den ist die Umwelt ein wertvoller Helfer. Sie spiegelt unser Verhalten. Dieser Spiegel wird nutzbar, wenn wir Kritik und Anerkennung bewusst wahrnehmen oder gar erfragen, um mehr über das eigene Wirken und Handeln wahrzunehmen.

So erhalten wir die Entscheidungsmöglichkeit, ob wir Verhaltensweisen ändern wollen oder nicht. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Selbstbewusste weniger emotional reagiert, weil er seine Schwächen, Empfindlichkeiten und Tretminen kennt.

Teilen macht Freude:

Wenn Sie nach oben scrollen, finden Sie jeweils den Text markiert, der gerade vorgelesen wird.

Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Auch interessant

Das war ein Beitrag aus der

GUTEN-MORGEN-GAZETTE

Lesefreude und spannendes Wissen seit über 15 Jahren

Aktuelle Inhalte der Gazette vom 17.03.2019

  • Effizienter Umgang mit E-Mail - diese Ideen werden Ihnen jeden Tag viel Zeit und Motivation schenken
  • Zitat der Woche
  • Wort der Woche
  • Nachdenkenswertes: Die Verfügbarkeitsheuristik
  • Mini-Kurs: Die besten Tipps zum Abnehmen (gratis)
  • Bildrätsel
  • Palindrom-Rätsel von Karl Henrici
  • Tippen Sie einmal ...
  • Humorige Anekdote
  • Beliebtester Beitrag der Vorwoche

 

Möchten Sie die Gazette jeden Sonntag früh kostenlos erhalten? 

Wenn Sie unseren Newsletter abonnieren, speichern wir Ihre E-Mail-Adresse und senden Ihnen diesen regelmäßig zu. Beim Öffnen der E-Mail und Anklicken der Links erfolgen statistische Erhebungen. Details dazu finden Sie im Punkt "Newsletter" unserer Datenschutzerklärung. Mit dem Abonnieren erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.

Die Abmeldung ist jederzeit möglich, z.B. mit einem Link unten in jedem Newsletter.

jeden Sonntag / kostenfrei / unabhängig

Anregungen durch Sinngeschichten, Fabeln, Artikel ...

Wissen und Wortschatz mit Freude vergrößern

Lesespaß und Humor von Schriftstellern, Philosophen und anderen großen Denkern