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Namen leichter merken - Wie prägen wir uns Namen besser ein?

Der Name ist eines unserer persönlichen Lieblingsworte. Nichts hören wir lieber als den eigenen Namen. Umso unglücklicher, wenn wir Schwierigkeiten haben uns Namen zu merken. Es fördert nicht gerade die eigene Sicherheit, es kommt mitunter zu peinlichen Begegnungen und wir haben eine Möglichkeit weniger, die Beziehungsebene positiv zu fördern. Doch was tun, sprach Zeus? Es gibt da einfache und hilfreiche Methoden.

 
 

Das Namensgedächtnis trainieren

Unser Gedächtnis ist eher auf das Erinnern von Bildern und Geschichten eingerichtet, als auf das Merken von abstrakten Abfolgen von Zeichen. Deswegen erinnern wir fast immer das Gesicht des anderen, aber nicht immer den Namen.

Manchmal liegt es auch daran, dass wir nicht richtig zuhören oder der Name nicht klar und deutlich genannt wurde.

Hierzu der erste Rat: Frage Sie nach. Das zeigt Interesse. Ein "Ich habe Ihren Namen nicht verstanden. Könnten Sie ihn nochmal sagen?" zeigt Interesse und ist der erste Schritt, den Namen zu merken.

Bei manchen Namen ist es sogar hilfreich, ihn buchstabieren zu lassen bzw. ihn zu notieren. Bei schwierigen Namen sollte der Name wiederholt werden und zwar mit der Frage, ob wir ihn richtig aussprechen.

Wie war Ihr Name?

Apropos: Sollten Sie einmal nach dem Namen fragen, dann bitte nicht: "Wie war Ihr Name?" Der Name hat sich nämlich seit dem letzten Treffen kaum geändert. Richtiger müsste es heißen: "Wie lautet Ihr Namen?". Etwas wertschätzender könnten Sie auch formulieren: "Ich kann mich gut an unser letztes Treffen erinnern, aber leider nicht an Ihren Namen. Könnten Sie mir bitte auf die Sprünge helfen?" 

 

Warum sind Namen schwer zu merken? 

Es kann viele Gründe haben, warum wir Namen nicht oder falsch abspeichern. Bereits diese Gründe zu kennen, schafft eine andere Bewusstheit bzw. Aufmerksamkeit, die zu besseren Resultaten führt.

  1. Wir befinden uns unter Anspannung bzw. unter Stress.
  2. Der Gesprächspartner ist ein Schnellredner, nuschelt oder spricht mit starkem, ungewohntem Dialekt.
  3. Der Namensträger kommt aus einem anderen Kulturkreis. 
  4. Wir sind abgelenkt bzw. konzentrieren uns auf etwas anderes. Fehlende Aufmerksamkeit könnte auch als wenig wertschätzend interpretiert werden. ("Dich interessiert nicht mal mein Name")
  5. Wir müssen viele Namen auf einmal memorieren.

 

Anregungen für das Merken von Namen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich Namen zu merken und dauerhaft abzuspeichern. Probieren Sie aus, was zu Ihnen passt. Manche Methoden eigenen sich auch, um generell das Gedächtnis zu verbessern. Wichtig ist, dass Sie es ein paarmal probieren und es Ihnen auch ein wenig Spaß macht. Der Erfolg wird sich dann einstellen.

 

Den Namen umgehend verwenden

Sobald Sie den Namen erfahren haben, nutzen Sie ihn im Gespräch. So gehen Sie sicher, ob Sie den Namen richtig aussprechen und Sie behalten ihn leichter. Außerdem hört Ihr Gesprächspartner gern seinen Namen. "Es freut mich, Sie kennenzulernen, Herr Wasselke. Ich hoffe, ich spreche das richtig aus." Beim Namen Müller ist die Kontrollfrage nicht notwendig. ;-)

Bitte beachten Sie, dass Sie den Namen am Anfang nicht zu häufig verwenden. Das könnte unnatürlich und aufgesetzt wirken. Wenn es Ihnen hilft, ihn häufiger zu wiederholen, dann wiederholen Sie ihn in Gedanken.

 

Wiederholen und den Namen notieren

Gerade wenn wir telefonieren, ist es empfehlenswert die Richtigkeit des Namens zu kontrollieren und dann umgehend zu notieren. Der Kanal Körpersprache ist nicht wahrnehmbar und so fehlt uns eine Möglichkeit der Kontrolle, ob der Name richtig verwendet wurde. Vielen hilft beim Lernen und Behalten das Aufschreiben - deswegen: Notieren Sie den Namen.

Mehrere Namen merken

Ich lerne in meinen firmeninternen Seminaren häufig eine Gruppe von Damen und Herren kennen. Ich nutze Namensschilder und übe am Anfang immer die Namen und frage bei etwas schwierigeren Namen, ob ich ihn richtig ausspreche. Zusätzlich mache ich mit meiner hochauflösenden Fotokamera ein Bild von der Gruppe. Vorher kontrolliere ich, ob die Namensschilder der Teilnehmer auf dem Bild zu sehen sind. Das Bild nutze ich dann für das Protokoll, aber auch dazu, um vor dem nächsten Seminar mir die Namen der Teilnehmerinnen und Teilnehmern einzuprägen. 

  

 

Nutzen Sie Gedankenstützen - nutzen Sie Eselsbrücken

  • Den Herrn Vogel haben Sie kennengelernt und er hat große Ohren. Diese Ohren könnten in Ihren Gedanken zu seinen Flügeln werden …
  • Die Frau Müller haben Sie auf einer Party kennen gelernt. Sie ist etwas kleiner, schwarze Haare … Gerd Müller war früher einer Ihrer Lieblingsfußballspieler …
  • Herr Path ist ein neuer Kollege. Er ist ein rustikaler Typ, ein Naturbursche - Pfadfinder heißt im Englischen Pathfinder. Da Sie ihn nicht mehr "finden" müssen, bleibt "Path" übrig.

Lassen Sie es ruhig ein wenig verrückt sein. Humor und komische Bilder helfen ungemein beim Behalten.

Hier finden Sie eine weitere Anregung zum Thema Gedankenstützen: Nutzen Sie die Brücken der Esel

Wortschatz: Eselsbrücke

Der Esel ist bekannt als störrische Art der Unpaarzeher. So weigert sich das Tier auch meist beharrlich, selbst die kleinsten Wasserläufe zu durchwaten. Daher baute man früher häufig kleine Brücken, um mit den Eseln trotzdem ans Ziel zu gelangen. 

Heute meinen wir mit einer "Eselsbrücke" einen kleinen Spruch oder Reim, der dem besseren Merken von Daten und Fakten dient. Man geht also einen kleinen Umweg, um ans Ziel (dem Merken) zu gelangen.

Beispiel: Wer nämlich mit "h" schreibt ist dämlich! 

 

 

 

Die Einstellung - andere glücklich machen

Über die US-Schauspielerin Joan Crawford wird berichtet, dass sie gezielt Menschen mit ihrem Namen angesprochen hat. Als Grund gab sie an: "Ich merkte, wie viel es den Leuten im Studio zu bedeuten schien, der Crew, jedem, sogar den Fans. Ich sah, wie glücklich sie das machte, und mich machte es glücklich zu wissen, dass ich in der Lage war, genau das zu tun."

Genau diese Einstellung hatte ihr geholfen, sich viele Namen zu merken. Eine großartige Einstellung, um sich Namen zu merken und seinem Umfeld Wertschätzung zu zeigen.

"Wer den Namen eines anderen behält und ihn immer weiter ausspricht, macht dem Betreffenden ein diskretes, aber wirkungsvolles Kompliment."

Dale Carnegie

 

 

Was könnten Sie sagen, wenn Ihnen der Name nicht einfällt?

Hier einige Ideen und Formulierungen. Sie sollten zu Ihnen und zur Situation passen bzw. angepasst werden. Denken Sie bitte daran, dass Patentrezepte selten passen.

  • "Eine meiner Schwächen ist mein Namensgedächtnis. Bitte helfen Sie mir beim Üben und sagen mir Ihren Namen erneut." Nun gilt es natürlich. Nach dieser Selbstoffenbarung und dieser Ansage, sollten Sie den Namen beim nächsten Mal wissen.
  • "An unser Gespräch kann ich mich erinnern … aber bitte helfen Sie mir. Ihr Name fällt mir im Moment nicht ein."
  • "Drei Dinge kann ich mir nicht merken. Das eine sind Namen, das andere Zahlen, und das dritte habe ich vergessen."
    Dieses Zitat von Curt Goetz, humorvoll genutzt, verfehlt selten seine Wirkung.

Alles ist Training

Probieren Sie verschiedene Wege aus und üben Sie. Der Erfolg wird sich einstellen, wenn Sie Ihren besten Weg nach und nach entwickeln.

Üben Sie und trainieren Sie das Behalten von Namen. Sie zeigen Wertschätzung sowie Interesse am anderen und gewinnen Sicherheit und Souveränität für das nächste Treffen. Und denken Sie bitte daran, nichts hören wir lieber als den eigenen Namen.

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