Kreditkarte wird vorgezeigt

Girokonto Vergleich – Welche Punkte sollten beachtet werden?

Auf ein Girokonto kann praktisch niemand verzichten. Ob für den Gehaltseingang, den bargeldlosen Einkauf im Supermarkt oder das Bezahlen der Miete. Das Girokonto gehört zum Leben dazu. Dies hat auch der Gesetzgeber erkannt und dafür gesorgt, dass seit 2016 Banken keinem geschäftsfähigen Bundesbürger ein Girokonto verweigern dürfen.

Wie man das für die eigenen Bedürfnisse perfekte Girokonto findet und welche Punkte für einen Girokonto-Vergleich wichtig sind, zeigt dieser Beitrag.

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1. Girokonto Vergleich - das sind die wichtigsten Kriterien

Die meisten Geldhäuser, egal ob Filialbank oder Online-Bank, bieten verschiedene Kontomodelle an. Diese sind auf Privatkunden oder Geschäftskunden zugeschnitten und enthalten unterschiedliche Extras wie beispielsweise eine kostenlose zweite Girocard für den Partner, eine Kreditkarte ohne Jahresgebühr oder einen festen Ansprechpartner bei der Bank. Es lohnt sich daher in jedem Fall einen Vergleich der Konditionen durchzuführen, um das passende Konto für den eigenen Bedarf zu finden.

Um es vorwegzunehmen, ein wirklich kostenloses Girokonto gibt es praktisch nicht mehr. Zwar bewerben verschiedene Kreditinstitute ihre Girokonten noch als kostenlos, dies ist jedoch nur die halbe Wahrheit. In den meisten Fällen bedeutet kostenlos, dass lediglich die Kontoführung unentgeltlich erfolgt. Und das oft auch nur dann, wenn für den Wegfall der Kontoführungsgebühren ein regelmäßiger Zahlungseingang in einer bestimmten Höhe erforderlich ist.

1.1. Kontoführungsgebühr, Jahresgebühr, Grundgebühr

Die Kontoführungsgebühr wird heute wieder von fast allen Banken für das Führen eines Girokontos berechnet. Nur noch wenige verzichten darauf und dann auch nur unter bestimmten Bedingungen. Die Kontoführungsgebühr oder Grundgebühr muss auf jeden Fall bezahlt werden, auch wenn das Konto nicht genutzt und keine Überweisungen oder Einzahlungen getätigt werden.

1.2. Kosten für Überweisungen

Bei einigen Girokonten ist eine gewisse Anzahl Überweisungen in der Grundgebühr enthalten. Beispielsweise 6 oder 10 Überweisungen pro Monat. Für weitere Überweisungen innerhalb eines Monats berechnen die Banken dann eine Gebühr. Die Höhe der Gebühren ist davon abhängig, ob die Überweisung beleglos oder beleghaft vorgenommen wurde. Beleglos bedeutet, dass die Überweisung am Banking-Terminal in der Filiale oder online beauftragt wurde. Beleghaft werden Überweisungen bezeichnet, für die ein Überweisungsvordruck benutzt und bei der Bank eingereicht wird. Ebenfalls kostenpflichtig sind in der Regel Echtzeitüberweisungen oder Überweisungen in einer Fremdwährung.

1.3. Jahresgebühr Girocard

Mittlerweile gibt es bei einigen Banken auch die Girocard, die frühere EC-Karte, nicht mehr kostenlos. Immer mehr Banken verlangen für die Ausstellung einer Girocard eine Jahresgebühr. Wegen dieser Gebühren für die Girocard kann ein auf den ersten Blick günstiges Girokonto am Ende teuer werden. Es lohnt sich also genau hinzuschauen.

1.4. Gebühren für eine Zweit- oder Partner-Girokarte

Girokonten werden oft gemeinschaftlich von Lebens- oder Ehepartnern genutzt. In diesen Fällen ergibt es Sinn, wenn beide Partner eine Girokarte für das Konto besitzen. Für die Zweit- oder Partner-Girokarten berechnen viele Banken heute ebenfalls Gebühren, ähnlich wie für eine Partner-Kreditkarte.

1.5. Kosten für eine Kreditkarte

Die Zeiten, in denen die meisten Banken eine kostenlose Kreditkarte angeboten haben, sind ebenfalls vorbei. Bis vor einiger Zeit war es durchaus üblich, dass eine in Verbindung mit einem Girokonto ausgegebenes Kreditkarte kostenlos gewesen ist. Viele Kreditinstitute verlangen aktuell für die Ausgabe einer Kreditkarte eine Jahresgebühr. Je nachdem, wie hoch die Umsätze mit dieser Karte sind, können die Gebühren wieder entfallen oder zugunsten der Kunden gesenkt werden.

1.6. Dispozinsen für das Girokonto

Inhaber von Girokonten erhalten von der kontoführenden Bank in Abhängigkeit von der Bonität oft ohne große Umstände einen sogenannten Dispokredit eingeräumt. Dieser Dispokredit kann ohne Kreditantrag problemlos genutzt werden und bietet einen gewissen finanziellen Spielraum. Für diesen Komfort muss ein Dispokredit aber je nach Bank unterschiedlich teuer bezahlt werden. Banken verlangen zwischen 4 und 14 % für diesen Kredit. Wird das Konto über den Disporahmen hinaus belastet, werden Überziehungszinsen fällig. Diese sind noch einmal höher als die Dispozinsen. Wer des Öfteren sein Konto überzieht, sollte daher bei einem Girokonto-Vergleich unbedingt die Dispo- und Überziehungszinsen der einzelnen Kreditinstitute sorgfältig miteinander vergleichen.

1.7. Kosten für fremde Währungen

Für das Bezahlen in einer fremden Währung verlangen die meisten Banken ebenfalls Geld. Beispielsweise, wenn mit der Kreditkarte in schwedischen Kronen das Hotel bezahlt wird. Bevor der Betrag vom eigenen Girokonto abgezogen wird, wird der Betrag auf der Basis aktueller Wechselkurse umgerechnet. Zusätzlich berechnet die Bank für diese Dienstleistung in aller Regel eine Gebühr.

Bei einem Girokonto-Vergleich sollten auch die sogenannten Preis- und Leistungsverzeichnisse sowie die Entgeltinformationen der verschiedenen Banken mit einbezogen werden. In diesen Dokumenten finden sich oft Gebühren, die sonst nicht zutage treten. Beispielsweise eine Gebühr für den Versand einer mTAN Liste für das Online-Banking oder die Gebühr, welche von der Bank erhoben wird, wenn eine Lastschrift oder ein Dauerauftrag nicht ausgeführt werden können. Weitere Kosten, die sich im Leistungsverzeichnis fast jeder Bank finden, sind:

1.8. Negativzinsen

Dieser Punkt sollte immer noch beachtet werden, obwohl einige Banken mittlerweile begonnen haben, das Verwahrentgelt für Geld auf einem Girokonto zu streichen. Vorwiegend wird dieses Verwahrentgelt fällig, wenn die Geldanlage auf dem Girokonto einen bestimmten Betrag überschreitet.

1.9. Automatengebühren

Mit einer Girocard kann an praktisch jedem Geldautomaten in Deutschland und in Europa Geld zu jeder Tages- und Nachtzeit abgehoben werden. Oft verlangen jedoch die Betreiber der Geldautomaten eine Gebühr, welche von der kontoführenden Bank nicht erstattet wird.

Bei einer Abhebung in Deutschland bestimmt der Automatenbetreiber, zum Beispiel eine Sparkasse die Gebühren. Die Automatengebühren sind dann abhängig davon, ob eine Girocard von einer Sparkasse, einer Genossenschaftsbank oder einer privaten Geschäftsbank wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank benutzt wird. Bei Abhebungen im Ausland bestimmt die kontoführende Bank die Höhe der Gebühren.

Punkt 2

2. Fazit: Einige Punkte sind bei der Kontoauswahl besonders wichtig

Kostenlos sind Girokonten zwar nicht mehr, mit einem Girokonto Vergleich kann im Laufe der Zeit dennoch sehr viel Geld gespart werden. Insbesondere bei den Posten Grundgebühr und Gebühren für Überweisungen unterscheiden sich die von den Banken verlangten Entgelte zum Teil erheblich. Vor dem Girokonto Vergleich sollte überlegt werden, welche der oft kostenpflichtigen Serviceleistungen wirklich benötigt werden und wie viele Überweisungen pro Monat von diesem Konto vorgenommen werden.

Diese Vorbereitungen sind empfehlenswert, um den Vergleich von Girokonten objektiv und zügig vornehmen zu können. Manchmal kann es sich lohnen, ein bei den Grundgebühren etwas teureres Kontomodell zu wählen. Teurere Kontomodelle enthalten oft mehr kostenlose Überweisungen als ein günstiges Kontomodell. Wer pro Monat viele Überweisungen tätigen muss, ist dann mit einem teureren Kontomodell eventuell dennoch im Vorteil. Mit spitzem Bleistift nachrechnen, lohnt sich bei einem Girokonto Vergleich immer.

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