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Im 17. Jahrhundert war das Podagra eine der weitverbreitetsten Krankheiten überhaupt. Dass dies besonders eine Krankheit der Reichen war, wird unter Berufung auf Camillo Scaliger folgendermaßen erklärt:

Das Zipperlein, bestehend aus einer großen Zahl erhitzter Geisterlein, habe zunächst die Bauern angefallen, sich dort aber bei harter Arbeit und schlechter Kost nicht wohl gefühlt.

Darauf seien die Geisterlein in der Stadt bei einem reichen Mann eingekehrt, dem der Arzt daraufhin "gute Speis und Trank, ein sanftes Bett, alle Bequemlichkeit und Ehrerbietung, dass ihn ein jeder niedersitzen ließ, wo er hinkam, verordnet". Das habe dem Zipperlein so gut gefallen, dass es die Bauern verließ und fortan "bei den wollüstigen Reichen blieb".

'Gicht' ist in der Tat auch heute noch eine verbreitete Wohlstandskrankheit, die vor allem mit übermäßigem Fleischgenuss (Schweinefleisch) in Zusammenhang gebracht wird.

Wenn wir heute "das Zipperlein haben", dann leiden Sie entweder an der Gicht oder kränkeln nur ein wenig bzw. fühlen sich unwohl.

(aus dem Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten)

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