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"The Winner Takes It All", sang einst die Gruppe ABBA, die zu den Siegern im Pop-Geschäft gehörte.
 
"Entweder du bist der Erste oder du bist gar nichts." Das bläute mir mein Vater während der Schulzeit ständig ein.
 
Warum zählt in unserer Gesellschaft immer nur der Erste? Warum wird jemand, der einen Berg zehn Sekunden schneller runter rutschen kann als alle anderen, heiß umjubelt, während der Nächste, der nur eine Winzigkeit langsamer war, unbeachtet daneben steht? Und gerade im Sport ist dem Sieger nicht nur der Beifall gewiss. Nein, er wird mit Geld überschüttet, mit Werbeverträgen gekauft.
 
ImageWohlgemerkt: Ich will keine sportlichen Leistungen bekritteln. Und wenn es um einen (fairen) Zweikampf geht, wird es auch immer einen Sieger geben. Aber bei Massenveranstaltungen wie Marathon, Triathlon, Langstreckenschwimmen - sind da die anderen unter "ferner liefen" denn nicht bemerkenswert? Haben die sich nicht auch alle wochenlang, jahrelang gequält und gekämpft?
 
Und diese Siegermentalität gibt es keineswegs nur beim Sport. Ob in den Medien, in der Politik, in der Wirtschaft, es zählt nur derjenige,  der ganz vorne, ganz oben steht. Es zählen auch nicht die vielen "Ameisen", die ihm zugearbeitet haben, ja "seine" Arbeit in Wirklichkeit erledigt haben.
 
Dazu kommt noch, dass viele Leistungen schlicht überwertet werden. Oder ist das normal, dass man für einen Fußballspieler Zig-Millionen Ablösesumme bezahlt? Entsprechen die irrwitzigen Gehälter der Wirtschaftsbosse wirklich ihrem wahren Wert?  - Nein, ich stoße nicht in das Horn des Sozialneides.
 
Ich möchte vielmehr die Aufmerksamkeit einmal auf die unzähligen fleißigen, tapferen Kämpfer lenken, die ihr ganzes Leben im Verborgenen bleiben.
 
Dazu zählen für mich alle Menschen, die fleißig und ordentlich Tag für Tag ihre Arbeit leisten, sich durch Schwierigkeiten und Schicksalsschläge kämpfen. Dazu rechne ich Menschen in pflegenden Berufen, Menschen, die sich für andere aufopfern, die die Drecksarbeit machen in unserer Gesellschaft, die sonst niemand machen will. Auch im Privatleben gibt es unzählige solcher Menschen, die für ihr behindertes Kind kämpfen, sich tapfer um Pflegebedürftige in der Familie kümmern. Aber diese wirklich wertvollen Menschen, werden kaum gelobt oder belohnt für ihre Leistung.
 
Für mich sind das die wahren Helden, die wahren Sieger. Aber nur wenige von ihnen werden jemals wahrgenommen. Und berühmt werden sie schon gar nicht, es sei denn, sie sind Mutter Theresa. Und obendrein werden sie für ihre wirklich unentbehrlichen Dienste auch noch miserabel bezahlt - vergleichen Sie mal das Gehalt einer Krankenschwester mit dem eines Fußballstars …
 
Es gibt fast jeden Tag einen weltweiten "Feiertag": Den Tag des Kindes, den Tag der Umwelt, den Tag der Brüderlichkeit usw.  - Wie wäre es mal mit einem "Tag des unbekannten Siegers"?!
 
Viel besser fände ich es allerdings, wenn die Sieger ein wenig kleiner gemacht würden und die "Verlierer" ein bisschen mehr Anerkennung (auch finanziell) in unserer Gesellschaft bekämen. Das braucht uns ja nicht daran zu hindern, weiter den Siegern zuzujubeln, in der Hoffnung, dass etwas von dem Glanz auch auf uns fällt: "WIR sind Weltmeister!", "Wir sind Papst!", "WIR sind die Sieger!"
 
Was halten Sie davon? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung, auch wenn ich dabei kein Sieger werden sollte. Schreiben Sie mir; als Kommentar zu diesem Artikel, in unserem Forum oder direkt an mich: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
 
Ihr Peter Milz
blueprints Team

(NL 21.07.2009)

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