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"Unser Leben währet siebzig Jahre,
und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre,
und was daran köstlich erscheint,
ist doch nur vergebliche Mühe,
denn es fähret schnell dahin,
als flögen wir davon".
Psalter, Kap. 90, 10




Es wäre nicht der Mühe wert, siebzig Jahre alt zu werden,
wenn alle Weisheit der Welt Torheit wäre vor Gott.
Johann Wolfgang von Goethe (Sprüche in Prosa)

Nein, nein, ich will Ihnen auf gar keinen Fall Ihren Geburtstag, Ihren Ehrentag mies machen - ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen alles Gute dazu! Aber wenn der Trubel sich gelegt hat, dann könnten Sie doch in einer ruhigen Minute diesen Artikel lesen und ein wenig darüber nachdenken.

Wenn man sechs Jahre alt wird, wie mein Enkel, dann ist der Geburtstag noch eine aufregende Sache. Außerdem ist dies die zweite Zäsur in seinem jungen Leben: Die erste war der Eintritt in den Kindergarten, jetzt kommt die Einschulung. Es beginnt "Der Ernst des Lebens" wie man so unschön sagt, als wäre es eine Drohung. Die Unbefangenheit des Kindes verliert sich allmählich immer mehr.

Wenn man, wie ich, schon auf ein paar Jahrzehnte zurückblicken kann, dann erkennt man viele Lebensabschnitte. Und man begreift, wie viele schwere Stürme man durchgemacht und überwunden hat. Man erinnert sich auch an wichtige Begegnungen mit Menschen, die wie aus dem Nichts auftauchten und das Leben plötzlich entscheidend verändert haben. Vielleicht blickt man auch dankbar zurück, sieht die Erfolge und die schönen Zeiten im Leben.

Die Anthroposophie gliedert diese Lebensabschnitte in Jahrsiebte. Jedem Abschnitt entspricht eine besondere Entwicklungsstufe im Leben eines Menschen. Natürlich gehen diese Abschnitte fließend ineinander über; unser Leben ist kein Abreißkalender. 

Nach der Geburt stehen wir ganz unter der Obhut der Mutter, mit dem 7. Jahr löst sich diese Bindung, wir werden allmählich selbständiger. Dann folgt die schwierige Zeit der Jugend, heutzutage "Teenager", die einhergeht mit Unsicherheit, körperlicher Veränderung, erster Liebe und Rebellion gegen das Elternhaus. Mit 21 gilt ein Mensch dann als "erwachsen".

Es folgen die drei Jahrsiebte (21-28, 28-35, 35-42) in denen der Mensch sich lernend, kämpfend und arbeitend seine eigene Welt aufbaut, Erfolge und Misserfolge durchlebt, um schließlich mit 43 in eine ruhigere, gefestigte Zeit zu kommen.

In den späteren Jahrsiebten festigt sich dann das, was man sich erarbeitet hat (im heutigen Arbeitsleben kann es allerdings noch einmal zu heftigen Umbrüchen kommen).

Mit 63 (trotz Rente mit 67) kommt man dann in das Alter, in dem man die Früchte seines Lebens genießen sollte, man genießt die Enkel oder den Ruhestand, in dem man sich noch Träume erfüllen kann, für die früher keine Zeit war. Und man sollte die Welt und das Leben ein wenig abgeklärter und gelassener sehen. In Würde alt zu werden, ist auch eine schöne Aufgabe ..

So bewegen wir uns durch das Leben über die Kindheit, Jugend bis hin zum reifen Alter. Und jeder Abschnitt enthält diverse Höhen und Tiefen, die alle den Sinn haben, uns zu einem reifen (besseren) Menschen werden zu lassen. Als besondere "Termine" im Leben gelten zudem die Zeit der Mondknoten (der Mond steht wieder so wie bei der Geburt), der erste nach 18 Jahren und 7 Monaten, sowie das 33. Lebensjahr (Christus). Vielleicht überlegen Sie einmal, was um diese Zeitpunkte herum besonderes, ungewöhnliches in Ihrem Leben geschah.

Auf welchen neuen Lebensabschnitt blicken Sie in diesem Jahr? Stehen Sie vor dem Abitur? Treten Sie neu in eine Firma ein? Hoffen Sie auf eine Beförderung? Oder warten Sie sehnsüchtig auf Ihre Rente? Auch im Alter gibt es immer noch Herausforderungen, deren Bewältigung Ihre Jahre vergessen machen kann.

Versuchen Sie doch einmal, sich bewusst auf die Veränderung einzustellen. Lassen Sie die Dinge nicht einfach auf sich zukommen, sondern gehen Sie gezielt und freudig darauf zu. Überlegen Sie auch, ob es jetzt nicht Zeit wäre für eine bewusste Veränderung. Sie träumen doch schon lange davon, also: werfen Sie Ihr Herz über den Zaun und springen Sie hinterher! Irgendwann ist es zu spät dafür ...

Man kann nicht alle Klippen im Voraus erkennen, die das Lebensschiff bedrohen. Aber durch das Setzen von Zielen und ständiges Überwachen und wenn nötig Korrigieren, kann man dem nächsten Lebensabschnitt zuversichtlich entgegen schauen.

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Gudrun Burkhard: Das Leben in die Hand nehmen. Arbeit an der eigenen Biographie
Verlag Freies Geistesleben GmbH, Stuttgart, 1994
ISBN: 3-7725-1217-8

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