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desiderata welt hand

Desiderata, die Empfehlungen für ein glückliches Leben, auch als Lebensregel von Baltimore bezeichnet, ist ein Prosagedicht des amerikanischen Rechtsanwalts Max Ehrmann aus dem Jahr 1927. Als der Politiker und ehemalige US-Präsidentschaftskandidat Adlai Stevenson 1965 verstarb, fand man eine Abschrift von Desiderata auf seinem Bett. Dies machte den Text weltbekannt.

Unter dem Text finden Sie die Möglichkeit des Downloads zum Ausdrucken und Aufhängen.

Mythen und Legenden

Um das Gedicht "Desiderata" rankten sich zur Mitte des vorigen Jahrhunderts zahlreiche Legenden. Die gängigste lautete: Das Gedicht stamme aus dem Jahre 1692 und wurde in der Old St. Pauls Church in Baltimore gefunden.

Der damalige Pastor von Old St. Pauls in Baltimore, Halsey Cook, beteuerte jedoch stets, dass keine literarischen Werke irgendwelcher Art 1692 in der örtlichen Kirche in Baltimore hätten gefunden werden können, weil das Kirchengebäude in jenem Jahr noch gar nicht erbaut war ...

Richtig ist aber, dass die Old St. Pauls Kirchengemeinde zu Baltimore im Jahre 1692 gegründet wurde. 1956 druckte die Kirche eine Broschüre mit dem Gedicht "Desiderata". Darunter setzte ein Drucker die verhängnisvolle Zeile "OLD SAINT PAULS CHURCH, BALTIMORE. 1692." Der Rest der Geschichte beruht auf Vermutungen ;-)

Wörtlich bedeutet der Titel Desiderata (von lat. desiderare, "ersehnen", "wünschen") "das Ersehnte" oder "ersehnte Dinge".

Das Gedicht lautet:

Desiderata

Sei ruhig inmitten Lärm und Hast und bedenke, welch ein Segen in der Stille liegen kann.

Steh' auf gutem Fuß mit allen Menschen, ohne dir selbst Gewalt anzutun.

Sag' deine Wahrheit ruhig und deutlich. Höre deine Mitmenschen an. Auch sie erzählen ihre Geschichte.

Meide lärmende und aggressive Menschen, sie belasten den Geist.

Vergleichst du dich mit anderen, könntest du eitel und verbittert werden. Denn es wird immer kleinere und größere Menschen geben als dich.

Freue dich deiner eigenen Leistungen wie auch deiner Pläne. Hüte dich vor Selbstgerechtigkeit. Habe Interesse für deine Arbeit, wie niedrig sie auch sein möge; sie ist ein echter Besitz im veränderlichen Glück der Zeiten.

Verhalte dich vorsichtig bei Geschäften, denn die Welt ist voller Betrug. Aber dies soll dich nicht blind machen gegen vorhandene Rechtschaffenheit. Viele Menschen streben höheren Idealen nach, und die Welt ist voller Eiferer - sei du selbst.

Heuchle vor allem keine Zuneigung, noch sei zynisch, was die Liebe betrifft; denn bei aller Unzufriedenheit und Leere ist die Liebe ewig wie das Gras. Folg‘ dem Lauf der Jahre anmutig, verlang nicht nach einer Zeit, die hinter dir liegt.

Stärke die Kraft des Geistes, damit sie dich in plötzlich hereinbrechendem Unglück schütze. Aber verdrieß‘ dich nicht in Spukbildern. Viele Ängste werden aus Müdigkeit und Einsamkeit geboren.

Erleg' dir eine gesunde Disziplin auf, aber sei dabei lieb zu dir selbst. Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume und Sterne. Du hast das Recht, hier zu sein. Und ist es dir klar oder nicht, das Universum entfaltet sich doch so, wie es sich entfaltet - und es ist gut so.

Habe darum Frieden mit Gott, wie du auch denkst, dass er sein möge.

Was deine Umgebungen und deine Arbeit auch sein mögen, halte Frieden mit deiner Seele in der lärmenden Verwirrung des Lebens. Trotz allem Flittergold, ihrer Düsterheit und den verflogenen Träumen, ist diese Welt doch wunderschön.

Sei behutsam.

Strebe danach, glücklich zu sein!

Max Ehrmann, US-amerikanischer Schriftsteller und Poet, 1872 - 1945

Siehe auch:

Die fünf Prioritäten eines Jesuiten

weltliche regeln jesuiten 564

Sie schreiben hinter ihre Namen SJ - Societas Jesus, zu Deutsch: Gesellschaft Jesu. Ein Exerzitienmeister des Ordens hat fünf Prioritäten für die Mönche zusammengestellt. Sie sollen die Führung eines Lebens ermöglichen, das am Ende als erfüllt erlebt wird. Welchen Punkt würden Sie an oberster Stelle vermuten? Wir waren überrascht ...

Auch die übrigen vier Prioritäten können ganz und gar weltlich gelebt werden:

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