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Die Katze und die Frau

Vor langer Zeit lebte die Katze nicht in den Häusern der Menschen, sondern wild im Busch. Aber sie fühlte sich einsam und dachte, sie möchte sich einem starken Wesen anschließen. Zuerst schloss sie Freundschaft mit dem Hasen und begleitete ihn überall hin.

Doch eines Tages bekam der Hase Streit mit einem Hirsch; dieser kämpfte gegen den Hasen und tötete ihn mit dem Geweih. So zog die Katze mit dem Hirsch weiter. Eines Tages aber sprang aus einem Hinterhalt ein Leopard auf den Hirsch und brachte ihn um. Die Katze wollte sich an den Leoparden halten. Aber als dieser sich über das Fleisch des Hirschs hermachte, erschien ein Löwe und vertrieb den Leoparden mit ein paar Prankenhieben. So lebte die Katze mit dem Löwen zusammen und glaubte, endlich an der Seite des mächtigsten Begleiters zu leben.

Eines Tages aber stießen Löwe und Katze auf eine Elefantenherde. Die Katze kletterte geschwind auf einen Baum, der Löwe jedoch wurde von den Elefanten zertrampelt. Die Katze dachte: "Größere und stärkere Tiere als die Elefanten gibt es nicht. Mit ihnen muss ich Freundschaft schließen." Die Katze überlegte noch, wie sie das anstellen sollte, als ein Jäger aus einem Busch heraus einen giftigen Pfeil auf den Elefanten abschoss: Tot sank dieser zu Boden und die restliche Herde raste in panischem Schrecken davon.

Die Katze, immer noch auf dem Baum, dachte weiter nach: "Dieses seltsame zweibeinige Wesen sieht zwar nicht besonders stark aus - aber es hat doch den Elefanten überwunden. Ich muss versuchen, mit diesem Fremdling Freundschaft zu schließen."

Also folgte sie, wenn auch in sicherem Abstand, dem Jäger bis zu dessen Haus. Sie wartete schüchtern vor dem Haus, als der Jäger hineinging.

Bald war aus dem Hause fürchterliches Schreien und Schimpfen zu hören. Die Tür flog auf, und heraus rannte der Jäger, hinter ihm drein die Frau, die ihn mit einer Holzkelle schlug. Da sagte sich die Katze: "Nun endlich habe ich das stärkste aller Lebewesen gesehen, dasjenige, vor dem sich auch jener, der den Elefanten überwunden hat, fürchtet! Mit diesem Wesen will ich zusammenleben!" Und ging ins Haus und legte sich in die Küche.

Nach einer afrikanischen Fabelsprachlich angepasst von Michael Behn 

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