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Entscheidungen leichter treffen - die Geheimnisse guter Entscheidungen

Ein Problem der heutigen Gesellschaft ist, dass die meisten von uns vor immer mehr Wahlmöglichkeiten stehen. Ob Ausbildungs- oder Studienmöglichkeiten, die Wahl des Smartphones, die Wahl aus 40 Marmeladensorten oder die Möglichkeiten seinen Urlaub zu verbringen … die Optionen sind größer als je zuvor - eigentlich positiv, doch häufig endet es in Stress oder sogar Ängsten - das nennt sich dann Decidophobie oder die Angst vor Entscheidungen.

In diesem Artikel erfahren Sie, was das Entscheiden mitunter so schwer macht und wie Sie Entscheidungen leichter treffen können.

Was ist der Nutzen, sich mit dem Thema zu beschäftigen?

  • Wir gewinnen Zeit und Energie.
  • Wir werden selbstbewusster.
  • Wir werden als selbstbestimmter Mensch wahrgenommen.
  • Wir treffen zumeist die bessere Entscheidung.
  • Wir übernehmen Verantwortung und gehen "unseren" Weg.

Entscheiden Sie, ob Sie weiter lesen. ;-)  

 
 

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Entscheidungen sind extrem wichtig

Wir müssen es täglich tun und wir tun es oft. Das Paradoxe ist - auch wenn wir es nicht tun, dann tun wir es. Wir entscheiden.

Je nach Untersuchung variiert die astronomische Zahl der Entscheidungen, die wir täglich treffen. In einigen wird von über 20.000 Entscheidungen berichtet, die wir jeden Tag bewusst oder auch unbewusst treffen. So manche davon wird schnell und fast unbewusst getroffen.

  • Aufstehen oder noch mal 10 Minuten liegen bleiben?
  • Was soll ich anziehen?
  • Was esse ich heute?
  • Was sage ich gleich zum Tankwart?
  • Heute Café Crème oder eine Latte Macchiato?
  • Wie leite ich das Teammeeting ein?
  • Gehe ich heute Abend mit zum Essen?
  • Was machen wir am Wochenende?
  • Was schenken wir Olli?
  • Das Urlaubsziel müssen wir auch noch besprechen.
  • Wie viel Geld muss ich für das Alter zurücklegen?

Ständig müssen wir eine Wahl treffen, um aktiv und selbstbestimmt unser Leben zu gestalten.

Nun gibt es Entscheidungen, die sind für unsere Zukunft bedeutsamer als andere. Genau hier wäre es wichtig, exzellente Entscheidungen zu treffen.

Aber in der Schule, in der Lehre, im Studium haben die wenigsten gelernt, was bei effektiver Entscheidungsfindung zu berücksichtigen ist. Dass die Qualität unserer Entscheidungen einen wesentlichen Einfluss auf unseren Erfolg und unser Glück im Leben hat.

Dieser Beitrag soll helfen, das eigene Wissen über gutes Entscheiden zu erweitern.

"Es ist besser, ein Problem zu erörtern, ohne es zu entscheiden, als zu entscheiden, ohne es erörtert zu haben."

Joseph Joubert

 

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Warum fällt das Entscheiden so schwer?

Wenn eine Alternative wesentlich mehr Vorteile bzw. größere Vorteile hat als eine andere Alternative, fällt entscheiden leicht.

Problem: Wir suchen 100 % Sicherheit

Was sind nun die Gründe dafür, warum wir uns schwer oder nicht festlegen können? Lassen Sie uns zuerst betrachten, warum Entscheidungen schwer fallen, um danach zu betrachten, was hilfreich ist, um besser und leichter zu entscheiden.

Wenn sich Vor- und Nachteile anscheinend die Waage halten, haben wir einen Konflikt - es entsteht Unsicherheit. Es kommt noch die Furcht hinzu, dass eine Entscheidung unter Unsicherheit falsch sein könnte und Nachteile für uns birgt. Wir fangen an zu grübeln.

Wir haben den Wunsch nach vollkommener Sicherheit. Wir wissen zwar, dass es diese nicht gibt, aber wünschenswert wäre es. Hier spielen mitunter auch unsere Erziehung und resultierende Glaubenssätze eine Rolle. Es kommt hinzu, dass wir bei längerer Suche mehr mögliche Entscheidungsalternativen finden, was die Entscheidung auch nicht leichter macht.

Problem: Wir übersteigern mögliche Probleme

Wir spielen den Fall durch, wenn wir A auswählen und malen uns in bunten Farben aus, was alles Negatives passieren könnte. Andere könnten sich gar über uns lustig machen. Wir fangen an, die möglichen Probleme zu übersteigern. Siehe hierzu auch den kommenden Punkt "Das Phänomen Verlustaversion".

Es ist der Prozess der Entscheidung, der sich auf unser Wohlbefinden und die Gesundheit auswirkt und nicht die Folgen einer Entscheidung. So der Professor der Sozialpsychologie Jeff Hughes.

Problem: Selektive Wahrnehmung

Wir sehen das, was uns wichtig ist, was wir sehen wollen. Wir suchen unbewusst nach Bestätigung unserer Urteile und Meinungen. Wenn wir gerade mit dem Leben hadern, dann stehen wir gleichzeitig auch immer an der langsameren Kasse im Supermarkt, jede Ampel wird rot, wenn wir uns nähern und das Marmeladenbrot fällt immer mit der beschmierten Seite auf den Boden.
So kann es auch bei der Beurteilung unserer bisherigen Entscheidungen passieren, dass uns eher die Entscheidungen einfallen, die nicht so positiv waren als die, die positiv waren. Dies steigert dann die Befürchtung, eine schlechte Entscheidung zu treffen.

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Problem: Die Entscheidungsparalyse - der Becher-Versuch

In einem Experiment (1989) schenkte der US-Ökonomen Jack Knetsch Studentinnen und Studenten einen Kaffeebecher. Anschließend fragte er sie, ob sie die Tasse gegen einen Schokoriegel tauschen würden. 90 % behielten lieber den Behälter.
Einer anderen Gruppe schenkte er zuerst einen Schokoriegel und fragte, ob sie diesen gegen einen Kaffeebecher tauschen wollten. Nun blieben rund 90 Prozent bei der Süßigkeit. Wir belassen es von der Tendenz her also lieber "beim Alten" als dass wir uns für etwas anderes, vielleicht gar Neues oder Besseres, entscheiden.
Aus Gewohnheit, Routine und Bequemlichkeit verharren wir lieber beim Alten - da wissen wir, was wir haben - auch wenn es nicht das Bessere ist.

Bei trivialen Entscheidungen ist das nicht so gewichtig. Ob nun Kaffeebecher oder Schokoriegel … was aber, wenn es um essentielle Entscheidungen geht und die Entscheidungsparalyse uns hindert, uns für das (wahrscheinlich) Bessere zu entscheiden.

  • Bleibe ich bei meinem Arbeitgeber oder …?
  • Job wechseln oder dabei bleiben?
  • Arbeite ich weiter als …?
  • Beim Partner bleiben oder …?
  • Option 1 oder Möglichkeit 2 …?

Problem: Die Negativ-Negativ-Entscheidungen

Wir müssen zwischen zwei oder mehr Alternativen auswählen, die mit negativen Konsequenzen verbunden sind. Zum Beispiel möchten wir unseren Nachbarn darauf hinweisen, dass er nicht immer Samstagmittag um 12:30 Uhr den Rasen mäht. Es ist unangenehm ihn darauf hinzuweisen (besser wäre ihn zu bitten), es ist aber auch nicht schön, sein Mittagessen auf der Trasse von einem stotternden und stinkenden 1 Zylinder-4 Takt-Rasenmotor beschallt zu bekommen.

Beides verbinden wir vor allem mit Negativem. Leider dominieren diese beiden unangenehmen Aspekte eher unsere Gedanken als endlich sein Mittag im Sommer bei Vogelgezwitscher zu essen oder die positiven Auswirkungen eines positiv geführten Konfliktgesprächs mit unserem Nachbarn auf unser Selbstwertgefühl. Die Dominanz des Negativen führt dann dazu, dass Entscheidungen verschoben oder nicht gefällt werden.

Problem: Das Phänomen Verlustaversion

Als Verlustaversion wird in der Psychologie und Ökonomie die Tendenz bezeichnet, Verluste höher zu gewichten als Gewinne.

So ärgert man sich über den Verlust von 50 Euro mehr, als man sich über den Gewinn von 50 Euro freut.

In Entscheidungssituationen verhalten wir uns nicht rational, wenn Unsicherheiten eine Rolle spielen. Diese Tendenz sollte uns bewusst sein. Wer mehr über dieses spannende Thema erfahren möchte, dem empfehlen wir das Buch "Schnelles Denken, langsames Denken" von Daniel Kahneman.

Hier finden Sie eine Buchzusammenfassung auf blueprints.de
 

"Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen durchzuführen, als beständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die es niemals geben wird."

Charles de Gaulle

 

Problem: Der fehlende Maßstab

Wer keinen eindeutigen Maßstab hat, dem müssen Entscheidungen schwerfallen. Da liegt eine weitere Crux, denn auch für einen Maßstab muss ich mich entscheiden.

Ist mir wichtiger Reichtum und Ansehen oder ist es eher Sicherheit oder Entdeckung? Vermengen sich gar meine eigenen Wünsche und Maßstäbe mit den Stimmen und Maßstäben aus der Vergangenheit? Diese sind in der Kindheit entstanden. Die Maßstäbe unserer Eltern vermengen sich dann mit dem, was wir heute als wichtig und richtig ansehen.

  • "Das macht man nicht."
  • "Das kannst Du nicht."
  • "Was denken die anderen."
  • "Du machst uns nur Sorgen."
  • "Das ist nichts für Dich."“
  • "Lerne Dich endlich zu benehmen."
  • "Bleib mal auf dem Teppich."
  • "Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach."

Die tausend gut gemeinten Ratschläge, Verbote und Maßstäbe aus unserer Kindheit vermischen sich mit dem, was wir heute eigentlich wollen und wissen. Lesen Sie hierzu auch das Thema Glaubenssätze.

Decidophobie

Die Decidophobie ist eine spezifische Angststörung und beschreibt die Angst vor (vor allem eigenen) Entscheidungen. Der Betroffene versucht also, keine Entscheidungen treffen zu müssen bzw. zögert diese möglichst lange hinaus. Im Hintergrund steht die Angst, Fehler zu machen.

Problem: Keine eindeutigen Ziele

Ziele helfen Prioritäten zu setzen und Entscheidungen zu treffen. Wer nun keine zeitlich stabilen und motivierenden Ziele hat, der tendiert mal hierhin und dann wieder dorthin. Es entstehen ständig Konflikte, denn je nach dem, was andere sagen, was Freude bringt oder Unlust vermeidet, werden wir hin- und hergerissen und können nicht entscheiden. Ziele helfen, besser und klar zu entscheiden.

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Problem: Das Schuhkaufproblem - je größer die Auswahl …

Gerade bei Kaufentscheidungen zeigt sich ein Problem, das ich das "Schuhkaufproblem" bezeichne.

Je größer nämlich die Auswahl ist, desto schwerer fällt es häufig, eine Entscheidung zu treffen. Dieses Phänomen ist mittlerweile in vielen Studien bestätigt worden.

Je mehr Auswahl wir haben, umso komplexer wird die Entscheidung. Je größer die Auswahl ist, umso mehr Vorteile der anderen Schuhe sprechen auch gegen jeden einzelnen Schuh.

  • Das andere Paar ist aber aus Leder.
  • Die Blauen haben aber eine bessere Sohle.
  • Die Grünen sind aber im Angebot.
  • Ich frage mich, ob die …

Sie merken … es wird anstrengend und wenn sich dazu auch noch unklare Ziele und Maßstäbe gesellen, kann das zu einem Entscheidungsproblem führen.

Die Prokrastination bezeichnet das Verschieben bzw. Aufschieben von anstehenden Aufgaben und Tätigkeiten - also auch von Entscheidungen.

Beitrag zum Thema: 5 Aufschieberitis-Gründe und was wir tun können

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11 Merksätze und Tipps zum Fällen von guten Entscheidungen

1. Relativieren Sie mögliche Probleme

Wir übersteigern häufig mögliche Probleme und Fehler. Wir denken uns gerne mal den Weltuntergang herbei. Sollten Sie mal in so einer Phase sein, dann hilft es, sich Notizen zu machen.

Übung: Skizzieren Sie dann, was bestenfalls und was schlimmstenfalls passieren kann. Dann schätzen Sie bitte die Eintrittswahrscheinlichkeiten beider Szenarien ein. Meist erkennen wir dann, dass unser Kopfkino stark übertreibt. Wir relativieren unsere Befürchtungen und können leichter entscheiden.

Vorsicht Kopfkino - Probleme relativieren!

2. Klären Sie den eigenen Maßstab

Legen Sie vorher Ihre Entscheidungskriterien fest. Was sind Ihre Ziele und was sind Ihre Werte? Die Ziele beschreiben das WAS, also was wir erreichen wollen und die Werte beschreiben das WIE, also die Art und Weise, wie wir diese Ziele erreichen wollen.

Haben Sie dies für sich geklärt, wird es Ihnen wesentlich leichter fallen, schnell und für Sie richtig zu entscheiden - zu wählen.

Ziele und Werte helfen!

3. Nicht perfekt, sondern optimal (Pareto-Prinzip)

Wer zum Perfektionismus neigt, der hat Schwierigkeiten Entscheidungen zu treffen, weil das Sammeln weiterer vielleicht relevanterer Zahlen, Daten und Fakten extrem viel Zeit verschlingt und wir selten die 100 %ige Datenbasis haben werden.

Uns sollte in diesem Fall bewusst sein, dass die Datenbasis für die Entscheidung tragfähig sein sollte, dass aber perfekt selten möglich und ratsam ist.

Wenn es nicht gerade darum geht, ein Haus zu bauen oder zu entscheiden, ob Sie nach Kanada auswandern, dann reichen 80 % der relevanten Informationen. Die letzten 20 % zu erhalten, sind zumeist extrem aufwendig und verbessern die Entscheidungsgrundlage nur unwesentlich. Lesen Sie hierzu auch, warum das Pareto-Prinzip generell so wichtig und wertvoll ist.

Eine Methode aus dem Top-Management, die Sie zusätzlich nutzen könnten, ist die Technik "Executive Summary" oder auch "Kurzzusammenfassung für Entscheidungsträger". Hierbei wird das Thema so kurz und knapp für jemanden beschrieben, damit derjenige ausreichend Informationen hat, um ein Bild vom Problem zu erhalten und eine Entscheidung zu treffen.

Bei weniger wichtigen - eine gute Entscheidungsgrundlage und keine perfekte! 

 

4. Ziehen Sie Bauch und Kopf zu Rate

Wie singt Mark Forster so schön "Bauch und Kopf". Bei gewichtigen Entscheidungen sollten wir die Intuition (Bauchgefühl) und den Verstand nutzen.

Dabei ist die Intuition die Fähigkeit, Einsichten in Sichtweisen, Gesetzmäßigkeiten oder die subjektive Stimmigkeit von Entscheidungen zu erlangen und zwar ohne bewusste Schlussfolgerungen.

Es ist quasi die Summe der Erfahrungen, die wir gemacht haben und auf die wir in Millisekunden zurückgreifen können. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn mitunter erliegt unser System "Automatik" Denkfallen. Denken wir an Vorurteile, Verlustaversion (siehe oben) aber auch an den oben beschriebenen "Becher-Versuch".

Hier ist auch unser Wissen gefragt, unsere Logik und Werkzeuge für gute Entscheidungen. Also nicht nur Bauch, sondern Bauch und Kopf.

Bauch und Kopf!

Der Kognitionspsychologe Professor Daniel Kahneman schreibt in seinem Buch "Schnelles Denken, langsames Denken" von den zwei Systemen, die Menschen nutzen. Das eine ist System 1: Es arbeitet automatisch, mühelos, schnell - und intuitiv. System 2 arbeitet mit mehr Aufwand. Es ist zuständig für das Logisch-Rationale und braucht mehr Zeit, Energie und ist wesentlich langsamer, weil viele Faktoren berücksichtigt werden. Im übertragenen Sinne könnte man sagen: "System 1 ist der Bauch und System 2 steht für den Kopf".

  

5. Holen Sie sich eine zusätzliche Meinung

Fragen kostet zumeist nichts, aber die meisten tun es doch zu selten. Mitunter fällt es uns sogar schwer zu fragen, denn wer fragt, könnte ja "Schwäche" oder Nichtwissen zeigen. Doch eigentlich ist genau das Gegenteil richtig.

Fragen Sie einen Menschen, der Ihnen nahe steht, der Sie gut kennt oder jemanden, der über viel Lebenserfahrung verfügt. Das kann sehr hilfreich sein und uns so manche Fehlentscheidung ersparen.

Fragen hilft!

6. Machen Sie eine Aufstellung von Pro und Contra

Beurteilen Sie die Entscheidung schriftlich, was die potenziellen Gewinne oder Vorteile sind und vergleichen diese mit den möglichen Verlusten und Nachteilen.

Eines ist klar, nur abzählen, ob es mehr Vorteile als Nachteile sind, ist nicht immer sinnvoll. Häufig sind uns ja bestimmte Aspekte wichtiger als andere. In diesem Fall sollten Sie einzelne Punkte stärker gewichten.

Wie bei vielen Aufgaben und Problemen ist Schriftlichkeit extrem hilfreich, um zu klären und zu lernen.

Pro und contra gewichten!

7. Kognitive Dissonanz - Nicht ständig zweifeln

  • Hätte ich nicht doch lieber die blauen Schuhe nehmen sollen …
  • Die kleinere Version hätte eigentlich auch gereicht …
  • Brauche ich das wirklich? Dafür hätte ich mir auch …
  • Hoffentlich bereue ich die Entscheidung nicht …
  • Eine weitere falsche …

Wenn wir nach der Entscheidung anfangen zu zweifeln, entsteht mitunter ein ungutes Gefühl. Dieser Zustand wird auch als kognitive Dissonanz bezeichnet. Diese tritt zum Beispiel auf, wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, obwohl die Alternativen ebenfalls attraktiv waren.

Wenn Sie Ihre Entscheidung nicht leichtfertig getroffen haben, dann versuchen Sie das Zweifeln zu reduzieren, denn sonst beeinflusst das nicht nur die Zufriedenheit mit Ihrer Entscheidung, sondern erschwert das Treffen von Entscheidungen in der Zukunft.

Zweifel reduzieren!

8. Notieren von exzellenten und schlechten Entscheidungen

Manchmal stellt sich eine Entscheidung hinterher als nicht optimal heraus. Das gehört zum Leben dazu und hoffentlich lernen wir draus. Deswegen können Notizen eine Hilfe für zukünftige Entscheidungen sein.

Bitte notieren Sie aber auch die Entscheidungen, die richtig waren.

  • Aufgrund welcher Kriterien haben Sie entschieden?
  • Mehr Kopf- oder mehr Bauchentscheidung?
  • Warum war die Entscheidung gut oder schlecht?
  • Was würden Sie im Nachhinein anders machen?
  • Welches Ergebnis hätte ich mir gewünscht?

Wenn Sie so Ihre Entscheidungen analysieren, werden Sie immer besser und schneller entscheiden können. Wahrscheinlich erkennen Sie sogar ein Muster in Ihren exzellenten Entscheidungen. Sie werden mehr und mehr entscheidungsfreudig. 

Analyse optimiert!

9. Zeitlimit bei Prokrastination

Wenn wir die Tendenz haben, Entscheidungen aufzuschieben, dann kann es hilfreich sein, sich einen Termin zu setzen, bis wann wir die Entscheidung treffen wollen. Ein wenig Druck schadet mitunter nicht.

Leider musste in der Schule ja auch erst die Klassenarbeit kommen, bis der eine oder andere das Buch in die Hand nahm und lernte. Wenn Sie sich ein Zeitlimit setzen, dann notieren Sie dieses bitte auch auf Ihrem Aufgabenblock, in Ihrer Outlookaufgabenliste …

Zeit zu entscheiden!

10. Nicht im Zustand der Angst, Wut, Eifersucht …

Emotionen sind selten ein guter Ratgeber. Schlafen Sie lieber eine Nacht und mehrere drüber. Gewinnen Sie Abstand, um besser entscheiden zu können.

Der Mensch ist noch nicht allzu lange von den Bäumen runter. Er neigt nach wie vor dazu, schnell emotional zu werden. Das Reptilienhirn springt an und so manches Mal nimmt dann das Schicksal seinen Lauf.

Hier auch ein Rat an Führungskräfte. Zu viel Druck auf Mitarbeiter erzeugt eher Angst und verunsichert. Entscheidungen werden so nicht getroffen oder hinausgezögert - auch die Qualität der Entscheidungen wird so kaum besser.

Aber auch mit der frischen Verliebtheit ist es so eine Sache. Während wir eine rosarote Brille aufhaben sind Entscheidungen nicht immer die besten - siehe auch Bauch und Kopf. Manchmal ist es ratsam, die Partystimmung der Hormone ein wenig abklingen zu lassen, um dann größere Entscheidungen zu treffen.

Emotionen und Hormone sind selten gute Ratgeber. 

11. Verantwortung übernehmen

Wer entscheidet übernimmt Verantwortung und überlässt dies nicht den anderen. Bereits durch das Entscheiden wächst unser Selbstvertrauen. Es wächst weiter, wenn beste Entscheidungen getroffen werden.

Mitunter stellen sich Entscheidungen als nicht optimal oder als falsch heraus. Das bringt das Leben mit sich. Analysieren Sie, was Sie nicht berücksichtigt haben. Vielleicht waren Umstände nicht vorhersehbar, haben sich stark verändert etc.

Nicht zu entscheiden ist, wie am Anfang bereits erwähnt, auch eine Entscheidung. Die entzieht sich dann aber zumeist dem, was wir anstreben (unsere Ziele) und wie wir es tun wollen (unsere Werte). Entscheiden Sie selbst und nutzen Sie die Ideen und Anregungen in diesem Artikel. Weitere finden Sie in den unten aufgeführten Büchern und auf anderen großartigen Webseiten.

Verantwortung übernehmen!

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Literaturempfehlungen

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Download - Merkkarte: Entscheidungen treffen lernen

Hier finden Sie die Merk- und Reflektionskarte zum Thema "Entscheidungen treffen lernen". Die Karte ist im Quartettformat (6 x 9 cm), passt also bequem in die Jackentasche oder Geldbörse.

 

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Zusammenfassung: Entscheidungen treffen lernen

Menschen, die exzellente Entscheidungen treffen, sind so nicht geboren worden. Sie haben ihr Wissen und ihre Fähigkeit zu entscheiden Schritt für Schritt verbessert. Fehlentscheidungen gehörten dazu. Sie haben diese analysiert und daraus gelernt.

Nutzen Sie Bauch und Kopf, um zu entscheiden. Gerade bei großen Entscheidungen ist es ratsam, die kleinen Denk- und Entscheidungsfallen zu kennen. Denken Sie an das Thema Verlustaversion, der Tendenz zum Gewohnten oder den Einfluss von Emotionen.

Nutzen Sie den Download als Gedächtnisstütze, um bei größeren Entscheidungen System 1 und 2 zu aktivieren oder wie Mark Forster singt Bauch und Kopf.

Wenn dieser Beitrag hilft, dass Sie zukünftig eine Entscheidung noch besser oder einfacher treffen, dann war meine Entscheidung, diesen Artikel zu schreiben, richtig.

Wenn Sie nach oben scrollen, finden Sie jeweils den Text markiert, der gerade vorgelesen wird.

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