Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

... ohne (zunächst) etwas im Außen zu verändern!

ich entscheide michManchmal muss man die Betrachtungsweise auf den Kopf stellen.


Bei vielen Ereignissen in unserem Leben sehen wir uns als getrieben, als gesteuert und/oder als weisungsgebunden an. Das reicht von Zwängen im Job, Pflichten als Eltern, körperlichen Zwangsbedürfnissen bis hin zu Gesetzesauflagen. 

Vor allem bei Veränderungen äußerer Umstände erleben wir uns leicht als gequetscht in den Mühlrädern der Gesellschaft oder unserer Firma. Derlei Dinge lösen ein Gefühl unzureichender Selbstwirksamkeit aus. Führen zu Frust und Stress.

Was kann ich tun? Bevor Sie nun das belastende Thema im Außen angehen (was manchmal gar nicht möglich ist), entdecken Sie unseren Tipp für einen inneren Wandel.

 

Ich, das Opfer

Die Betrachtungsweise als Beute in den Fängen der Fügung ist in vielen Fällen nur die halbe Wahrheit. Denn wir entscheiden mit, wie wir zum Beispiel mit Veränderungen umgehen, wie wir sie mitgestalten und wie wir diese innerlich aufnehmen. Unsere Anregung gegen den Opfer-Stress liegt in einer ganz bestimmten Änderung der Sichtweise: 

Lassen Sie Ihre innere Stimme einen Perspektivenwechsel vornehmen:


Von: "Ich muss ..."

zu

"Ich entscheide mich jetzt ..."

 

Immer, wenn Sie über den Tag ein "Ich muss ..." denken, ändern Sie nun die Betrachtungsweise und versuchen, das Geschehen in einer Haltung der Eigenverantwortung zu empfinden. 

Nicht missverstehen: Sie sollen nicht gleich etwas im Außen ändern. Nur das Geschehen so erleben, dass Sie (mit) entscheiden.

Mehr nicht. Die positive Veränderung geschieht im Inneren!

 

Anregung für die kommende Woche

Kleben Sie sich einen Post-It mit der Formulierung "Ich entscheide mich!" auf Ihren Spiegel und bemühen Sie sich über den Tag immer wieder um diese eigenverantwortliche innere Stimme.

 

Der Erfolg wird vermutlich nicht sofort eintreten und am Anfang nur subtil wahrnehmbar sein. Dennoch: Ziel ist es, mit der Zeit eine gefühlt höhere Selbstwirksamkeit im eigenen Leben zu verspüren. Diese entspannt nämlich ungemein und wird bei den meisten Menschen von erhöhter Zufriedenheit begleitet.

 
 

 

Tee oder Blaumann


Wenden Sie diesen Tipp mit Bedacht an

Auch diese Anregung von blueprints gilt nicht für alle und nicht zu jeder Zeit. Es gibt sogar gute Gründe, die Selbstverantwortlichkeit nicht zu weit zu treiben. Schauen wir uns ein paar Beispiele an:

yacht gestrandet 564

Shit happens

Blöde Dinge passieren und andere Menschen handeln auch mal böse. Punkt. Da muss man nicht nach Eigenverantwortung fahnden, sondern sollte Trost suchen und höchstens Verzeihen anstreben.

 

Druckaufbau

Die Sicht der Eigenverantwortlichkeit impliziert Handlungsmöglichkeiten, für die uns momentan vielleicht einfach Zeit und Kraft fehlen. Dann wäre es unklug, sich jetzt unter Druck zu setzen. Stattdessen dürfen in solchen Fällen Maßnahmen getrost und mit bestem Gewissen in die Zukunft verschoben werden.

Wem hilft es, wenn wir an dem Druck der Eigenverantwortlichkeit zerbrechen? Uns in Selbstvorwürfen jede Energie und Lebensfreude rauben? In erster Linie müssen wir auf uns selbst achten, zum Beispiel darauf, dass wir uns nicht übernehmen.

 

Alkoholiker

Besonders deutlich wird die Zweischneidigkeit des Schwertes Eigenverantwortlichkeit bei Alkoholikern. Diese neigen dazu, es sich im Laufe ihrer Sucht mit sämtlichen Mitmenschen zu verderben. Sie haben oftmals keinerlei soziale Kontakte mehr. Schuld sind natürlich immer die anderen.

Eine befreundete Psychologin hat nun einen guten Grund für diese Sichtweise beobachtet: Von ihr betreute Alkoholiker, die erkannt haben, dass sie alleine für diese Debakel verantwortlich zeichneten, neigten viel stärker zum Selbstmord. Das Schieben der Schuld auf die anderen hatte also einen geradezu lebensrettenden Effekt.

 

freundinnen verstehen 4d 564

 

Die/der beste Freund(in) jammert

Wenn unser Gegenüber uns sein Herz ausschüttet und sich so richtig über Umstände und böse Mitmenschen beklagt, ist Feingefühl gefragt: Will mein Freund nun Rat bei seinem Problem (Blaumann), oder braucht er einfach jemanden um sein Herz auszuschütten (Tee).

Unsere Empfehlung: Nur wenn vom Anderen deutlich nach Lösungsvorschlägen verlangt wird, sollten Sie gemeinsam eigenverantwortliche Wege aus der Situation suchen. Ansonsten helfen Sie viel mehr dadurch, dass Sie ihren Gegenüber einfach mal so stehen lassen und ihm/ihr zugestehen, dass er/sie jetzt einfach nur traurig, frustriert und/oder erschöpft ist.

 

hindu finger 564

 

Der kranke Yogi

Ein letztes, besonders anschauliches Beispiel kommt aus dem Buddhismus. Hier gibt es die Karma-Lehre, die praktisch alles Erleben unserer Verantwortung unterstellt. Auch wenn die ursächliche Handlung durchaus ein paar Leben zurückliegen darf.

Was aber, wenn ein erleuchteter Meister schwer erkrankt? Gerade in den letzten Jahren liest man das von vielen Gurus. Haben diese somit etwas falsch gemacht? Brachte das viele Yoga-Üben denn nicht die so enthusiastisch verkündete vollständige Gesundheit?

Umgekehrt wird dann ein Schuh daraus: Die Krankheit ist von der Seele gesucht und bringt dem Meister den letzten Entwicklungskick hin zur Erleuchtung. Und für beide, Schüler und Meister, ist die Welt wieder in Ordnung.

Auch wenn das ein bisschen lustig rüberkommt: Wer weiß, ob in dieser Deutung des Geschehens nicht sogar ein Fünkchen Wahrheit liegt. Denn wir können eine Gesamtsituation nie komplett überblicken und demnach nie wirklich wissen, ob ein Geschehen nun gut oder schlecht für uns ist (oder sein wird). Siehe dazu auch die Geschichte vom alten Mann und dem Pferd.

 

Fazit

Die Umkehrung der Sicht von "Opfer" zu "Eigenverantwortlichkeit" kann Stress über ein höheres Gefühl der Selbstwirksamkeit reduzieren und Handlungsoptionen, neue Wege im Leben, aufzeigen. Aber wenden Sie dieses Werkzeug mit Maß und Klugheit an. Bei sich und anderen.

Wenn Sie nach oben scrollen, finden Sie jeweils den Text markiert, der gerade vorgelesen wird.

Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Auch interessant

Das war ein Beitrag aus der

GUTEN-MORGEN-GAZETTE

Lesefreude und spannendes Wissen seit über 15 Jahren

Aktuelle Inhalte der Gazette vom 10.11.2019

  • Weniger ist mehr! Wie ein einfacher Leitsatz alles verändern kann
  • Zitat der Woche
  • Gedicht: Im Park
  • Wort des Tages
  • Mini-Kurs: Die besten Tipps zum Abnehmen (gratis)
  • Rätsel - Scherzfrage
  • Wortanfang suchen
  • Aufgabe: Rechenzeichen setzen
  • Humorige Anekdote
  • Beliebtester Beitrag der Vorwoche

 

Möchten Sie die Gazette jeden Sonntag früh kostenlos erhalten? 

Wenn Sie unseren Newsletter abonnieren, speichern wir Ihre E-Mail-Adresse und senden Ihnen diesen regelmäßig zu. Beim Öffnen der E-Mail und Anklicken der Links erfolgen statistische Erhebungen. Details dazu finden Sie im Punkt "Newsletter" unserer Datenschutzerklärung. Mit dem Abonnieren erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.

Die Abmeldung ist jederzeit möglich, z.B. mit einem Link unten in jedem Newsletter.

jeden Sonntag / kostenfrei / unabhängig

Anregungen durch Sinngeschichten, Fabeln, Artikel ...

Wissen und Wortschatz mit Freude vergrößern

Lesespaß und Humor von Schriftstellern, Philosophen und anderen großen Denkern