Fauxpas – Bedeutung, Herkunft und unmögliche Beispiele
Die Herkunft des Begriffs "Fauxpas" verdanken wir dem Französischen. Es setzt sich aus den Wörtern "faux" (falsch) und "pas" (Schritt) zusammen, was wörtlich "falscher Schritt" bedeutet.
Ursprünglich bezeichnete es einen tatsächlichen Fehltritt, wurde jedoch im übertragenen Sinne für gesellschaftliche Fehltritte verwendet. Im 18. Jahrhundert fand der Begriff Eingang in die deutsche Sprache.
Heutige Verwendung: Heutzutage versteht man unter einem Fauxpas einen unbeabsichtigten Verstoß gegen gesellschaftliche oder kulturelle Umgangsformen. Es handelt sich um eine Handlung oder Äußerung, die als unangemessen oder peinlich empfunden wird. Solche Fehltritte können von kleinen Peinlichkeiten bis hin zu schwerwiegenden Verstößen gegen soziale Normen reichen.
Beispiele für die heutige Verwendung von "Fauxpas"
- Ein Geschenk mit linker Hand übergeben: In vielen asiatischen Ländern (z. B. Indien oder Indonesien) ein grober Fauxpas – die linke Hand gilt als unrein.
- In Japan gibt's ein Wort für "Fauxpas durch falsches Geschenk": Zōrō beschreibt den peinlichen Moment, wenn man das falsche Geschenk überreicht – etwa ein Messer (Symbol der Trennung) zur Hochzeit. Im Jahr 1992 überreichte zum Beispiel der damalige US-Präsident George H. W. Bush dem japanischen Premierminister ein Paar Cowboystiefel mit der US-Flagge darauf – ein Fauxpas, da Schuhe in Japan als unrein gelten.
- Online-Fauxpas: Du bist stumm geschaltet und redest minutenlang – oder schlimmer: Du bist nicht stumm geschaltet und lästerst über Kollegen.
- Technologischer Fauxpas: Das versehentliche Versenden einer E-Mail an den falschen Empfänger ist ein moderner Fauxpas, der durch die Digitalisierung entstanden ist.
- Kulturelle Unterschiede: Was in einer Kultur als Fauxpas gilt, kann in einer anderen völlig akzeptabel sein. Zum Beispiel gilt es in Japan als unhöflich, jemandem direkt in die Augen zu schauen, während dies in westlichen Kulturen als Zeichen von Ehrlichkeit angesehen wird.
- Prominenz: Trotz monatelanger Vorbereitungen sei ihr kurz vor dem Launch ein kleiner Fauxpas passiert, wie die "Gala" berichtet. In ihrem Newsletter vom 31. März platzierte sie ein Banner, mit einem Link zur "As Ever"-Instagram Seite und einem zu ihrem privaten Profil. Dabei schrieb sie "aseveroffical" – ohne zweiten "i". Gefundenes Fressen für jene, die nur nach Meghans nächstem Fehltritt Ausschau halten. (diepresse.com/19542674/meghan-markle-verkauft-nun-honig-um-28-dollar)
- Mode: Socken in Sandalen zu tragen wird oft als modischer Fauxpas angesehen, hat sich aber inzwischen sogar in der Hipster-Szene zum ironischen Trend entwickelt – ein Beispiel dafür, wie sich gesellschaftliche Bewertungen ändern können. (Quelle: Modejournal "GQ Style", Ausgabe 3/2021)
- Prominente Fauxpas: Bei der Oscar-Verleihung 2017 wurde versehentlich der falsche Film als "Bester Film" verkündet (La La Land statt Moonlight) – ein Fauxpas, der weltweit für Aufsehen sorgte. (Quelle: BBC.com)
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Synonyme für "Fauxpas"
- Fehltritt
- Taktlosigkeit
- Entgleisung
- Missgriff
- Schnitzer
- Patzer
- Lapsus
- Versehen
- Peinlichkeit
- Ausrutscher
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Was bedeutet "Fauxpas" auf Englisch und in anderen Sprachen?
- Englisch: faux pas
- Französisch: faux pas
- Italienisch: passo falso
- Spanisch: paso en falso
- Türkisch: pot kırma
- Esperanto: mispaŝo
Videos zu "Fauxpas"
Video: Penélope Cruz - Fauxpas auf dem roten Teppich - BUNTE TV
Länge: 1:01 Minuten
Video: Fettnäpfchen in Frankreich - Fauxpas, die du vermeiden solltest!
Länge: 7:03 Minuten
Noch ein kniffliges Wort gefällig?
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – Bedeutung, Herkunft und was der Spruch uns heute wirklich sagt
Die Herkunft der Redewendung hat zwei Erklärungsstränge.
Einerseits findet sich der zugrunde liegende Gedanke bereits bei Aristoteles, der in seiner Nikomachischen Ethik darauf hinweist, dass ein einzelnes positives Ereignis noch keine verlässliche Grundlage für ein Urteil ist.
Andererseits wurde das Bild durch eine Fabel des griechischen Dichters Aesop popularisiert, in der ein junger Mann eine früh gesichtete Schwalbe als sicheren Frühlingsboten deutet – und dafür bitter bestraft wird.
Heutige Bedeutung: Wir nutzen die Redewendung "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer" als Warnung, aus einzelnen Anzeichen voreilige Schlüsse zu ziehen oder einfacher gesagt: Vorsicht. Nicht überbewerten. Abwarten.
Hier weiterlesen: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer
Anregungen zum Erweitern des eigenen Wortschatzes
Den Wortschatz erweitern – 20 Übungen und Tipps
Wir öffnen morgens die Augen und fangen an zu denken, zu schreiben oder zu sprechen. Wenn wir nicht gerade als Tiefseetaucher in der Nordsee arbeiten, kommunizieren wir, bis wir wieder ins Bett gehen und die Augen schließen.
Neuere Untersuchungen gehen davon aus, dass in unserem Kulturkreis durchschnittlich 16.000 Wörter am Tag gesprochen werden. Es macht einen Unterschied, ob ich das mit einem großen oder einem kleinen Wortschatz tue.
Ein größerer Wortschatz hat viele weitere Vorteile. Aber was können wir unternehmen, um ihn mit Freude und Spaß zu erweitern? Damit auch für dich etwas dabei ist, zeigen wir 20 verschiedene Möglichkeiten auf. Viel Spaß beim Erweitern deiner Lexik.
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