Aesop - die Fabeln eines Sklaven und Dichters
Aesop war griechischer Sklave und Fabeldichter und lebte um 550 v. Chr. Um ihn ranken zahlreiche Legenden und spannende Geschichten. Er gilt als Begründer der europäischen Fabeldichtung.
Hier eine Sammlung seiner besten Fabel, wobei wir viele davon sprachlich angepasst haben. Eine Fabeln sind sogar vertont. Weitere großartige Quellen sind Wikipedia und die Sammlung auf Gutenberg.de von Spiegel-Online.
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Der Löwe und die Mücke von Aesop
Der Löwe und die Mücke von Aesop
Eine Mücke forderte mit den übermütigsten Worten einen Löwen zum Zweikampf heraus: "Ich fürchte dich nicht, du großes Ungeheuer", rief sie ihm zu, "weil du gar keine Vorzüge vor mir hast; oder nenne sie mir, wenn du solche zu haben glaubst; etwa die, dass du deinen Raub mit Krallen zerreißest und mit Zähnen zermalmest? Jedes andere feige Tier, wenn es mit einem Tapferen kämpft, tut dasselbe, es beißt und kratzt. Du sollst aber empfinden, dass ich stärker bin als du!"
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Die Fabel von den beiden Fröschen - Aesop
Die Fabel von den beiden Fröschen – Aesop | eine Motivationsgeschichte
Zwei Frösche gingen auf Wanderschaft, denn die heiße Sommersonne hatte ihren Tümpel ausgetrocknet. Gegen Abend erreichten sie einen Bauernhof, wo eine große Schüssel Milch zum Abrahmen aufgestellt worden war. Sogleich hüpften sie hinein und ließen es sich schmecken. Was keine gute Idee war.
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Die traurige Geschichte vom wilden Hund - Aesop
Die traurige Geschichte vom wilden Hund
Eisig jagte der Wind über die Felder und das Land lag seit vielen Wochen unter einer mächtigen Schneedecke. Zugefroren waren Bäche und Weiher. Das Leben schien erstarrt.
Zum Schutz vor der Kälte hatte sich ein wilder Hund in einer Höhle verkrochen und er fror jämmerlich. Immer wieder stand er zitternd auf und rollte sich ein wenig mehr zusammen.
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Fabel - Der kluge Dichter - Aesop
Der kluge Dichter von Aesop
Der Fabeldichter Aesop war in seiner Jugend Sklave. Eines Tages befahl sein Herr, dass die Sklaven sich für eine längere Reise mit dem notwendigen Gepäck beladen sollten. Aesops Blick erspähte einen hoch mit Broten gefüllten Korb, der das schwerste Stück der Lasten war und lief gleich darauf zu, um sich seiner zu bemächtigen.
Die anderen, die nach leichten Bürden suchten, lachten ihn wegen seiner Unklugheit aus.
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Fabel Eber und der Fuchs – Aesop
Der Eber und der Fuchs
Ein Fuchs sah einen Eber seine Hauer an einem Eichstamme wetzen und fragte ihn, was er da mache, da er doch keine Not, keinen Feind vor sich sehe?
"Wohl wahr", antwortete der Eber, "aber gerade deswegen rüste ich mich zum Streit; denn wenn der Feind da ist, dann ist es Zeit zum Kampf, nicht mehr Zeit zum Zähnewetzen."
Aesop (um 550 v. Chr.), griechischer Sklave und Fabeldichter
Original-Moral: Bereite dich im Glück auf das künftige Unglück, sammle und rüste in guten Tagen auf die schlimmern.
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Der Ochsentreiber und Herkules | Aesop
Der Ochsentreiber und Herkules von Aesop - oder: Warum bloßes Jammern nichts bewegt
Ein Ochsentreiber fuhr mit einem Wagen, welcher mit Holz schwer beladen war, nach Hause.
Als der Wagen im Moraste stecken blieb, flehte sein Lenker, ohne sich selbst auch nur im Geringsten zu bemühen, alle Götter und Göttinnen um Hilfe an. Vor allem bat er den wegen seiner Stärke allgemein verehrten Herkules, ihm beizustehen.
Da soll ihm dieser erschienen sein und ihm seine Lässigkeit also vorgeworfen haben: "Lege die Hände an die Räder und treibe mit der Peitsche dein Gespann an, zu den Göttern flehe jedoch erst dann, wenn du selbst etwas getan hast; sonst wirst du sie vergeblich anrufen."
Aesop (um 550 v. Chr.), griechischer Sklave und Fabeldichter
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Die Schildkröte und der Hase - Fabel von Aesop

Die Schildkröte und der Hase
Eine Schildkröte wurde wegen ihrer Langsamkeit von einem Hasen verhöhnt. Da forderte die Schildkröte den Hasen zu einem Wettlauf heraus, den der Hase, mehr aus Scherz als aus Prahlerei, annahm. Der Tag des Wettlaufs kam. Das Ziel wurde bestimmt und die beiden Kontrahenten betraten die Bahn.
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Der Pfau und die Dohle
Der Pfau und die Dohle
Ein Pfau und eine Dohle stritten sich um die Vorzüge ihrer Eigenschaften. Der Pfau brüstete sich mit dem Glanz, der Farbe und der Größe seiner Federn.
Die Dohle gab all dieses zu und bemerkte nur, dass alle diese Schönheiten zur Hauptsache nicht taugten - zum Fliegen. Sie flog auf, und beschämt blieb der Pfau zurück.
Aesop, um 550 v. Chr., griechischer Sklave und Fabeldichter
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Der Fuchs und der Esel (von Aesop)
Ein Esel warf einmal eine Löwenhaut um sich her, lustwandelte mit stolzen Schritten im Wald und schrie sein 'Ia Ia' aus allen Kräften, um die andern Tiere in Schrecken zu setzen.
Alle erschraken, nur der Fuchs nicht. Dieser trat keck vor ihn hin und höhnte ihn: "Mein Lieber, auch ich würde vor dir erschrecken, wenn ich dich nicht an deinem 'Ia' erkannt hätte. Ein Esel bist und bleibst du!"
Mancher Einfältige in prächtigem Gewande gälte mehr, wenn er schwiege, denn: Mit Schweigen sich niemand verrät.
Aesop, griechischer Sklave und Fabeldichter, um 550 v. Chr.
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Fabel - "Der Hund und das Stück Fleisch" - Aesop
Der Hund und das Stück Fleisch von Aesop
Ein großer Hund hatte einem kleinen, schwächlichen Hündchen ein dickes Stück Fleisch abgejagt. Er brauste mit seiner Beute davon. Als er über eine schmale Brücke lief, fiel zufällig sein Blick ins Wasser. Wie vom Blitz getroffen blieb er stehen, denn er sah unter sich einen Hund, der gierig seine Beute festhielt.
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Die wilde Ziege und der Weinstock von Aesop

Eine wilde Ziege flüchtete vor den Hunden des Jägers in einen Weinberg und versteckte sich unter den Blättern eines alten Weinstocks. Die Hunde rannten vorbei und die Ziege entkam ihren Verfolgern. Doch dann machte sie einen fatalen Fehler.
Kaum glaubte sie sich außer Gefahr, machte sie sich auch gleich über die Reben her. Sie fraß die Blätter, die kurz zuvor ein Versteck waren und ihr das Leben retteten. Das Fressgeräusch der wilden Ziege machte den Jäger aufmerksam, der weit hinter seinen Hunden herangepirscht war. Er entdeckte auch bald die Ziege und erlegte sie.
"Ach!" seufzte die Ziege sterbend, "mit Recht habe ich diese Strafe verdient, weil ich meinen Beschützer mit schnödem Undank belohnte."
Es ist das größte Unrecht, Wohltaten mit Übel zu vergelten; der Undankbare entgeht selten der verdienten Strafe.
Aesop, griechischer Sklave und Fabeldichter, um 550 v. Chr.
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Der mit Salz beladene Esel von Aesop
Ein mit Salz beladener Esel musste durch einen Fluss, fiel hin und blieb einige Augenblicke behaglich in der kühlen Flut liegen. Beim Aufstehen fühlte er sich um einen großen Teil seiner Last erleichtert, weil das Salz im Wasser geschmolzen war. Langohr merkte sich diesen Vorteil und wandte ihn gleich am folgenden Tage an, als er mit Schwämmen belastet durch eben diesen Fluss ging.Diesmal fiel er absichtlich nieder, sah sich aber arg getäuscht. Die Schwämme hatten nämlich das Wasser angezogen und waren bedeutend schwerer als vorher. Die Last war so groß, dass er erlag.
Sei vorsichtig mit Mitteln: das eine dient nicht für jeden Fall.
Aesop, um 550 v. Chr., griechischer Sklave und Fabeldichter
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Der Esel auf Probe (von Aesop)
Ein Mann kaufte einen Esel, aber nicht gleich endgültig, sondern er machte eine Probezeit aus. Als er mit ihm in seinen Hof kam, wo schon mehrere Esel teils bei der Arbeit, teils bei der Abfütterung waren, ließ er ihn frei laufen. Sogleich trottete der neue zu dem faulsten und gefräßigsten Gefährten und stellte sich zu ihm an die Futterkrippe. Da legte ihm der Mann den Strick wieder um den Hals und brachte ihn dem bisherigen Besitzer zurück.
"So schnell kannst du ihn doch gar nicht erprobt haben", wunderte sich der.
"O mir genügt, was ich gesehen und erfahren habe: Nach der Gesellschaft, die er sich ausgesucht hat, ist er ein übler Bursche!"
Aesop, griechischer Sklave und Fabeldichter, um 550 v. Chr.
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Fabel: Der Wolf und der Kranich
Der Wolf und der Kranich - eine Fabel über Hilfe, Gefahr und den Preis der Gutmütigkeit
Ein Wolf hatte ein Schaf gerissen und sich über das Tier hergemacht – zu gierig, zu schnell. Dabei blieb ihm ein Knochen im Hals stecken. In seiner Not rief er nach Hilfe und versprach jedem eine große Belohnung, der ihn von seiner lebensbedrohlichen Qual befreien würde.
Ein Kranich, dessen langer Schnabel sich für solche Operationen geradezu anbot, fasste sich ein Herz. Er riskierte Kopf und Kragen, steckte seinen Schnabel tief in den Rachen des Wolfs – und zog den Knochen heraus. Die Lebensgefahr des Wolfes war überstanden. Jedoch...
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Zwei Freunde und ein Bär
Zwei Freunde und ein Bär | Fabel von Äsop
Zwei Freunde versprachen sich gegenseitig, sich in allen Fällen treu beizustehen und Freud und Leid miteinander zu teilen. So traten sie ihre Wanderschaft an.
Unvermutet kam ihnen auf einem engen Waldwege ein Bär entgegen. Vereint hätten sie ihn vielleicht bezwungen. Da aber dem einen sein Leben zu lieb war, verließ er, ebenso bald vergessend, was er kurz vorher versprochen hatte, seinen Freund und kletterte auf einen Baum. Als sich der andere nun verlassen sah, hatte er kaum noch Zeit, sich platt auf den Boden zu werfen und sich tot zu stellen, weil er gehört hatte, dass der Bär keine Toten verzehre.
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Fabel - Der Fuchs und die Trauben - von Aesop
Der Fuchs und die Trauben (von Aesop)
Ein Fuchs schlich sich an einen Weinstock heran. Sein Blick hing sehnsüchtig an den dicken, blauen, überreifen Trauben. Er stützte sich mit seinen Vorderpfoten gegen den Stamm, reckte seinen Hals empor und wollte ein paar Trauben erwischen, aber sie hingen zu hoch.
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Der Fuchs und der Holzhacker - eine Fabel über Heuchler
Der Fuchs und der Holzhacker - eine Fabel über Heuchler
Ein vor Jägern fliehender Fuchs fand, nachdem er lange in der Wildnis herumgelaufen war, endlich einen Holzhacker und bat denselben inständig, ihn doch bei sich zu verbergen. Dieser zeigte ihm seine Hütte, worauf der Fuchs hineinging und sich in einem Winkel versteckte.
Als die Jäger kamen und sich bei dem Manne erkundigten, so versicherte dieser zwar durch Worte, er wisse nichts, deutete aber mit der Hand nach dem Orte hin, wo der Fuchs versteckt war. Allein die Jäger hatten nicht darauf geachtet und entfernten sich sogleich wieder.
Wie nun der Fuchs sie fortgehen sah, ging er wieder heraus, ohne etwas zu sagen; und als der Holzhacker ihm Vorwürfe machte, dass er ihm, durch den er doch gerettet worden sei, keinen Dank bezeuge, drehte sich der Fuchs nochmals um und sprach: "Ich wüsste dir gerne Dank, wenn die Werke deiner Hand und deine Gesinnung mit deinen Reden im Einklang ständen."
Die Fabel geht diejenigen an, die zwar die Rechtschaffenheit im Munde führen, durch ihre Handlungen aber das Gegenteil an den Tag legen.
Aesop, griechischer Sklave und Fabeldichter, um 550 v. Chr.
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Der Löwe und das Mäuschen – Moral
Der Löwe und das Mäuschen – Aesop
Ein Mäuschen lief über einen schlafenden Löwen. Dieser erwachte und packte es mit seinen gewaltigen Tatzen.
"Verzeih mir meine Unvorsichtigkeit", flehte das Mäuschen. "Ich habe dich nicht stören wollen. Schenke mir mein Leben, ich will dir ewig dankbar sein."
Großmütig schenkte der Löwe ihm die Freiheit und lächelte in sich hinein: "Wie will wohl ein Mäuschen einem Löwen dankbar sein?"
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Drei Stiere und der Löwe - eine Fabel von Aesop
Drei Stiere und der Löwe - eine Fabel von Aesop
Es war Sommer. Die Luft roch nach trockenem Gras und warmem Staub. Drei Stiere standen dicht beieinander auf der weiten Weide. Der erste war schwarz wie eine mondlose Nacht. Der zweite weiß wie die Wolken über dem Hügel. Der dritte hatte ein Fell, das aussah wie rostiges Eisen.
Sie kannten sich seit ihrer Jugend. Sie waren stark. Jeder von ihnen konnte einen Wolf vertreiben, ohne sich auch nur zu bewegen. Zusammen waren sie unbesiegbar.
Sie fraßen in Ruhe. Sie ruhten in der Sonne. Und sie wussten: Solange sie Schulter an Schulter blieben, konnte ihnen nichts geschehen.
Am Rand der Weide, im Schatten eines riesigen Baumes, lag der Löwe. Er beobachtete sie. Seine Rippen zeichneten sich unter dem Fell ab. Der Hunger plagte ihn.
Er hatte es schon versucht. Einmal. Er war aus dem Gebüsch gesprungen, aber die Hörner der Stiere waren zu schnell gewesen. Er hatte eine Narbe an der Flanke davongetragen. Seitdem wagte er keinen direkten Angriff mehr.
Doch der Hunger blieb. Und der Hunger macht kreativ.
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Das Rebhuhn und die Hühner | Fabel | Aesop
Das Rebhuhn und die Hühner
Ein Hühnerfreund kaufte ein Rebhuhn, um es in seinem Hof mit seinem anderen Geflügel laufen zu lassen, allein die Hühner bissen und trieben es stets vom Fressen ab. Dies schmerzte das Tier sehr, denn es glaubte, es geschehe ihm diese Zurücksetzung, weil es fremd sei; betrübt zog es sich in einen Winkel zurück.
Bald aber tröstete es sich, als es sah, dass sich die Hühner untereinander ebenso bissen und sprach zu sich: "Wenn diese schlechten Tiere Feindseligkeiten sogar gegen sich selbst ausüben, so werde ich wohl eine solche Behandlung mit Gleichmut ertragen können."
Geiz und Missgunst sind die größten Feinde des Friedens!
Aesop, um 550 v. Chr., griechischer Sklave und Fabeldichter
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Der alte Löwe und der Fuchs - Fabel von Aesop
Der alte Löwe und der Fuchs
Ein greiser, schwacher Löwe lag in seiner Höhle und war nicht mehr in der Lage Beute zu jagen.
Er war im Begriff zu verhungern. In seiner Not ließ der Löwe in seinem Reich die Nachricht von seinem nahen Tode verbreiten. Er befahl allen Untertanen, an die königliche Höhle zu kommen, wo er von jedem persönlich Abschied nehmen wolle.
